Einleitung

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Ich erlaube mir nur noch weniges über diesen Band zu bemerken, bitte aber, es ja nicht als Anmassung zu nehmen. Ich sage es auch nur zu meinen wohlwollen-

Falle ihnen von Erhard Reuwich, C. Reverdino, G. Reni, Gius. Ribera, N. Ricciolini, Ringgli, Robetta, Rodermond, V. Romano, Rotta, von den Gebrüdern Rosenthaler, den Spaniern Rodriguez, den Roghman, den Künstlern des Namens Roos, u. a. w. etwas vor- kommen sollte, dieselben diesen Band nicht übersehen möchten. Meister Rubens macht den Schluss, mit sei- nem Reichthum, den ihm eine schöpferische Kraft verlie- hen, wie wir sie nur noch bei Rafael anstauen.

Die Freunde der Chalkographie mache ich über- dies noch auf ein Supplement zum Peintre-graveur auf- merksam, welches R. Weigel zu Leipzig in diesem Jahre herausgab. Dr. Waagen in Berlin dehnte seine scharfsinnigen Untersuchungen auch über Kunstwerke und Künstler in Deutschland aus, wovon in diesem Jahre bei F. A. Brockhaus in Leipzig der erste Band erschien. An diese Werke reihen sich noch mehrere andere, worunter die Fortsetzung von Schorn's Lebensbe- schreibungen des Vasari durch Dr. Ernst Förster obenan- steht. Bei einer so regen Forschung, und bei einer Blüthe der Kunst, wie sie nur im 16. Jahrhundert vor- kommt, kann man ein allgemeines Künstler-Lexicon un-

möglich in sechs Bänden sich denken.

München im Dezember 1843.

Dr. G. K. Nagler.

Bem, Guido, Historienmaler und Radirer, geb. zu Bologna 1575, war der Sohn eines Flötenspielers, welcher ihn ebenfalls zur Musik bestimmte, aber bald einsah, dass Guido's Talent für die bildende Kunst geschaffen sei. Er gab ihn desswegen dem Dionys Calvart in die Lehre, der aber damals schon mit Lodovico Carracci im Streite lag, und neben andern guten Schülern auch Guido bald wieder verlor, da Carracci dessen Naturell besser zusagte. Allein das emporstrebende Talent Guido's machte in kurzer Zeit selbst dem Meister Sorgen, die endlich in Eifersucht ausarteten. Guido Reni verliess daher als Jüngling von einundzwanzig Jahren Bologna, um in Rom sein Heil zu versuchen, da er nicht nur an Ludovico, sondern jetzt auch an Guercino einen Widersacher fand; allein in Rom ging es ihm mit Carravaggio und Cesare d'Arpino nicht besser, die eine andere Richtung gingen, und sich durch G. Reni's Lieblichkeit beeinträchtigt sahen. Auch Albani war sein bitterer Gegner, welcher von Ludovico auch noch Vorwürfe erhielt, dass er einen so gefährlichen Kunstgenossen nach Rom gebracht hatte. Um diesen niederzuhalten, stellte ihm Ludovico jetzt den Dominichino entgegen; allein Guido's Ruf hatte bereits zu tiefe Wurzel gefasst, sodass derselbe auf solche Weise hätte vernichtet werden können. Guido fand im Gegentheile immer mehr Bewunderer und Gönner, unter welchen Papst Paul V. und der Herzog von Toscana den Künstler besonders auszeichneten und vielfältig unterstützten. Der Papst belohnte ihn reichlich, und die Lobeserhebungen, womit dieser schon das erste grosse Bild des Künstlers, die Mutter des heil. Petrus, überhäuft hatte, trugen nicht wenig zu Guido's frühem Ruhme bei. Auch seine Malereien in der Hauskapelle Paul V. auf dem Trinità wurden bewundert, und das Hauptaltarblatt mit der Verkündigung daselbst, so wie die Fresken in der Kuppel, im Bogen vor dem Altare, in den Winkeln der Pfeiler und in den Lunetten gehören auch wirk-.

Nagler's Künstler - Lex. Bd. XIIL 1

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Verse u. d. l. suchte er zu unterdrücken, da sich dieses mit sei- Bescheidenheit nicht vertragen wollte. Auch forderte er nie einen Preis für seine Gemälde, da nach seiner Ansicht die Kunst nicht taxirt, sondern nur honorirt werden konnte. Auch lebte er in sei- nem Hause sehr einfach und züchtig; er hatte nur das nothwen- digste Hausgeräthe, denn er meinte, diejenigen, die ihn besuchten, kämen um seine Bilder, nicht um seine Mobilien zu sehen. Er bezog jede Huldigung nur auf die Kunst. Und dieser einerseits so würdige Mann liess sich dann wieder ganz von der Leiden- schaft des Spieles beherrschen; um seine Spielschulden zu be- zahlen, entwürdigte er sogar nicht selten die ihm so heilig gehal- tene Kunst durch flüchtige, flaue Arbeiten. Lange Zeit reicher als der grösste Theil seiner Kunstgenossen zusammen, sah er end- lich die Tage seines Glückes schwinden, und die Zahl seiner Freunde sich immer mehr vermindern. Nur die Gläubiger hielten fest an ihn, bis er 1642 in Bologna durch den Tod von ihnen be- freit wurde.

Schliesslich bemerken wir nach Malvasia noch, dass der Künst- ler auch modellirte, und selbst Statuen gefertigt habe. Er nennt darunter besonders einen St. Petrus in S. Cristoforo zu Bologna.

Die Urtheile alle zusammenzustellen, welche über Guido Reni in zahlreichen Schriften mehr oder weniger richtig gefällt wurden, würde Bogen erfordern, da er schon seinen Zeitgenossen ein Gegenstand der Kritik, der Erörterung und des Lohnes war. Es erschien sogar zahlreiche Gedichte, die schon 1632 in einem ei- genen Bande gesammelt wurden. Passeri (Vite de' Pittori etc. mor- ti dal 1641 finoal 1673) hat auch das Leben dieses Künstlers beschrie- ben, und schon dieser Schriftsteller, so wie Malvasia, (Felsina pit- trice, Bologna 1678), R. Mengs (Opp. an einigen Stellen), Lanzi (Storia pittorica della Italia, in mehreren Ausgaben, deutsch von G. v. Quandt und Wägener), Fiorillo (im ersten und zweiten Bande von dessen Geschichte der Malerei in Italien), Watelet (Diction- naire des Arts de peinture etc.), Göthe und Meyer (Winckelmann und sein Jahrhundert), Landon (Vues et Oeuvres etc. mit Umris- sen) u. s. w. haben sich viel in Gemäldebeschreibungen und Schön- heitserörterungen eingelassen, was nothwendiger Weise folgen musste, da man sogar den Sitz der Schönheit und Grazie in Gui- do's Finger setzte. Indessen lassen auch die neuern Kunstge- schichtsschreiber dem Künstler Recht geschehen, nur werden seine V Verdienste strenger geprüft.

Wir heben hier vor allem eine Stelle aus der neuesten Be- schreibung Rom's von Bunsen, Gerhard u. a. I. 543. hervor, da hier, ausserdem dass das Urtheil aus eigener Anschauung kommt, Guido mit Dominichino verglichen wird, der neben unserem Künst- ler als Schüler der Carracci gleichen Ruhm erwarb. Da heisst es, Guido sei ohne Zweifel mehr als Dominichino von der Natur be- gabt gewesen, er scheine aber seine Kunst meistens mit Leicht- sinn behandelt, sich nur selten die zum vollkommenen Gebrauche nothwendige Anstrengung gegeben zu haben, und wenn er auch einige vortreffliche Werke geliefert habe, die, wie die Aurora im Casino Rospigliosi, die Forderung der Kunst in bedeutendem Grade befriedigen, so entsprächen die meisten seiner Gemälde bei vor- urtheilsfreier Betrachtung wenig dem grossen Rufe des Künstlers. In seinen dramatischen Compositionen zeige er weniger dramati- schen Sinn als Dominichino, auch erscheine bei diesem der Aus- druck der Gemüthsbewegungen ächter und natürlicher als bei Guido, bei dem derselbe oft ins Sentimentale falle. Der in manchen Kunst- büchern so gerühmte Ausdruck der Frömmigkeit in seinem betenden

Reni, Guido. hl. Andreas Corsini im Pallaste Barberini, möchte vielmehr Fröm- melei genannt werden, und auch die nicht minder gepriesenen Mag- dalenen, in denen er sich ganz ungemessen die Niobe zum Vor- bilde gewählt habe, dürften keine ganz aufrichtige Reue verrathen. Dass er in der Zeichnung des Nackten dem Dominichino in Hin- sicht der Strenge und Gründlichkeit nicht gleich komme, sei ver- muthlich nur seiner Nachlässigkeit und seinem minder ernsten Stu- dium zuzuschreiben. Doch übertreffe er durch die Ueberlegenheit seines natürlichen Talentes jenen bei weitem in den Gewändern, wenigstens in seinen bessern Werken, und seine Oelgemälde zei- gen eine ungleich leichtere und geschicktere Behandlung des Pin- sels, als die des Dominichino. Ihr Colorit sei sehr verschieden; Guido huldige in seinen früheren Werken der dunklen Manier des Carravaggio, und dann habe er einen leichteren und angeneh- meren Ton der Farbe gesucht, wie in seinen zu Rom befindlichen Werken der Streit des heil. Michael mit dem Satan zeige. Die Bilder aus seiner letztern Zeit seien in einem schwachen, grauen und grünlichen Tone gemalt, und geben dadurch die unglücklich- ste Manier zu erkennen, in die ein Maler in der Fleischfarbe verfallen könne, weil sie anstatt des Ausdruck's des Lebens den Charakter des Todes trage. Was die Freskomalerei anbetreffe, so könne vielleicht die oben erwähnte Aurora von Seite des Colorits als das vorzüglichste Gemälde auf nassem Kalk betrachtet werden, wel- ches seit den Zeiten Rafael's und Michel Angelo's in Rom verferti- get worden ist. Insbesondere zeige dieses Werk eine für das damalige Zeitalter ungewöhnliche Schönheit in der Zusammenstellung schö- ner und munterer Farben. Die übrigen von diesem Künstler in Rom vorhandenen Freskogemälde kämen demselben in der Farbe so wenig, wie in anderer Hinsicht gleich. Den ausgezeichneten Ruf, den Guido bis zu den letztverflossenen Jahrzehnten behaup- tete, habe der Künstler wohl vornehmlich einer gewissen Anmuth zu verdanken, die allerdings auch in das Matte und Uebertriebene falle, aber eben vielleicht desswegen dem verweichlichten Geschma- cke der späteren Zeit um so besser entsprochen hätte.

Auch Kugler (Gesch. d. Malerei I. 340) beurtheilt den Künst- ler von einem anderen Standpunkte aus, als die älteren Schriftstel- ler, besonders Lanzi, der überall Vollkommenheit und die höch- ste Anmuth in seinen Werken erkennt. Kugler sagt ebenfalls, Guido sei mit einem hohen Gefühle für Schönheit, sowohl was die ein- zelne Form, als die harmonische Gruppirung des Ganzen anbe- trifft, begabt gewesen, und hätte in einer freieren Zeit vielleicht das Höchste geleistet; aber gerade in seinen Werken zeige sich die Befangenheit jener Zeit am deutlichsten. Das Ideal, welches er sich schuf, sei nicht sowohl die schöne Natur in einem erhöh- teren, reineren Zustande aufgefasst, als vielmehr ein inhaltloses, leeres Abstraktum, dem es an der individuellen Belebung, an dem

persönlichen Interesse fehle; der Schönheit seiner Formen, vor- nehmlich der Köpfe (die meist nach dem Muster der berühmtesten Antiken, namentlich nach denen der Niobiden, gebildet seien), der Gruppirung in seinen Bildern merke man die kalte Berech- nung des Verstandes an, und nicht eben häufig ringe sich ein le- bendiges Gefühl hindurch;

Ein anderer Schriftsteller und Kunstkenner, der vor wenigen Jahren die Kunstschätze Englands, Frankreichs und Italiens durch- forscht, der Gallerie-Director Waagen in Berlin, nennt den Guido Atenisi (Kunstwerke und Künstler etc. III. 495) ein Talent von sel- tener Leichtigkeit der Erfindung, aber ohne grosse Tiefe, von vielem Sinn für Schönheit der Form und Anmuth der Bewegung;

Die Werke Guido's sind aber von sehr verschiedener Beschaf- fenheit. Die aus seiner früheren Zeit tragen ein imponirendes, fast gewaltsames Gepräge: grandiose, mächtige Gestalten, in erhabener Anordnung und mit einer eigenen dunklen Schattengebung, die eine Annäherung an die Weise der Naturalisten, besonders des Carravaggio verräth. Als dasjenige unter diesen Bildern, welches er absichtlich im Style des Carravaggio gemalt hat, wird die Kreu- zigung des heil. Petrus, gegenwärtig im Vatikan zu Rom, genannt. Es ist in den schweren, gewaltsamen Formen jenes Meisters, aber ohne die demselben eigene Leidenschaftlichkeit, welche ein sol- ches Verfahren motivirt. Sodann dürften nach Kugler einige der bemerkenswerthesten Bilder der Pinakothek von Bologna hieher zu rechnen seyn, zunächst die sogenannte Madonna della Pietà, dann der gekreuzigte Heiland und der Kindermord grosse Bilder, die wir unten näher beschreiben werden. Unter den Bildern die- ser Klasse nennt dann Kugler nach besonders die gewaltigen Ge- stalten der beiden Einsiedler Paulus und Antipius, im Nnscum zu Berlin,

Später milderte er sein Streben zum Gewaltsamen, und an des- sen Stelle trat eine einfachere Natürlichkeit. Er colorirte in einem hellen, aber warmen Fleischtön, und vollendete sorgfältig. Die Werke dieser mittlern Periode sind seine schönsten. Als das vor- züglichste erklärt Kugler das, leider nicht ganz vollendete Bild der Geburt Christi in Santo Martino zu Neapel, und das schon oben genannte herrliche Deckengemälde im Casino Rospigliosi zu Rom.

