Rembrandt's, äusserst zart behandelt. H. 9 Z.

Rembrandt's, äusserst zart behandelt. H. 9 Z., Br. 7 Z. 5 L.

Bartsch beschreibt drei, Claussin vier verschiedene Ab-

drücke:

I. Das Pferd hat den Schwanz ganz weiss; auch die Ge-

ländermauer der steinernen Stiege ist hell und ohne

Schatten. Selten., C. I., B. I

II. Der Schwanz des Pferdes ist gehörig beschattet, aber

die Mauer noch weiss. Der seltenste Druck, C. II.

(111. Der Schwanz und die Mauer beschattet, aber ohne

Namen und Jahrzahl. C. I.

IV. Mit Namen und Jahrzahl. B. II., C. IV. (Bei Aretin

3 dl.). | °

Es gibt von diesem Blatte auch eine sehr täuschende,

gleichgrosse Copie, mit der Schrift: Rembrandt van Ryn

inventor. S. Savri excud., die aber oft abgeschnitten

ist. Der Copist liess den Vogel weg, welchen man im

Original gegen rechts oben neben jenem auf dem dürren

Aste des Baumes in der Luft sieht.

Eine zweite, alte Copie ist von der Gegenseite, in J.

Visscher's und J. v. d. Velde's Manier, eine dritte,

kleinere, erschien wahrscheinlich in Hertel's Verlag.

(B. 91. C. 05.) Die Rückkehr des verlorenen Sohnes. Er kniet

nackt auf den Stufen vor der Thüre des Hauses, und um-

fasst die Knie des Vaters, während die Mutter durch das

Fenster schaut. Rechts kommen zwei Diener mit Kleidern

aus der offenen Thüre. Zu den Füssen des Vaters steht:

Rembrandt f. 1630. Dieses Blatt ist geistreich radirt und

des gelungenen Ausdruckes wegen geschätzt. H. 5 Z. 10 L.,

Br. 5 Z. 1 L. (Bei Aretin 3 fl.). ;

Es gibt eine schöne gegenseitige Copie von diesem Blatte,

wo die Hauptgruppe links erscheint. Sie ist so gross, wie

das Original. Die letzte 6 der Jahrzahl ist verkehrt.

(B. 92. C. 06.) Die Enthauptung des Täufers Johannes.

Dieser kniet mit gebundenen Händen auf dem Boden,

und der links stehende Henker erhebt mit beiden Händen

das Schwert, in Gegenwart vieler Zuschauer im Grunde,

an deren Spitze Herodes und Marianna stehen. Rechts ist

Die besseren Abdrücke sind jene, die gemacht wurden, ehe die Platte vom Grate befreit war, was man besonders in den Schatten bemerkt. Die späteren sind schwach, da über- haupt das Scheidewasser wenig durchgegriffen hat. Es gibt auch Abdrücke auf grauem Tonpapier.

  1. (B. 03.) Johannes der Täufer, mit vom Rumpfe getrenntem Haupte auf dem Boden liegend. Der Henker steckt das Schwert in die Scheide. Rechts im Grunde sieht man durch eine Öffnung drei Figuren. Links unten: das Zeichen. H. 5 Z. 10 L., Br. 4 Z. 7 L.,

Claussin zählt dieses Blatt unter die zweifelhaften Blätter Rembrandt's (Pieces dout. Nr. 23). Er zählt mit Bartsch vier verschiedene Abdrücke:

I. Das Gewand des Nachrichters ist nur in den Falten be- schattet, die Schärpe rückwärts nicht angedeutet, und das Loch im Hintergrunde, um die Köpfe der drei Figuren herum, erscheint licht. Links bemerkt man über der Schüssel zwei Stufen einer Treppe. Äusserst selten.

Unterscheidet sich vom obigen Blatte nur dadurch, dass die Ende der Schärpe rückwärts hinabhängt, und dass die Platte mehr überarbeitet ist.

II. Die Falten in der Kleidung des Scharfrichters sind an- ders gestaltet, das Loch im Hintergrunde ist mit mehreren sich kreuzenden Strichen bedeckt und die beiden Stufen sind weggenommen. Die Falten im Gewande des Scharfrichters sind wieder geändert, und der ganze vordere Theil desselben ist mit Strichen bedeckt, nur auf dem rechten Schenkel eine Lichtstelle gelassen. Die Mauer, woran die Kette mit dem Ringe befestiget, und welche in den obigen Ab- drücken unten licht ist, zeigt sich hier mit Strichen bedeckt.

  1. (B. 04. C. 97.) St. Petrus und Johannes heilen an der Pforte des Tempels einen Lahmen, eine figurenreiche Composition, links weitläufige Architektur, rechts und in der Ferne eine Art Amphitheater mit einer Menge Volk. Die beiden Apostel gleichen wahren Bettlern. Unten am Steine, wo der Lahme sitzt: Rembrandt f. 1650. H. 6 Z. 8 L., Br. 8 Z.

Bartsch und Claussin beschreiben drei verschiedene Ab- drücke:

I. Der Mantel des heil. Petrus hat weniger Falten, und diese sind schlecht geworfen. Äusserst selten. (Ein Exemplar hat Spuren der unreinen Platte im Grunde 12 — 15 fl.).

II. Die Köpfe sind schärfer charakterisirt, die Falten besser geordnet, und die Beine richtiger gezeichnet.

(In der Sternberg'schen Auction 22 fl. 45 kr., auf einer späteren Auction in München in kräftigem Drucke mit unreinem Hintergrunde nur 11 fl. 59 kr.).

III. Dem obigen Abdrucke ähnlich, nur zeigt sich rechts unten ein Schatten, welcher fast die ganze Breite dieses Theiles einnimmt, statt dass diese Seite in den beiden.

vorhergehenden Abdrücken halb beschattet, halb licht

ist. (B. 05. C. 08.) St. Petrus und Johannes heilen den Lahmen, rechts die Pforte des Tempels, die aber eher jener eines Gefängnisses gleicht. Links ist ebenfalls Architektur und ein Thor, durch welches man zwei Juden sieht. Das Ganze ist nur im Umrisse, und da der Kopf des heil. Petrus von sehr schönem Charakter ist, so muss man bedauern, dass

der Meister diese Darstellung nicht vollendet hat. H. 8 Z.

4 L., Br. 6 Z. 3 L. | } Brulliot (Dict. des monogrammes I. Nr. 2481.) sagt, er habe in der Sammlung des H. Städel zu Frankfurt a. M. auch ein Blatt gefunden, welches die Heiligen Petrus und Paulus an der Pforte des Tempels vorstellt, und von Bartsch

nicht gekannt sei; allein er beschreibt es nicht genauer, und

so können wir demselben keine eigene Nummer anweisen. *

(B. 97. C. 100.) Die Marter des heil. Stephan, letzterer in Mitte des Blattes knieend, und der grösste Theil der übrigen Figuren ist links gruppirt. Ueber seinem Kopfe schwingt ein Jude den Stein. Unten: Rembrandt f. 1635. Die- ses Blatt ist mit Sorgfalt und auf glänzenden Effekt hinge- arbeitet. H. 3 Z. 6 L., Br. 3 Z. 2 L. (Bei Weigel 5 Thlr.). Es gibt eine anonyme gegenseitige Copie. H. 3 Z. 8 L., Br. 3 Z. 2 L. (B. 08. C. 101.) Die Taufe des Eunuchen der Königin Can- dace durch St. Philipp. Der Täufling hat sich im Vorgrunde auf das rechte Knie niedergelassen, hinter ihm ist der Mohr mit dessen Mantel und Haube, nach links hin sieht man

einen Mann zu Pferde mit der Lanze, und im Grunde

einen Wagen. Rechts unten: Rembrandt f. 1641. Flücht- tig radirt. H. 6 Z. 9 L., Br. 7 Z. 11 L. (Bei Aretin ein schöner Abdruck 4 fl.), Claussin beschreibt zweierlei Abdrücke:

J. Das Wasser, welches rechts im Grunde abfällt, ist fast : ganz hell, der Grund schmutzig, und an mehreren Stellen bemerkt man die Eindrücke des Bartes. Diese Abdrücke sind viel kräftiger, als die gewöhnlichen, aber sehr selten.

  1. Das Wasser ist mit Strichen überarbeitet, der Grund ' polirt, und die ganze Platte mit dem Schaber übergangen, was die Abdrücke im Vergleiche mit den ersten trocken

und mager machte. Die Copie dieses Blattes ist von der Gegenseite ge-

' nommen, ohne Namen.

(B. 09. C. 102.) Der Tod der heil. Jungfrau. Die Heilige liegt sterbend auf dem Bette, dessen Gestelle mit Säulen ge- ziert ist. Ein Mann hält ihr ein Tuch unter die Nase, und der Arzt fühlt ihr den Puls. Links vorn liest ein Jude in

einem grossem Buche, und der Zahl der Theilneh-

menden sind viele. Auch eine Glorie von Engeln sieht man oben. Links unten: Rembrandt f. 1630. Dieses Blatt ist von einer für Rembrandt großartigen Anordnung und vortrefflich radirt. H. 14 Z. 8 L., ohne den 7 L. grossen unteren Rand, Br. 31 Z. 8 L. (Bei Sternberg ein sehr wohl erhaltener Druck 6 Thlr., bei Stengel 12 fl. 1 kr.). Bartsch und Claussin beschreiben zweierlei Abdrücke:

II. Der Stuhl ist in seiner Form durch eine doppelte Schraffur besser bestimmt und beschattet, so wie überhaupt das Ganze mehr überarbeitet. An mehreren Stellen ist der Bart nicht von der Platte genommen, und besonders an der oberen Seite des grossen Buches stark zu bemerken.

Die Nadelversuche sind nicht mehr zu sehen.

Diese Abdrücke sind sehr schön, und seltener als die ersten. Diejenigen, welche von der mit dem Schaber vom Barte gereinigten Platte kommen, sind von geringer Wirkung. (Bei Stengel 12 fl.).

Es gibt auch eine Copie von der Gegenseite, das Todten- bett rechts, wo ein Priester am Tische sitzt. Deneu hat dieses Blatt ebenfalls von der Gegenseite copirt.

  1. (B. 06. C. 09.) St. Peter auf den Knicen mit einem Schlüssel in jeder Hand. Unten nach rechts: Rembrandt f. 1645. Die- ses Blatt ist sehr leicht, und fast nur im Umrisse radirt. H. 4 Z. 11 L., Br. 4 Z. 4 L.

Die Abdrücke sind immer schwach, da das Scheidewasser wenig durchgegriffen hat.

  1. (B. 100. C. 103.) Der heil. Hieronymus, in Mitte des Blattes am Fusse eines Baumes sitzend, und nach links gewendet, zu seinen Füssen der Löwe. Links unten im Schatten: Rem- brandt f., in der rechten Ecke neben dem Todtenkopf: 1654. Dieses Blatt ist eines der vorzüglichsten des Meisters, sehr fleissig radirt. H. 4 Z., Br. 3 Z. 4 L. (Bei Aretin 5 fl.).

Die betrügliche, gleichgrosse Copie kennt man an den vier Barthaaren der linken Seite des Löwenmauls, während

im Originale sechs Haare zu sehen sind.

  1. (B. 101. C. 104.) St. Hieronymus auf den Knieen nach links,

a. mit gefalteten Händen und vor ihm ein grosses offenes Buch. Rechts im Grunde erscheint der Löwe, unten steht: Rem- brandt f. 1632. Diesues Blatt ist sehr leicht und geistreich behandelt, im Grunde hat aber das Scheidewasser nicht ge- wirkt. Oben abgerundet. H. 4 Z. 1 L., Br. 3 Z.

Claussin nennt im Supplement zweierlei Abdrücke:

I. Der obere Bogen der Einfassung (Abrundung) ist rechts nicht vollendet.

II. Der genannte Bogen ist auch rechts durch eine leichte Liniatur gebildet. Der Grund, welcher eine Grotte enthält, ist äusserst schwach. Oben an der Wölbung sind einige harte und störende Retouchen zu bemerken. Dieser Ab- druck ist nie so frisch, wie der obige.

Es gibt eine gegenseitige Copie von diesem Blatte.

  1. (B. 102. C. 105.) St. Hieronymus auf den Knieen nach rechts, die beiden Hände gefaltet und erhoben, der Löwe hinter ihm. Links im Grunde steht ein Trinkgeschirr auf dem geschlossenen Buche. Rechts nach oben liest man mit Mühe: Rembrandt f. 1634 oder 35. Vorzügliches Blatt. H. 4 Z. 3 L., Br. 3 Z.

In der gegenseitigen Copie erscheint der Heilige nach links. Die eine ist mit W. B. bezeichnet, die andere: W. v. Vliet fec. 16530, eine dritte ist anonym. N

  1. (B. 103. C. 106.) St. Hieronymus rechts am grossen Baume sitzend, mit Augengläsern, und in ein Buch schreibend,
  1. H. 6 Z. 7 L., Br. 4 Z. 10 L.

Bartsch und Claussin beschreiben zweierlei Abdrücke:

  1. Vor dem Namen Rembrandt's, und mit mehreren Spuren der mit dem Barte belasteten Platte, Äusserst selten.
  2. Mit dem Namen, und im älteren Drucke immer noch

mit einem an die Schwarzkunst erinnernden Tone. Im

Verlaufe des Druckes verlor sich die Frische des Tons. (Bei Aretin 5 fl.).

(B. 106. C. 107.) Der hl. Hieronymus in einer reichen Land- schaft, links sitzend und im Buche lesend, welches er in beiden Händen hält. In Mitte des Blattes sieht man den Löwen vom Rücken. In der Ferne erscheint ein Dorf und ein Wasserfall, links ist eine Baumgruppe und gegen die Mitte hin, ein grosser Baumstamm. Diese Darstellung er- innert viel an Albrecht Dürer, und was in derselben vollendet ist, verräth ausserordentlich viel Geschmack. Das Dorf ist am meisten ausgeführt, auch der Kopf des Heiligen ziem- lich vollendet, das Uebrige aber fast nur umrissen, und an- gelegt. H. 9 Z. 7 L., Br. 7 Z. 8 L. (Bei Aretin ein Ab- druck auf chinesischem Papier 16 fl. 12 kr.)

