Reverdino, Cesare

Reverdino, Cesare, Kupferstecher , dessen Lebensverhältnisse un- bekannt sind, so wie man denn überhaupt aus den von ihm vorhan- denen Blättern nur darauf mit Sicherheit schliessen kann, dass er um 1531 gearbeitet hat. Mehrere nennen ihn Gasparo, aber mit nicht viel grösserer Wahrscheinlichkeit, wie Heinecke, der diesen Künstler einmal Gerard, das andere Mal Giacomo nennt. Alle diese nehmen den ersten Buchstaben des Monogramms für G., was er der Form nach auch seyn könnte, allein bei genauer Betrach- tung der verschiedenen Monogramme, deren sich der Künstler be- diente, zeigt es sich, dass Reverdino mit dem R ein C verband, in dessen Bauch manchmal ein e erscheint. Das aus G. R. C. beste- hende Monogramm, welches Gori (III. 156) dem Reverdino bei- legt, gehört diesem sicher nicht an. Als Geburtsort nennt man Ve- nedig, Padua und Bologna . Der in seinen Blättern herrschenden Manier nach zu urtheilen gehört er der Schule des Marc-Anton, oder eines der Schüler des letzteren an. Er erinnert an Bonasone oder an Agostino Veneziano. Ober 1554 noch gearbeitet hat, wie Zani behauptet, dürfte erst bewiesen werden. In der Zeichnung hatte dieser Reverdino wenig Sicherheit, so wie er sich überhaupt neben den besseren Meistern seines Jahrhunderts nicht behaupten kann.

Malerchehauptet, dass Reverdino auch in Holz geschnitten habe. Heller nennt ihn ebenfalls als Formschneider ; wir glau- ben aber, dass die Sache nicht ganz begründet seyn dürfte. Die ihm zugeschriebenen Monogramme scheinen zwei verschiedenen Mei- stern anzugehören.

Bartsch, P., gr. XV, 466—4806 beschreibt nur 39 Blätter von Re.

Altes und neues Testament. ;

  1. (1) Moses von Pharao's Tochter aus dem Wasser errettet. Sie steht links in Verwunderung, während ein Weib das nackte in der Wiege liegende Kind aus dem Wasser zieht, und zwei andere aus ihrem Gefolge sie unterstützen. Rechts im Grunde erheben sich zwei Bäume. Unten im Rande: Mo- ses infans exponitur in ripa fluminis etc., Nach Parmesano, ohne Zeichen des Stechers, von Einigen mit Unrecht dem Bonasone beigelegt. H. 7 Z. 8 L. und 5 L. Rand, Br. 5 Z. 2 L.

  2. (2) Moses in Mitte des Blattes stehend, schlägt Wasser aus dem Felsen. Zwei von den ihn umgebenden Israeliten fangen Wasser in Vasen auf, und im Vorgrunde rechts kniet ein Weib neben dem Kinde in der Wiege. Unten gegen die Mitte hin steht die Jahrzahl 1531, der Name fehlt. H. 4 Z. 6 B., Br. 6 Z. 7 L. ;

Dieses Blatt ist sehr selten.

  1. Das Urtheil Salomon's, der rechts auf dem Throne sitzt. Ein Weib ist neben dem toten Kinde auf den Knieen. Mit dem Monogramm Ce R. H. 3 Z. 4 L., Br. 4 Z. 3 L.

  2. David enthauptet den Goliath. Der Sieger erhebt mit bei- den Händen das Schwert, um damit das Haupt des Riesen vom Rumpfe zu trennen. Fünf andere Figuren sind in der Nähe der Grotte, und in der Ferne zwei Soldaten. Goliath Interficitur. A Davide Caputque Ipsius Abscinditur. Pri. Regum Cap. 17. Unter dem linken Arme des Riesen ist das Zeichen Ce R. f. H. 5 Z. 1 L., Br. 5 Z. 7 L.

Zani, Enc. met. II 2. p. 285., erklärt dieses von Bartsch nicht erwähnte Blatt als das Hauptwerk des Stechers. Im zweiten, schönen, noch nicht retouchirten Abdrucke liest man: Petri de Nobilibus formis.