Etwas später nahm der Künstler, wie Waagen bestimmt, im Localton des Fleisches häufig einen etwas Kälteren, röthlichen, in den Schatten einen grauen, ja öfter schwarzen Ton an, womit sich zugleich eine gewisse Kälte des Gefühls, etwas Gesuchtes in der Stellung und ein Prunken mit der Meisterschaft einstellte.

Noch etwas später ging der Künstler nach Waagen in einem feinen Silberton über, der oft von grösserem Reiz und heller Har- monie, bisweilen aber auch zu nüchtern und fade ist. Die For- men werden sehr schlank und zierlich, die Köpfe huldigen immer mehr einem allgemeinen Schönheitsprincip. Ausserdem dass sich in den Werken seiner spätern Zeit mehr und mehr jene verflachte Idealität in ihrer schlimmsten Ausartung und eine flaue Charak- terlosigkeit zeigt, sind sie auch oft leichtsinnig und übertreulich gemalt. Unangenehm sind jene, die im Localton des Fleisches grün, in den Schatten dunkel erscheinen, gesetzt auch, dass sie flüchtig be- handelt sind. Zu seinen flüchtigeren Spielbildern gehören viele Madonnen, Sibyllen, Cleopatra u. a. Minder anziehend sind auch die zahlreichen Darstellungen der Fortuna, doch bilden sie nur den Uebergang zu seiner späteren Periode.

Indessen gehört nicht jedes Werk dem Guido, das ihm in Sammlungen zugeschrieben wird. Er hatte eine grosse Menge von Schülern gebildet, die grösstentheils die Manieren seiner spätern Zeit nachgeahmt haben. Zu diesen gehören G. Semenza und F. Gessi, deren sich Guido selbst rückmte. D. Canuti, und G. Cagnacci, Die besseren sind Sim. Cantarini, der zierlich Guido, genannt, und

G. A. Sirani, so wie dessen Tochter Elisabetha. Dann nennt man unter den Schülern dieses Meisters auch den Ercole de Maria, Ercolino di Guido genannt, der den Guido so genau nachahmte, dass dieser ihn gewöhnlich zur Wiederholung der Gemälde ge- brauchte. Der Flämische M. Schbleo wird ebenfalls als Guidist gerühmt. Auch die Ölbilder von P. Lauri haben etwas von Gui- do, und die Pastellgemälde hat ihm der Meister oft übermalt. Lanzi nennt auch den G. M. Tamburini mit Ehren unter den Guidisten, noch berühmter ist aber nach seiner Ansicht G. B. Bo- lognini, während er den B. Marescotti lieber einen Verfälscher der Guidischen Manier nennen möchte. Von anderen Schriftstel- lern werden auch S. Brunetti, G. Dinarelli, L. Loli und beson- ders P. Gallinari erwähnt, welcher den Beinamen Pietro del Sig. Guido erhielt; auch Boulanger, Cervi, Danedi, Ricchi u. a. Gemälde des Künstlers, nach ihrem Inhalte verzeichnet, nebst Angabe einiger der vorzüglichsten Kupferstiche nach solchen *). Bildnisse, Das eigene Bildnis, ehedem in der Sammlung zu Leopolds- kron bei Salzburg. Pazzi hat das Bildnis der florentinischen Gallerie gestochen. Auch Cipriani stach sein Bildnis, und R. Morghen; früher J. Meyssens. Andrea Corsini, im bischöflichen Ornate, mit der Mitra auf dem Haupte, und dem Buche in der Linken. Er erhebt die Au- gen zum Himmel. Dieses Bild wurde ehedem in der Sakristei della Signora di Galliera bewundert, jetzt ist es in der Pinakothek zu Bologna. Der Carthäuser Dionisio schreibend, halbe Figur, ehedem in der Carthause, jetzt in der Pinakothek zu Bologna. Man liest auf diesem Bilde: Anno vitae suae. XXV, G. R. Beatrice Cenci, ein unschuldvolles, anmutiges Frauenbildnis, welches jene durch ihr tragisches Schicksal berühmte Person vor- stellen soll. Man sagt, G. Reni habe sie auf ihrem Wege zum Blutgerüste abgebildet; allein diese Sage ist unverbürgt, und es wird selbst bezweifelt, dass Guido dieses Bild gemalt habe. Siehe Beschrei- bung Rom's von Bunsen etc. IV.2, S. 434. Dieses Gemälde war ehe- dem im Palaste Colonna, jetzt ist es im Palaste Barberini. Im Jahre 1828 hat es Minardi copiert und Garavaglia gestochen. Es gibt indessen auch ältere Stiche. Altes Testament, Die Vertreibung aus dem Paradiese. Gestochen von H. Win- stanley für Boydell. Elias vom Engel in der Wüste gespeist, eines der vollendet- sten Bilder des Meisters, im Dome zu Ravenna. Loth und seine Töchter. Gestochen v. D. Cuneso. Simsons Sieg über die Philister, ein schönes Bild, zur Zierde eines Camins im Saale des Grafen Francesco Maria Zambeccari ge- malt. Im Jahre 1796 erhielt das Bild die Akademie der schönen Künste zu Bologna, und jetzt sieht man es in der Pinakothek da- selbst. Es findet sich ein radirtes Blatt mit dieser Darstellung. — David, auf einen Säulenschaft gestützt, hält mit der Linken — *) Es finden sich auch viele Zeichnungen von ihm. So sind im Buckingham House zu London mehrere Bände mit solchen.

das Haupt des Goliath; für den Marschall de Crequi Gewalt, jetzt im Louvre zu Paris, nach Waagen III. 408. ein kaltes, mit aka- demischer Meisterschaft gemaltes Bild. Gestochen von Beisson für das Mus. Napoleon, früher von Ferrantes Rusatus und von E. Rous- selet. Piccino hat eine solche Darstellung im Kleinen gestochen, so wie in neuerer Zeit Godefroy und Coiny. In der Sammlung des Professors und Malers Hauber in München war ebenfalls ein sol- ches, aber gegenseitiges Bild, das für Original gilt,

David als Sieger über Goliath, halbe Figur mit riesenhaftem Haupte, 1832 aus der Gallerie Erard in Paris verkauft. „David und Abigail. Gestochen von J. M. Preisler.

„Der Mannaregen, ein berühmtes Bild in einer Capelle beim Dome zu Ravenna, aus der frühern Zeit des Künstlers, und von vielen als Hauptwerk desselben erklärt. Die Darstellung des Manna sieht; man am Hauptaltare, in der Kuppel malte er den triumphierenden Himmel von Engelchören umgeben, und in den Rundbögen aber dem Altare sind Melchisedech und Abraham. Die Malereien in den Bögen hält man für Arbeiten des F. Gessi und G. Semeni. Passeri übergibt diese Bilder. Benedetto (Eredi) hat sie gestochen. 4070 A.

Hosch auf dem Throne, wie ihm seine Freunde Geschenke dar- bringen, ein berühmtes Bild, in der dritten Kapelle der Kirche de' Mendicanti di Dentro zu Bologna. Dieses Bild wurde unter der Herrschaft Napoleon's nach Paris gebracht. Gestochen von G. M. Mitelli. In der Eremitage zu St. Petersburg ist eine Copie oder vielleicht die Skizze. Sie war früher in Houghtonhall.

Die Judith, ein lebensgrosses, kräftiges Bild, ehedem in der Villa Aldobrandini, später in der Gallerie Doria zu Rom. In der Sammlung Carl I. von England war eine Judith, in dem Moment dargestellt, wie sie dem Holofernes das Haupt abschlägt. Auch in Salzhausen war eine Judith mit dem Haupte des Ho- lofernes, in Lebensgrösse. Dupré hat eine im Zelte des Holofernes stehende, und das Haupt haltende Judith gestochen. AA. Der keusche Joseph und Potiphar's Weib, ganze lebensgrosse Figuren, wenig ansprechend, mit schwarzen Schatten und grünli- chen Lichtern. Dieses Bild ist in Holkham. Der Graf Leicester soll 1500 Pf. St. dafür gegeben haben. Waagen II. 507. R. Strange stach eine solche Darstellung. Susanna und die Alten, ehedem im Cabinet Reynst, gestochen von C. Visscher, von de Villers von der Gegenseite.

Susanna im Bade, aus der Brüsseler Gallerie, gestochen von Rossel. Eine etwas veränderte Darstellung, gestochen von Lise- nius, Derselbe Gegenstand, nach einem schönen Bilde in St. Peters- burg von Scorodomoff gestochen. Das Bild aus der Düsseldorfer Gallerie hat Kauffman gestochen.

Darstellungen aus dem neuen Testamente, besonders

aus dem Leben Jesu und der Maria, V Die Tochter des Herodes, ein vorzügliches Bild der Gallerie des Hauses Corsini zu Rom. Die Herodias lässt sich das Haupt des Johannes darreichen.

Lebensgrosse Figuren, ein treffliches Bild aus der frühern Zeit des

Künstlers, jetzt im Besitze des Lord Yarborough. Ein Knabe, welcher das Haupt des Johannes jarreicht. In der Sammlung zu Alton-Tower. Coriolano hat eine Darstellung der Judith mit dem Haupte

Die Madonna der Verkündigung und der verkündigende Engel, nach einem in England befindlichen Gemälde von R. Strange auf zwei Blättern gestochen.

Die Beschneidung Christi in Gegenwart dreier Engel, Haupt- bild in S. Martino zu Siena. Von Traballesi gestochen. Auch J. Joanninus stach ein Gemälde der Beschneidung.

Die Beschneidung, Composition von elf Figuren in einem Rund, ein Bild voller Grazie, von ungcmeiner Feinheit der Tou- che und Heiligkeit des Tons. Waagen II. 61 sagt, dass Guido den Hohenpriester nach dem bekannten Kupferstich des Golzius genom- men, worin dieser den Albrecht Dürer nachgeahmt. Gall. in Staf- fordhouse. Allamet hat eine Beschneidung gestachen, damals im Cabinet Leicester.

Die Darstellung im Tempel, flau im Ton und flüchtig gemalt, ehedem in der Gallerie des Herzogs von Modena, jetzt im Louvre.

Mariä Reinigung, die heil. Jungfrau vor dem Hohenpriester

knieend, der das Jesuskind auf den Armen hält, indess Simeon und Hanna nahen. Zur Rechten des Priesters steht Joseph, und andere lebensgrosse Personen schliessen die Scene, Gall. zu Wien. Die Verkündigung der heil. Jungfrau, mit einer Glorie von Engeln darüber, Altarbild, und eines der besseren Werke des Künstlers. In der Hauskapelle Paul V. auf dem Quirinal.

In dieser Capelle sind auch die meisten Frescomalereien von Guido's Hand; im Bogen vor dem Altare der ewige Vater von En- geln umgeben, am Gewölbe der Kuppel die Aufnahme der heiligen Jungfrau, in den Winkeln der Pfeiler David, Salomon, Moses und Jesaias, in den Lunetten Gegenstände aus dem Leben der

Adam und andere Erzväter etc. :

'Ottaviani stach diese Malereien, und Cesi stach ebenfalls Malereien des Quirinal, darunter die Bilder des Pallastes Mazarin, Kinder mit Blumenvasen,

Strange hat eine Verkündigung aus dem Cabinet Chauny gestochen, und ein anderes Bild dieser Art.

Maria, wie sie das Jesuskind verehrt, ehedem im Besitze des Kupferstechers Strange, und von diesem gestochen.

Die Verkündigung Mariens, schönes Bild im Museum zu Lyon.

Die Verkündigung Maria, nach Masaja für die Königin von Frankreich gemalt, und wahrscheinlich jenes Bild, welches aus der Carmeliter Kirche zu Paris in die Sammlung des Louvre kam. Waagen III. 408 sagt, die Charaktere seien gefällig, die Ausführung sehr elegant, der Hauptton zwar kalt, aber harmonisch,

Die Empfängniss Maria, nach Lanzi eines der besten Bilder in Guido's starker Manier, in Forli befindlich,

Die Reinigung Maria, von Lanzi als ein Werk von Guido's feinerer Manier erklärt, zu seiner Zeit in Modena befindlich;

Der Kindermord, mit lebensgrossen, aber wenigen Figuren in lebendiger Bewegung. Besonders schön sind die Weibergestalten Dieses berühmte Bild stammt aus der früheren Zeit des Künstlers, der in demselben den Beweis liefern wollte, dass er auch ganze Figuren malen könne. Man sagte nämlich, dass er nur halbe Figuren darzustellen im Stande sei. Ehedem war das Gemälde in der Capelle Ghisilieri bei den Dominicanern zu Bologna; zur Zeit Napoleon's, wurde es nach Paris gebracht, und man sieht man es in der Pinakothek zu Bologna. Gestochen von Bartolozzi; früher von G. B. Bologni radirt.