  1. In den ersten Abdrücken herrscht viel von jenem, an die schwarze Manier erinnernden Tone, besonders am Kopfe des Löwen. Sie sind glänzend, von sammtarti- ger Schwärze, und im Grunde unrein,

  2. Der Grund ist polirt, und je mehr Abdrücke gezogen wurden, desto mehr erscheint die Platte abgenutzt, und vielleicht mit dem Schaber des Bartes beraubt. Letzte- rer entstand durch die Schneidnadel, mit welcher Rem- brandt die geätzte Platte vollendete,

(B. 105. C. 108.) St. Hieronymus im Zimmer, dem Tische gegenüber ein Fenster. Unter dem Tische bemerkt man bei genauer Untersuchung einen Löwen, und daher muss dieser als St. Hieronymus gelten. Links ist eine Stiege, die aber ganz im Dunkeln steht. Unten im Rande: Rem- brandt f. 1642. H. 5 Z. 7 L., Br. 6 Z. 5 L.

Dieses Blatt ist in einer an die Schabkunst erinnernden Manier behandelt, und in zwei verschiedenen Abdrücken vor- handen, die Bartsch und Claussin bezeichnen.

  1. Der Theil des Fensters, welcher der rechten Seite des Kupferstiches am nächsten steht, ist weniger offen, indem er zur Hälfte von einem Vorhang bedeckt ist, der in fast gerader Linie herabhängt. Dieser Abdruck ist gewöhnlich so schwarz, dass man den Löwen nicht unterscheiden kann. Sehr selten.

  2. Die Öffnung des Fensters ist grösser, indem der Vor- hang gegen unten ein wenig zurückgezogen ist, und eine Biegung bildet. Je deutlicher man den Löwen unter- scheidet, desto mehr Abdrücke sind bereits gemacht worden.

(B. 106. C. 109.) St. Hieronymus in Betrachtung vor dem Todtenkopf kniend. Der Kopf des Heiligen, und fast der ganze obere Theil der Darstellung, ist nur im Umrisse, ohne Namen und Jahrzahl. H. 14 Z. 4 L., Br. 12 Z. 3 L.

(B. 107. C. 110.) St. Franz auf den Knien vor einem zwi-

Die alten Abdrücke haben viel von jenem der schwarzen

Manier eigenen Ton. Dann unterscheiden Bartsch und Claussin zweierlei Abdrücke:

I. Die Figur des Heiligen ist nicht beschattet. Der Schat- ten zwischen dem Heiligen und dem dicken Baume, findet sich nicht, und die ganze rechte Seite des Kupfer- stiches ist beinahe weiss. Die Abdrücke mit den stellen- weisen Eindrücken des Plattenbartes sind von äusserst malerischer und kräftiger Wirkung. (Klengel'sche Auk- tion 235 Thlr.)

II. Die Figur des Heiligen ist beschattet, und das Uebrige mehr vollendet. Nur diese Abdrücke haben den doppelt geschriebenen Namen,

III. Historische, mythologische und allegorische Dar- stellungen, dann Genrestücke, theilweise leichtfertigen

Inhalts, und nackte Figuren.

(B. 112. C. 114.) Medea, oder die Hochzeit des Jason und

der Creusa, in einem mit Säulen und Figuren gezierten Tempel. Im unteren Rande stehen vier holländische Verse: Creus en Jason hier etc., gegen rechts: Rembrandt f. 1648. H. 8 Z. 10 L., Br. 6 Z. 6 L.

Dieses Blatt radirte Rembrandt für ein Trauerspiel, welches der Bürgermeister Six in holländischer Sprache schrieb. Es sollte unter dem Titel: Medea, gedruckt werden, das Titel- kupfer blieb aber allein über. Dieses Blatt ist sorgfältig be- handelt, und von schöner Wirkung. Bartsch und Claussin

beschreiben vier verschiedene Abdrücke:

I. Juno, deren Statue hinter dem Altare sich erhebt, hat ein einfaches Häubchen auf dem Kopfe. Rembrandt's Name und die Verse fehlen. Äusserst selten. (Bei Winkler 24 Thlr. 22 gr.) –

II. Die Statue der Juno ist mit einer Krone versehen. Eben- falls ohne Namen und ohne Verse. Sehr selten. (Bei Aretin 11 fl 12 kr.)

III. Die grosse Säule und der Vorhang, die man rechts sieht, sind stärker beschattet. Der Name und die Verse ste- hen im Rande. Die guten Abdrücke dieser Classe, wahr- scheinlich die sogenannten ersten, sind in den Schatten- theilen des vorderen Feldes sehr schwarz, da die Platte des Bartes nicht entlediget wurde. (Bei Sternberg ein ausgezeichneter Druck 8 Thl. Bei Aretin nur 4 fl 41 kr.)

IV. Der Rand mit dem Namen und den Versen ist abge-

schnitten. (Bei Winkler 5 Thlr. 1 gr.)

F. Novelli hat dieses Blatt von der Gegenseite copirt.

(B. 132.) Amor auf dem Bette ruhend und den Ellenbogen auf das Kissen gestützt. Er hält in der Rechten eine kleine - Schale und in der anderen einen Halm, um Seifenblasen zu machen. H. 3 Z. 4 L., Br. 4 Z. 4 L.

Rembrandt van Rijn, Paul. 505

Claussin zählt dieses seltene Blatt unter seine Pieces dou-

Die täuschende Copie kennt man an dem Zickzack, der rechts unten von den Zehen hinab, zwischen den beiden Schraffirungen hinläuft. Bartsch fig. 3. Dann hat diese Copie unten einen Rand von zwei Linien, und im eben so gros- sen oberen Rande liest man Nro. 1230., das Nro. des Catalo- ges von Gersaint. Allein diese beiden Bandflächen sind ge- wöhnlich abgeschnitten,

(B, 201. C. 108.) Venus im Bade, Sie sitzt am Fusse eines grünen mit Gesträuch umgebenen Baumes, und steekt die

Füsse bis an die Knie ins Wasser. Sie lehnt sich mit bei- den Armen an den mit einem Teppich belegten Erdhügel. Dabei bemerkt man auch den Köcher des Amour. Rechts unten steht Rt. f. Dieses Blatt ist sehr zart radirt, aber in guten Abdrücken sehr selten. H. 6 Z. 7 L., Br. 5 Z. 11 L. (Bei Sternberg 3 Thl.);

(B. 203. C. 200.). Jupiter und Antiope, Letzterer liegt auf dem Bette, Jupiter erscheint rechts hinter ihr als Satyr und lüftet das Bettuch. Am Rande des Bettes: Rem- brandt 1650. H. 5 Z. 2 L., Br. 7 Z. 7 L.

Bartsch und Claussin kennen folgende Abdrücke:

I. Die Platte wurde mit dem Barte abgedruckt, ohne vor- her den Rand zu poliren. Auch fehlt die unten folgende Inschrift. (Bei Aretin 15 fl. 3 kr.)

II. Von der abgenutzten Platte und mit der Inschrift: Ju- piter, als hy onsluit etc. (Eine zweite Darstellung dieses Gegenstandes ist vermuthlich Nro. 278, die aber nie unter diesen Namen gilt.)

(B. 108.) Die Todesstunde (l'heure de la mort), Allegorie auf die Eitelkeit der Welt. Links ist ein Sarg und ein Skelett mit der Sanduhr darauf. Unter dem Zelte sitzt ein Greis, welcher ein reich gekleidetes Weib auf den Tod aufmerksam macht. Rechts vorn sieht man den Theil eines Labyrinths, im Grunde Landschaften mit Gebäuden. In einem Cartouche am Sarge liest man: Qui spectaculum hoc cernis, cur non mortalia spernis? Tali namque domo, conditur omnis homo. Dies ist das Titelblatt eines holländischen Buches: Jean Harmensz Krul Pampiere Wereldt, ofte wereldsche oeffenin-

ge. Tot Amsterdam 1654. fol. und 4. H. 4 Z. 11 L., Br. 3 Z. 24 L. Bartsch kennt folgende Abdrücke; Claussin erklärt das Blatt als Werk F. Bol's.

I. Ohne Cartouche, und folglich auch ohne die lateini-

schen Verse. II. Mit Cartouche und Versen, In der gegenseitigen Copie erscheint der Greis rechts,

(B. 109. C. 111.) Die Jugend vom Tode überrascht. Ein junger Mann und ein Mädchen, erschreckt über das Erschei- nen des Todes, der rechts aus einem unterirdischen Ge- mache hervorkommt. Links im Rande: Rembrandt 1630. Leicht und geistreich mit der trockenen Nadel, behandelt, wel- che einen leichten Grat verursachte, der vor dem Drucke nicht abgenommen wurde. Diese frühern Abdrücke sind kräftig, aber im Ganzen nie im hohen Grade. Basan besass ei- nen sehr farbigen Abdruck ohne Namen, dieser dürfte aber

(B. 110. C. 112.) Ein allegorisches Monument, auf einer Art Piedestal mit einem Schilde, den eine Königskrone ziert. Ueber dem Grabmale schweben zwei Genien mit einer Trom- pete, und halten eine Guirlande, auf welcher ein Adler zu sehen ist. Am Piedestal liegt eine männliche Figur, wahr- scheinlich der personifizierte Neid. Es sind auch einige an- dere Figuren zu sehen, und rechts eine Landschaft. Da liest man am unteren Rande: Rembrandt f. 1650. (Nach Bartsch 1650.) H. 6 Z. 7 L., Br. 6 Z. 8 L.

Dieses Blatt ist ebenso uncorrect in der Zeichnung, als nachlässig im Stiche, aber von grösster Seltenheit. Die er- sten Abdrücke haben viel Schwärze,

(B. 111. C. 113.) Der Wechsel des Glückes. Rechts sieht man eine Barke mit Menschen, und das Glück als nackte weibliche Figur, ergreift mit der Linken den Mast, und zieht mit der anderen am Segel. Links am Ufer, woher das Schiff kommt, ist ein mit Lorbeer bekränzter Held zu Pferd, der über das fliehende Glück sich beklagt. Hinter ihm ist eine

colossale Terme mit dem Januskopfe, links eine Menge

Volks, welches theils jammert, theils die Treppe zum Tempel des Janus hinansteigt. Am Rande der Barke sehr schwach geritzt: Rembrandt (undeutlich) f. 1633. Dieses Blatt ist in C. Herckmans Zeevaerts Lof, 1633 zu Amsterdam in folio gedruckt. H. 4 Z. 2 L., Br. 6 Z. 11 L. (Bei Sternberg ein ausgezeichneter Druck 3 Thlr. 20 gr.)

Die ersten Abdrücke sind um circa drei Linien breiter. Außerst selten.

Die Copie von F. Novelli ist von der Gegenseite,

(B. 113. C. 115.) Der Stern der heil. drei Könige, nach ei- ner Sitte in Holland. Den Stern trägt ein Mann auf dem Stocke und mehrere Zuschauer blicken nach ihm. Nachtstück von samtartiger Schwärze im alten Drucke. H. 3 Z. 6 L., Br. 5 Z. 3 L. (Bei Aretin 4 fl.)

Im späteren Drucke sieht man die starke Nadellarbeit

(B. 118. C. 120.) Die drei orientalisch gekleideten Figuren vor der Thüre eines flämändischen Hauses, welches links steht. Rechts oben steht verkehrt geschrieben: Rembrandt f. 1641. Breit radirt. H. 5 Z. 5 L., Br. 4 Z. 2 L.

Bartsch und Claussin beschreiben zweierlei Abdrücke von diesem Blatte,

  1. Der Baum am Hause, welcher über die Figuren empor- ragt, hat weniger Blätter. (Bei Sternberg 12 Thlr. 8 gr.)

II. Derselbe mit vielen Blättern,

Sardi hat dieses Blatt von der Gegenseite copirt, zwei andere gegenseitige Copien sind anonym.

  1. (B. 110. C. 121.) Die wandernden Musikanten, oder der blinde Leyermann, mit einem jungen Menschen, der den Dudelsack spielt. Er steht mit dem Hunde an der Schnur vor der Thüre eines Bauern. Höchst geistreich radirt. H. 5 Z. 1 L., Br. 4 Z. 3 L. (Im kräftigen wohl erhaltenen Drucke 3 — 4 fl.)

Saint Non hat dieses Blatt in Lavis-Manier copirt; eine zweite Copie hat Hertel's Adresse,

  1. (B. 120. C. 122.) Die kleine spanische Zigeunerin an der Seite einer Alten im Walde, nach einer spanischen Geschichte, welche sagt, dass eine Zigeunerin eine Prinzessin entführt habe, welche aber später ein Prinz wieder gefunden, H. 4 Z. 11 L., Br. 4 Z. 2 L.

(B. 121. C. 123.) Der Rattengiftverkäufer. Ein Alter, das Mäntelchen um und eine grosse Mütze auf dem Kopfe, und trägt auf dem Stocke einen Korb, an welchem mehrere Mäuse hängen. Ihn begleitet ein Knabe, der eine Schachtel mit Mäusegift trägt, wovon der Alte einem anderen gibt, der an der Thüre steht. Rechts in der Ferne ist ein Haus, und unten liest man in sehr kleinen Charakteren: Rt. 1632, die beiden letztern Zahlen verkehrt. H. 5 Z. 2 L., Br. 4 Z. 7 L.

Bartsch und Claussin kennen folgende Abdrücke:

  1. An den Bäumen neben dem Hause sind keine diagonalen Striche. Sehr selten. (Bei Sternberg 5 Thlr., bei Stengel 4 f. 50 kr.) II. Mit den diagonalen Linien.

Auf der gleichseitigen Copie liest man unten nach rechts: Rembrandt f. 1636. Die Hauptfigur ist auch einzeln von zwei Seiten copirt. Eine gegenseitige Copie hat Vischer's Adresse, und eine ähnliche in der Mitte den Namen Rembrandt. H. 5 Z. 4 L., Br. 5 Z. Die Copie mit Hertel's Adresse ist von der Seite des Originals, aber im andern Sinne jene v. F. Novelli.