  1. (3) Die Opferung der drei Könige. Maria sitzt rechts mit dem Kinde auf dem Schoosse, dem ein König ein Gefäss reicht. Die beiden anderen Magier stehen links, und der eine macht den andern auf den Stern aufmerksam. Joseph lehnt sich auf seinen Stock. Den Grund bildet eine grosse Ruine mit mehreren Arkaden. Am Stein in der Mitte vorn ist das Mo- nogramm. Rund, Durchmesser 4 Z. 6 L.

  2. (4) Die Geburt Christi. Maria zeigt den Hirten das Kind, welches von Strahlen umgeben auf dem Boden liegt. Im Grunde rechts sind die beiden Thiere und in der Mitte oben schweben drei Engel, unter welchen die Worte: Gloria In Altissimis Deo stehen. Dieses nach Parmesano gestochene Blatt ist nicht vollendet, und ohne Zeichen. Der rechte Fuss der heil. Jungfrau, und die beiden Füsse des Weibes, welches links hereinkommt, sind nur umrissen, H. 5 Z., Br. 9 Z. 9 L.

  3. Die Geburt Christi, Maria kniet in Verehrung, und auch zwei Engel beten das Kind an. St. Joseph kommt unter den Arkaden daher mit einer Leuchte in der Linken, oben schweben fünf Engel, wovon zwei eine Bandrolle ohne Schrift halten, und in der Ferne sieht man zwei Hirten bei den Heerden in Staunen über den Lichtstrahl. Parvulus

" Dieses Blatt, welches Bartsch nicht kannte, aber Zani er- wähnt, ist sehr selten.

  1. Die Anbetung der Hirten. Maria sitzt und betrachtet das auf Stroh liegende Kind, welches ein Engel unterstützt. Mit den anbetenden Hirten sind es fünf Figuren, von den Thieren sieht man nur die Köpfe. Ohne Zeichen, von Zani dem Reverdino beigelegt. Christus lux orbis etc, H. 4 Z. 2 L., Br. 5 L. 6 L.

  2. (5) Gott ernennt den Petrus zum Haupt der Kirche. St. Pe- ter kniet links und erhebt die Hände gegen die in der Luft schwebende Gottheit. Die Schlüssel liegen zu seinen Fü- ßen. In der Mitte unten steht: C. Reuerdinus f. Anschein- lich nach P. del Vaga. H. 9 Z. 5L., Br. 6 Z. 4 L.

  3. Die Anbetung der Hirten. Die heil. Jungfrau sitzt mit dem Kinde, und ein kniender Hirte küsst ihm freudig den Fuss. Dabei ist auch ein Engel, im Ganzen sieht man sieben Fi- guren, im Grunde Ruinen, vom Ochsen nur ein Auge und ein Horn. Auf einem Bogen: Dominvs Devs Tvvs etc. Unten: Pastores abeunt etc. und Ce Reverdinus f. Rund,

Durchmesser 7 Z. 4 L. Die zweiten Abdrücke haben die Adresse von A. Lafrery, die dritten jene von Petrus de Nobilibus, Zani erwähnt die- ses Blatt.

  1. Die Predigt des Herrn auf dem Tabor. Rechts sind viele Zuhörer in Anbetung versunken, die Gelehrten zur Linken sind aber in Finsterniss befangen, da die Worte Christi ihre Herzen nicht durchdrungen. Im Vorgrunde ist ein Krüppel. C. Reverdinus f. H. 6 Z. 6 L., Br. 10 Z. 2 L.

Dieses Blatt nennt Zani, möchte es aber lieber: Sapienti confusi, betiteln.

  1. (6) St. Peter auf den Wogen des Meeres gehend, rechts Christus, wie er ihm die rechte Hand zur Unterstützung reicht. Im Grunde suchen die übrigen Jünger das Netz mit den Fischen in das Schiff zu bringen. Nach P. del Vaga, ohne Namen des Stechers, In einer gewölbartigen Einfas- sung. H. 10 Z., Br. 6 Z. 5 L.