Die Geburt Christi, mit Hirten und Weibern, die zur Anbe- tung herbeikamen, von so schöner Naivetät, wie dies in keinem anderen Bilde Guido's vorkommt. Dieses Gemälde ist im Chor von S. Martino zu Nepel. Waagen III. 408 |

Maria mit gekreuzten Händen vor dem auf einem Kissen lie- genden Kinde in Anbetung, halbe lebensgrosse Figuren. Gall. in Dresden. Gestochen von E. G. Krüger.

Derselbe Gegenstand verändert, ehedem im Cabinet Schuwa- low. Im Kleinen radirt von Lagrange.

Maria mit dem Kinde, in einer Glorie, unten die Heiligen Thomas und Hieronymus, ein Werk der späteren Zeit; im kalten, grauen Ton der Farbe, aber von meisterhafter Technik. Vatikanische Sammlung.

Maria betrachtet mit Entzücken das Jesuskind, ehedem im Bo- lognesischen Palaste zu Rom. Gestochen von D. Cunego.

Maria mit dem schlafenden Jesuskinde auf dem Schoosse, in ei- ner Rundung. Dieses im Louvre befindliche Bild zieht durch mehr Individualität als sonst an, auch ist die Abrundung der Teile in dem tieferen, wärmeren Tone viel grösser als meist. Waagen III. 406.

F. Poilly stach eine Madonna mit dem schlafenden Kinde, auch Boulanger, und früher C. Bloemaert. Waagen III. 408.

Die heilige Jungfrau mit dem schlafenden Kinde auf dem Schoosse, eines der vorzüglichsten Bilder des Meisters, ehedem in S. Maria Maggiore, jetzt in einem Saale des päpstlichen Palastes auf dem Quirinal; Es herrscht darin ein schöner Sinn und mehr Sorgfalt der Zeichnung als in seinen gewöhnlichen, in graulichen Tone behandelten Bildern.

Die Ruhe der heiligen Familie, mit Blumen streuenden Engeln, sehr gefällig in Köpfen und Formen, kräftig in den Schatten, sehr fein in den einzelnen Theilen gerundet, doch im Gesammtton er-

Reni, Guido. staunlich kalt. Im Louvre. Waagen: HI, 490..- Gestochen von F. Poilly. Auch M. Gandolfi stach eine Ruhe in Aegypten für das Mus. Napoleon; das Blatt von Poilly haben C. Galle jun., Mavier und N. Bylly copirt. Zwei andere heil. Familien, die in der Gallerie des Louvre als : Guido gelten, ehedem in der Gallerie des Herzogs von Modena, erklärt Waagen III. 510. als Werke des S. Cantarini. Die Flucht in Aegypten, aus der ersteren Zeit, Gall Lichtenstein in Wien. Die Flucht nach Aegypten. Die heilige Jungfrau trägt das ein- schläfernde schlafende Kind, der Engel geht mit einer Blume in seiner Hand voraus. Gestochen von F. Poilly, von N. Billy von der Gegenseite, und mit Veränderungen von S. Bernard. Die Madonna mit dem Kinde in einer Glorie von Blumen streuenden Engeln, und unten die Schutzheiligen von Bologna, ein unter dem Namen »il pallione« bekanntes berühmtes Bild, weil es ursprünglich als Kirchenfahne diente, die in Prozession herumge- tragen wurde; dies zum Andenken an die Befreiung von der Pest 1630. Jetzt ist dieses Bild in der Pinakothek zu Bologna. P. F. Cavazza hat es copirt. Gestochen von F. Torre. Die heilige Jungfrau in der Glorie von der Dreieinigkeit ge- krönt, unten die Heiligen Johannes der Täufer und der Evange- list, Abt Bernhard und Catharina Mart. Dieses interessante Bild malte Guido als Jüngling von 20 Jahren, ein früher Beweis großer Füchtigkeit. Es kam aus S. Bernardo in die Pinakothek zu Bologna. Die schlafende Madonna, überlebensgross, ein Hauptwerk in der Gallerie Tanaro zu Bologna. Gestochen von M. Gandolfi. Auch in der Gallerie des Marschal Soult ist eine säugende Madonna. F. Andriof stach ebenfalls ein solches Bild. Madonna mit dem schlafenden Kinde, dessen Hand in ihrer Rechten liegt. Auf die Linke stützt sie das Haupt. Etwas über Lebensgrösse. Im Dome zu Girgenti in Sicilien. Ital. Miscellen Tll. 2, 72. Maria sitzend mit dem Jesuskinde zu ihren Füssen stehend, Im Escurial. Die heilige Jungfrau auf dem Throne mit dem stehenden Kin- de, welches auf die Heiligen Crispus und Crispinianus herabblickt, Im Grunde sitzt der heil. Hieronymus und liest im Buche; über der Gruppe sind zwei Blumenstreuende Engel. Ganze Figuren über Lebensgrösse. Gall. zu Dresden. Gestochen von P. Surugue. Die Anbetung der Hirten, ein herrliches, grosses Altarblatt in der Gallerie Lichtenstein zu Wien. Es ist dies ein Nachtstück, dass bei Helldunkel nach Einigen noch schöner soll, als die berühmte Nacht des Correggio. Es ist der blosse Zauber eines Monden- glühers. Die Anbetung der Hirten, ein höchst anmuthvoles Bild, ehe- dem in der Sammlung zu Houghtonhall, jetzt in der Eremitage zu St. Petersburg. Gestochen von Poilly im Achtecke, später für Boy- deel H. 48. von Michel. Bei Audran erschien eine Copie des Blattes von Poilly. Maria hält sitzend das Jesuskind auf dem Schoosse, und der kleine, mit dem Ziegenfell bekleidete Johannes küsst diesem den Kuss; In der Nische des Grundes sieht man eine weibliche Statue. Dieses liebliche kleine Bild findet man in mehreren Wiederholun- gen. Eine ist in der ksl. Eremitage zu St. Petersburg, und ein zweite, mit unwesentlichen Abweichungen, in Paris, wo die Sta- tuo fehlt, und ein Blumentopf im Fenster steht. Das Bild in St.

Maria betet das vor ihr auf dem Kissen liegende Jesuskind an, lebensgrosses Brustbild in einer Rundung. Gall. zu Wien. Gesto- chen von P. Gleditsch.

Madonna mit dem Kinde, Gall. zu Pommersfelden.

Eine Madonna von bewunderungswürdiger Rundung und von äusserst zarter Vollendung. Ein Hauptwerk dieser Gattung, in der Sammlung des Cardinals Zesch.

Maria mit dem Kinde, welches der heil. Franz anbetet. Ehedem in Malmaison, jetzt in der Eremitage zu St. Petersburg.

Die Anbetung der Könige, ein kleines treffliches Bild in der k. Eremitage zu St. Petersburg. Radirt von Caracci,

Maria in Verehrung des schlafenden Kindes (le Silence), von P. Coombes im schwärmer Manier gestochen, und der Gräfin von Salisbury zugeeignet.

Maria in Demuth. Beide Hände auf die Brust legend Ehedem in der Kirche S. Bartolomeo de Bergamasco. Gestochen von F. Ozzi.

Strange, hat eine ähnliche Darstellung gestochen, wie G. Lazzarini.

Maria mit dem Kinde an einer Mauer, wie sie die Windel aufhebt. Gestochen von J. Savery.

Maria mit dem Kinde sitzend, welche den k. Johannes um- armt. Gestochen von St. Picart.

Maria mit dem Kinde auf dem Schooß im Buche läsend. Gestochen von Desbois,

Maria mit dem Kinde und dem kleinen Johannes auf Wolken, von Petrus und Paulus umgeben. Von namenlos bekannten gesto- chen, in S. Bartoli's Manier.

Maria auf Wolken, das Kind haltend und von zwei Engeln umgeben. Mit Mariette exe.

Maria mit dem Kinde und dem kleinen Johannes. Aus At- guille's Cabinet, gestochen von Coelemaus.

Die Himmelfahrt der Maria. Sie schwebt von zwei Engeln unterstützt und von Cherubim umgeben, mit ausgebreiteten Ar- men und wonnevollem Blicke in der mit himmlischem Glanze er- füllten Glorie. Lebensgroße Figuren, auf Tafeln gemalt, ehemals in der Gallerie zu Düsseldorf, jetzt in der k. Pinakothek zu München.

Gestochen von Bettelini, Gaur Hess, und 1820 von H. Schuler. Im 17. Jahrhundert hat G.B...Bolognini eine solche Darstellung radirt. In lithographirten Abbildungen haben wir dieses Bild von Hanfstängl und von Piloty. Die Zeichnung dazu, in Knighs Sammlung, hat C. Metz für sein Zeichnungswerk gestochen.

Die Himmelfahrt Mariä unten; eine wunderschön ersehütterte Gruppe um das Grab, im Vorgrunde ein Mäander. Diese Darstel- lung war für Genua bestimmt; in der Eremitage zu St. Peters- burg sieht man eine solche. Gestochen von F. Bruni.

Prestel stach eine reiche, grosse Composition der Himmelfahrt, nach einer Zeichnung des Prunischen Cabinets.

Die Himmelfahrt Maria. Im Museum zu Lyon.

Die Himmelfahrt Maria; lebensgroße Gruppe, unten Giudov Einfluss gemalt. Gallerie des Cardinal Fesch.

Die schmerzhafte Maria, mit erhobenem Haupt und auf der Brust gekreuzigten Händen, öfter vorkommend, der Büste einer Niobe nachgebildet, zu Berlin, in Paris, in Bologna etc..

Maria mit erhobenem Blick. Cabinet Bolognetti. Gestochen von D. Cungo.

Maria mit Sternen um das Haupt. Nach dem schönen Bilde der Sammlung Vaillardi von G. Garavaglia gestochen.

Die heilige Jungfrau in Anbetung mit gekreuzten Händen, auch Mater amabilis genannt, gestochen von Baron, D. Picchianti, D. Cungo, F. Poilly, J. Lenfant, C. Duflos u. a.

Die Taufe Christi im Jordan, drei Engel halten das Gewand des Heilandes, lebensgroße Figuren. Gallerie zu Wien. Gestochen von P. Gleditsch, geschabt von Pichler.

Christus bei der Samariterin am Brunnen, gefällige Composition, doch in Köpfen unbedeutend, in der Landschaft schwarz. Gall. des Louvre.

Der Leichnam Christi, ausgestreckt auf einem Teppich liegend, knienden Engeln. Im unteren Theile des Gemäldes sieht man die Schutzpatrone Bologna's. Der Senat von Bologna bestimmte dieses grosse Gemälde für eine Capelle der Chiesa della Pietà, jetzt ist es aber in der Pinakothek daselbst. Man kennt dieses berühmte Bild auch unter dem Namen der Madonna della Pietà. Gestochen von C. Nicolay, und von F. Torre.

Christus erscheint nach der Auferstehung der Maria, die anbetend vor ihm kniet. Zwischen beiden steht der Engel mit der Speerspitze, weiterhin St. Carolus Borromäus, und auf der andern Seite Adam und Eva. Ueber der Gruppe schweben anbetende Engel, lebensgroße Figuren. Gall. zu Dresden. Gestochen von N. Hardieu.

Die Aussöhnung des heiligen Geistes. Gestochen von G. Frezza.

Christus mit dem Kreuze von Kniegsknechten umgeben. Im Escurial.

Der gekreuzigte Heiland Johannes und Maria zu den Seiten des Kreuzes, letztere eine Gestalt voller hoher, feurischer Schönheit, eine von Guido's herrlichsten Schöpfungen, aus seiner früheren Zeit. Dieses Bild, welches auch in vielen Copien vorhanden ist, war ehedem in der Capuziner Kirche ausserhalb Bologna, jetzt in der Pinakothek daselbst. Gestochen von G. B. Bolognini, Chereau, und neuerlich von Dalco.

Christus am Kreuze. Gallerie des Fursten Esterhazy. Gestochen von C. Rahl u. a.

Jesus und Johannes sich umfangend. Gestochen von Cechini.

Das auf dem Kreuze schlafende Jesuskind. Aus der Gallerie Orleans. Gestochen von Villain.

Dieselbe Darstellung [?] aus dem Hause Armanni zu Venedig. Gestochen von C. Gandoli.

Der auf seinem Kreuze ruhende Christus, lehrreiches Bild der Gallerie Lichtenstein.

Ein ähnlicher Gegenstand in der Gallerie zu Wien. Gestochen von Barsch.

Der duldende Heiland mit gelähmten Händen und dem Rohre, Ecce homo, halbe Figur. Gest. von F. Lignon.

Christus mit der Dornenkrone, eines der vielen Bilder dieser Art, welches sich durch wahre Empfindung und einen wärmeren Ton vor den meisten auszeichnet. Es befindet sich in der Gallerie des Louvre, da sie dem Commandeur de Häuteville im Jahre 1814 geschenkt. Waagen III. 406. Gest. von R. Nanteuil.

Der duldende Heiland mit der Dornenkrone auf dem Haupte.

Eine Büste des Heilandes daselbst. Gest. von A. Riedel, dann von Louise Vogel.

Ein Christuskopf mit Dornen bekränzt, ein ausgezeichnet schö- nes Bild, in der k. Gallerie zu Wien, in Gotha, in Paris, in der gräflich Thurn'schen Sammlung zu Wien, im Pallaste Corsini zu Rom,

Der Kopf des Heilandes, Ecce homo, colorirte Zeichnung, ehedem in der Sakristei von la Madonna di Galliera, jetzt in der Pinakothek zu Bologna,

Dieselbe Darstellung. In der k. bayerischen Sammlung, lith. von Hanfstangel, dann von Heinzmann,

Brustbild des Heilandes mit der Dornenkrone. Gall. zu Dresden.