(B. 122. C. 124.) Ein anderer Rattengift-Händler, sehr gekritzelt. Er hat seinen Stock mit dem Korbe, an welchem Ratten hängen, in die Erde gesteckt, und bietet einem von seiner Waare an. Dieses sehr seltene Blatt gibt vielleicht die erste Idee zum obigen. H. 4 Z. 7 L., Br. 3 Z.

(B. 123. C. 125.) Der kleine Goldschmied, ein Mann, so genannt, weil er eine kleine Figur der Charitas hält, und sie auf dem Amboss hämmert. Im Grunde links ist die Schmiede. Links unten steht ganz schwach: Rembrandt, Sehr geistreich radirt. H. 2 Z. 11 L., Br. 22.

Dieses Blatt ist im guten alten Abdruck sehr selten.

Man findet gewöhnlich retouchirte Abdrücke,

(B. 124. C. 126.) Die Blinden- oder Kuchenbäckerin, ein altes Weib mit der Pfanne, das sich unter mehreren anderen Figuren am bemerkbarsten macht. Im Vorgrunde fürchtet sich ein Kind vor dem Hunde. Unten in der Mitte: Rembrandt f. 1635. H. 4 Z. mit dem Rande, Br. 2 Z. 11 L.

Claussin beschreibt zweierlei Abdrücke:

I. Nur leicht im Umriss skizzirt, ohne Wirkung, aber äusserst zart und geistreich behandelt. Name und Jahrzahl steht bereits darauf. Bartsch kennt diesen Abdruck nicht.

II. Die vollendeten Abdrücke, wie man sie gewöhnlich findet.

Die gute gleichzeitige Copie ist von der Gegenseite, die Figuren nach links gerichtet. Sie hat J. de Raam's Adresse. Eine andere Copie ist links oben: Tom. II, rechts p. 122, bezeichnet. F. Novelli hat das Blatt von der Gegenseite copirt.

Die ersten Abdrücke kommen von der Platte mit dem Barte, und sind selten.

Es gibt eine sehr täuschende Copie, von Bartsch nicht ge- nannt. Der Schatten, welchen die Wurfschaufel macht, be- steht aus 21 Strichen, im Original nur aus sechs.

  1. (B. 126. C. 128.) Die Juden in der Synagoge, die meisten im Grunde, wo sich der Tempel perspektivisch hinzieht, vorn zwei größere Figuren, von welchen die eine einen Stock hält und die Rechte auf die Brust legt. Am Steine über dem Kopfe eines Alten liest man mit Mühe: Rembrandt f. 1648. Sehr schön und zart radirt. H. 2Z. 8 L., Br.
  1. 9 L.

Claussin bezeichnet im Supplement drei verschiedene Ab- drücke, während er früher nur von zweien wusste.

I. Der Mantel des Alten, der am linken Plattenrande steht, ist wenig überarbeitet, besonders unten, wo ein Theil ganz hell erscheint. Der rechte Fuss ist nur im einfachen Umriss, sehr viereckig, und der Schlagschatten zu den Füssen der zwei Figuren, die nach dem Grunde links gehen, fehlt. Sehr selten.

  1. Die hellen Theile des Mantels sind bedeckt, so wie der Fuss, und der Schlagschatten ist angebracht.

II. Der untere Theil des Mantels des Alten ist wieder licht, aber doch nicht so hell, wie im ersten Drucke. Der Grund rechts ist sehr schwarz, und der Jude, welcher zur Rechten eines anderen, ebenfalls vom Rücken ge- sehen, geht, hat das Gesicht etwas zurückgekehrt, so dass man es stark drei Viertel sieht, während er in den früheren Abdrücken im Profil erscheint. Das Gesicht des Juden am rechten Rande ist zusammengedrängt.

Es gibt auch eine gegenseitige Copie.

  1. (B. 127.) Die Alte, welche einem jungen Weibe den Nagel der grossen Zehe des rechten Fusses beschneidet, (la coupeuse d'ongles). Das Weib sitzt auf einer Erderhöhung in Mitte des Blattes. H. 4 Z. 7 L., Br. 3 Z. 6 L. (Klengel'sche Auction 7 Thlr. 14 gr., bei Aretin 10 fl.).

Claussin zählt dieses Blatt unter die zweifelhaften, Pieces dont, Nr. 3, und bezeichnet als erste Abdrücke, welche in der Wirkung schwach sind, jene, deren Plattenrand rauh und un- regelmässig erscheint. (Schätzung eines ausgezeichneten alten Druckes: 46 fl. 12 Kr.).

  1. (B. 128. C. 129.) Der Schulmeister, von einem alten Manne so genannt, welchen links fünf Kinder umgeben. Im Hause ist ein Weib mit einem Kinde, wovon man aber nur den Kopf sieht. An der offenen Thüre steht: Rembrandt f. 1641. Schön radirt. H. 3 Z. 6 L., Br. 2 Z. 3 L. Die Copie hat Hertel's Adresse.

  2. (B. 129. C. 130.) Der Charlatan. Er hält, nach rechts ge- richtet, einen Korb vor sich hin, und nimmt mit der Lin- ken von seiner Waare. Er trägt auch eine Tasche und einen Sübel. Zu seinen Füssen steht in grossen Zügen:

Rembrandt van Rijn, Paul. 509

Rembrandt f, 1635. Leicht und geistreich radiert. H. 2 Z. 10 L., Br. 1 Z. 4 L.

Novelli's Copie ist von der Gegenseite,

(B. 130. C. 1531.) Der Zeichner, ein junger Mann, rechts des Blattes, wie er beim Kerzenschein nach einer Büste zeichnet. Im Grunde ein Piedestal und ein Schrank. Wenig

vollendet und daher von keiner großen Wirkung. H. 3 Z., 6 L., Br. 2 Z. 5 L. ; H

(B. 131. C. 132.) Der Bauer mit Weib und Kind, ersterer mit dem Stocke in der Mitte, mit dem Buben zur Rechten, und links hinter ihm das Weib, welches nur im Umrisse radiert ist. Nur die Figur des Bauern ist etwas vollendet, mit einem kleinen Hut und mit Mantel versehen, und den Sack auf dem Rücken. Rechts ist ein Kopf angefangen. Flüchtig aber geistreich radiert. H. 4 Z. 2 L., Br. 3 Z. 5 L. I. Mit schmutzigem Grunde und unpolirtem Rande, II. Mit hellem, gereinigtem Grunde, - J. G. v. Vliet hat dieses Blatt von der Gegenseite copiert.

(B. 135. C. 133.) Der Jude mit der hohen, gleichbreiten Mütze nach rechts gerichtet. Er stützt die Rechte auf den Stock, und deutet mit der anderen. In der Mitte unten: Rembrandt f. 1639. Leicht und höchst geistreich behandelt,

H. 3 Z. 1 L., Br. 1 2 8 L.

Novelli's Copie ist von der Gegenseite.

(B. 131 C. 134.) Das Zwiebelweib (la femme aux ognons), ein altes Weib mit den blossen Füßen auf der, Wärm pfanne, rechts sitzend I., Links hängt ein Bund Zwiebel an der Mauer. Rechts nach oben, Rt. 1031. Dieses seltene Blatt ist sehr kühn radiert und etwas stark gezücht. H. 4 Z. 6 L., Br. 3 Z. . Bartsch und Claussin beschreiben zweierlei Abdrücke: I. Weniger bearbeitet, was besonders oben und unten be- merkbar ist. Ohne Monogramm und Jahrzahl. II. Mehr vollendet, mit Monogramm und Jahrzahl.

(B. 135. C. 135.) Der Bauer mit den Händen auf dem Rücken, in halber Figur nach rechts, im Wamse und mit einer Matrosen-Kappe. Der Grund ist weiss, links oben steht: Rt. 1651 H. 2 Z. 2 L., Br. 1 Z. 10 L.

Bartsch und Claussin unterscheiden vier verschiedene Ab- drücke:

I. Blosse Aetzung;

II. Die leichten Schatten auf dem Ellenbogen, welche im ersten Drucke nur aus einfachen Strichen bestehen, sind hier mit doppelten bedeckt. (Bei Aretin 7 fl. 3 kr.)

III. Der Schatten neben den Händen auf dem Hintern des

Bauern geht in einer Breite von mehr als vier Linien bis auf die Hälfte des Schenkels, während er in den beiden vorhergehenden Abdrücken ungefähr zwei Linien breit ist. Uebrigens ist in den früheren Exemplaren die Nase gespitzt, in diesem Drucke abgestumpft.

IV. Den Theil des Halses, welcher in den drei vorhergehen- den Abdrücken weiss ist, bedecken in diesem einfache Striche in diagonaler Richtung. An der Weste sind einige Striche hinzugesetzt, die bis an den ersten Knopf gehen.

Es gibt zwei gegenseitige Copien,

  1. (B. 136. C. 136.) Der Karten-Spieler, ein Mann in halber Figur, der sich mit den Karten in beiden Händen an den Tisch lehnt. Der Grund ist ganz beschattet, am stärksten rechts oben. Links in der Mitte liest man mit Mühe: Rem- brandt f. 1641. H. 3 Z. 5 L., Br. 3 Z. 11 L.

Im ersten Drucke vor der Retouche, die Watelet im Grunde vornahm.

  1. (B. 137.) Ein Alter mit dem Stocke, den Turban auf dem Kopfe, und in einen Mantel gehüllt. Sein Bart ist geringe, und die Figur von vorn gesehen, auf weißem Grunde, Dieses seltene Blatt ist mit Leichtigkeit behandelt; Claussin zählt es aber unter die zweifelhaften Blätter. Suppl. Pieces divers, Nr. 70. Er wundert sich sogar, dass Bartsch dieses Blatt dem Rembrandt zuschreiben wollte. Er hält die Zeich- nung für Eckhout's Werk. H. 5 Z. 1 L., Br. 4 Z.

  2. (B. 138. C. 137.) Der blinde Fiedler, von seinem Hunde ge- führt, und seine Schritte nach rechts richtend. Im Grunde links geht eine Alte in das Haus. In der Mitte unten: Rt. 1631 H. 2 Z. 4 L., Br. 2 Z. Bartsch und Claussin kennen zweierlei Abdrücke: I. Mit zarter und geistreicher Nadel radirt. Sehr selten. II. Mit dem Grabstichel retouchirt und von grösserer Schwärze, aber weniger geschätzt, da die Zartheit verloren gegangen ist; Novelli hat dieses Blatt copirt.

  3. (B. 139. C. 138.) Der Mann zu Pferde, mit einem Spiesse auf der linken Achsel, nach links gerichtet, und fast vom Rücken gesehen. Neben dem Pferde ist eine kleine Figur, die eine Feder auf der Haube trägt. Rechts oben in der Ecke steht verkehrt: Rt. H. 3 Z., Br. 2 Z. 2 L. Die alten Abdrücke erkennt man an der Unregelmässigkeit der Platte, deren Rand rauh und unpolirt erscheint. Es gibt eine gute Copie im Steindruck.

  4. (B. 140. C. 139.) Der Pole, im Profil nach rechts gewendet, die beiden Hände vor sich in einander gelegt, mit einer hohen Mütze bedeckt, und einen kurzen Mantel um. H. 1 Z. 9 L., Br. 3 Z. 10 L. In den ersten Abdrücken dieses zart radirten Blattes er- scheint die Form der Platte unregelmässig, und der Rand rauh. Diese Abdrücke sind selten.

  5. (B. 141. C. 140.) Der Pole mit Stock und Säbel, von der Seite gesehen, und nach links gerichtet. Er trägt einen kleinen Mantel und eine Feder auf der Haube. H. 3 Z., Br. 5 Z. 7 L. (Bei Aretin 6 fl.). Bartsch und Claussin bezeichnen zweierlei Abdrücke: I. Sehr leicht bearbeitet, und selten, II. Mehr überfärbt, besonders stark in den Schatten. Dann läuft mit den zwei Conturen des Stockes eine Linie parallel, die sich im ersten Drucke nicht zeigt.

  6. (B. 142. C. 141.) Der kleine Pole, im Profil nach rechts gerichtet, mit einer turbanartigen, mit einer Feder gezierten Haube. Er trägt einen Stock in der Linken. Unten steht: Rt. 1631 H. 2 Z. 2 L., Br. 9 L. Dieses Blatt ist von der grössten Seltenheit. Der Platten- rand ist uneben.

Pelzmütze bedeckt. Er trägt einen Gürtel um den Rock, die Hände sind nur umrissen. H. 22 Z. 8 L., Br. 12 Z. 8 L. Bartsch und Claussin beschreiben zweierlei Abdrücke:

I. Der helle Theil des Rückens und der untere Theil des Kleides sind nur einfach schattirt, die Halsbinde erscheint anz weiss; II. Die genannten Theile sind mit doppelter Schraffirung beschattet, das Halstuch ganz schwarz. Es gibt zwei gegenseitige Copien von diesem Blatte.

(B. 144. C. 143.) Der Bauer und die Bäuerin auf dem Wege, Letztere kränzt dem Kinde auf dem Rücken. H. 22 Z. 4L., Br. 12 Z. 6.

Es gibt von diesem Blatte eine sehr genaue Copie von S. le Gros: Man kennt sie vorn an dem Umrisse des aufge- schürzten Kleides der Alten. In der Copie ist der Contour kaum bemerkbar, im Original sehr scharf angegeben, wenn auch in der Mitte etwas unterbrochen. Bartsch fig. 4. Die Copie von Novelli ist von der Gegenseite.

(B. 145.) Der Astrolog, ein Alter mit langem weissem Barte schlafend am Tische, auf welchem man mehrere Bücher, einen Globus und ein Licht sieht. Links ist eine hohe Säule, und rechts ein Vorhang und ein Schrank. H. 22 Z. 2 L., Br. 4 Z. 4 L.

Claussin zählt dieses seltene, effektvolle Blatt zu F. Bol's

Werken, Nr. 141.