  2. (7) Die heil. Jungfrau auf einer Bank sitzend, mit dem Bu- che in der Rechten, wie das Kind auf dem Schoosse ein Blatt wendet. Im Grunde zeigt sich ein Tempel von reicher Ar- chitektur, der aber teilweise Ruine ist. In der Mitte un- ten ist das Zeichen. Durchmesser 3 Z.

  3. (8) Die heil. Familie. Maria sitzt links am Baume mit dem Kinde auf dem Schoosse, und rechts bemerkt man die halbe Figur des heil. Joseph. Im Grunde sind Ruinen, Etwas ver- änderte Copie nach Meldolla, ohne Namen. Die Composi- tion ist von Parmegiano. H. 4 Z. 3 L., Br. 3 Z.

  4. (9) Die hl. Jungfrau von fünf Heiligen umgeben. Sie sitzt in Mitte des Blattes und blickt auf Jesus, welcher auf dem Schoos- se den rechts mit dem Lamme stehenden Johannes zu küs-

  5. (10) Die Bekehrung des heil. Paulus. Er ist vom Pferde ge- stürzt und geblendet vom Lichte, welches von der in einer Engelglorie schwebenden Gottheit ausgeht. Das Pferd hat auf der Flucht einen Knecht zu Boden geworfen. Ohne Zei- chen, oben rund. H. 4 Z. 6 L., Br. unten 3 Z.

  6. (11) Die Bekehrung des heil. Paulus. Er kniet in Mitte des Blattes, und schützt mit der Hand die Augen vor dem Lichte, welches einer Wolke entströmmt, wo man die Gottheit sieht, vorn steht: Paulus Damascum petens Christianos capturus a Domino prosternitur. Acta Apost. 0. Rechts unten ist das Zeichen. Oval. H. 5 Z. 9 L., Br. 7 Z. 8 L.

  7. (12) St. Anton, der Eremit, mit Stock und Glöckchen, ste- hend nach rechts gerichtet. Hinter ihm links ist das Schwein, In einer kleinen Einfassung. H. 8 Z. 11 L., Br. 4 Z. 4 L.

  8. (13) St. Hieronymus knieend vor dem Crucifixe, welches man links am Felsen sieht. Er schlägt sich die Brust mit einem Steine. Den Löwen sieht man zwischen dem Heili- gen und dem Crucifixe, im Grunde ist bergige Landschaft mit Bäumen und einem Gebäude in der Mitte. H. 8 Z 1 L., Br. 9 Z. 3 L.

  9. (14) Die Rückkehr des verlorren Sohnes. DLetzterer liegt links vor dem Vater auf den Knieen, und im Grunde be- merkt man rechts und links an der Hausthüre die übrigen Angehörigen. In der Mitte vorn am Steine: Pater pec- cavi in coelum et coram te. Lucae XV Nach einer Zeichnung Parmeggianino's. H.5 Z. 3 L., Br. 3 Z 3 L.

  10. (15) Das jüngste Gericht, figurenreiche Composition, links unten mit dem Namen des Stechers bezeichnet. Rund. Durch- messer 7 Z. 6 L.

Geschichtliche Darstellungen.

  1. (16) Clelia entflieht mit ihren Gefährtinnen aus dem Lager des Porsenna. Den Flussgott Tiber sieht man rechts vorn, im Grunde links ist das Gebäude, und rechts erscheint ein Theil der Stadt Rom. In der Mitte unten: C. Reverdinus f. links: Chloelia Vir. Tib. Transiit, etc. Rund, Durchmes- ser 6 Z. 1 L.

  2. (17) Tarquin und Lucretia. Letztere liegt auf dem Bette, und Tarquin droht der Widerstrebenden mit dem Dolche, Über ihrem Kopfe ist ein Täfelchen mit der Schrift: Lu- cretia foemina nobilis Collatini uxor coacta fuit stuprum patı a Sex. Tarquinio etc., Links unten: Reverdinus f. H. 9 Z. 5 L., Br. 9 Z. 0 L. .

Mythologische Darstellungen.