Brusbild des emporblickenden Heilandes. Samml. des Lord Ashburton,

Ein Ecce homo, sehr fleissig im harmonischen Silberton be- handelt. Samml. des Sir T. Baring.

T. S. Engleheart stach ein in England befindliches Ecce homo,

Kleines Ecce homo, als Büste, Cabinet Aiguilles, gest. von Coelemans.

N. S. de la Silla. Im Escurial.

Christus übergibt dem Petrus in Gegenwart der andern Jün- gern die Himmelsschlüssel, ein Bild aus der schönsten Zeit des Meisters, von edlen Charakteren, Nach Waagen vor dem in Pe- saro, jetzt im Louvre.

Christus setzt Petrum zum Haupt der Kirche ein. In der Ca- thedrale zu Fano. Gest. von G. B. Bolognini.

Christus das Kreuz tragend. In der Magdalenen-Capelle zu Oxford. Gest. von Sherwin.

Christus am Kreuze von drei Engeln angebetet, über ihm Gott Vater auf den Wolken, das berühmte Bild in St. Trinita de Pelle- grini zu Rom, auch die Dreieinigkeit genannt. Gest. von N. Do- rigny. R. van Audenarde stach es von der Gegenseite, Desbarats stach denselben Gegenstand, nur oben mit einigen Veränderungen,

In der Gallerie des k. Museums zu Berlin ist eine Skizze.

Gott Vater hält den Leichnam Jesu auf Wolken. In der Mi- noritenkirche zu Rom. Gest. von J. Frey, und von M. Oesterreich.

Der Erzengel Michael im Kampfe mit Satan, für die Kapuzi- nerkirche della S. S. Concezione in Rom gemalt, ein berühmtes Bild, das auch in Mosaik gesetzt wurde. Man wollte in dem sich krümmenden Satan einen gewissen Cardinal erkennen, allein Guido Jaugnet dieses gegen Malvasia. Gest. von A. Kilian, E. Foschi, R. Vuibert, J. Frey, und später von Folo, in schwarzer Manier von W. Vaillant (?).

Petrus und Paulus, ersterer sitzend, berühmtes Bild in der Gall. Zampieri zu Bologna. Gest. von G. Gandolfi, noch grösser von G. Cipriani unter Morghen's Leitung, im Jahre 1776 von Zucchi.

St. Petrus in schmerzvoller Entzückung nach dem Himmel schauend, colossales Brustbild, kühn gemalt, jetzt in der Eremi- tage zu St. Petersburg. Es ist vielleicht dasselbe Bild, welches früher Macchiavelli, und dann der Cardinal Vidoni besass. Fel- sina pittrice IV. 31.

Reni, Guido.

Ein solches, stark lebensgrosses Bild, war auch in der Gallerie zu Wien. Gestochen von Prenner und von D. Cunego.

Der reuevolle Petrus mit gekreuzten Händen. Halbe Figur.

Pinakothek zu München.

Der reuige Petrus, Büste aus Winklers Cabinet, gestochen von Sanct Johannes Evangelist, schreibend vor dem offenen Buche, halbe Lebensgrosse Figur, Pinakothek zu München.

St. Sebastian an den Baum gebunden, halbe Figur. Gall. zu Florenz. Gestochen von F. Gregory.

St. Sebastian an den Baumstamm gebunden, mit nach Oben gerichtetem Blick. Dieses schöne Bild war in der Sakristei von Salvatore, und jetzt sieht man es in der Pinakothek zu Bo- logna. St. Sebastian mit der linken Hand über dem Kopfe an den Baum gebunden, halbe Figur. Museum zu Hermannstadt.

St. Sebastian, ganze lebensgrosse Figur aus der ersten Zeit des Künstlers, unter dem Einfluss des Guercino entstanden. Gall. in Dulwich College, Ein solcher aus der letzteren Zeit des Künstlers ist im Louvre. Die Kreuzigung des heil. Petrus, ein bereits oben erwähntes Hauptbild in der Weise des Caravaggio, jetzt in der Gallerie des Vatikans zu Rom, ehedem alle tre Fontane daselbst. Dieses Bild wurde für St. Peter in Mosaik gesetzt. Gestochen von G. Audran, Thi- boust, und gross von N. Lastmann. Baillie stach es für Boydell, Vaillant in schwarzer Manier.

Die Befreiung Petri aus dem Gefängnisse. Gestochen von G. M. Preisler,

Die Marter des heil. Andreas, eine lebendige Composition, von malerischer Wirkung. Der Heilige wird zum Tode geführt, und beim Anblick des Kreuzes betet er. Dieses Bild ist in St. Gregorio zu Rom, wo er mit Dominichino um den Vorrang malte, Daselbst sind auch die singenden Engel in der Nische, wo der Hauptaltar steht. Das Bild des heil. Andreas ist weltberühmt, ein Werk hoher religiöser Begeisterung. Palmaroli hat es restaurirt. In der Gallerie des Cardinals Fesch, ist eine schöne Copie des heili- gen Andreas. J. Audran hat dieses Bild meisterhaft gestochen, auch C. Cesio und Volpato.

Der heilige Laurenzius, ausgezeichnetes Bild der Gallerie zu Gotha.

Der heil. Andreas Corsini, im Palazzo Barberini, ein schon oben erwähntes Bild, welches besonders in Hinsicht der Frömmig- keit des Ausdruckes gerühmt wird,

Ein heil. Bischof, breit und fleissig in der in den Mitteltönen grünlichen Weise des Meisters. Sammlung zu Altona.

Die Marter der heil. Apollonia, ehedem in der Gall. Orleans. Gestochen von Nicolet.

Die fünf Heiligen, ein ausgezeichnetes Bild in der Gall. des Cardinal Fesch.

Eine Darstellung aus dem Leben des heil. Benedikt, wie er von den Bewohnern in seiner Klause Geschenke erhält, für das Kloster S. Michele in Bosco bei Bologna gemalt, ein gerühmtes Bild, welches wegen einer schönen Frau, die auf dem Kopfe einen Tur- ban trägt, la Turbana genannt wurde. Dieses Bild musste Guido schon 1653 retouchiren. Radirt von G. Giovannini, und von M. Borboni.

St. Petrus tröstet St. Azatha im Gefängnisse. Gall. Pommers- felden.

St. Hieronymus, ein herrliches Bild in der Gallerie Lichten- stein zu Wien, wofür Friedrich der Grosse 30,000 fl. bot.

St. Hieronymus mit dem Kreuz in der Linken, und mit der Rechten gegen seine Brust schlagend. Halbe Figur. Gallerie zu Dresden.

Der heil. Hieronymus mit dem Crucifix, gestochen von A. Poggioli, früher von J. G. Luker.

St. Hieronymus, sitzend mit dem Buche auf dem Schoosse. Ganze Figur. Gall. zu München.

St. Hieronymus, dem ein Engel erscheint, früher im Pallast Balbi zu Rom, seit 1837 in der Gallerie Yates zu London.

J. Frey stach einen lesenden St. Hieronymus.

St. Hieronymus, über lebensgrosse herrliche Figur, im Museum zu Hermannstadt.

Die Apostel Petrus und Paulus, Meisterwerk erster Art in der Gall. zu Mailand, grossartig und kräftig gemalt,

Lanzi spricht von einem Bilde dieser Heiligen, die im Hause Sampieri zu Bologna waren, wohl das obige.

Der Streit der Kirchenväter über die Immaculata conceptio Mariens , ein grossartiges Bild, mit lebensgrossen sprechenden Figu- ren. Dieses Gemälde kam aus der Sammlung des Marquis de Angelis nach Houghtonhall, und endlich in die Gallerie der Eremitage zu St. Petersburg. Gestochen von Sharp, und in Boydell's Werk über die Oxford'sche Gallerie; auch von J. Frey.

Der Apostel Thomas, nach Lanzi ein Werk seiner feineren Manier, in Pesaro befindlich.

St. Cäcilia, halbe Figur, aus Boyer d'Aiguilles Samml. Gestochen von Coelemanns.

St. Cäcilia, schönes Bild der gräflich Thurnschen Sammlung zu Wien.

St. Cäcilia, Kniestück, zierlich in den Formen: und besonders klar im Ton. Bei Sir Thomas Baring in London.

Die heil. Magdalena vor dem Crucifixe betend, ein treffliches Bild in der ersten Manier des Meisters, Gall. zu Hermannstadt.

Magdalena reuig gegen den Himmel blickend, mit der Hand auf der Brust, ein häufig vorkommendes Bild, und eines der schönsten in der Gallerie des Louvre, edel in der Empfindung umd höchst zart im vollen Licht, in klarer, warmer Harmonie verschmolzen. Waagen III. 4906. Gestochen von F. Lignon. Eine andere Darstel- lung daselbst ist viel schlechter. Schmutzer und Stölzel hat zwei Magdalenen für das Musée français gestochen.

Ein ähnliches Bild ist in der Gall. zu Wien.

Eine andere heilige Magdalena , ehedem in der Gall. Colonna, und ein berühmtes Bild, ist jetzt im Besitze des Lord Kinnaird. Palmaroli hat es restaurirt.

Lucian Bonaparte besass ebenfalls ein herrliches Magdalenen-

Eines dieser römischen Bilder hat R. Morghen gestochen.

Die Magdalena aus dem Hause Pamfili, welche später nach Paris gebracht wurde, hat J. V. Kraus in schwarzer Manier gestochen,

Die Magdalena, ein echtes, durch Vollendung und klare, warme Färbung ausgezeichnetes Bild, ehedem in der Gallerie Orleans, jetzt in Stafforhaus,

Eine Magdalena, von seltener Schönheit der Züge und großer Klarheit der Malerei, in der Sammlung des Grafen von Rad- nor zu London.

Magdalena und zwei Engel, Kniestück von besonders warmer, kräftiger Farbe. Sammlung in Alton Tower,

Strange stach ein Bild der Magdalena, wie sie sich von ihrem Schmucke trennt,

St. Catharina, Jungfrau und Märtyrin. In der Gall. des Car- dinal Fesch ist eine schöne Copie; wo das Urbild sich befindet ist uns unbekannt.

St. Franz betend. Gall. Justiniana. Gestochen von C. Bloemaert, dann von Sadeler von der Gegenseite,

St. Franz vor dem Crucifixe knieend, mit dem Todtenkopfe in der Hand, aus Guido's späterer Zeit. Dies Bild war lange im Besitz der Familie Savelli in Rom, später schenkte es ein Prinz Pamfili Ludwig XIV., jetzt ist es im Louvre.

Der heil. Franziscus, halbe Figur aus der Gall. zu Wien. Gest. von Vorsterman.

Auch Amstler stach einen heil. Franziskus.

Johannes der Täufer in der Wüste, ein sehr fleißiger Akt in der Gallerie des Louvre. Neben den gelblichen Lichtern treten bereits die graulichen Schatten ein. Waagen III. 406.

Der Täufer Johannes als Jüngling mit entblösster Brust auf- wärts sehend, lebensgroßes Brustbild, Gall. zu Wien.

In der Gallerie des Fürsten Lichtenstein zu Wien sind zwei Darstellungen des Täufers Johannes.

Johannes in der Wüste, kleines Bild in der Gall. zu Pommersfelden,

Johannes der Täufer in der Wüste sitzend. Gestochen von R. Morghen und später von Aloia.

Johannes sitzend und ein Lamm liebkosend, gestochen von Daret.

Johannes der Täufer. Gestochen von F. Wagner auf Kosten des Nürnberger Kunstvereins.

Die Enthauptung des Johannes, schönes Bild der Sammlung des Prinzen Colonna. Gest. von J. Frey.

St. Anton von Padua mit dem Jesuskinde, ehedem in Salz- burgh.

St. Joseph mit dem Jesuskinde, ehedem in England und von J. Walker gestochen, auch von A. Baratti und Aloja.

St. Philippus Neri, dem die heil. Jungfrau erscheint, gestochen von J. Langlois.

St. Dominus in den Himmel entzückt, wo Maria mit dem Kinde in einem Kreise von Engeln sich zeigt. In St. Domenico zu Bo- logna. Gestochen von F. A. Lorenzini.

Geschichte, Allegorie und Mythologie. Tancred und Clorinde, ersterer links am Brunnen sitzend. Flo- rentinische Gallerie. Gest. von J. E. Haid in schwarzer Manier.

Die den Himmel stürmenden Riesen, reiche und großartige Composition, von B. Coriolano in Holzs geschnitten. Atalante und Hippomene im Wettlauf. Rad. von G. S. Pesca.

Die römische Cgbaritas oder die Tochter, welche den alten Va- ter im Gefängnisse säugt, von Watelet als Werk aus der ersten Zeit des Künstlers bezeichnet, damals in der k. französchen Gal- lerie. In Salzdahlum war in gleiches Bild. Der Cardinal Fesch

besass eine Copie von einem solchen Bilde.

Die Sibylla persica, liebliches kleines Bild in der Gallerie zu Florenz. Gest. von A. Perfetti.

Eine Sibylle, halbe Figur, ist auch in der Gallerie zu Pan- tanello, durch Adel des Gefühls, Zartheit der Behandlung, Har- monie im hellen und doch warmen Ton von den meisten anderen Exemplaren, die man trifft, ausgezeichnet. Waagen II. 220.