(B. 146.) Der Philosoph in seinem Zimmer, vor dem Tische stehend, die Linke auf dem Arm des Lehnstuhles gestützt und die Rechte auf den Tisch. Auf diesem ist ein offenes Buch, ein Globus und ein Licht, Links oben an der Mauer hängt eine Uhr. H. 22 Z. 8 L., Br. 52 Z. 11 L.

Dieses seltene Blatt ist sehr leicht radirt und von glänzen- der Wirkung, Claussin schreibt es aber dem F. Bol zu.

PL

(B. 147. C. 144.) Der Philosoph im Nachdenken, halbe Figur eines Alten mit grossem Barte, mit der Linken das Buch, in der Rechten die Feder haltend. Er sitzt vor dem Tische, auf welchem ein sehr schwach ausgedrückter Globus steht. Dies ist nur eine leichte, aber seltene Skizze. H. 4 Z. 11 L., Br. 3 Z. 11 L. (Bei Aretin 14 fl.).

(B. 148. C. 145.) Ein Mann, dem rechtsstehenden Tische gegenüber sitzend, im Nachdenken begriffen, und die linke Hand an die Stirne gelegt (homme méditant). Auf dem Tische liegt ein offenes Buch und darüber ist an der Mauer

_ die schwach brennende Lampe angebracht. Dieses Blatt ist

sehr schwarz gehalten, von guter Wirkung des Helldunkels. Bartsch und Claussin bezeichnen vier verschiedene Ab- drücke:

I. Die Flamme der Lampe ist breit, und der ganze Gegen- stand sehr im Nebel.

II. Die Flamme der Lampe ist kleiner, der Hintergrund, so wie die Figur, sind etwas heller und der Gegenstand ist deutlicher.

Seine Hauptwerke sind: "L'artiste et la muse", "Le vieillard et la science", "Le savant et le génie", "Le vieillard et la peinture", "Le vieillard et la musique", "Le vieillard et la philosophie", "Le vieillard et l'histoire", "Le vieillard et la guerre", "Le vieillard et la chasse", "Le vieillard et la pêche", "Le vieillard et la navigation", "Le vieillard et l'astronomie", "Le vieillard et l'agriculture", "Le vieillard et la médecine", "Le vieillard et la jurisprudence", "Le vieillard et la théologie", "Le vieillard et la physique", "Le vieillard et la chimie", "Le vieillard et la botanique", "Le vieillard et la zoologie", "Le vieillard et la minéralogie", "Le vieillard et la météorologie", "Le vieillard et la géologie", "Le vieillard et la physique du monde", "Le vieillard et la physique céleste", "Le vieillard et la physique terrestre", "Le vieillard et la physique de l'eau", "Le vieillard et la physique du feu", "Le vieillard et la physique de l'air", "Le vieillard et la physique de la terre", "Le vieillard et la physique des plantes", "Le vieillard et la physique des animaux", "Le vieillard et la physique de l'homme", "Le vieillard et la physique de la société", "Le vieillard et la physique de la famille", "Le vieillard et la physique de l'éducation", "Le vieillard et la physique de la religion", "Le vieillard et la physique de la morale", "Le vieillard et la physique de l'histoire", "Le vieillard et la physique de la politique", "Le vieillard et la physique de la guerre", "Le vieillard et la physique de la paix", "Le vieillard et la physique de la justice", "Le vieillard et la physique de la loi", "Le vieillard et la physique de la punition", "Le vieillard et la physique de la récompense", "Le vieillard et la physique de la mort", "Le vieillard et la physique de la résurrection", "Le vieillard et la physique du jugement dernier", "Le vieillard et la physique du paradis", "Le vieillard et la physique de l'enfer", "Le vieillard et la physique de la vie éternelle", "Le vieillard et la physique de l'immortalité de l'âme", "Le vieillard et la physique de la providence", "Le vieillard et la physique de la grâce", "Le vieillard et la physique du péché", "Le vieillard et la physique de la repentance", "Le vieillard et la physique de la grâce de Dieu", "Le vieillard et la physique de la charité", "Le vieillard et la physique de la foi", "Le vieillard et la physique de l'espérance", "Le vieillard et la physique de l'amour", "Le vieillard et la physique de l'espérance", "Le vieillard et la physique de la patience", "Le vieillard et la physique de l'humilité", "Le vieillard et la physique de la simplicité", "Le vieillard et la physique de la douceur", "Le vieillard et la physique de la modération", "Le vieillard et la physique de la tempérance", "Le vieillard et la physique de la sobriété", "Le vieillard et la physique de la continence", "Le vieillard et la physique de la chasteté", "Le vieillard et la physique de la virginité", "Le vieillard et la physique de la pureté", "Le vieillard et la physique de la sainteté", "Le vieillard et la physique de la béatitude", "Le vieillard et la physique du ciel", "Le vieillard et la physique de la terre", "Le vieillard et la physique de la mer", "Le vieillard et la physique de la montagne", "Le vieillard et la physique de la vallée", "Le vieillard et la physique de la forêt", "Le vieillard et la physique de la campagne", "Le vieillard et la physique de la ville", "Le vieillard et la physique de la mer", "Le vieillard et la physique de la montagne", "Le vieillard et la physique de la vallée", "Le vieillard et la physique de la forêt", "Le vieillard et la physique de la campagne", "Le vieillard et la physique de la ville". I. Du Flamme der Lampe ist ganz dunkel, im ersten Ucke, der vor mit dem Hintergrunde zu-

ummengeßouen. So dass man tunq Faltep mehr sieht.

er ist in der gesseitigen Copie. kommt die Beleuchtung "e" oder "c" wb 'lmlß. ine solche hat Hertel gekräsel.

  1. (B !ä9 *C 146) Der alte Gelehrte mit weissem, theils stump- fem Barte (vieillard homme de lettres).. Er sitzt nach rechts gewendet im Sessel vor dem Buch, den rechten Arm — mit der Feder auf ein grosses offenes Buch, welches neben anderen auf dem Tische liegt, ist nur im Umriss, im Grunde links kreuzen auch Verschiedene Striche.

Es ist diess im allgemeinen nur eine Skizze, aber von gross- artigem Charakter, und äusserst selten. H. 8 Z. 9 L., Br. 7

  1. (B. 150» C. 147.) Ein stehender, noch rückwärts anliegender Greis, ohne Bart, in einem reichen Mantel, mit eigen schma- len Hute auf dem Kopfe. Links oben: Rt. 16., H. 2 Z. 4 L., Br. 1 Z. 6 L.

Bartsch und Claussin bezeichnen sieben verschiedene Ab- drücke, von denen die Hälfte wohl nur als Probedrücke zu beirachten, die beiden letzteren als die vollendeten angesehen werden können

  1. Die Platte ist grösser, 2 Z. 10 L. hoch und 3 Z. 10 breit. Die Figur ist blos umrissen, und der Grund weitgehend bearbeitet. II. Die Platte hat dieselbe Grösse, die Figur ist ebenfalls nur umrissen, aber der Hintergrumd oben mehr be- schattet. . III. Die Platte ist kleiner, der Mantel des Greises nur auf der ersten Falte beschattet, und seine Beine und seine Füße oben. Der Hintergrund ist weiss, wie in allen folgenden Abdrucken. IV. Die Figur wie oben III., aber mehr überarbeitet. Auch die Beine sind mit mehreren Schraffirungen zugedeckt. V. Die Füsse, besonders der rechte, sind besser bestimmt. VI. Man sieht eine Falte mehr am Mantel, welcher mit Strichen bedeckt ist. Es ist auch mehr Schraffirung auf den Beinen. ; VII. Der Mantel, welcher noch mehr überarbeitet ist, hat nur vorne Licht. Die Falte unter der linken Hand ist weggenommen. (Bei Aretin 3 fl. 36 kr.). '
  1. (B. 451 C. 148:) Der Alte mit dem kurzen Barte (vieillard à la courte barbe), gekrümmt und an eine Erderhöhung ge- lehnt, wie er sich mit beiden Händen an seinem Stück halt, Das Kopf ist in Dreiviertelansicht und mit einer Haube be- deckt, Figur nach rechts gewandt und rohen das Zeichen
  2. (B. 152 C. 149.) Der Perser, ein Greis mit grossem Barte, kleidet mit Pelz und mit einer Feder gezierten Hut auf dem Kopfe. Der Körper ist von vorn zu sehen, und in einen aufgeschürzten Mantel gekleidet. Er trägt ein Band oder Kette mit daran hängendem Medaillon. In der Rechten hält er den Stock. Unten nach der Mitte hin: Rt. 163. Die beiden letzten Zeichen verkehrt. Schön radirt. H. 4 Z.,

Br. 2 Z. 11 L.

I. Die Platte ist grösser, rechts um circa drei Linien breiter, weniger überarbeitet, und die übrigens äusserst seltenen Abdrücke sehr schwach.

Die Platte rechts beschnitten, und die Figur vollendet in Mitte der Platte. Die guten Exemplare sind sehr selten, und an dem unreinen Rande erkennbar.

Dieses Blatt wurde auch copirt, und zwar von der Gegenseite. Eine Copie ist mit „Rembrandt 1632", die andere mit „H. de Ram excud." bezeichnet. Cumano hat das Blatt ebenfalls von der Gegenseite copirt.

  1. (B. 153. C. 150.) Der blinde Mann vom Rücken zu sehen (aveugle vu par le dos), mit einer Pelzhaube auf dem Kopfe und Pantoffeln an den Füssen. Mit der Linken hält er sich an den Stock. Er ist vor einer Thüre placirt, die er mit der rechten Hand berührt. H. 2 Z. 11 L., Br. 2 Z.

Bartsch und Claussin beschreiben folgende Abdrücke:

I. Die Platte ist grösser, 3 Z. hoch und 2 Z. 6 L. breit. Der Grund ist Architektur, mit unbestimmten Zügen an- edeutet. Äusserst selten. II. Die Platte ist kleiner, die Figur und das Thor lichter, als im folgenden Drucke. III. Thor und Figur mehr beschattet.

  1. (B. 154. C. 151.) Zwei Venetianer, neben einander nach links gehend, und in lange Mäntel gehüllt. H. 3 Z. 6 L., Br. 2 Z. 2 L.

Von der grössten Seltenheit.

(B. 155. C. 152.) Der Arzt, welcher dem Kranken den Puls

fühlt, beide in halber Figur, der letztere vom Rücken ge-

sehen, und ersterer demjenigen ähnlich, welcher im Tode der heil. Jungfrau erscheint, nur von der Gegenseite. Äusserst

selten. H. 22.7 L., Br. 2 Z.

  1. (B. 156. C. 153.) Der Schlittschuhläufer, ein holländischer Bauer, mit einer platten Haube auf dem Kopfe und einem Stocke auf der Achsel. Sein Lauf geht nach fm. H. 2 Z. 35 L., Br. 2 Z. 2 L.

Dieses seltene Blatt ist sehr leicht mit der trockenen Nadel behandelt, aber immer schwach im Drucke. Die guten Ab- drücke kommen von der bartigen Platte, wo namentlich der rechte Fuss sehr schwarz ist.

  1. (B. 186. C. 183.) Das französische Modebette (le lit à la francaise), in Holland „Ledikant" (grosses Ehebette) ge- nannt. Man bemerkt auf diesem mit Vorhängen umgebenen Bette einen Mann und eine Frau in unschicklicher Stellung. Das Weib hat vier Hände, da Rembrandt bei einer Abän- derung das Frühere nicht auskratzte. Dieses Blatt ist von äusserster Seltenheit. H. 4 Z. 8 L., Br. 6 Z. 6 L.

Bartsch und Claussin bemerken folgende Abdrücke:

I. Die Platte ist um 1 Z. 9 L. breiter. Sie hat oben einen Rand, der einen Zoll hoch und ganz weiss ist. Äusserst selten. (Winkler'sche Auction 100 Thlr. 4 gr.).

*) Damit beginnen Bartsch und Claussin die Reihe der unsitt- lichen Darstellungen, die indessen bei weitem nicht so an- stössig sind, als die Obscönitäten des folgenden Jahrhunderts,

Nagler's Künstler - Lex. Bd. XIII. 33

_ 1. Die Platte ist links abgeschnitten, so gross, wie oben

Nr. 262 angegeben. Der Name Rembrandt's wurde her- ausgeschnitten. Die Abdrücke sind graulich und ohne Kraft. 1

(B. 187. C. 184.) Der Mönch im Getreidfelde oder im Korn, wo eine unsittliche Handlung vorgeht. In Holland rubricirt man dieses Blatt: Munnckje in t'riet, in Frankreich: le moine dans le ble. H. 1 Z. 10 L., Br. 2 Z. 5 L. 1

Es gibt eine täuschende Copie, die man an der Linie er- kennt, die unten am Rande quer über läuft; wenn aber diese abgeschnitten ist, muss man rechts in der oberen 'und unteren Ecke Untersuchung anstellen, Bartsch kommt durch Fig. 9 zu Hülfe.

  1. (B. 188. C. 185.) Der Eulenspiegel, ein Bauer mit der Eule

auf der Schulter, auf dem Bauche liegend. Er bläst die Flöte, blickt aber der Hirtin, die rechts am Walde in seiner Nähe einen Blumenkranz macht, lüstern zwischen die Beine, In der Mitte unten: Rembrandt f. 1642. H. 4 Z. 3 L.,

Bartsch und Claussin beschreiben von diesem seltenen Blatte folgende Abdrücke, letzterer bezeichnet sie aber genauer.

I. Man sieht oben, gegen die Mitte, einen Kopf zwischen den Bäumen neben dem Stabe des Schäfers. Der Theil des Felsens um den Hut der Schäferin herum, ist hell. Ohne Namen und Jahrzahl, und von grösster Seltenheit.

II. Die Partie der Landschaft um den Hut der Schäferin ist sehr beblättert, ohne Schraffirungen. Unten ist Na- men und Jahrzahl. Sehr selten.

III. Der bezeichnete landschaftliche Theil ist mit Schraffir- ungen versehen, und die Pflanzen links unten im Vor- grunde sind besser gezeichnet. Sehr selten. C. 4, (Bei Aretin 6 fl.).