  1. (18) Mars und Venus. Ersterer sitzt auf dem Bette und Ve- nus auf seinem Schose, deren Hals er umschlingt. Im Grunde rechts ist Amor und die Inschrift: Omnia vincit Amor et nos cedamus amori, Links unten ist das Zeichen. Rund, Durch- messer 4 Z. 10 L.

Reverdino, Cesare.

  1. (19) Mars und Venus von Vulcan überrascht. Letzterer steht rechts mit dem Netze und links unter dem Zelte ist, Mars und Venus in Umarmung auf dem Bette. Unten steht: Peius adulterio turpis adulter obest. Das Monogramm steht rechts unten auf dem Täfelchen. Oval, H. 42 Z. 5 L., Br. 10 Z. 1 L.

  2. Mars und Venus, beide nackt auf dem Bette, nur Mars hat den Helm auf dem Kopfe, die übrige Rüstung liegt neben dem Bette. Er hält die Göttin in den Armen, auch ein klei- ner Amor ist dabei. Dieses Blatt beschreibt Bartsch nicht, Zanetti legt aber einen Abdruck des Cabinet Cicognara dem Reverdino bei. Er ist ohne Zeichen. Oval. H. 9 L., Br. 12 Z.

  3. (20) Die Schmiede des Vulcan. Die Cyclopen arbeiten, Vul- can spricht mit einer Göttin, und Venus kommt links mit Amor herein. Links unten steht: C. Reuerdinus f., in der Mitte: Ferrum exercebant uasto cyplopes in antro. H. 5 Z. 6 L., Br. 6 Z. 10 L.

  4. (21) Leda mit dem Schwane. Sie liegt auf dem Boden am Fusse zweier Bäume, an welchen ein Tuch befestiget ist. Rechts vorn sieht man Castor und Pollux, die Sprösslinge des zärflichen Schwan, und links sitzt ein anderes Kind. Da steht auch: Ce. Reuerdinus fecit. In der Mitte unten liest man: Fecit oloricis Ledam recubare sub alis. H. 5 Z. 9 L., Br. 9 Z. 6 L.

  5. (22) Leda stehend mit dem Schwane, dabei Amor und rechts vorn ihre Söhne Castor und Pollux. Cantamys Ledae na- tos Jovis Aegiochique Castora Pollucemque trugem. Links unten steht: Ce. Reuerdinns f. H. 10 Z., Br. 7 Z. 1 L. an welchem drei bewaffnete Männer Theil nehmen. H. 7 Z. 3 L., Br. 11 Z. 6 L.

Zethus und Amphion, welche die Dirce an die Hörner eines Stiers binden, berühmte antike Gruppe aus dem Hause Far- nese, jetzt in Neapel, mit dem Zeichen C. R. f. gr. fol. Im alten Drucke sehr frisch und kräftig.

  1. (24) Der Esel als Schulmeister. Er sitzt links auf einer Bank, und unterrichtet die um ihn versammelten Thiere. Vor ihm liest man auf einem Papier: Heu heu quae tra- mite devio obducit ignorantia. Auf einer Tafel rechts oben steht: Quum error transit in consuetudinem fit malum immedicabile. Ein rundes Blatt, Durchmes- ser 4 Z. 10 L.

34 — 40) (25 — 31) Die sieben Tugenden, Folge von sieben Blättern. Die ersten sechs sind links unten numerirt, das siebente rechts. Auch das Monogramm steht darauf. H.

  1. (25) Der Glaube, ein Weib mit dem Kreuze. Fides est co- gitare cum assentione ea quae ad religionem Christianam per- tinelt.

  2. (26) Die Hoffnung, ein Weib nach dem himmlischen Licht blickend. Spes est certa expectatio future beatitudinis pro- veniens ex dei gratia.

  3. (27) Die Liebe, ein Weib mit zwei Kindern, Charitas es t.

  4. (28) Die Klugheit, ein Weib mit dem Spiegel. Prudentia est rerum bonarum ac malarum scientia,

  5. (20) Die Gerechtigkeit, ein Weib mit der Waage. Justitia est servare uniculique quod suum est. De justitia omnia bona procedunt.