B. Coriolano hat einige Sibyllen in Holz geschnitten, einmal mit dem Buche auf dem Schoosse, daneben ein Engel, das andere Mal den Kopf auf die Hand gestützt. Auf einem dritten Blatte - hält ihr der Engeleine Tafel vor, auf einem vierten hält sie selbst die Tafel, und auf einem fünften sieht man zwei Sibyllen, mit eben so vielen Engeln.

Cleopatra, in der Sammlung zu Leight-Court in England, dem Landsitze des Hrn. J. P. Miles. Dies ist nach Waagen II. 354 das Original so unzähliger Wiederholungen, durch Schönheit der Züge, Ausdruck, Klarheit der Farbe, meisterlich verschmolzene Aus- führung sehr anziehend. Strange hat ein solches Bild aus dem Ca- binet der Prinzessin Wales gestochen, und Ch. ab Aqua es copirt.

Cleopatra, ein sehr schönes Bild im Palazzo Pitti zu Florenz. Gest. von Lemire.

Eine zweite Darstellung ist in der k. Gallerie zu Madrid; ab- gebildet in der Colleccion litografica.

Eine dritte in der Eremitage zu St. Petersburg.

Semiramis auf den Thron erhoben, wie sie neben Ninus auf dem Throne sitzt. Sie hält mit der Linken eine Krone empor, im Begriffe sie selbst auf das Haupt zu setzen. Ganze Figuren in Lebensgrösse. Gall. zu Dresden. Gest. von M. Preisler,

Artemisia, halbe Figur, ehedem in Winkler's Cabinet. Gest. von Bause.

Die Malerei und die Zeichnung als zwei Frauen in halber Fi- gur vorgestellt, in heller Färbung. Gall. zu Chiswick. Ein solches Bild hat Vaillant geschabt; das englische ist wahrscheinlich im Su- che von Ravenet enthalten.

Ein anderes Exemplar ist im Louvre zu Paris, beide vorzüg- lich. Die beiden Künste, hübsche Frauen, schliessen einen Bund. Köpfe und Hände sind sehr fein, und Alles im hellen harmoni- schen Ton sehr zart abgerundet. Ein rundes Bild. Gest. von C. G. Schulze für das Musée français.

Die Toilette der Venus, oder dieselbe von den Grazien ge- schmückt, ehedem in der Sammlung Carl I. von England, jetzt in der Nationalgallerie zu London. Gest. von Strange.

Auch in der Gallerie zu Schleissheim ist eine Toilette der Venus,

Der Sieg der himmlischen über die gemeine Liebe: der Knabe Amor mit verbundenen Augen an den Baum gebunden, während der Jüngling Amor seine Pfeile verbrennt. Waagen II. 137 findet die Composition vorzüglicher als die Ausführung, worin er die dem Guido eigenthümliche Feinheit vermisst. Ehedem in der Gallerie Orleans, jetzt in der Sammlung des Th. Hope in London,

Earlom stach einen mit verbundenen Augen an den Baum ge- bundenen Amor.

Nagler's Künstler-Lex. Bd. XII 2.

stalten, das Ganze von prachtvollen, glänzenden Farben. Dieses schon oben erwähnte, grosse berühmte Bild sieht man an der De-

ecke im Gartenhause des Palastes Rospigliosi zu Rom. Es wurde auch in Edelstein geschnitten. Gest. von R. Audenaerde, Pasqualini, J. Frey, besser von R. Morghen,

Ein kleiner schlafender Amor, halbe Figur. Gall. Fesch.

Cupido auf Cypern schlafend. Gest. von G. Faucci. Strange stach das Bild des Baronet Dundas, wahrscheinlich dasselbe.

Amor, liebliche Gestalt in der Gall. Lichtenstein zu Wien,

Bacchus bei der Ariadne am Meeresufer, letztere sitzend, die Figuren ein Drittel Lebensgrösse, sehr ansprechend in Charakte- ren, im warmen Ton gemalt. Gall. zu Keddlestonhall. Gest. von J. B. Bolognini, auch von J. Frey.

Die Hochzeit des Bacchus und der Ariadne, eine Composi- tion von mehr als 20 Figuren, ursprünglich für den König von England bestimmt, welche aber später in den Besitz des Ober-

Antendanten Emery kam, dessen Wittwe der Nacktheit wegen das Bild verbrannt haben soll,

In der Gallerie Lichtenstein zu Wien ist ebenfalls ein Bild von Bacchus und Ariadne, und eine schlummernde Ariadne von zwei Amoren bewacht.

Bacchus als Kind trinkt, an eine Tonne gelehnt, Wein aus der Flasche. Gall. zu Dresden. Gest. von J. Camerata.

Bacchus, prächtiges Bild in der Gall. Lichtenstein zu Wien.

Venus auf einem Ruhebette, hinter ihr steht Amor, dem sie einen Pfeil reicht. Ganze Figuren in Lebensgrösse, von plastischer Rundung, eines der trefflichsten Werke des Meisters. Gall. zu Dresden.

Europa von dem Stiere entführt. Guido malte die Entführung

der Europa für den Herzog von Guastalla, ein Bild, das Malvasia in Venedig vermuthete. In der Eremitage zu St. Petersburg ist ein Knie- stück, welches die vom Stiere geraubte Europa vorstellt, im Um-

risse bei Labensky.

Apollo schindet den Marsyas, ganze Lebensgrösse. Pi-

nakothek zu München,

Bacchus, als Weintraube von Erigone betrachtet, von Vermeu-

len gestochen.

Psyche wie sie mit der Lampe dem unter einem purpurnen

Zelte schlafenden Amor sich nahert, und über ihn leuchtet. Eine

solche Darstellung ist in der k. Eremitage zu St. Petersburg, ein reizendes Bild, das aber, näher betrachtet, in der Zeichnung und

Ausführung des Guido nicht ganz würdig ist. Diesem Bilde könnte

indessen ein vortreffliches Original des Meisters zum Grunde ge- legen haben, welches der Copist nicht erreichte.

Amor auf einem rosenfarbenen Prachtbette schlummernd. Mu-

seum zu Hermannstadt.

Tapis vor den drei um den Preis der Schönheit hadernden Göttinnen; Kleines Bild in der Eremitage zu St. Petersburg.

Die sterbende Sophonisba, und das Gegenstück: Sophonisba den Giftbecher aus den Händen eines Kriegers empfangend, ehe- dem in Cassel, sind zwei vorzügliche Bilder, die die Wanderung nach Paris machen mussten, aber nicht mehr an die alte Stelle kamen.

Aeneas und Dido, aus der Casseler Gallerie, wurde, so wie die vorhergehenden, als Kriegsbeute nach Paris gebracht, kam aber nicht weiter zurück.

Entführung der Helena durch Paris, ein reizendes Bild, wel-

des mehrere Dichter besangen, und die Gelehrten priesen. Dieses höchst sorgfältig behandelte Bild malte er für den König von Spa- nien; es kam aber nicht dahin, sondern, von Maria de Medicis begehrt, in den Besitz von Antoliera in Paris, und später in das Hotel de Toulouse. Jetzt ist es im Louvre. Die Männer sind im röthlichen Fleischtone, die Frauen im hellen zarten Ton, was, so wie die lichte Haltung von Luft und Meer, einen angenehmen Eindruck macht. In Stellungen und Köpfen, zumal des Paris, hat es etwas sehr Theatralisches und Modernes. Waagen I, 498. Gest.

von Desplaces, und früher von L. de Boulogne radirt.

Auch eine Helena des Hauses Spada wird gerühmt. In Meusel's Archiv I, 11 wird eine Skizze beschrieben, die ehedem Pech- weil in Dresden besass.

Perseus und Andromeda, lebensgroße Figuren, aber nicht zu Guido's besten Werken gehörend. Gall. in Devonshirehouse.

Der Centaur Nessus, welcher die Dejanira entführen will, wird von Herkules tödtlich verwundet. Der noch helle und im Centaur sehr gesättigte Fleischtou macht den Übergang zur späteren Ma- nie. Die Handlung ist sehr lebendig und die Ausführung sehr geissig. In der Gallerie des Louvre, Waagen III, 4907. Gest. von Servic.

An dieses Bild reihen sich drei andere: Hercules, die Hydra überwindend, dessen Kampf mit Achelaus, und Hercules auf dem Scheiterhaufen, sehr fleißige, akademische Akte, ohne näheres In- teresse und durch das ziegelrothe Fleisch, die dunklen Schatten und Hintergründe von unangenehmer Wirkung. Diese vier Bilder malte Guido für den Herzog von Mantua, der sie Carl I. von Eng- land überließ. Später kamen sie mit der Jabach'schen Sammlung in den Besitz Ludwigs XIV., und jetzt sieht man sie im Louvre. Waagen 1. c. 407. Diese vier Bilder wurden von Rousselet gesto- chen. Die Entführung der Dejanira haben auch Surugue und W. Böhm gestochen, letzterer noch dazu den Kampf mit der Hydra. Chauveau stach den Kampf mit der Hydra und dem Achelous.

Procris und Cephalus, großes Bild, ehedem in der Gall. zu Salzdahlum.

Ein schlafender Cupido, aus dem Cabinet Dundas, von Strange gestochen.

Ein schlafender Amor, oder ein schlafendes Kind, aus dem Cabinete Grosvenor, gest. von Ravenet. Bloemaert stach einen schlafenden Amor oder ein Kind, aus dem Hause Barberini, vie- leicht das obige.

Amor stehend mit Pfeil und Bogen an der Meeresküste. Nach einem Bilde in Prag von Predi gestochen.

W. Schuldesstach eine solche Darstellung im grösseren Formate.

Der drohende Amor. Gall. Lichtenstein zu Wien, Gest. von Fiessinger.

Liebliche Kindergruppen bei Blumenvasen zwischen Arabes- ken. Fresken in der Loggia des Palastes Mazarin zu Rom, Gest. von C. Cesio.

Die Mädchen in weiblichen Beschäftigungen. In der k. russi- schen Gallerie. Gest. von F. Beauvarlet (les couseuses). Diese Darstellung gehört zum oben erwähnten Cyclus aus der Legende der heiligen Jungfrau, wird aber auch auf genannte Weise rubricirt.

Die über den Erdglobus hinschwebende Fortuna von einem Genius an ihren flatternden Haaren zurückgehalten, eine Darstel- lung zarter flüchtiger Gestalten, die in mehreren Wiederholungen vorkommt. Einige sind gleich trefflich, man nimmt aber das Bild

Der Ruhm, Gallerie zu Turin, Gest. von Lasinio,

Der Friede und der Ueberfluss sich umarmend. Von B. Co- riolano in Holz geschnitten.

Die vier Jahreszeiten, eben so viele weibliche Figuren mit drei Genien in Lebensgrösse. Gall. zu Wien, Gest. von F. V. Durmer.

Die vier Jahreszeiten. Gall. zu Pommersfelden,

Die Schönheit stösst die Zeit von sich, nach einem Bilde in Florenz von Ant. Morghen gestochen.

Amerika überreicht dem Neptun seine Schätze. Gest. von F. Greuther.

Charitas, halbe Figur mit vier Kindern, eines an der Brust: Guido Reni fecit. Don. Supriano form.

Charitas, links auf ihrem Schoosse ein stehendes Kind. Gall. zu Florenz. Gest. von T. Ver Cruys. (Kruger).

Die Charitas mit vier Kindern. Gall. Lichtenstein.

Die Malerei „Frau mit der Palette, vom Genius gekrönt. Aus dem Cab. Reynst, gest. von Matham und von J. Valk.

„Radirte Blätter.

Guido Reni hat auch eine Anzahl Blätter radirt, die eben so sicher als geistreich behandelt sind. Es herrscht auch darin jener edle Charakter in Form und Ausdruck, wie in seinen Gemälden, die gewohnte Correctheit in der Zeichnung, und eine Leichtigkeit der Hand, welcher die Nadel eben so gehorcht, wie der Crayon und der Pinsel. Bartsch gab schon 1705 in Wien ein Verzeichniss der Werke Guido's und einiger seiner Schüler (S. Cantarini, G. A. und Elise Sirani, L. Loli) heraus, doch fand er es 22 Jahre später für nothwendig im Peintre-graveur (Tom. 18, p. 277 ff.) ein neues Verzeichniss zu geben, da ihm früher mehrere Blätter entgangen waren. Jetzt beläuft sich dieses auf 60 Nummern. Die Numerirung der folgenden Blätter ist die von Bartsch, mit einigen Zusätzen.

Blätter nach eigener Erfindung.

  1. Die heil. Jungfrau sitzend, fast im Profil, mit dem Kinde, welches ihren Hals umfasst; im Grunde links sicht-man durch die Arkade Joseph in einer Landschaft gehen. Im Rande steht ein Distichon: Aeternam patrem refero pia mater in ulnis et sic. Diess ist eines der schönsten Blätter des Meisters, aber selten. H. 7 Z. 3 L., mit 6 L. Rand, Br. 5 Z. 2 L.

I. Mit der Adresse des Nic. van Aelst, II. An der Stelle dieser Adresse steht: Vincenzo Cenei Romae

Ventura Salimbene hat dieses Blatt copirt, und dessen Namen beigesetzt. Siehe denn Artikel desselben, oder Bartsch P. gr. XVII. Nr. Dann haben wir eine anonyme Copie und eine andere von J. Bergmüller. Dann ist auch die Jungfrau mit dem Kinde einzeln von der Gegenseite copirt, ganz wie Guido. H. 4 Z. 7 L., Br. 3 Z. 4 L.