IV. Der Kopf zwischen den Bäumen fehlt. Der Stamm des Baumes, so wie dessen Schlagschatten, sind viel dunkler. Der Schatten hinter der Schäferin, gegen den linken Plattenrand, der in den vorhergehenden Abdrücken nur mit einer, einfachen Schraffirung bewirkt ist, zeigt sich

mit vielen Schraffirungen zugedeckt. Die Pflanzen unten sind von anderem Charakter. 1

Von diesem Blatt gibt es wenigstens zwei Copien, die

eine ist von der Gegenseite und ohne Namen, die Thiere erscheinen links. Die zweite ist von Cumano.

(B. 189. C. 186.) Der am Fusse eines Baumes schlafende Alte (le vieillard endormi). Links vorn betastet ein junger Mann ein Mädchen, im Grunde sieht man zwei Kühe. H. In:; den ersten, äusserst seltenen Abdrücken dieses geist- reichen Blattes zeigt sich, dass die Platte nicht des Bartes beraubt war. Diese Abdrücke sind von glänzendem Tone. (Bei Aretin 13 fl. 30 kr.)

Die guten Abdrücke dieses sorgfältig radirten und seltenen Blattes sind am Rande etwas unrein. Die sehr täuschende Copie unterscheidet man am leichtesten durch Bartsch Fig. 10. F. Novelli hat das Blatt von der Gegenseite copirt, so wie Vivares,

: 267) (Bd. 191. C. 188.) Das pissende Weib, eine Bäuerin am Fusse eines Baumes hingekauert. Unten im kleinen Rande: Rt. 1631. H. 3 Z., Br. 2 Z. 4 L. Die ersten, sehr seltenen Abdrücke sind im Grunde unrein. — 268) (Bd. 192. C. 189.) Der Zeichner nach dem Modell, dies ein nacktes Weib, welches rechts steht und vom Rücken zu sehen ist. Links sitzt der Zeichner, im Grunde rechts ist eine Frauenhüst auf dem Piedestal und im Mittelgrunde ein Bild auf der Staffelei. Rembrandt vollendete nur den oberen Theil der Platte, das Uebrige ist nur angelegt. 11 8 Z., Br. 6 1/2 Z. 8 L.

Claussin beschreibt zweierlei Abdrücke von diesem, auch unter dem Namen Pygmalion bekannten Blatte:

I. Die Staffelei ist ganz hell, und alle Theile, die nur umrissen sind, lassen die Eindrücke des Arztes erkennen. Von der grössten Seltenheit.

II. Die Staffelei ist beschattet, und fast Alles, was mit der Schneidnadel gezeichnet ist, ist mit dem Stichel vom Barte befreit.

Denon hat dieses Blatt copirt, so wie ein Anonymus,

  1. (Bd. 195. C. 190.) Ein sitzender nackter Mann, mit auf den Knieen verschlungene Händen, von vorn gesehen, eine akademische Figur. Links unten: Rembrandt f. 1646. H. 6 Z. 1/2 L., Br. 3 Z. 7 L.

Im ersten Drucke findet man nach Claussin im Grunde nach oben nur einige Spuren des Bartes, und so muss die Platte später mit der trockenen Nadel übergangen worden seyn.

Es gibt auch Contra-Drücke des Originals.

  1. (Bd. 194. C. 191.) Ein männlicher Akt links vorn sitzend, das rechte Bein ausgestreckt. Dahinter steht ein anderer Mann, und im Grunde sitzt ein Weib auf dem Zeltgange mit einem Kinde im Gehwagen. H. 7 Z. 3 L., Br. 8 L.

Claussin kennt zweierlei Abdrücke:

I. Weniger bearbeitet, vorzüglich in den Schattentheilen der nackten Figuren, und im Schlag Schatten der sitzenden Figur. Sehr selten. II. Alle Schattentheile der nackten Figur, so wie der Schlag Schatten der sitzenden sind stärker und bestimmter angegeben; diese Abdrücke sind auch von grösserer Wirkung. Es gibt eine gegenseitige anonyme Copie.

  1. (Bd. 195. C. 192.) Die Badenden. Rechts in der Ferne sieht man einen Mann bis an die Knie im Wasser und in der Mitte des Vordergrundes scheint ein anderer aus dem Wasser gekommen. Links am Rande ist ein Mann hingekauert,

Rembrandt van Rijn, Paul. | und unten steht: Rembrandt f. 1631. H. 4 Z. 1 L., Br. 5 Z. 0 L. G. 20 fl. 10 gr. Die ersten Abdrücke sind nach Claussin jene, welche oben gegen die Mitte hin keinen runden Flecken zeigen, den

man später bemerkt. (Bei Sternberg ein selten schöner Druck 4 Thlr. 12 gr.). »

(B. 196. C. 103.) Ein nackter, rechts auf der Erde sitzender Mann (Akt), wie er sich auf die linke Hand stützt und das linke Bein ausstreckt. H. 3 Z. 7 L., Br. 6 Z. 3 L.

Die seltenen ersten Abdrücke kommen von der mit Bart belasteten Platte. „

Die gegenseitige Copie hat Hertel's Adresse.

(B. 197. C. 194.) Das in einem Zimmer am Ofen stehende Weib, welches bis an die Hälfte des Körpers bloss ist. Der Ofen ist rechts im Grunde, an dessen Rohre man „Rem- brandt f. 1658" liest. In Halland nennt man dieses Blatt:

Het Vroutje van de Kaagel. H. 8 Z. 5 L., Br. 6 Z. 10 L.

(Die ersteren Abdrücke wurden theuer bezahlt. Für den vierten noch 17 fl. und darüber).

Bartsch und Claussin beschreiben vier verschiedene Ab- drücke, kennen aber keinen fünften,

I. Das Weib hat eine weisse Haube auf dem Kopfe, der an der Ofenröhre befestigte Schlüssel ist, nur mit einer einfachen Schraffirung beschattet, und der Hintergrund in der Gegend von des Weibes Kopf ist minder bear- beitet. Höchst selten.

II. Der Schlüssel ist stärker bearbeitet, so wie auch der ge- nannte Theil des Hintergrundes.

III. Der Schlüssel ist weggenommen.

IV. Das Weib ist ohne Haube, der Schlüssel aber wieder hinzugefügt.

V. Die Platte verkleinert, so dass blos der obere Theil der Frau zu sehen ist. Im Hintergrunde rechts, zwischen dem Profil derselben nach dem Ofen, sieht man einen indecenten Gegenstand. |

Die Copie von Cumano ist von der Gegenseite.

(B. 108. C. 105.) Ein dickes nacktes Weib, welches auf einer mit einem Tuche belegten Erderhöhung sitzt. Sie

lehnt sich auf den rechten Arm und reicht mit dem anderen

weiter hinauf, wo das Hemd liegt. Dieses Blatt ist im guten Drucke selten. H. 6 Z. 6 L., Br. 5 Z. 11 L. Wenzel Hollar hat dieses Blatt trefflich copirt. J. Glaser hat dieses Blatt ebenfalls copirt und den Engel des jungen Tobias von Elsheimer hinzugefügt.

(B. 190. C. 106.) Das alte Weib im Bade, eine hässliche Gestalt, im Körper fast en face, der mit der Nachthaube bedeckte Kopf im Profil nach rechts. Zu ihrer Linken ist ein runder Hut. Links oben an der Cornische: Rembrandt f. 1658. H. 5 Z. 10 L., Br. 4 Z. 8 L.

Bartsch und Claussin bezeichnen zweierlei Abdrücke die- ses seltenen Blattes.

I. Die Haube des Weibes ist hoch. Bartsch fig. 11., An- leitung fig. 111.

II. Die Haube ist niedrig, die Schatten sind hart und trocken,

da die Platte des Bartes beraubt wurde, dessen Eindruck dem Ton der ersten Abdrücke so frisch machte.

wie es die Füsse in das Wasser hält. Der Körper ist fast von vorne genommen, der mit einer Nachthaube bedeckte Kopf nach links gedreht. Das Hemd liegt an ihrer rechten Seite. Links oben in der Ecke: Rembrandt f, 1658. H.

(B. 202. C. 109.) Das Weib mit dem Pfeil (femme & la flèche). Sie sitzt nackt auf dem mit Vorhängen umgebenen Bette und zeigt den Rücken. Den Pfeil hält sie mit der Rechten, das Hemd bemerkt man vorn an der Bettlade, und darunter liest man mit Mühe: Rembrandt f. 1661. H. 7 Z.

2 L., Br. 4 Z. 7 L.;

I. Die ersten Abdrücke sind von der bartigen Platte ge- nommen, frischer von Ton als die gewöhnlichen. Name und Jahrzahl sind sehr schwach gezeichnet, nach rechts hin sind einige ganz lichte Stellen, C. I. Suppl. II; Der Name ist besser ausgedruckt, nur die Jahrzahl noch schwach. Die lichten Stellen sind gedeckt. C. II. Suppl.

(B. 204. C. 201.) Ein schlafendes Weib, nackt auf dem Bette liegend (femme nue dormant), wahrscheinlich Antiope, weil

man im Grunde die halbe Figur eines Satyr bemerkt, wie er sich mit der Rechten an das Bett lehnt, und mit der an- deren den Vorhang lüftet. An der Bettlehne steht: Rt. Diese

Darstellung kommt nie unter dem Namen von Jupiter und Antiope vor, wie Nr. 218. H. 3 Z., Br. 4 Z.

a galbath beschreibt zwei, Claussin drei verschiedene Ab- drücke:

I. Das Tuch, welches die Beine der Schlafenden bedeckt, geht nur bis gegen das Knie herauf. Die Platte ist un- regelmässig in der Form und rauh am Rande. Das Monos ramm fehlt. Von äusserster Seltenheit. C. I.

II. Wenig unterschieden, nur ist das Zeichen Rt. an der Lehne. C. II. (Bei Aretin 3 fl. 10 kr.)

I, Das Tuch geht bis auf die Schenkel, die Platte ist regel- mässig beschnitten und der Rand polirt. B. II. C. II.

(B. 205. C. 202.) Die auf dem Bette liegende Negerin, vom Rücken zu sehen, nach der Länge der Platte hin, wahr- scheinlich so genannt, weil das Ganze sehr dunkel gehalten ist. Links unten: Rembrandt 1658. H. 3 Z., Br. 5 Z. 11 L. Hertel's Copie ist von der Gegenseite, .

Der Sänger, stehend mit einem Blatte in den Händen, und gegenüber, rechts des Blattes ein Alter mit dem Stocke in seiner Linken bei einem Knaben, welcher vom Rücken zu sehen ist. Eine andere Figur erscheint undeutlich, so wie überhaupt das Ganze nur sehr leicht skizzirt ist. H. 4 Z. 2 L., Br. 4 Z. 9 L.

Dieses Blatt schreibt man nach Bartsch. P. gr. V. pag. 236 Nr. 27 gewöhnlich dem C. Bega zu, obgleich es in der Be- handlung an jenen Meister gar nicht erinnert. Auf diesen Irrthum macht der Verfasser des Cataloges der Sammlung von J. P. Ceroni, welche 1827 in Wien versteigert wurde, (Artaria et Comp.) aufmerksam. In dieser Sammlung war ein Abdruck, unbestreitbar ein erster und vielleicht einziger, der rechts unten in der Ecke mit Rt. bezeichnet ist.

B.

Rembrandt van Rijn, Paul.

VII. Bettler und Bettlerinnen. (B. 160. C. 157.) Der Bettler im Lehnstuhle, nach rechts gerichtet, mit Kahlkopf und spärlichem Barte, die Hände gefaltet. Das Gewand ist leicht behandelt, nur der Stuhl schattirt, alles Uebrige weiss; sehr geistreich radirt und sehr selten. H. 4 Z. 9 L., Br. 3 Z. 3 1/

(B. 161. C. 158.) Der Bettler und sein Weib, ersterer mit dem Korbe auf dem Rücken, und einem langen Stecken, Das Weib geht an seiner Seite, mit der Linken das Kind führend. Der Grund ist weiss, oben und rechts eine Art Grotte angedeutet. Dieses Blatt ist äusserst selten. H. 2 Z. 5 L., Br. 2 Z. 7 L.
(B. 162. C. 159.) Ein stehender zerlumpter Bettler in Dreiviertelansicht mit beiden Händen auf den Stock gestützt. Er hat eine grosse Pelzhaube auf. Der Grund ist hell, bis auf einen kleinen Hügel links unten. Ohne Namen und Jahr- zahl, fast nur Umriss. H. 5 Z. 9 L., Br. 4 Z. 5 L. Claussin beschreibt folgende Abdrücke:

  1. Die erste Platte ist in der Form unregelmässig und am Rande rauhf
  2. Regelmässig beschnitten und am Rande polirt. M. le Comte und Sardi haben dieses Blatt von der Gegenseite copirt. (B. 163. C. 160.) Ein stehender Bettler mit hoher Mütze und die Lumpen um die Mitte zusammengegürtet, im Profil nach links, mit dem Stocke in der Rechten. Dieses geschmackvoll behandelte Blatt ist ohne Namen und Jahrzahl. H. 2 Z. 2 L., Br. 1 Z. 9 L. (B. 164. C. 161.) Der alte Bettler und sein Weib einander gegenüber, der erstere rechts in der Linken den Stock, das Weib beide Hände auf den Stock gestützt. Der Grund ist weiss, und links unten steht: Rt. 1650. H. 2 Z. 11 L., Br. 27.5 L.

In den alten Abdrücken ist der Grund, so wie der Rand der Platte unrein. Die Copie von F. Vivares ist von der Gegenseite, so wie eine zweite ohne Namen.

