Rom, mit Flora (i. e. Hora) und Triptolemus, wie Plinius benachrichtigt. Dieser Schriftsteller sagt auch, dass Praxiteles den Raub der Proserpina, und wie sie nach der Unterwelt zurückge- führt wird, gedeutet hat, Proserpinae raptum, item Demetrum, d. h. die Persephone nach der Unterwelt geleitende, entlassende Demeter.
Die Bona Fortuna und der Bonus Eventus waren nach Plinius zu Rom auf dem Capitol zu sehen, zwei allegorische Ge- stalten. Auch im Tempel der Fortuna (Αὐα) Tüxy) zu Megara war ebenfalls von Praxiteles ein Bild dieser Göttin. Im Tempel der Venus daselbst sah man die seltenen Vörstellungen der Peitho
(Ueberredung) und der Parergos (Trösterin).
Für den Tempel der Juno zu Olympia fertigte Praxiteles eine Statue des Meleus in Marmor, mit dem Kinde Bacchus auf dem Armen.
Den Aesculap sah man im Jovistempel in den Hallen der Oc- tavia zu Rom, und eine andere Statue dieses Gottes im Tropho- nimus zu Lebadea . Die erstere erwähnt Plinius, die andere Pau- sanias.
Im Tempel des Asinius Pollio zu Rom war nach Plinius die Sta- tue des Neptun.
Die oben genannten Bilder, und die Thaten des Herkules, welche er für das Giebelfeld des Herakleion in Theben ausführte; beweisen, dass Praxiteles sich auch an ernsthafte Charaktere gewagt habe, zu seinen Hauptwerken gehörten aber diese wohl nicht. Das Gebiet der Athleten scheint er ebenfalls gerne vermieden zu ha- ben. Wir wissen nur von einem Wagentührer, den er für eine Quadriga des Calamis, um den alten Meister zu ehren, gemacht hat.
Bildnisse werden ihm, ebenfalls nicht viele zugeeignet, bekannter aber sind die Bildnissstatuen seiner geliebten Phryne, die eine von Marmor im Tempel des Amor zu Thespiä, die andere von vergoldetem Erz zu Delphi auf einer Säule von pentelischem Mar- mor.
eine attische Hausfrau von düsterer Gemüthsbeschaffenheit, Signa
'flentis matronae et meretricis gaudentis, wie Plinius sagt. Böttiger nennt dieses Werk das ausdrucksvollste und frechste dieser Art, was nur zur Zeit jener allgemeinen Sittenauflösung in Griechen- land entstehen konnte. Man sagte, Praxiteles habe mit dieser Gruppe der Phryne eine Schäferstunde bezahlt.
Irrig schreibt Plinius dem Künstler die Statuen des Harmodius und Aristogiton zu, die Critias verfertiget hatte. Sie standen im Ceramaicus zu Athen, und da sollen nach Plinius auch Werke von Praxiteles zu sehen gewesen seyn, die er aber nicht weiter be-
schreibt. Unweit des Thores, wo man, vom Piräus kommend, sich der Stadt nähert, war ein Grabmal mit dem Bildnisse eines Reiters, der neben dem Pferde stand, dessen Namen aber Pausanias nicht
mehr anzugeben wissen. Dass Praxiteles auch am Mausoleum der Artemisia gearbeitet habe, wissen wir nur aus Vitruvius, der die- sen Künstler, statt des Timotheus nennt. Er arbeitete da gemein- schaftlich mit Scopas.
Dann ist einer der colossalen Rossebändiger auf Monte Cavallo unter seinem Namen bekannt, aber vielleicht am allerunwahrschein- lichsten von ihm. Vgl. Kunstblatt 1824, die Abhandlung von M. Wagner No. 93 f.
Auch mit der Gruppe der Niobe waltet ein Zweifel ob. Schon die römischen Kunstkenner wussten nicht mehr, ob sie von Praxi- teles oder von Scopas sei, indem Plinius sagt: Par haesitatio est in templo Apollinis Susiani Niobae liberos morientes Scopas an Praxiteles fecerit. Plinius sah diesen berühmten Statuenverein im Tempel des Apollo Sosianus, er wusste aber auch nicht, wer und woher man denselben nach Rom gebracht hatte.
Über diesen Gegenstand hat man auch in neuerer Zeit sehr ver- schiedene Meinungen geäußert, indem sich einige mehr für den Praxiteles, andere mehr für den Scopas, und wieder andere sich
gegen beide erklärten. Jetzt ist die größere Zahl der Archäologen für Scopas, und auch Plinius scheint mehr dieser Meinung gewe- sen zu seyn, indem er der Gruppe der Niobe bei Aufzählung der Werke des Scopas Erwähnung thut. Die verschiedenen späteren Meinungen zählen wir demnach im Artikel des Scopas auf,
Praxiteles hatte zwei Söhne, Timarchus und Cephissodotus ge- nannt, welche Schüler des Vaters, ebenfalls Bildhauer waren. An ihn und Scopas reiht sich dann eine grosse Schaar von anderen Künstlern, welche das vierte Jahrhundert hindurch den Glanz der attischen Schule erhalten.
P. Praxiteles, Toreut, lebte um 6?5 v. u. in Rom. Er fertigte sil- berne Gefässe, und durch ihn kamen auch silberne Spiegel in die Mode. Dass Praxiteles ebenfalls im figürlichen Fache erfahren war, beweiset Cicero De Divinatione I. 30. Nach der Angabe die- ses Schriftstellers bildete Praxiteles den Tragöden Roscius, wie ihn als Kind im Schlafe eine Schlange umwunden. Thiersch, Epochen S. 208, Anmerk., glaubt, der Künstler habe den Moment aufge- fasst, wie die Amme mit Entsetzen das Kind erblickt. Das Ganze war in Silber getrieben.
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