  6. (30) Die Stärke, ein Weib mit einem Löwen zu den Fü- ßen. Fortitudo est firmitas animi in sustinendis et repellen- dis his in quibus maxime est difficile firmitatem habere propter bonum virtutis,

  7. (31) Die Mässigung, ein Weib, welches Flüssigkeit in einen Topf gießt. Temperantia est moderatio cupidatum rationi obediens,

  8. (52) Die zwei Eremiten. Der eine, mit langem Bart und einer Calotte, lehnt sich links an den Baumstamm, hält ein Buch in der Rechten, der andere sitzt rechts auf einem

Stein und schläft. Auf dem Felsen ist eine kleine Capelle,

H. 7 Z. 3 L., Br. 6 Z. 4 L.

  1. (33) Das römische Alphabet. Das Z ist verkehrt, und dann folgt der Name Reverdino, H. 3 Z. 6 L., Br. 5 Z. 9 L.

  2. (34) Der Bauerntanz. Vier Paare tanzen um einen Baum; rechts in der Ferne treibt der Hirt seine Schaafe, und auf der Tafel an der Rasenbank steht: Animus gaudens aetatem floridam fecit. H. 5 Z. 7 L., Br. 6 Z. 4 L.

  3. (35) Die vier nackten Weiber im Bade. Die eine liegt links, die andere rechts vorn, und die beiden anderen sieht man in einer Grotte des Grundes. Links zwischen zwei Felsen er- scheint Merkur in halber Figur. Auf einem Täfelchen steht: Averte faciem tuam a muliere compta, Propter speciem mu- lieris multi perierunt. In der Mitte unten: Ce. Reverdinus f. H. 4 Z. 8 L., Br. 7 Z. 3 L.

  4. (36) Vier tanzende Kinder, wobei ein fünftes das Tamburin schlägt, gegenseitige Copie nach G. A. da Brescia (Nro. 10), daran erkenntlich, dass das Kind mit der Handtrommel keine Federn auf dem Kopfe hat. Im Rande steht: Adolescentia et voluptas vana sunt. Rechts unten steht dies Zeichen 11. Ohne Namen, H. 4 Z., Br. 7 Z. 0 L.

  5. (37) Zehn im Kreise tanzende Kinder, während ein elftes den Dudelsack spielt. Rechts unten ist das Zeichen II, und im Rande liest man: Ubi est adolescentia ibi est gaudium sine malicia. Ohne Namen des Stechers. H. 3 Z. 7 L., mit 3 L. Rand. Br. 7 Z. 3 L.

  6. (38) Sieben tanzende Kinder, den Dudelsack spielt ein ach- tes. Ein neuntes reitet auf einem Cameraden. Am Steine — bemerkt man die Zahl I. Links unten ist das Monogramm, und gegen die Mitte hin steht: Romae Ant. Lafreri. MDLXX.

H. 3 Z. 9 L., Br. 11 Z. 4 L.

Diese Adresse dürfte nur auf den zweiten Abdrücken zu finden seyn, doch sind diese noch sehr frisch und schön,

  1. Sechs Kinder, welche in einem geschmückten Saale spielen. Links ist ein sehr grosser Thron von Marmor, und durch die drei kleinen Fenster bemerkt man Bäume. Dieses Blatt kannte

— hen Zeit. H, 6 Z. 9 L.

  1. Fünf Knaben vor einem Hause tanzend, während ein an- derer herausblickt. Im Vorgrunde bläst ein Knabe die Trom- pete, in indecenter Stellung. Unten links ist das Monogram, gr. B.,

  2. (390) Die Adepten, zehn um einen Topf mit Feuer versam- melte Männer, halbe Figuren mit caricirten Gesichtern. Im Grunde rechts betrachtet sie ein Mann, mit Brillen, Unten

steht: C., Reuerdinus, und links auf dem Streifen: Spes Chi- mici vanas buccis mendacibus inflant, dum metamorphosis fingitur aduigaros, H. 9 Z. 10 L., Br. 6 Z. 3 L.