(B. 165. C. 162.) Zwei Bettler, Mann und Weib hinter einem sehr beschatteten Hügel links des Blattes. Der Mann auf den Stock gelehnt, ist vorn, hat eine Pelzmütze auf, den Mund offen und einige Haare am Kinn. Das Weib, im Profil, trägt eine Art niederen Hutes über der auf ihren Hals herabfallenden Haube, und beide Hände stecken unter der Schürze. Geistreich und leicht radirt, auf weissem Grunde. H. 3 Z. 7 L., Br. 2 Z. 6 L. Bartsch und Claussin kennen zweierlei Abdrücke von diesem sehr schön radirten, aber sehr seltenen Blatte. I. Die Platte ist grösser, so wie der Felsen links. Rechts unten steht das Zeichen R. H. 4 Z. 3 L., Br. 3 Z. 1 L. Der Rand ist sehr rauh. II. In derselben Grösse, alle jene Theile überarbeitet, welche im ersten Drucke nur im Umriss und schwach sich zeigen
Die Platte kleiner, der Hügel von anderer Gestalt und weit mehr schattirt. Rembrandt's Monogramm ist ausgekratzt. Wenn der Hügel durch die Eindrücke des Bartes

recht färbig ist, sind es die besseren Exemplare, (Bei Sternberg 4 Thlr.) IV. Der Umriss des Felsens ist weniger bestimmt, und er- hielt dadurch wieder eine andere Gestalt. Bartsch fig. 6. — Anleit. fig. 110. Die rechte Seite des Mannes, der linke, vom Mantel herabhängende Aermel, und der Backen des Weibes sind mit Schatten bedeckt,

  1. (B 160. C. 103.) Ein Bettler in Callot's Geschmack, im Pro- fil nach rechts. Er ist zerlumpt, mit einer hohen Mütze be- deckt, und die Rechte reicht aus dem Mantel. heraus, um den Stock zu führen. Seine Knie sind gebogen und der

Rücken gekrümmt. H. 32.4L., Br. 1 Z. ?i

Dies ist eines der seltensten Blätter des Meisters und in

folgenden Abdrücken vorhanden, die Bartsch und Claussin

beschreiben:

I. Die Platte ist grösser, 3 Z. 7 L. hoch, und 1 Z. 7 L. breit. Die Schatten sind nur mit einer einfachen Schraf- fierung gegeben, ausgenommen auf dem rechten Schenkel

I derfigur

II. Ebenso hoch, die Schatten mit sich kreuzenden Stri- chen gegeben, welches man am besten am untersten Theile des Mantels und auf der Wade des rechten Beines bemerkt.

III. Der hängende Aermel, welcher auf den obigen Abdrücken ganz weiss ist, erscheint hier mit einer dreifachen Schraf-

fung gedeckt.

IV. Dieser Aermel ist mit doppelter Schraffirung gedeckt

und so dunkel, dass man weder die Einfassung, noch das Ende desselben wahrnimmt. Die Haube, welche früher vorn in der Höhe eine Spitze hat, ist in diesem Abdrucke ganz abgerundet. Übrigena ist die Platte auch kleiner.

  1. (B. 16'2' C. 164.) Der Bettler mit dem unten au&zackten, zerrissenen Mantel (& manteau d&chiquet), ebenfalls im Ge- schmacke Callot's. Er trägt eine spitzige Haube auf dem

Kopfe, und ist im Profil nach rechts gerichtet. Der Grund

erscheint rechts fast weiss, links beschattet. Links unten:

Rt. 1631. H. 3 Z. 1ı L., Br. 1 Z. 5L.

Bartsch und Claussin beschreiben von diesem sehr seltenen Blatte drei verschiedene Abdrücke. I. Das Gesicht und das rechte Bein ist weiss. II. Beide mit einer einfachen Schraffirung bedeckt. III. Diese Theile mit Kreuzstrichen bedeckt. 290) (B. 168. C. 165.) Das alte Bettelweib mit der Kürbisflasche

(& la calebasse), der Kopf im Profil und der Körper fast

vom Rücken gesehen. H. 3 2Z2. 7 L., Br. 1 Z. 8 L. .

Claussin beschreibt zweierlei Abdrücke von diesem im Tone harten Blatte:

I. Die Platte ist nicht regelmässig beschnitten und rauh am Rande. Die Figur ist weniger bearbeitet und deren Schlagschatten mit einfacher age bewirkt. Unten am Rande fehlt die horizontale Linie. Acusserst selten.

II. Die Platte ist regelmässig von Form, der Rand eben, die Figur und deren Schatten überarbeitet, und die unten horizontal gezogene Linie bildet einen Rand,

  1. (B. 169. C. 16%) Ein stehender Bettler, der Kopf im Profil und der gekrümmte Leib nach links gerichtet. Er hat eine

Pelzhaube auf und den Stock in beiden Händen, rechts oben ist Rt. ganz fein geritzt, Dieses Blatt ist sehr selten.

/ 1 M 1 Z., Z., 8 L.

(B. 170. C. 167.) Die alte Bettlerin, im Profil nach rechts, wie sie die Rechte nach Almosen ausstreckt, und in der Linken den Stock hält. Unten steht: Rembrandt f. 1646 H. 3 Z., Br. 2 Z. 4 L.;

Die ersten Abdrücke dieses sehr guten und zart radirten Blattes kommen von der unregelmässigen Platte, deren Rand auch sehr rauh, unpoliert ist.

(B. 171. C. 168.) Lazarus Klap, oder der stumme Bettler mit

einer Klapper in der Hand. Er sitzt, mit dem Stocke zwi-

schen den Beinen auf einer Erdscholle, hat einen grossen

Mantel um und eine spitzige Haube auf. Oben nach links:

Rt. 105. H. 2 2 Z. 3 L., Br. 3 2. 2 L. |

Bartsch und Claussin beschreiben drei verschiedene Ab- drücke.

I. Die Platte ist grösser, 3 Z. 5 L. hoch und 2 Z. 4 L. breit. Der Kopf, so wie der Rand des Mantels, wel-

cher über die linke Achsel hinaufgeschlagen ist, sind fast licht;

II. Das Gesicht mit einer doppelten Schraffierung bedeckt.

Der Schatten, welcher gegen die Lichtbogen des linken Armes ein Loch im Mantel vorstellt, ist weggenommen. III. Die Platte hat die gewöhnliche Grösse, der Teil des Hinterhalses, so wie der aufgestürzte Flügel des Mantels sind beschattet. Der Erdhügel, hell in den beiden vor- hergehenden Abdrücken, ist hier ganz beschattet. (B. 172. C. 169.) Der Bauer in zerlumpter Kleidung, mit einem Häubchen auf dem Kopfe, von vorn gesehen, und

etwas nach links gerichtet. Er hat beide Arme auf den

Rücken gelegt, und hält den Stock in den Händen. Dieses Blatt ist zart und geistreich radirt. H. 3 Z. 5 L., Br. 2 Z.

7 L. Bartsch und Claussin beschreiben folgende Abdrücke:

I. Die Platte ist rechts, wo der Baumstamm ist, um 3 L. breiter. Sehr selten,

II. Die Platte ist schmäler geworden, aber dabei fiel der Baum weg. Die Figur ist mehr überarbeitet, der Grund leicht gefärbt und der Rand schmutzig. (Bei Aretin 4 fl.)

III. Die Platte ist 2 Z. 3 L. breit, und die Hose unter der linken Hüfte mehr überarbeitet.

(B. 173. C. 170.) Der Bettler mit der Gluthpfanne auf dem Schoosse an einer Mauer sitzend. Er wärmt sich die Hände, und Stock und Korb liegen neben ihm auf dem Boden. H.

Die ersten Abdrücke dieses leicht und sehr geistreich ra- dirten Blattes erkennt man an der Unregelmässigkeit der Platte, deren Rand rauh ist. Sie sind rechts um zwei Linien höher als links;

Es gibt eine anonyme Copie von der Originalseite, dann zwei andere von Novelli und Vivares.

(B. 174. C. 171.) Der auf einem Hügel sitzende Bettler, im bloßen Kopfe und mit kurzen gekräuselten Haaren, der Physiognomie nach dem Rembrandt ähnlich, nur ist das

II. Der Schatten am Rücken retouchirt, und unten nach links steht: Rembrandt f; Die Copie von Cumano ist gegenseitig. Auch das Mo- nogramm fehlt nicht,

  1. (B. 175. C. 172.) Der sitzende Bettler mit dem Hunde zur

Seite, Er hat einen grossen Bart und struppige Haare, blosse Füsse und einen Topf zwischen den Knien, um sich die Hände zu wärmen. Hoch unten: Rt. 1651. Dieses Blatt ist grob und schlecht geätzt, aber äusserst selten. H. 4 Z., Br. 3 Z. .

  1. (B. 176. C. 173.) Die Bettler vor der Hausthüre, welchen

ein Alter mit Bart- und Mütze Almosen reicht. Man sieht da einen Alten mit grossem Hute, ein Weib mit dem Kinde auf dem Rücken und einen Knaben, der einen Topf ange- hängt hat. Rechts unten steht: Rembrandt f. 1618. H. 6 Z. 1 L., Br. 4 Z. 9 L. (Schätzung eines ausgezeichnet schönen Druckes 5 fl. 24 kr.),

Dies ist eines der interessantesten und vollendetsten Blätter dieser Art, von höchst charakteristischer Darstellung. In den ersten Abdrücken bemerkt man nach Claussin die Spuren des Bartes der Platte, besonders an den Schraffirungen des Grundes oben nach rechts, und am Stocke der Frau. Sehr selten;

Bartsch behauptet, es finde sich, aber sehr selten, ein Abdruck ohne Namen und Jahrzahl.

Es gibt eine gleichseitige anonyme Copie, die im Tone sehr kräftig und schwarz ist. Von zwei gegenseitigen Copien ist die eine von Novelli. In einer Copie steht links unten an der Erde: Rembrandt in.

  1. (B. 177. C. 174.) Der Bettler im zerrissenen Gewande mit einer kleinen Kappe auf dem Kopfe nach links ge- richtet, mit schmerzhafter Miene. In der Ferne links bemerkt man einen Mann mit dem Stocke auf der Achsel. Ganz oben steht: This vinnich kout (es ist sehr kalt), und unter diesen Worten: Rembrandt f. 1653. H. 4 Z. 1 L., Br. 1 Z. 7 L.

Dies ist das Gegenstück zum folgenden Blatte, und daher findet man diese Blätter auch die beiden Bettler (les deux gueux en pendants) rubricirt.

(B. 178. C. 175.) Der Bauer nach rechts gerichtet, mit einer Nachthaube auf dem Kopfe, die Hände auf den Rücken ge- legt, und lachend. In der Ferne rechts ist eine kleine Figur, und in der Mitte oben steht: Dats niet (es macht nichts), als Antwort auf die Aeusserung des obigen Bettlers. Rechts steht: Rembrandt f. 163. Die Zahl 4 hatte am Rande nicht mehr Raum genug. H. 4 Z. 1 L., Br. 1 Z. 5 L.

(B. 179. C. 176.) Der Bettler mit dem Stelzfusse und dem linken Arme in der Schlinge, auf weissem Grunde. Er stützt

I. Die Platte ist unregelmässig in der Form; die Figuren sind weniger bearbeitet, besonders im Gesicht, wo die Nase ganz hell ist. Der Rand der Platte erscheint rauh. Sehr selten.

II. Das Gesicht ist beschattet; der Rand polirt und die Platte regelmässig beschnitten. Diese Abdrücke sind nicht so unfrisch im Tone, wie die ersten,

  1. (B. 180. C. 177.) Der stehende Bauer mit den Armen auf dem Rücken und dem Korb zu den Füßen. Sehr leicht radirt. H. 22Z.2L., Br.1Z2.41.

  2. (B. 181. C. 178.) Die stehende Bäuerin im Profil nach rechts, mit einer Flasche am Gürtel. Links und oben sind leichte Schattirungen. Das Gegenstück zum obigen Blatte. H. 2 Z. 2 L., Br. 1 Z. 4 L.

  3. (B. 182. C. 179.) Ein alter Bettler, halbe Figur im Profil gesehen (geux griffonne). Ein zweiter Profilkopf ist mit einer hohen Haube bedeckt. Dieses Blatt ist nur im Umrisse radirt und fast nur gekritzelt. Von der grössten Seltenheit. H. 3 Z.50., Br.2.Z. 9 L.

  4. (B. 183. C. 180.) Der Bettler und sein Weib, im Profil, neben einander nach rechts schend. Der Mann ist im blossen Kopfe, das Weib hat eine Haube auf, die das ganze Gesicht beschattet. H. 3 Z.9L., Br. 2 Z. 10 L.

  5. (B. 184. C. 181.) Der Bettler im Mantel, mit einer hohen Haube bedeckt und im Profil nach rechts gerichtet. Im Grunde links ist eine Hütte, vor welcher ein vom Rücken gesehenes Weib die an der Hausthüre erscheinende Person um Almosen anspricht. Der Grund ist sehr schmutzig. H. 4 Z. 3 I, Br. 2.Z.

Dieses Blatt ist sehr roh und im Umrisse geätzt, und äusserst selten,

  1. (B. 185. C. 182.) Der auf dem Boden liegende kranke Bettler, wie er den Rücken an eine Erderhöhung lehnt, und neben ihm steht das Weib mit beiden Händen auf den Stock ge-

stützt. Zu ihren Füßen ist ein kleiner Hund, H. 2 Z. 10 L., Br. 2 Z. 1 L. Dieses Blatt ist nur gekritzelt, und äusserst selten. Die alten Abdrücke kennt man an der Unregelmässigkeit der Platte und an dem unebenen Rande derselben,

IX. Schlachten, Jagden Thiere und Landschaften.

  1. (B. 117. C. 110.) Eine Truppe von Türken zu Pferd, welche auf das links in einiger Entfernung aufgestellte Fussvolk einen Angriff zu wagen scheinen. H.3 Z. 10 L., Br. 2 11 L. (Klengel'sche Auction 8 Thlr. 16 r.).

Claussin kennt drei verschiedene Abdrücke von diesem Bilde

I. Man sieht im Grunde ein Stück Landschaft leicht ge- kritzelt. Äusserst selten.

II. Die Landschaft ist mit Bimsstein ausgeschliffen, woher der grauliche, an die Lavismanier erinnernde Ton, kommt. Sehr selten.

