Renaudin, Mad. Roselie

Renaudin, Mad. Roselie, Malerin zu Paris , genoss den Unter- richt Girodet's, und hatte sich schon um 1818 vortheilhaft be- kannt gemacht. Sie copirte mehrere Bildnisse berühmter französischer Künstler in Miniatur , und auch historische Bilder, wie Daphnis und Chloë nach Hersent, das Begräbniss der Atala, und Endymion nach Girodet, Zephyr über dem Wasser nach Prud'hon, die ver- lassene Ariadne nach Baron Gros etc. Dann findet man auch Bil- der in Oel, Blumen in Aquarell u. s. w. von ihrer Hand. Mad. Renaudin gehört zu den vorzüglichsten französischen Miniatur- malerinnen. Sie hält ein Atelier für Schüler, und theilt in vornehmen Pensionats Unterricht,

Nelli, Giuseppe, Maler von Certaldo im Val d' Elsa, war in Flo- renz Schüler von O. Marinari, und ahmte ihm glücklich nach. Dieses bewirkte ihm viele Aufträge, wesswegen man in Toskana und in der Lombardei häufig Bilder von ihm findet. Die besten sind in S. Romolo a Colonnata. Starb zu Florenz 1745 im 80. Jahre. So erzählt Pazzi.

Rendu, wird von d'Argensville als Copist der Landschaften des J. Fouquier erwähnt. Er war Schüler dieses Meisters,

R. von Anjou, Rene, s. R. Boivin, Renesse, C. A., Zeichner und Radierer , einer der vorzüglichsten holländischen Künstler seines Faches, der aber fast nur nach eini- gen Zeichnungen und wenigen Blättern bekannt ist, die so ganz an jene von Rembrandt erinnern, dass selbst Kenner getäuscht wer- den konnten. Auch seine Zeichnungen sind vorzüglich, und ge- wöhnlich in schwarzer Kreide, in Tusch und Bister behandelt: Sie bestehen in Bildnissen, in Figuren, in historischen Darstel- lungen und in Genrebildern, und sind eben so gesucht, wie seine radierten Blätter; doch wie diese nur selten zu finden. Nach den Daten auf seinen Blättern zu urtheilen, lebte dieser Künstler um 1640 — 1670. Ob als der einzige dieses Namens, wollen wir da- hin gestellt sein lassen, glauben aber, dass jener J. Renesse, von welchem R. van Eynden und A. v. d. Willigen, Geschiedenis etc. I. 208 die Kreidezeichnung eines Jünglings von 1660 kennen, mit diesem C. A. Renesse eine Person sei. Doch könnte ein Lando schaftszeichner dieses Namens gelebt haben, denn die beiden ge- nannten Schriftsteller behaupten, dass von einem J. Renesse in den Sammlungen von Kops, van Leyden u. a. zahlreiche Landschaf- ten und Seeansichten waren. Zeichnungen und Radirungen. In Weigel's Archäenlehre auf dem Felde der Kunst sind indessen von J. Renesse S. 60 zwei Zeichnungen in Tusch, Bister und schwarzer Kreide beschrieben, von welchen die eine, in reicher Composition, die Geschichte der Susanna vorstellt, wie sie zum Tode verurtheilt wird. Dieser C. A. Renesse dürfte auch Maler gewesen sein, vor- läufig kann man aber nur Zeichnungen und radierte Blätter von ihm aufzählen.

  1. Halbe Figur eines Mannes eingefasst, einem Barette auf dem Kopfe, und den Grabstichel in der auf dem Tische ru- henden Linken haltend. Dieses Blatt, angeblich das Bild- niss des Künstlers, ist geätzt und mit der kalten Nadel voll- endet. Es ist mit 1651 und einem aus CAR bestehenden Monogramme bezeichnet, ohne die Silben Renesse, die auf

Br. 2 Z. 7 L. Sehr selten.

Ein ungenannter Geistlicher im Lehnstuhle bei Büchern si-

tzend. Mit dem Namen und der Unterschrift auf einer zwei-

ten Platte: Magni pauca viri lustras, in imagine vultum, qui pictis oculus, ore Renesse refert etc. Vortrefflich in

Rembrandt's Manier radirt. „a

  1. Halbe Figur eines jungen Mannes, nach links gerichtet,

woher das Licht kommt. Schein Kopf ist in Dreiviertel-An-

sicht, ohne Bedeckung, und unter dem über die linke Schul-

ter geschlagenen Mantel lässt er einen oben mit Knöpfen

versehnen Rock sehen. Der Ärmel des rechten Armes ist ebenfalls mit drei Knöpfen besetzt. Im Grunde zeigen sich nur in der Mitte Linienstriche, nach dem Rande hin sind einfache Linien. H. 3 Z. 7 L., Br. 2 Z. 4 L.;

Dieses Blatt legen Einige dem Renesse, und wahr-

scheinlich mit Recht bei, Bartsch, Oeuvre de Rembrandt II.;

p. 111 Nr. 30 zählt es zu den Arbeiten in Rembrandt's Manier.

Portrait eines jungen Mannes mit der Calotte auf dem Ko-

pfe, unter welcher die langen Haare herabfliessen, fast von

vorn gesehen. Er trägt einen Schnurrbart, einen bis an

den Hals mit Knöpfen geschlossenen Rock, einen weissen,

Halskragen, und der Mantel ist mit Sammt ausgeschlagen,

Links in halber Höhe: C. A. Renesse 1651. H. 77/4 L.,

Br. 6 Z. 3 L. Der untere weisse Rand misst 2 Z. 10 L.

  1. Die Kreuztragung, Christus in Mitte vieler Henker und Sol-

daten, wird von einem der ersteren links am Stricke fortge-

zogen, während rechts ein anderer auf ihn schlägt. Rechts und links im Vorgrunde sind zwei Frauen mit ebenso vie-

len Kindern, und im Grunde ist Golgatha mit mehreren Fi-

guren zu Fuss und zu Pferd. Dieses schöne Blatt ist ohne Namen, aber nach der Ansicht Brulliot's (Aretin'scher Ka-

talog I, 379) sicher von Renesse. H. 4 Z. 5 L., Br. 2 Z. 2 L.

  1. Die Dorfkirchweihe mit Marktschreiern, die sich vor einer Men-

ge Volks zeigen. Zwei derselben reissen auf ihrem Gerüste Pos-

sen, ein anderer verkauft rechts vorn Rattengift. Er trägt auf dem Stocke einen Korb mit einer Ratte. Dieses sehr seltene Blatt ist ohne Namen. Einige legen es aber dem Re-

nesse bei. Bartsch (Oeuvre de Rembrandt II. p. 104. Nr. 18.) zählt es zu den Blättern in Rembrandt's Manier, was nicht geläugnet werden kann. H. 4 Z. 8 L., Br. 7 Z. 4 L.

Die alten, höchst seltenen Abdrücke sind auf feines, aber starkes Papier mit breitem Rande. In der Aretin'schen Auk-

tion wurde ein beschädigter Abdruck mit 24 fl. bezahlt.

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