Zweifelhafte Blätter, von Bartsch erwähnt:

  1. Zwei nackte Weiber, rechts in Umarmung stehend, wie sie auf einen Narren blicken, der den Hund anpisst. Exultacio stultorum ignominia, steht auf dem links am Baume hängenden Täfelchen. H. 3 Z. 7 L., Br. 4 Z. 7 L.,

  2. Cimon und Pero, ersterer links von seiner Tochter im Ge-

fängnisse gesäugt. Sie sitzt auf einem Steine, und umfasst das Kind mit dem linken Arme, Links unten ist das Mo- nogramm C. R. Dieses Blatt ist radirt, anscheinlich nach einer Zeichnung des Rosso. H, 5 Z. 10 L., Br. 3 Z. 4 L.

Diese beiden Figuren erscheinen auch von der Gegenseite! in einem grösseren Blatte. Rechts ist die Thüre des Ge- fängnisses, zwei nackte Männer blicken auf den Vater, und ein dritter schläft auf dem Boden. Links bemerkt man das Aeusere des Gefängnisses und drei Männer, welche die Pero belauschen. Im unteren Rande steht: Quo-nun penetrat, aut quid non excogitat pietas? Quae in carcere Servandi pa- tris novam rationem invenit. An der Basis eines Pfeilers bemerkt man die Jahrzahl 1542. Zanetti (Cabinet Cicago- nara Nr. 1414) hält diese Jahrzahl für späteren Zusatz, glaubt, aber, dass Reverdino nach diesem Blatte eines anonymen Meisters das seinige copirt hat. Das angebliche Original ist gut gezeichnet und gestochen, H. 5 Z. 1 L., Br. 11 Z. 4 L.

3 — 0) Die Planeten, Folge von 7 Blättern, ohne Zeichen, links unten numerirt. H. 5 Z. 6 L., Br. 3 Z. 4 L.

  1. Saturn als Greis mit dem Stelzfusse, wie er eines seiner Kinder frisst. Links unten: Saturnus,

  2. Jupiter mit Schild und Schwert, links zur Seite der Adler. Am Steine steht der Name des Gottes,

  3. Mars, stehend mit dem Schwerte und an einer Säule gelehnt. Links unten ist der Widder und der Name des Gottes.

  4. Sol, auf Wolken schreitend mit dem Scepter in der Rech- ten, links zu ihren Füssen der Löwe,

  5. Venus, auf Wolken sitzend, hinter ihr Amor und der Stier zu ihren Füssen. Links unten steht der Name.

  6. Mercur mit dem Caduceus, nach links hin eilend. Rechts oben ist die Jungfrau, links unten sieht man die Zwillinge, Merkur ist auch benannt.

Diese Folge scheint auch copirt zu seyn, und zwar von der Gegenseite, Dies ist wenigstens mit der Luna der Fall, in einer 4 Z. 2 L. hohen und 2 Z. 8 L. breiten Darstel- lung. Die Göttin führt da die Lanze in der Rechten, Ist vielleicht die obige, von Bartsch erwähnte, Folge Copie?

10 — 12) Die Cartuvuches, drei Blätter, wahrscheinlich Theile einer Folge von mehreren Blättern. H. 3 Z. 9 L., Br. 6 Z.

  1. Das liegende Kind, den rechten Arm auf den Todtenkopf gestützt. Eccl. XIII. Memor esto quoniam mors non tardat, etc, val. ;

  2. Das sitzende Weib mit dem Spiegel in der Rechten. Quod vides non diu. Oval.

  3. Ein junger Mann, sich im Wasser betrachtend. Oval.

Brevetti Bruti, Ottavio, heisst bei Ticozzi ein verdienstvoller Ar- chitect aus Venedig, welcher seiner Kunst durch ein eigenes Ver- fahren bei der Darstellung der Säulenordnungen wesentliche Dienste erwiesen hat. Ueber diese Erfindung gibt ein eigenes Werk Auf- schluss, unter dem Titel: Architetto per Formare con facilita le cinque ordine di architettura etc. Dann fertigte Brevetti auch meh- rere Pläne zu Gebäuden. In Brendola sind einige seiner Familie gehörige Gebäude nach seinen Entwürfen gebaut. Der Künstler ist ein Edelmann. Seine Lebensgrenzen bestimmt Ticozzi nicht,

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