III. Mit hellem Grunde.

(B. 113.-C. 116.) Die Löwenjagd, von Türken unternommen. Im Mittelgrunde ist das Pferd auf den Jäger gestürzt, und darüber schleudert ein Mann auf dem sich bäumenden Pferde

den Speer auf den links hinlaufenden Löwen, welchen zwei

Reiter mit Säbel und Bogen verfolgen. Rechts sind mehrere

andere Türken zu Pferde. Rechts oben: Rembrandt f. 1642. H. 8 Z. 3 L, Br. 11 Z. (Bei Aretin in schönem Drucke

6 fl.).

— Diese Darstellung ist sehr leicht mit der Nadel gezeichnet.

Die guten alten, helleren Abdrücke kommen von der bartigen Platte. Dieser Bart verlor sich später durch den Druck, oder durch Reinigung mit dem Schaber.

(B. 115. C. 117.) Eine andere Löwenjagd der Türken. Links sitzt ein Mann auf dem sich bäumenden Pferde, und schleu-

dert den Speer auf den Löwen. Hinter diesem kommt die Löwin, welche sich auf den Mann stürzt, welchen das Pferd auf den Boden geworfen hat. H. 5 Z. 9 L., Br. 4 Z.

Dieses Blatt ist ebenfalls nur sehr leicht mit der Nadel

gezeichnet und wenig überarbeitet. Die alten, seltenen Ab-

drücke zeigen die Spuren des Plattenbartes und schmutzigen Grund. (Bei Aretin 8 fl. 42 kr.)...

310); (B. 116; C. 118.) Eine Löwenjagd, das Gegenstück zu obigerem.

Links: sitzt ein Mann noch auf dem bereits gestürzten Pferde

und vertheidigt sich mit dem Speer gegen den Löwen. Ein

andere Reiter führt, in Mitte des Blattes mit dem Säbel

einen Hieb auf das Thier. H. 5 Z. 4 L., Br. 4 Z. 4 L.

(B. 157. C. 154.) Das Schwein, mit gebundenen Füßen auf der Seite liegend, aber mit dem Stricke an einen kleinen Pfahl gebunden, den man im Grunde nach rechts sieht. Im

Grunde links sieht man einen Alten und vier junge Personen.

Dieses Thier, mit überraschender Wahrheit dargestellt, ist

geistreich radirt und sehr vollendet. Rechts unten steht:

Rembrandt f. 1643. H. 5 Z. 4 L., Br. 6 Z. 1/2 L. (Bei

Aretin 14 fl., bei Sternberg 8 Thlr. 8 gr.).

Claussin beschreibt zwei verschiedene Abdrücke:

I. Der Plattenrand ist oben und links um zwei starke Linien breiter, und im Ganzen rauh. Dann sind die Abdrücke erster Art viel frischer und farbig, als die folgenden,

II. Der Plattenrand ist links abgenommen, und im Ganzen polirt. (Schätzung eines seltenen, reinen, aber nicht

kräftigen Druckes: 4 fl.)...

Es gibt auch eine sehr täuschende Copie, die aber um drei Linien breiter ist. Dann reicht der Schlagschatten über dem Kopfe des Alten bis in die Ecke, welche der obere Rand und die perpendiculäre Linie des linken Randes bilden, während im Originale dieser Schatten nur die Hälfte des Raumes zwischen der Ecke und dem Kopfe des Alten einnimmt.

Novelli's Copie ist von der Gegenseite.

(B. 158. C. 155.) Der kleine schlafende Hund, nach rechts gerichtet, aber der Kopf nach links zurückgedreht. H. 1 Z. 1/2 L., Br. 3 1/2 Z. Dieses seltene Blatt ist sehr zart geätzt, da aber das Scheide- wasser nicht stark angegriffen hat, so findet man nie einen

vollkommenen Abdruck. Der Kopf ist immer schwach und grau, Claussin sah ein Paar Abdrücke, wo die Platte viel grösser erscheint, konnte aber das Maass nicht angeben,

Folkema hat dieses Blatt äußerst genau copirt, und mit seiner Copie ein wahres Meisterstück geliefert, welches an Zierlichkeit der Behandlung und in Bestimmtheit der Form das Original übertraf. Wer nicht beide Blätter neben ein- ander gesehen hat, kann sich leicht täuschen, und man muss daher die Ecke links oben und rechts unten genau ins Auge fassen. In der linken Ecke oben breitet sich der Schatten bis an das Ende der Platte aus, während da im Original eine kleine weisse Stelle sich zeigt. Ein anderes Merkmal s. am deutlichsten Bartsch Fig. 5,

(B. 150. C. 156.) Die Schnecke, unter dem Namen des Da- menbretes (Damier) bekannt, auf sehr dunklem Grunde. Unten im Rande nach links: Rembrandt f. 1650. H. 3 Z 7 L. mit dem Rande, Br. 4 Z. 10 L.

Von diesem sehr seltenen Blatte gibt es zweierlei Abdrücke: I. Mit weissem Grunde. Von grösster Seltenheit,

II. Mit dunklem Grunde. (Bei Aretin 44 f.).

Landschaften:

(B. 206. C. 203.) Die Landschaft mit der Kuh, links auf der Anhöhe. In der Ferne ist ein Mann mit einer Last auf dem Rücken; am Hügel ist eine Figur in reichem Kleide, in der Ferne sieht man Wasser und Ruinen, H. 2 Z 3 L., Br. 4 Z 4 L.

Claussin (Supplement) kennt von diesem äusserst seltenen Blatte zweierlei Abdrücke,

I. Die linke Partie ist sehr leicht angelegt, so wie die Figur und die Kuh, nur im Umriss erscheint. In der Ecke rechts ist ebenfalls nur eine leichte skizzirte Partie. Ein Ab- druck dieser Art ist im Museum zu Amsterdam, vielleicht ein Unicum.

II. Das Terrain der linken Ecke, welches im ersten Drucke hell ist, hatte der Künstler mit Kreuzstrichen bedeckt. Figur und Kuh sind mehr überarbeitet, so wie der Theil gegen die rechte Ecke.

(B. 207. C. 204.) Der grosse Baum am Hause, welches man rechts mit offenem Fenster sieht. Im Mittelgrunde bemerkt man am Ufer des Baches eine Baumgruppe, rechts einige Bäu- me und in der Ferne drei kleine Thürme. H. 1 Z. 5 L., Br. 3 Z 5 L.

Dieses seltene Blatt ist zwar mit Leichtigkeit behandelt, im dunklen Tone, aber ohne Effekt.

(B. 208. C. 205.) Die Brücke des Six (Sixbrugge) so ge- nannt, weil Rembrandt die Platte im Zimmer des Bürger- meisters Six unmittelbar nach der Natur radirt hatte, und zwar bis der Bediente aus dem Dorfe zurückkehrte, wohin ihn der Herr, um Senf zu holen, geschickt hatte. Es galt eine Wette, die Rembrandt gewann, da er noch früher fer- tig wurde, als der langsame Bursche zurück kam, gerade

*) Die Landschaften dieses Meisters kommen am wenigsten vor. Man findet daher selbst in reichen Sammlungen nur einzelne Blätter.

  1. (B. 200. C. 206.) Ansicht von Onval bei Amsterdam, in ei- nigen Häusern und zwei Windmühlen bestehend. Links sind mehrere Bäume, und hinterhalb bemerkt man undeutlich ein Mädchen, welchem ein junger Mensch einen Kranz aufsetzt. Vorn gegen die Mitte ist ein grosser Baumstamm und rechts weiter zurück ein Bauer vom Rücken gesehen, und nur im Umrisse. Er schaut nach dem Fahrzeuge auf der Amstel, über welcher Onval sich zeigt. Rechts unten: Rembrandt f, 1645. H. 6 Z. 10 L., Br. 8 Z. 4 L. Es gibt von diesem, im Allgemeinen seltenen Blatte zwei- erlei Abdrücke: I. Mehrere Stellen, besonders auch die Namen erhielten durch die Eindrücke des Platten-Grates einen an die schwarze Manier erinnernden Ton. Der Grund und der Rand der Platte ist unrein. Ganz kräftig ist indessen auch der seltene erste Druck nicht, weil das Scheidewas- ser wenig gewirkt hatte. II. Die Spuren der Eindrücke des Bartes sind fast verschwun- den, und die Abdrücke sind schwach.

(B. 210. C. 207.) Ansicht von Amsterdam, oder vielmehr eine Landschaft, wo in der Ferne diese Stadt erscheint. Man bemerkt in der Mitte ein grosses Gebäude, rechts eine Wind- mühle, und links einen Thurm. Rechts vorn läuft ein klei- ner Kanal. Ein geschmackvolles Blatt. H. 4 Z. 2 L., Br. 5 Z. 7 L. (Bei Aretin 17 fl.)

(B. 211. C. 208.) Die Landschaft mit dem Jäger (le chasseur), der zwei Jagdhunde begleiten. In der Ferne sind Berge, an de- ren Fuss das Dorf mit dem hohen Kirchthurm sich zeigt. Rechts sind zwei grosse Bäume, und auf dem Hügel gegenüber zwei kleine Figuren. Geätzt und mit der trockenen Nadel vollendet. H. 4 Z. 9 L., Br. 5 Z. 11 L.

Bartsch und Claussin bezeichnen zwei verschiedene Ab- drücke von diesem schönen Blatte.

Er meißelt dunkle Wolken, die Regen verursachen. Der

Name steht unten am Rande unter den Buchen, aber unleserlich, das J. und die Jahrzahl 1643 sind deutlicher. H.

7 Z. 9 L., Br. 10 Z. 4 L.

Dieses Blatt ist geätzt, und höchst geschmackvoll und fleißig mit der trockenen Nadel vollendet, besonders am

Himmel. Es ist von glänzender Wirkung, besonders im al-

ten Drucke, wobei der durch die Schneidnadel entstandene Bart nicht abgenommen wurde. Diese Abdrücke sind von sehr kräftigem Tone, aber äusserst selten. Durch öfteren Druck wurde die Platte abgenützt, und so sind die späteren viel schwächer. Claussin hat auch gehört, dass es Abdrücke gebe, wo die sitzende Figur nicht zu sehen ist, er konnte sich aber von der Wahrheit nicht überzeugen. Neben den Bäumen, wo sich am Himmel ein Vogel zeigt, sind mehrere kleine Punkte, die im Kupfer liegen. Sie sind auch in den Copien nachgeahmt. Captain Baillie hat dieses Blatt sehr schön von der Gegenseite copirt. Eine andere schöne, grü-

sere Copie ist jene von Richard Byron.

(Das Original wurde in ganz vorzüglichem Abdrucke mit

60 — 70 fl. bezahlt. Auf der Klengel'schen Auktion ging

es um 32 Thlr. weg, und um 44 fl. bei der Aretin'schen

Versteigerung. Die Preise macht die Seltenheit und Schön- heit des Druckes.)

(B. 213. C. 210.) Die Landschaft mit dem Milchmanne, (l'homme au lait), ebenfalls sehr zart und geschmackvoll be- handelt. Der Bauer mit den beiden Milcheimern am Stocke über der Achsel ist rechts, begleitet von einem grossen Hunde. Links sind mehrere Häuser unter Bäumen, und ein Canal, an welchem ein Fahrzeug befestiget ist. H. 2 Z.

Bartsch und Claussin beschreiben zwei verschiedene Ab-

drücke dieses Blattes.

  1. Ohne Andeutung der Berge über den Häusern zur Liv- ken, Äusserst selten, besonders mit den Spuren des Bartes in ihrer vollen Schwärze.

  2. Mit den Bergen aber weniger kräftig. (Bei Aretin ein vollkommener Druck 17 fl.)

(B. 214. C. 211.) Die zwei Häuser mit spitzigem Giebel am Ufer des Canals von Bäumen umgeben. Rechts erblickt man am Ende des Weges eine Figur, vom Rücken. Rechts vorn sieht man den Canal in Perspektive und im Grunde das Meer, H. 2 Z. 1 L., Br. 6 Z. 6 L.

Diese Landschaft gehört zu den seltensten Blättern Rem- brandt's, und da man sie fast immer mit chinesischer Tinte und Bister retouchirt findet, so hat man geglaubt, der Künst- ler habe sie als Zeichnung verkanft, und nie einen Abdruck ohne diese Retouche abgegeben. Im Museum zu Amsterdam ist indessen ein solcher, der aber nur wenige seines Gleichen finden wird,

(B. 215. C. 212.) Die Landschaft mit der Kutsche auf dem Wege in Mitte des Blattes, und darnach benannt (le pay- sage au Carrosse,) In der Ferne sieht man eine Stadt mit zwei Windmühlen, rechts einen Canal, und links mehrere Häuser mit Bäumen. H. 2 Z. 4 L., Br. 6 Z. 7 L.

Dieses Blatt ist auf dieselbe Weise behandelt, wie das

ter übergangen, mit folgenden Nuancen, die Claussin (Sup-

plement) angibt.

I. Die Häuser, welche links von Bäumen umgeben sind, treten braun unter hellem Himmel hervor.

II. Die Häuser erscheinen hell unter leicht gefärbtem Him- mel. Diese beiden Arten von Behandlung fanden gros- sen Beifall.

III. Die Häuser und der Himmel sind hell, so wie die Vor- gründe. Es gibt eine täuschende Copie, deren Unterschied we- niger durch Beschreibung als durch die Anschauung auf Bartsch fig. 12. klar wird.

(B. 216, C. 213.) Die Landschaft mit der Terrasse im Vor- grunde, und daher benannt (le paysage a la terrasse.) Links zurück erhebt sich ein Berg, dessen Fuss ein Fluss bespült, auf welchem ein Fahrzeug erscheint. Die Bäume sind oben nur leicht hingekritzelt. H. 6 Z., Br. 6 Z. 11 L.

Diese Landschaft ist leicht ausgetuscht.

(B. 217. C. 214.) Die Landschaft mit den drei Strohhütten, von den drei beträchtlichsten Häusern eines am breiten Wege liegenden Dorfes so genannt (le paysage aux trois chau- micres,) Diese Hütten haben spitzige Giebel, und stehen im Profil rechts. Hinter dem vorderen Hause sind mehrere Häuser, und vor dem mittleren mehrere Figuren. Rechts vorn erhebt sich ein grosser Baum mit dürren Aesten. Links unten steht: Rembrandt f. 1650. Oben abgerundet. H. 6 Z., Br. 7 Z. 5 L.

