Reuwich, oder Rewich

Reuwich, oder Rewich, Erhard, Maler von Utrecht, beglei- tete den Domdechant Bernhard von Breydenbach auf seiner Reise in das gelobte Land, und fertigte bei dieser Gelegenheit meh- rere Zeichnungen, deren dann für das gedruckte Reisewerk Breydenbach's in Holz geschnitten wurden. Am Ende dieses Iti- nerarium terrae sanctae steht: Sanctarum peregrinationum in mon- tem Syon adven XII sepulcrum etc. opusculum continuum per Erhardum Reuwich de Trajecto inferiori impressum in civitate Mo- guntina anno S. MCCCC. LXXXVI. Diese Ausgabe, die editio princeps, nennt B. v. Rumohr, zur Gesch. der Formschneidekunst, S. 78 not., glaubt aber, Reuwich sei nur der Redactor des Werkes, dem Bibliographen Panzer entgegen, welcher in Reuwich den Zeich- ner erkennt. Dass Reuwich den Hafen von Venedig , und im Ver- laufe der Reise auch die anderen landschaftlichen und figürli- chen Darstellungen gezeichnet, und dann in der Heimath diese auf die Holzplatten übergetragen habe, ersehen wir aus einer spä- teren Ausgabe, mit demselben trefflichen Titelholzschnitten. Am Schlusse des Werkes steht: Sanctarum peregrinationum in montem Syon — — per Petrum Drach ciuem Spirensem impressum Anno salutis nostrae: MCCCC. XC. XXIX July finit feliciter.

In der Explicatio intentionis sagt Breydenbach: Hujus rei gra-

tia ingeniosum et eruditum pictorem Erhardum sceurvich de Tra- jecto inferiore opere precium duxi mecum assumere vti et feci, qui a venetiano portu et deinceps potiorum civitatum, quibus terre pelagisque transitu applicare oportet, presertim sacrorum in terra sancta lncorum dispositiones, situs et figuras, quo ad magis pro- prie fieri posset artifíciose effigiaret, transferretque in cartam opus visu pulchrum et delectabile cui declaratorias notulas, vel latinas vel vulgares feci per quendam alium doctum virum ad votum meum apponi. Diese Erklärung weiset dem Maler sein Verdienst zu, und wenn er die Platten auch selbst geschnitten hat, so muss man ihn zugleich zu den ausgezeichnetsten Formschneidern zählen. In jener Zeit ist kaum etwas Besseres gemacht worden.

Das Reisewerk von Breydenbach existirt in mehreren Ausga- ben, in lateinischer und deutscher Sprache. Die Bibliographen Ebert, Weigel, Brunet u. a. verbreiten sich darüber. J. M. Gessner schrieb eine Abhandlung über die Reise. Göttingen, 1750. 4.; dessen kleine Schriften, Göttingen 1760. 8.

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