  1. Die heil. Jungfrau mit dem schlafenden Kinde an der Brust, mit dem Kopfe nach links gerichtet, ein Kniestück. Dieses

Im ersten Drucke mit wenig oder gar keiner Grabstich-

elarbeit. Die Copie ist mit Rsmi. excud. bezeichnet.,

  1. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde, dieselbe Darstellung, wie _

oben Nr. 2., aber etwas grösser und in einer Rundung zu sehen, von 5 Z., 0 L. Durchmesser, Links unten steht: Guid' Rhen. In; et fc. Diese Platte ist sehr stark geätzt, und an einigen Orten hat das Scheidewasser sogar angefressen.

  1. Dieselbe Darstellung, aber von der Gegenseite, der Kopf nach rechts gewendet, in einer Rundung von 5 Z. 8 L. Durch- messer. Höhe der Platte: 7 Z. 9 L. mit 7 L. Rand. Br. 6 Z. 2 L. (Bei Weigel 1 Thl. 4 gr.)

Es gibt davon eine sehr täuschende Copie, die indessen unbeschnitten leicht zu erkennen ist. Man liest unten im Rande: Guido Reni inv., ist aber dieser abgeschnitten, so unterscheidet man die Copie an der Aureole um das Haupt der Maria. In der Nachbildung ist diese durch eine ein- fache Linie abgebildet, im Originale bemerkt man rechts eine dop- pelte Linie. Bartsch pl. II. fig. 3. Die folgenden Copien nennt Bartsch nicht. Eine zweite Copie hat Chasteau's Adresse, eine andere trägt L. Mattioli's Namen, und eine vierte schöne Copie von der Gegenseite ist aus Guido's Schule, Durch- messer 5 Z. 6 L.

  1. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde sitzend, wie sie dieses mit der Linken umfasst, und in der Rechten ein Buch hält. Dieses Blatt ist sehr geistreich radirt, aber schwach geätzt, wesswegen an einigen Stellen mit dem Grabstichel nachge- holfen werden musste. H. 3 Z., 0 L., Br. 2 Z., 8 L. Bartsch beschreibt drei verschiedene Abdrücke:

I. Den Aetzdruck. Aeusserst selten.

II. Die retouchirten Abdrücke, rechts unten mit den Buch- staben: A. C. F., wodurch irgend Jemand glauben machen wollte, dass das Blatt von Annibale Carracci sei.

III. Mit den Buchstaben G. R. F., die an die Stelle der obigen gesetzt wurden.

  1. Die heil. Jungfrau im Profil nach rechts, mit dem Jesuskinde vor ihr auf dem Tische, wie dieses den Arm nach dem klei- nen Johannes ausstreckt. Diesen, so wie Maria, sieht man nur bis an das Knie. H. 7 Z., Br. 5 Z. 9 L.

Von diesem seltenen Blatt gibt es zwei gegenseitige Co- pien, die eine mit der Adresse von Bonenlant, die andere mit jener von Daman. Letztere ist sehr geistreich behandelt.

Auch eine dritte gegenseitige Copie findet sich. Diese Copie

nennt Bartsch nicht.

  1. Die heil. Jungfrau vor dem Kinde, welches auf dem Tische auf zwei Kissen sitzt, und die linke Hand auf die Schulter des Johannes legt, der ihm die Füsse küssen will. Maria und Johannes sind in halber Figur, aber das Ganze nur umrissen, in einem Ovale. Durchmesser der Höhe 9 Z., jener der Breite 5 Z. 3 L.

  2. Eine heil. Familie. Die heil. Jungfrau sitzt, nach links, am Tische, und hält das auf demselben ruhende Kind, welches den Johannes segnet. Dabei ist auch Elisabeth, und rechts

Reni, Guido.

im Grunde Joseph, sitzend mit dem Stock in der Hand. Zwei Engel in der Luft streuen Blumen. Die Engel sind ganz mit dem Grabstichel retouchirt, H. 9 Z. 2 L., Br. 7 Z. 2 L. Bei Weigel 2 Thl. 12 gr. Es gibt von diesem Blatte eine Copie, die nach Bartsch von L. Loli herrühren dürfte. Sie ist eben so breit, aber nur 9 L. hoch. Über ein anderes Merkmal am Umrisse einer Wolke, s. Bartsch pl. II. fig. 4. Zwei andere, Bartsch unbekannte, schöne Copien sind leichter zu erkennen, da sie von der Gegenseite genommen sind, 9) Die heil. Familie I. Maria, im Profil nach links, sitzt an einer Arkade, und zu ihrer Rechten ist das Kind, welches einen Zipfel des Mantels fasst. Links weiter zurück sieht man Joseph mit einem Buch in den Händen, gehend. H. 8 Z. 5 L. mit dem Rande, Br. 5 Z. 5 L.; Von diesem Blatte, dessen Darstellung auch von Parme- giano seyn könnte, gibt es zweierlei Abdrücke: J. Vor dem Namen Guido's. Bei Weigel 2 Thl. 1, Links im unteren Rande: Guido Reni fecit. 10) Die heil. Familie II. Die obige Darstellung, aber von der Gegenseite. Joseph sitzt vor einem Tische, stützt den Kopf auf den linken Arm, und legt die rechte Hand auf das Buch. Dann brachte Guido in der Luft zwei Blumen streuende Engel an. Links unten steht: GUIDVS RENVS INVENTOR ET INCIDIT. Im unteren Rande: Maria mater gratiae etc. H. 8 Z. 2 L. mit dem Rande, Br. 5 Z. 7 L. J. Vor dem Namen des Meisters, Bartsch unbekannt. Bei Wei- gel 3 Thl. 11. Mit dem Namen. Bei Weigel 2 Thl. 11) Die heil. Familie III. Die obige Darstellung, mit dem Un- terschiede, dass Guido den kleinen Johannes anbrachte, wie er die Hand der heil. Jungfrau küsst. Joseph stützt sich auf seinen rechten Arm, und blickt nach Johannes hin. Die Engel in der Luft fehlen. H. 7 Z. 4 L., Br. 5 Z. 1 L. Es gibt eine sehr genaue Copie, die man oft für eine vierte Wiederholung genommen hat. Rechts an der Wiege steht der Name des Meisters, und daran erkennt man die Copie. H. 7 Z. 3 L., Br. 5 Z. 12) Der kleine Jesus, links des Blattes, wie er den vor ihm knienden Johannes mit offenen Armen empfängt, Rechts im Grunde sieht man das Lamm. H. 5 Z. 9 L., Br 4 Z. 9 L. Es gibt eine sehr gute Copie, die rechts unten mit dem Namen des Agostino Carracci bezeichnet ist. Es glauben auch Einige, dass die Zeichnung von Ag. Carracci herrühre. 13) Jesus und Johannes als Kinder. Ersterer sitzt nach links hin auf einen Hügel, und fasst den mit gefalteten Händen vor ihm knieenden Johannes am Kinn. Im landschaftlichen Grunde sieht man Maria, welche die Früchte in den Korb legt, die Joseph vom Baume nimmt. Rechts vorn ist ein Schaf. Dies ist eines der schönsten Blätter Rembrandt's, angeblich nach Annibale Carracci's Zeichnung. H. 4 Z. 4 L., Br. 6 Z. 4 L. 14) St. Christoph mit dem Jesuskinde auf der Schulter nach rechts hin durch das Wasser schreitend. Er trägt einen langen Stock in der Linken. Links unten steht: Guido inv. fec.

Es gibt eine sehr täuschende anonyme Copie, die man nur an den Linien unterscheidet, welche rechts über dem Baumstamm eine Wolke umgrenzen. Diese Wolke hat der Copist weggelassen. Bartsch fig. 5. A. Eine andere Copie ist von der Gegenseite, und eine dritte unvollendet. Beide von Bartsch nicht genannt.

  1. Eine als Wissenschaft allegorisirte sitzende Frauengestalt, mit dem Zirkel in der Linken, und einem Täfelchen in der anderen. Im Grunde rechts ist ein kleiner Genius, der seine Feder in das auf dem Tische stehende Tintenfass taucht. H. 5 Z. 6 L. und 4 L. Rand, Br. 6 Z. 6 L.

  2. Amor, fast en face, nur etwas nach rechts gerichtet, wie er mit beiden Händen den Bogen über das linke Knie zerbricht. Sehr leicht variert. H. 3 Z. 4 L., Br. 1 Z. 4 L.

  3. Zwei Kinder, welche auf ihren Schultern ein Drittes tragen; das mit beiden Händen ein Teller empor hält, auf welchem drei Gläser stehen. Diese Gruppe ist nach links gerichtet. H. 5 Z. 2 L., Br. 4 Z. 9 L.

Bartsch kennt von diesem seltenen Blatte zwei verschie- dene Abdrücke:

I. Das linke Bein des getragenen Kindes ist nicht sichtbar, da es ausgekratzt wurde, indem Guido dasselbe vielleicht nicht schön genug fand. Wenn aber dieses der Fall ist, so dürfte es einen Abdruck geben, oder doch wenigstens einen Probedruck gegeben haben, der dazu bestimmt war. Flaminio Torre hat diese Zeichnung ebenfalls gesto- chen, aber Guido selbst sie nicht wiederholt, wie Einige geglaubt haben.

II. Das Bein jenes Kindes ist gezeichnet, aber etwas schwä- cher, als das Uebrige, da das Scheidewasser nicht ge- nug durchgegriffen hat.

  1. Das Portrait Papst Paul V., Büste, fast en face, ein wenig nach links gerichtet. Er trägt eine Haube von Sammt. Im Cartouche unter dem Ovale steht: PAULUS, V. PONT. MAX. Antonius Caranzanus formis. Ein seltenes Blatt. H. 6 Z.

  2. Büste eines bärtigen Alten, in Dreiviertelansicht nach links, die Augen nach dem Himmel erhoben. Der Bart und die Haare sind fast nur im Umriss, das Ganze ist aber geist- reich und leicht behandelt. R. 3 Z. 10 L., Br. 3 Z.

  3. Büste eines Alten mit langem Barte, in Dreiviertelansicht nach links, und im Buche lesend, welches er in der Linken hält, wovon man aber nur die fünf Finger sieht. Dieses seltene Blatt ist sehr leicht und geistreich behandelt, H. 3

  4. Büste eines Alten mit langem gekräuselten Barte, fast im Profil, nach links sehend. Sein Mund ist sprechend; die Haare sind kraus, und im kleinen Rande oben bemerkt man einige Versuche der Nadel, neben anderen Kritzeln ein Weinlaub. H. 3 Z. 5 L., Br. 1 Z. 4 L. Bei Weigel

Reni, Guido.

Ein Emblem, welches oben, unbeschadet der Vorstellung, um drei Linien beschnitten ist, 3 Thlr.

_- 23) Das Wappen des Cardinals Perretti, ein kriechender Löwe,

mit einer Pflanze in den beiden Pfoten. Oben ist ein klei- ner Engel zwischen zwei geflügelten Satyrinnen, welche den Cardinalshut halten. Zu den Seiten sitzen zwei Frauen, wo- von die zur Linken, die Stärke, eine Säule hält, um welche eine Bandrolle reicht, auf welcher man liest: Justa pericula contemnit. Die Figur zur Rechten, die Klugheit, hält ei- nen Spiegel und eine Bandrolle mit den Worten: Dux om- nium nostrarum actionum. Diess ist das seltenste Blatt des Meisters, ausserordentlich geistreich und geschmackvoll behandelt. Höchst selten sind die Abdrücke vor den Inschriften. H. 5 Z. 7 L., Br. 8 Z. 5 L.

24—32) Die Feierlichkeiten beim Einzuge Papst Clemens VIII. in Bologna, Folge von 8 Blättern in dem Werke: Descrit- tione degl' apparati in Bologna per la venuta di N. S. Papa Clemene VIII.

  1. Die Fagade einer Triumphpforte, mit drei grossen Tableaux, wovon: das mittlere den Papst auf dem Throne den Segen ertheilend vorstellt. H. 7 Z. 4 L., Br. 9 Z. 8 L.

  2. Die Fagade eines Staatsgebäudes mit dem Wappen des Pap- stes zwischen zwei Kreuzen, Oben ein Bild der heil. Jung- frau mit dem Kreuze. H. 8 Z., Br. 5 Z. 6 L.

  3. Ein Theil des Porticus der St. Peterskirche, links die grosse Thür mit zwei Statuen in Nischen. H. 5 Z. 8 L., Br. 8 Z. 2 L.

  4. Die Porta Galiera von Bologna, links auf der Zugbrücke zwei Personen. H. 8 Z., Br. 5 Z. 5 L.

  5. Die Piazza Petrale, mit der Säule für die Feuerwerke. Links unten Guid. fe. H. 5 Z., Br. 8 Z. 2 L.

  6. Ein aus Blattwerk gefertigter Triumphbogen, durch welche zwei Truppen Krieger zu Pferde kommt. H. 8 Z., Br. 5 Z.

  7. Der Triumphbogen, auf welcher die Statue des Moses sitzt, H. 8 Z., Br. 5 Z. 3 L.

  8. Der Triumphbogen mit der Statue der Minerva darauf, und zwei andere Statuen etwas tiefer. H. 8 Z., Br. 5 Z. 6 L.

  9. Der Triumphbogen mit fünf Statuen, wovon die mittlere ein auf dem Delphin sitzendes Weib vorstellt. H. 8 Z., Br. 3 Z. 8 L.

33—44) Studien für angehende Zeichner, Folge von 12 Blät- tern. 33) Zwei übereinander stehende Augen, fast im Profil nach links. Ohngefähr H. 4 Z. 4 L., Br. 3 Z. 3 L. 34) Dieselben von der Gegenseite, in gleicher Grösse. 35) Die Nase, der Mund und das Kinn, als Theil eines Gesich- tes en face. H. 4 Z., Br. 3 Z. 36) Dieselbe Darstellung, mit wenigen Veränderungen. Die Spitze der Nase ist im obigen Blatte rechts nur einfach schat- tiert, in diesem mit einigen Kreuzschraffirungen versehen. In gleicher Grösse.

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  1. Die Darstellung, von der Gegenseite, und in gleicher Grösse. ; ;

  2. Der linke Fuss eines Weibes, mit dem Grabstichel ausge- führt. H. 3 Z. 3 L., Br. 4 Z. 6 L.

  3. Dieselbe Darstellung. Man sieht oben einen Schlagschat- ten. In gleicher Grösse. ; ;

  4. Kopf eines Mannes im Profil nach links mit feinem Haar- wuchse, der das Ohr fast bedeckt. Sehr leicht und mit Geist behandelt. H. 3 Z. 9 L., Br. 2 Z. 11 L.

  5. Das Gesicht eines jungen Mannes im Profil nach rechts, leicht skizziert, ohne Hinterhaupt. H. 5 Z. 9 L., Br. 3 Z.

  6. Kopf eines Alten mit grossem Barte, im Profil nach links gezeichnet. Geistreich und frei radirt. H. 4 Z. 2 L., Br. 5 Z. 2 L.

  7. Kopf eines Greises mit grossem Barte, in Dreiviertelansicht nach links, mit erhobenen Augen. H. 3 Z. 9 L., Br. 2 Z. 2 L.

F. Curti hat diese Blätter copiert, und sie neben anderen nach Zeichnungen von Guido unter folgendem Titel herausgegeben: Ex- emplare per i principianti del Disegno etc. Diese Blätter sind nummeriert, ungefähr 5 Z. 6 L. hoch, und 4 Z. 6 L. breit.

Blätter nach anderen Meistern.

  1. Eine Glorie von vielen Engeln, elf deutlich, die andern in der Ferne fast nur umrissen. Links unten steht: Lucas Cangiasivs Inv. Im Rande: Jubiemus Deo Salv- tori Nostro. — —. Per — — Petrus Stephanonius Vicen- tinus Dedicabat. Romae Anno Domini MDCXXVII etc. Diess ist eines der schönsten und vollendetsten Blätter des Mei- sters. H. 15 Z. mit dem Rande, Br. 10 Z. (Stengelsche Auktion 4 fl. 50 kr.)

In der Sammlung des Grafen von Fries war ein Abdruck der nach Bartsch als Unicum gelten dürfte. Da sieht man die Engelköpfe nicht, die bis an den oberen Rand reichen. Dann fehlt die Schrift.

Es gibt auch eine Kopie von diesem trefflichen Blatte, die von der Gegenseite genommen und kleiner ist.

  1. Die Grablegung. Eine der heil. Frauen unterstützt den auf einem langen Steine liegenden Leichnam, links liegt Maria omnipotens in den Armen einer Frau, und rechts vorn steht ein Jünger, der mit dem rechten Arme die der heil. Mutter unterstützenden Frau an die Schulter reicht. Im Grunde sind vier andere Jünglinge und zwei Frauen. H. 10 Z. 3 L., Br. 7 Z. 9 L. (Bei Weigel 5 Thlr.)

Dieses höchst geistreich behandelte Blatt ist nach Zani VIII. 2. 243. und Bartsch Copie nach Parmegiano, Malva- sia (Felsina, p. 114) behauptet aber, Guido habe das Blatt nur retouchiert.

Im zweiten Drucke: In Bologna per Ant. Maria Magnani con licenza de' Superiori 1636. Bartsch unbekannt.

  1. Der Apostel Philippus stehend, fast im Profil nach links sie- hend. Er erhebt gefalteten Hände zum Himmel. Ohne

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  1. Ein Mädchen im weiten Gewande, mit einem Kissen und mit Weißzeug zum Arbeiten. Den Grund bildet ein Zimmer, wo man durch das Fenster leicht angedeutete Gebäude sieht. Man legt dieses Blatt dem Guido bei, was Bartsch nicht unwahrscheinlich findet, obgleich im zweiten Drucke links unten: Parmegianus F, steht. H. 5 Z. 10 L., Br: 2 Z. 9 L,

  2. Ein Mädchen, welches ein Crucifix trägt, nach dem Grunde zu, wo eine mit zwei dorischen Säulen verzierte Mauer sich zeigt. Dies ist das Gegenstück zum obigen Blatte, im ersten Drucke ohne Namen, im zweiten mit jenem von Par- megiano. In gleicher Grösse. -

  3. Die heil. Familie mit St. Clara, erstere in Mitte des Blatte mit dem Kinde auf dem Schoosse, letztere zur Linken, selbst arbeitend. Rechts im Grunde ist Joseph mit dem Stocke. Dieses, nach Annib. Carracci radirte Blatt ist in Zeichnung und Ton bewunderungswürdig. H. 8 Z. und 9 L. Rand, Br. 6 Z. 9 L. ;

I. Vor der Adresse des Nicolaus van Aelst, / II. Mit derselben.

III. Unten links: Annib. Carracci fecit.

  1. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde auf dem Schoosse, wie sie ihm mit der Rechten die Brust reicht, Kniestück. Der Grund ist weiss. Ani. Ca. In. Im Rande unten: Lactasti sacrao opere. H. 5 Z. 3 L. mit 6 L. Rand, Br, 4 Z. 10 L.

  2. Jesus Christus bei der Samariterin am Brunnen, nach Annib. Carracci. H. 10 Z. 7 L., Br. 15 Z. 3 L.

Malvasia (p. 102) legt dieses Blatt dem Brizio bei, der, es nach einem Bilde von Agost. Carracci gestochen haben sollte. Bartsch will den Guido als Urheber erkennen, der es nach seiner Meinung nach einem Gemälde des Annib. Carracci gestochen hat. Dieses muss 1505 geschehen seyn, da die äusserst seltenen Abdrücke ohne Schritt in der Mitte unten diese Jahrzahl haben. Ein solcher kam in der Sien- gelchen Auktion vor und wurde mit 3 fl. 30 kr. bezahlt.

  • Die späteren Abdrücke sind von 1610. Links unten steht: Annibal, Carr. invent. et sculp. noch tiefer: Petrus Stepha- nonius formis. Cum Privilegio, in der Mitte die Jahrzahl.
  1. St. Rochus vertheilt sein Vermögen unter die Armen. Er steht links im Innern einer Colonnade auf einer Tribune und theilt aus seiner Börse den versammelten Armen mit. Links unten: Annibal Ca. invent., gegen die Mitte: P. Stephanonius formis cum Privilegio, rechts: 1610. Das Original ist in der Dresdner Gallerie, Guido fügte aber der Darstellung zwei Greise bei, die auf Annibale's Gemälde nicht vorkommen.

Die ersten Abdrücke haben den Namen Carracci's und die Adresse nicht. Baldassaro Aloisi hat dieses Blatt 1614 von der Gegenseite radirt, und seinen Namen genannt. Eine andere, schöne gegenseitige Copie trägt die Addresse von Chienes, und eine dritte ist wie das Original bezeichnet.

54 — 60) Die Blätter in dem Werke: 1) funerale d'Agostin Car- raccio fatto in Bologna sua patria da gl' Incaminati acade- mici del Disegno.' In Bologna presso. 'Vit. Benocci 1603. In diesem Werke sind. 7 Blätter von Guido, und 2 von Brizio. Die Darstellungen beziehen sich auf Agost. Carracci, indem sie das Mausoleum zierten.

  1. Fünf Bilder auf einem Blatte, welche damals zu Bologna von verschiedenen Künstlern gemalt wurden, als: 1) die Malerei und die Poesie, von F. Brizio, 2) die Malerei mit der Lyra, von J. Cavedone, 3) ein Christuskopf, von Agost. Carracci,

  2. Prometheus belebt eine Statue, von A. Albino, 5) Aurora und Cephalus, von L. Spada. H. 4 Z. 2 L., Br. 4 Z. 5 L.

  3. Fünf andere Gemälde: 1) Ceres und Jupiter, von H. Ferrar- tino, 2) die Malerei und der Ruf, von J. B. Bertusi, 3) die Parzen, von L. Massai, 4) Reno, Tevere und Parma als Flussgötter, von S. Rosali, 5) Mars, von J. B. Bussi. Hält 4 Z. 3 L. ins Gevierte.

  4. Ein Blatt mit fünf Gemälden: 1) der Neid und das Glück, von J. C. Parigino, 2) Apollo und die Musen, von G. Va- lesio, 3) Merkur mit der Malerei und der Stadt Bologna, die Devise von Agost. Carracci, 4) das Studium und die Vigilantia, von L. Garbieri. H. 4 Z. 3 L., Br. 4 Z. 5 L.

  5. Ein Blatt mit dem Steinbock des Thierkreises oben, rechts Sonne und Mond im Kreise, links unten ein Affe, und rechts Pegasus. Dann liest man: Spiritus tenet Coelum,

H. 2 Z. 2 L., Br. 2 Z. 5 L. Fama Mors victa, orbem.

  1. Ein Blatt mit sieben Sternen, dann zwei Pinseln kreuzweise gelegt, zwei Kronen, ein bekränzter Anker, eine Palme, eine Schlange, vier Bienen und ein Auge. Folgende Schrift er- klärt den Sinn: Agostino Carraccio pictae poesis, ingenii feconditate principatum tenenti etc. H. 1 Z. 5 L., Br. 3 Z. 8 L.

  2. Ein gleich grosses Blatt mit folgenden Darstellungen: ein ge-

fügelter Globus, eine Pyramide mit zwei Händen, die Her- kuleskeule, ein Jagdhund etc. Diese Hieroglyphen beglei- tet eine Schrift: Incaminati amico suavissimo, socio huma-

nissimo, honores et labores, in virtutis obsequium P. P.

  1. Ein ähnliches Blatt, wie die beiden vorhergehenden: eine Ceder, eine Terme, eine Spindel, eine Lampe und ein go- thisches A. Die Inschrift sagt: Mors terminus mortis, per- ennis vitae principium,

Blätter, welche dem Meister fälschlich zugeschrieben werden:

  1. Die Ruhe der heil. Familie in Aegypten. Maria sitzt auf einem Hügel, und Joseph reicht dem Kinde Früchte. Zwei Engel in der Luft biegen den Ast des Baumes. H. 11 Z. mit 5 L. Rand, Br. 7 Z.,

Dieses Blatt ist von Pesarese (Cantarini), im ersten Druck ohne Namen, und im späteren mit G. Reni in. et fec. be- zeichnet.

Dann gibt es eine Copie davon, die ebenfalls: G. Reni in. et fec. bezeichnet ist. Im zweiten Drucke steht Robil- lard's Adresse.

  1. Die Ruhe in Aegypten. Maria reicht dem Kinde die Brust, Joseph sitzt, und der Engel ergreift den Ast des Palmbaumes,

  2. Die heil. Familie. Die heil. Jungfrau sitzt im Vorgrunde am Fusse des Baumes, links ist Elisabeth neben St. Joseph und zwischen beiden steht Johannes. H. 4 Z. 6 L., Br. 7 Z.

Dieses Blatt ist von Pesarese, und nur im spätern Drucke scheint man unten: G, Renus in. et fec. — J. Robillart exc. gesetzt zu haben,

  1. Der Raub der Europa durch Jupiter als Stier. H. 8 Z. 4 L., Br. 11 Z. 7 L.

Dieses Blatt ist von Pesarese, nur im spätern Drucke mit G, Renus in. et fec. bezeichnet.

  1. Der heil. Anton von Padua vor dem Altare kniend. H. 2 Z. 11 L., Br. 2 Z. 3 L.

Dieses schöne, aber anonyme Blatt scheint von Pesarese zu seyn, und nur im spätern Drucke, oder in einer Copie, steht: G. Renus in.

  1. Der Schutzengel mit dem Kinde, nach rechts seine Schritte richtend. Links im Rande steht Guido's Name. Diess ist wahrscheinlich eine Copie nach Pesarese, welche Guido's Na men irrig trägt. H. 6 Z. 3 L., Br. 4 Z. 8 L.

  2. Die Fortuna, eine Frauengestalt, auf der Kugel hinschwe bend, und vom Genius an den Haaren zurückgehalten. Sie schüttet mit der Linken eine Börse aus. H. 8 Z. 10 L., Br. 5 Z. 4 L.

Dieses Blatt soll von Pesarese erfunden und radirt seyn, so dass also rechts unten: G. Renus in. et fec. fälschlich steht.

  1. Die heil. Jungfrau mit dem Kinde in den Armen, links des Blattes sitzend, aber nur im Kniestück. Johannes küsst dem kleinen Jesus die Hand, und Joseph blickt im Grunde nach der Scene. H. 4 Z. 8 L., Br. 3 Z. 4 L.

Dieses Blatt ist schwach geätzt, aber später mit der kal ten Nadel ganz retouchirt worden, so dass die spätern Ab drücke sehr kräftig sind. Einige haben desswegen geglaubt, diese zwei verschiedenen Abdrücke kämen von zwei Platten, und der kräftigere sei von Guido, welchen Pesarese copirt hätte, Von letzterem dürfte das Blatt herrühren.

  1. Jupiter, Neptun und Pluto schmücken mit ihren Kronen das Wappen des Cardinal Borghese, eine Darstellung, die man irrig auch „Quos ego" genannt hat. Sie ist von Pesarese, galt aber längere Zeit als Arbeit Guido's, H. 11 Z. 5 L., Br. 10 Z.

  2. Die Anbetung der Könige. Maria sitzt rechts mit dem Kinde in den Armen, und stellt eine Vase auf den Boden, welche einer der Könige opfert. Links vorn steht einer der Magier, und hält ein rundes Gefäss, H. 8 Z. 2 L. mit 2 L. Rand, Br. 8 Z. 8 L.

Dieses Blatt schreiben einige dem Guido Reni zu, andere dem S. Badalocchio oder F. Brizio. Als Werk „des Annib. Carracci" besagt es die Inschrift im Rande: „Anibal Carac- cius inuentör et fecit"; allein Bartsch, P. gr. XVIII. Nr. 4 erklärt diese Schrift als falschen Zusatz, da die Composition von Agostino Carracci ist, und die Behandlung des Blattes ihn eher an Brizio und Badalocchio erinnerte. Indessen scheint das Blatt dennoch von A. Carracci zu seyn, denn R. Weigel, Kunstkatalog Nr. 4171, erwähnt eines bis dahin unbekannten ersten Druckes, wo im Blatte gelb die Werke A. Car- racchi f. geätzt sind. »

  1. Der am Fusse des Kreuzes hängend, das Herrn von Maria, Magdalena und Johannes beweint. In der Ecke, nicht weit vom Kopfe des Heilandes stehen die Buchstaben G. R. (verkehrt). Letztere wurde irrig auf G. Reni gedeutet, da das Blatt von Giuseppe R. Bera herrührt. Auch auf der Copie von L. Matrzn steht irrig: G. Reni Inv.

Blätter in Guido's Samml., mehrere von anonymen Mei- stern aus seiner Schule und nach seinen Compositio- nen, nach Bartsch verzeichnet, mit evangel. Zusätzen,

  1. Judith, halbe Figur en face, mit dem Haupte des Holofer- nes in beiden Händen, um es in den Sack ihrer alten Beg- leiterin zu stecken. Die Scene ist im Zelte vor Links unten stehen die Buchstaben: G. R. I. (Guido Reni invenit). Schönes Blatt in gutem Drucke. 9Z L. und 3 Z. Rand, Br. 6½ Z. L.

Zur Nr. 6. lehge dieses Blatt dem G. A. Sarti bei.

  1. Die heil. Jungfrau mit dem auf dem Schoosse schlafenden Kinde. Sie stützt den Kopf auf die rechte Hand und be- trachtet das Kind. In einer neuen sorgfältigen und sehr geistreich radirt. Links unten: G. R. I. H. 6½ Z. 1 Z. 5 Z. 8 L.

  2. Die heil. Jungfrau auf Wolken mit dem Kind vor ihr stehend, nach Links hin enth. wo unten: G. Reni in. steht. Diese Darstellung ist nur flach gearbeitet, ohne große Kunstfertigkeit, nach Bartsch wohl ein früherer

Versuch des L. Loli. 6½ Z. Br. 4½ Z. 2 Z.

  1. Die heil. Jungfrau mit ungestütztem Arm, mit der Rech- ten das Kind haltend, während ihm Johannes rechts einen Vogel reicht. Dies ist eine Wiederholung des von L. Loli radirten Blattes, zum leicht dadurch kenntlich, dass die Platte nicht oval erscheint. 6½ Z. Br. 4½ Z. 2 Z.

Die gegenseitige, anonyme Copie links unten: G. Re- ni 6½ Z. für 6 1/2 3 hat 5 Eine andere gegenseitige Copie ist mit M. Marona P. Fe- rit. bezeichnet. In gleicher Grösse 5

  1. Die heil. Jungfrau auf Wolken stehend mit einem „Rosen- kranze in der Hand, während das zur Rechten sitzende Kind mit beiden Händchen einen Rosenkranz trägt. Unter der Wolke erscheinen mehrere Engel und Cherubim. Im Rande: Vero ritratto de la B. V. de S.-S. Rosario posta nel

Comune di S. Andrea. H. 8 Z. mit 2 Z. Rand, Br. 5 Z.

  1. Die heil. Jungfrau auf einer Wolke mit dem Kinde auf dem Schoosse, welches drei Rosenkränze hält, während Ma- ria nur einen in der rechten Hand hat. Diese Darstellung

erscheint in einem Ovale, und in den Ecken sind Blumen- büschel angebracht. Unten sind vier italienische Verse, Vergine bella in vostri eterni fiori, etc. Links unten in der Ecke: G. R. I. Dieses schöne Blatt ist sehr zart und geistreich radirt; es hat aber das Scheidewasser nicht hinreichend gewirkt, so dass zuletzt die Platte mit dem Stichel retouchirt werden musste. H. 02 Z. 6 L., Br. 7 Z. 4 L. In RK. Weigel's Kunst-Katalog ist ein Abdruck dieses höchst geistreichen Blattes auf 2 Thl. gewerthet.

  1. Das auf dem Kreuze schlafende Jesuskind, den Todtenkopf unter dem Haupte. Links vorn ist die Dornenkrone, rechts sind zwei grosse Nägel, und im Grunde sieht man die San- ftuhr. Dieses Blatt soll nach Guido's Zeichnung radirt zu seyn, aber nicht von ihm selbst, wie Einige geglaubt haben. H. 3 Z. 4 L., Br. 4 Z. 4 L.

  2. Der auf dem Kreuze ruhende kleine Heiland. Er stützt den Kopf auf die linke Hand, und blickt nach der Dornenkrone, die rechts vor ihm liegt. Links unten sind die Buchstaben G. R. H. 4 Z. 10 L., Br. 6 Z. 10 L.

9 — 23) Jesus Christus, die heil. Jungfrau und 13 Apostel, Folge von 15 seltenen Blättern mit Büsten in Ovalen, die dem Guido zugeschrieben werden, was auch Bartsch wahr- scheinlich findet, obgleich man diese Behauptung nicht mit Beweisen belegen kann. H. 3 Z. 2 L., Br. 2 Z. 3 L.

  1. Die büssende Magdalena, in halber Figur nach rechts. Sie betrachtet das Crucifix in der Rechten, und legt die andere auf die Brust. Anscheinlich nach Guido's Zeichnung von O. Fialetti oder G. Palma jun. H. 4 Z., Br. 3 Z. 2 L.

  2. St. Hieronymus links auf grossen Steinen sitzend, wie er im Buche liest. Im Grunde ist Landschaft, alles leicht radirt, wie man oft geglaubt hat, von Guido selbst. H. 2 Z. 0 6 L., Br. 4 Z. 5 L.

  3. St. Hieronymus in Meditation. Er sitzt mit gefalteten Hän- den rechts vom Crucifixe am Baumstamm, links vorn ist das offene Buch, und der Löwe zeigt sich im Grunde rechts. Man legt dieses Blatt einem Schüler Rembrandt's bei, Bartsch

erkennt darin die Hand der Elisabeth Sirani. Octogon, H. 6 Z., Br. 4 Z. 4 L.

  1. St. Joseph mit dem Jesuskinde in den Armen; in Dreivier- telansicht nach rechts. Dieses Blatt dürfte nach Guido's Zeichnung radirt seyn. Die Platte ist oval, und unten ein Raum für eine Inschrift. H. 5 Z., Br. 3 Z. 6 L.

  2. Johannes der Täufer als Kind auf der Erde sitzend, mit ei-

nem Kreuze, auf dessen Bandrolle die Worte: AGN. DEI ste- hen (agnus dei). Links ist das Lamm. Unten gegen die Mitte hin: Guido Reni F., Oben abgerundet. H. 4 Z. 2 L., Br. 5 Z. 2 L.

  1. St. Michael mit dem Schwerte den Bösen in den Abgrund

stürzend. Er setzt den linken Fuss auf den Kopf desselben, schönes Blatt in ovaler Form. H. 7 Z. 8 L., Br. 5 Z. 5 L.

  1. St. Lucas malt das Bildniss der heil. Jungfrau. Er malt

angenehm, während in der Luft die heil. Jungfrau mit dem Kinde erscheint. Hinter ihm liegt der Ochs. Ein schönes Blatt ist im Geschmacke Guido's gezeichnet, und anschein- lich von einem Künstler seiner Schule radirt. Die ersten

Unten steht gewöhnlich folgende, auf eine eigene Platte gesetzte Dedication: Emin.mo et Rev.mo Principi Pinsegia, medico etc.

  1. Eine alte Sibylle in reicher Kleidung mit dem linken Arme auf zwei grosse Bücher gelehnt, und ein offenes Buch auf dem Schoosse haltend. Sie horcht auf die Worte des En- gels. Nach einem Gemälde Guido's radirt. H. 9 Z., Br. 7 Z.

  2. Venus stehend in der Muschel auf dem Meere, mit flattern- dem Tuche, welches theilweise ihren Unterleib verdeckt. Man schreibt dieses schöne Blatt gewöhnlich dem Guido zu. Mal- vasia legt es aber dem G. A. Sirani bei. Oval. H. 7 Z. 7 L., Br. 5 Z. 1 1 L.;

  3. Venus aus dem Meere emporsteigend. Sie steht in Mitte des Blattes am Ufer des Meeres mit dem über ihrem Kopfe flat- ternden Tuche. Rechts reitet Amor auf dem Delphin und reicht der Mutter Perlen in einer Muschel, links ist ein Amor mit dem Blumenkorbe, und in der Luft ein dritter mit zwei Tauben. Dieses geschmackvoll behandelte Blatt scheint nach Guido's Zeichnung radirt zu seyn. H. 8 Z. 2 L. mit 6 L. Rand, Br. 9 Z.

  4. Die Entführung der Europa. Sie hält sich mit erhobenem Blicke an eines der Hörner des Stieres, und erhebt den an- dern Arm. Vor dem Stiere reiten zwei Liebesgötter auf Del- phinen, und der Zug geht nach links hin.

Man legt dieses Blatt gewöhnlich dem G. A. Sirani bei, Bartsch aber bemerkt, dass es in ganz anderer Weise behan- delt sei. H. 6 Z., Br. 9 L.

  1. Das Titelblatt zu Fontanelli's Fonte prima d'Aritmetica, Links unten steht: Guido Reni inv. Dieses gute, aber seltene Blatt, ist in der Weise der Elisabeth Sirani behandelt,

Folgende Blätter fügen wir den obigen von Bartsch be- stimmten Blättern bei.

  1. Büste des Heilandes, nach rechts gerichtet, und die Rechte auf die Weltkugel gelegt. Unten im Gewande sieht man die Buchstaben G. R. J. Dieses geistreich radirte Blatt er- innert in der Behandlung an H. Scarsello. Bartsch (P. gr. XIX. p. 251, Nota) sagt, diese Darstellung sei von Noel Co- chin radirt, mit der Schrift: Salvator Mundi. Dieses müsste demnach eine Copie seyn, da Bartsch von den Buchstaben G. R. J. nichts sagt.

  2. Die heilige Jungfrau betend mit erhobenen Händen nach links gerichtet. Unten rechts: G. R. Bartsch schreibt dieses Blatt dem Hieronymus Scarsello Nro. 1 zu.

  3. Maria sitzend mit dem schlafenden Kinde auf dem Schoosse, über dessen Haupt sie einen Blumenkranz emporhebt, halbe Figur, auf eine ovale Platte gestochen. Dieses schön radirte Blatt ist ohne Namen. H. 8 Z. 9 L., Br. 7 Z. 6 «

  4. Maria sitzend zwischen zwei Säulen, auf ihrem Schoosse das schlafende Kind mit dem Haupte an ihre Brust gelehnt. Halbe Figur, nach rechts. Oval. H. 6 Z. 8 L., Br. 5 Z. 4 L.

  5. Lucretia, stehende Figur ohne Namen, von einigen dem G. Reni selbst zugeschrieben. Dieses schön radirte Blatt ist Guido Ren. bezeichnet, kl. fol.

  6. Apollo und Daphne, wie sich diese aus seinen Arme windet und zu fliehen sucht, letzteres nach links hin. Halbe Figu- ren, sehr kräftig radirt. H. 4 Z., Br. 5 Z. 6 L.

  7. Der unter einem Zelte schlafende Amor, die Linke auf das Hinterkissen legend, Im Geschmacke von L. Loli, qu. 8.

  8. Zwei auf dem Boden liegende Kinder, von welchen das eine zu schlafen scheint. Guido Ren. fol. (verkehrt). Einige schreiben es dem Guido selbst zu, kl. qu. fol.

  9. Zwei Kinder, welche sich bemühen einen Vogel zu erhas- schen, den sie am Faden hatten, welcher ihnen aber ent- flohen ist. Links unten: Gdo. Ren. Dieses Blatt ist von J Rossi radirt, der aber seinen Namen nicht beilegte. H. 7 Z. 2 L., Br. 9 Z. 7 L.

  10. Die Charitas, halbe Figur mit vier Kindern, eines an der Brust, bezeichnet: Guido Reni fecit, Don. Supriano form. 8.

  11. Der Kopf eines jungen Mannes im Profil.

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