Dieses Blatt ist sehr sorgfältig behandelt und von gros- ser Wirkung; im ersten Drucke nur um hohen Preis zu haben. Bartsch beschreibt zwei, Claussin drei verschie- dene Abdrücke.

I. Der Vordertheil der ersten Strohhütte ist nur mit einer einzelnen Schraffirung beschattet, so wie auch das Dach der dritten, welche dem Beschauer am entferntesten ist. Vorn am Wege, und unten nach rechts hin sind viele Stellen hell. Von diesen hellen Theilen sagt Bartsch nichts, und so ist der erste Abdruck, welchen Bartsch nennt, der folgende zweite des Chev. Claussin. Äusserst selten.

Wie der obige Abdruck, nur sind die genannten weis- sen Stellen gedeckt. Sehr selten. (In der Stengel'schen Auction 10 fl. 48 kr. Bei Aretin 22 fl.)

II. Der Vordertheil der ersten Strohhütte ist mit einer Kreuz- schraffirung beschattet, und die weissen Stellen zwischen dem Wege und den drei Hütten sind mit der trockenen, Nadel leicht überarbeitet. Es ist indessen die ganze Platte mit der Schneidnadel vollendet und abgedruckt ohne den Bart abgenommen zu haben, so dass selbst die guten dritten, eigentlich zweiten, Abdrücke noch sehr ins Schwarze gehen. Diese sind vielleicht als die eigentlichen ersten von der vollendeten Platte zu bezeich- nen und die beiden höchst seltenen, obigen Abdrücke nur als Probedrücke anzusehen.

(B. 218. C. 215.) Die Landschaft mit dem viereckigen Thur- me (à la tour carrée), eigentlich die Ansicht des Dorfes Randorp bei Amsterdam, wo dieser alte Thurm sich erhebt,

Rembrandt van Rijn, Paul.

  • der in der Mitte des Blattes erscheint. Unten rechts steht: Rembrandt van Rijn — 1650. Oben abgerundet. H. 3 Z. 3 L. Br. 5 Z.

Dieses Blatt ist geätzt und mit der kalten Nadel sehr sorgfältig vollendet. Bartsch und Claussin beschreiben zwei Abdrücke, letzterer aber genauer.

  1. Das Dach des Hauses rechts gegen den Thurm ist fast ganz weiss, so wie dasjenige vor dem Thurme, das nach links hin verlängert ist. Oben auf den Bäumen zur Rechten sind weisse Stellen, so wie über dem Namen Rembrandt's ein Theil weiss ist. Die Platte wurde des Bartes nicht beraubt, und so haben diese Abdrücke im Allgemeinen einen kräftigen Ton.

  2. Die weissen Stellen sind mit der kalten Nadel überarbeitet, so mit ist die Platte gleichmässig behandelt, und die kräftigen Tinten, welche der Bart verursachte, sind noch ungeschwächt. Man könnte mit den guten Abdrücken dieser Art, welche sammtartiger Schwärze sind, und im Grunde unrein erscheinen, die Reihe beginnen. Die späteren Abdrücke sind weniger brillant. (Ein sehr guter zweiter Druck. Bei Aretin 19 fl.)

(B. 210. C. 216.) Die Landschaft mit dem Zeichner (au dessinateur), rechts vorn an einen Hügel gelehnt. Nach links hin sind zwei Strohhütten und auf der Heide einiges Vieh. H. 4 Z. 9 L., Br. 7 Z. 9 L.

Dieses Blatt ist leicht und geistreich radirt, aber von keiner grossen Wirkung. (Bei Aretin 20 fl.; bei Sternberg 7 Thlr. 18 gr.)

(B. 220. C. 217.) Der Hirt und seine Familie. Er steht mit dem Stock in der Rechten, und den Topf in der anderen hinter seinem Weib, welches in der Mitte unten mit dem Kinde auf dem Schoosse sitzt. Nach links hin sieht man mehrere Schaafe, und in der Ferne einen Fluss mit Bäumen, und ein Haus auf dem Berge. Links oben sehr fein geschrieben: Rembrandt f. 1644. H. 3 Z. 6 L., Br. 2 Z. 6 L.

Dieses geschmackvoll behandelte Blatt zeigt im Grunde immer unreine Stellen und Ritzen, weil die Platte nie rein polirt wurde. (Bei Aretin 18 fl.)

(B. 221. C. 218.) Der Canal (le canal), so genannt, weil im Vorgrunde ein Canal gezogen ist. In der Mitte sind einige Hütten mit Bäumen, rechts zeigt sich ein breiter Weg, und eine Brücke über einen zweiten Canal, in der Ferne sieht man ein Dorf. Links bemerkt man durch zwei Bäume hindurch eine Barke mit Segel. H. rechts: 3 Z. links: 2 Z. 9 L., Br. 7 Z. 10 L.

Dieses sehr seltene Blatt ist ganz mit der kalten Nadel behandelt, und dann im ersten Drucke vorhanden, wenn es von frischer und sammtartiger Schwärze ist. Später verschwand der Bart der Platte und damit auch die kräftige Wirkung. Die Abdrücke dieser letzteren Zeit sind schwach und graulich, und selbst die Gegenstände erscheinen verwischt. Die Copie von R. Wilson ist ebenfalls von der Originalseite.

(B. 222. C. 219.) Die Baumgruppe (le bouquet de bois). Links sind zwei grosse Bäume, skizzenartig behandelt, und

Platte. Ein Theil des Vorgrundes ist fast ganz weiss, und

im Grunde recht sind nur Umrisse. Unten steht: Rembrandt

f. 1652. H. 4 Z. 7 L., Br. 7 Z. 10 L.

Dieses Blatt ist ganz mit der trockenen Nadel behandelt, und von schlagender Wirkung. Bartsch und Claussin be- zeichnen folgende Abdrücke:

  1. Nur leicht skizziert, das Haus in Mitte der Bäume und etwas vom Geäst der Bäume zur Linken um- rissen, Die Ferne zur Rechten fehlt ganz, so wie Name und Jahrzahl. Die Platte ist um 1 Z. 2 L. höher. Von der grössten Seltenheit, aber wahrscheinlich nur in wenigen Probedrücken vorhanden. B. I. C. I,

II. In derselben Grösse und ohne Namen und Jahrzahl. Die Platte ist etwas mehr überarbeitet, und der Abdruck durch den an die Schwarzkunst erinnernden Ton sehr geprägt. Es ist der Bart nicht abgenommen. Sehr sel-

ten. B. I. C. II,

  1. Die Platte vollendet, mit Namen und Jahrzahl und von gleicher Schwärze, wie Nr. 2. B. I. C. II,

  2. Die täuschende Copie von R. Wilson ist nur 7 Z. 4 L. breit,

  3. (B. 223. C. 220.) Die Landschaft mit der Thurmruine (a la tour), die rechts über einige Dächer empor ragt. Es ist daselbst ein Dorf zu sehen und viele Bäume, die fast die ganze Breite einnehmen und nur links einen Fernblick gewäh- ren. Der Himmel ist da sehr überarbeitet, und hell zur Rech- ten. In der Mitte ist ein Thor mit zwei Strebepfeilern, und vor demselben steht eine kleine Figur. Der Hintergrund ist weiss, aber das Ganze von schöner Wirkung. H. 4 Z. 7 L., Br. 11 Z. 10 L.

Bartsch und Claussin kennen zweierlei Abdrücke:

I. Der Thurm rechts über den Dächern hat eine Kuppel, die sich in eine Spitze endet.

II. Der Thurm ist ohne Dach und scheint verfallen zu seyn. (Bei Arectin 18 f. 30 kr.)

  1. (B. 224. C. 221.) Der Heuschober (la grange à foin), etwas nach rechts hin, zwischen zwei Baumgruppen. Links führt ein breiter Weg nach dem Dorfe, und auf demselben treibt der Hirt die Schafe. Auf dem Damme sieht man drei Fi- guren, und im Vorgrunde eine Wiese, auf welcher sich ein Gefild wälzt. Unten steht: Rembrandt f. 1636. H. 3 Z. 1 L., Br. 6 Z. 5 L.

Vor diesem schönen Blatte kennen Bartsch und Claussin drei verschiedene Abdrücke:

I. Ohne Ferne jenseits der drei Figuren, die man links sieht, mit Namen und Jahrzahl, im Ganzen schon fast vollendet, und von grosser Frische des Tons, da die Platte nicht vom Barte gereiniget wurde.

II. Wie der obige Druck, nur zeigt sich ein kleiner Ast, welcher aus der rechts der Scheune stehenden Baum- gruppe herausreicht. Der schwarze Ton ist auch nicht geschwächt. Sehr selten. C. II.

III. Mit der Ferne jenseits der drei Figuren. Die Abdrücke sind aber nicht so frisch, wie die obigen. Gersaint be- hauptet nach Claussin mit Unrecht, dass die Abdrücke

Nagler's Künstler-Lex. Bd. XII, 34

Es gibt eine schöne anonyme Copie im Sinne des Ori- ginals.

  1. (B. 225. C. 222.) Die Strohhütte und der Henschober, beide

im Mittelgrunde, der Schober hinter dem Hanse nach links hin, aber statt des Heues steht ein Karren *unter dem Dache. Durch die Thüre und durch das Fenster des Hauses bemerkt man zwei Figuren, und eine Bäuerin mit dem Hunde geht über die Brücke, welche über die vor dem Hause fliessenden Bach führt. Im Grunde links brei- tet sich eine Stätte aus, und rechts liegt ein Schloss am See, Im Vorgrunde fischt ein Bauer mit der Angel. Rechts un- ten in der Ecke: Rembrandt f. 1641. H. zu 10 L., Br. 13 Z. 10 L. Ö

Diess ist eines der schönsten Blätter Rembrandt's, zart und musterhaft behandelt. Die ersten Abdrücke erkennt man an den Spuren des Plattenbartes, die sich am dem Schlagschatten, welchen die Bäume oder Gesträuche an den Hütten verursachen, an den Schraffirungen zur Linken, am Buchstaben f. und an der Jahrzahl bemerkbar machen.

Gumano hat eine Copie gefertigt.

  1. (B. 226. C. 223.) Die Strohütte mit dem großen Baume

(la chaumière au grand arbre) der sich links jenseits des Canals erhebt. An der Thüre des Hauses bemerkt man zwei Kinder und in der Ferne rechts das Dorf mit einer grossen Kirche und einer Windmühle. Rechts unter der Ecke: Rem- brandt f. 1641. H. 4 Z. 8 L., Br. 11 Z. 8 L.

Dies ist das Gegenstück zum obigen Blatte; aber von ge- ringerer Wirkung. In den ersten Abdrücken sind die Schat- tenpartien sehr kräftig, da sich da die Spuren des Bartes zeigen. (Bei Aretin 14 fl., 6 kr., bei Sternberg ein schöner Contradruck 5 Thlr. 6 gr.)

(B. 227. C. 224.) Der Obelisk, eine sehr schöne Landschaft, von dem Obelisken so genannt, der sich links am Rande auf einem Piedestale erhebt. Im Mittelgrunde breitet sich ein Dorf aus, und rechts trinkt ein Hund aus dem Canale, Oben abgerundet. H. 3 Z. 1 L., Br. 6 Z.

Die ersten, seltenen Abdrücke sind von kräftigem Tone, welchen der Platten-Bart verursachte, der aber in der Folge schwächer wurde. Das Dach eines Hauses im Grunde ist weiss. (Bei Aretin 15 fl.; bei Sternberg ein ausgezeichneter Druck 19 Thlr.)

Die Copie von Vivares ist von der Gegenseite.

(B. 228. C. 225.) Die Barke mit dem Seel (la barque äa la voile), ein sechs schönes, feicht und geschmackvoll gehandeltes

Blatt. Links vorn sind drei Häuser, über welche einige "Bäume emporragen, und zwischen den Hütten geht ein Weib,

welches der Hund anbellt. Rechts schwimmt die Barke auf dem Canale, und im Grunde sieht man ein Dorf. H. 5 Z. 2 L., Br. 7 Z. 9 L.

Dieses Blatt ist nie sehr frisch im Tone, da das Scheide- wasser nur leicht angegriffen hat. In den alten Abdrücken ist der Grund sehr schmutzig. (Bei Areüin 8 fl. 6 kr.)

Es gibt auch eine gute Copie von diesem Blatte:

  1. (B. 229 C. 226.) Die Baumgruppe am Wege. Ein an-

derer, breiter Weg geht vom Mittelgrunde aus nach dem Hintergrunde. Links am Wege sind kleine Figuren, H. 2 Z. 9 L., Br. 7 Z. 7 L.

Die Abdrücke dieses sehr seltenen Blattes sind immer schwach, besonders in der Ferne, wo man die Gegenstände schwer unterscheidet. Der Grund ist immer unrein.

(B. 230. C. 227.) Die Landschaft mit den zwei Alleen, eine im Mittelgrunde, die andere rechts im Grunde. Links ist eine Strohhütte, und ein Mann mit dem Stocke auf der Ach- se und ein Reiter beleben das Terrain. H. 3 Z. 4 L., Br. 7 Z. 7 L.

Von diesem seltenen Blatte bezeichnen Bartsch und Clauss- sin zweierlei Abdrücke. / 521

I. Von der grossen Platte, in den Schattentheilen von sehr kräftigem Tone, die Bäume des Grundes gegen die Mitte sind weniger bearbeitet. Sehr selten.

II. Von der verkleinerten Platte, Br. 6 Z. Diese Abdrücke finden sich nicht so selten, sind aber geringer, da sich von der Frische des Tons schon etwas verloren hat.

(B. 331. C. 228.) Die Tränke (Vabreuvoir), eine Masse Wasser, welches in eine Grotte dringt. Rechts neben die- sem ist ein Baumstamm, an welchem man liest: Rembrandt 1645. H. 4 Z. 0 L., Br. 4 Z. 11 L. -

Bartsch und Claussin kennen zweierlei Abdrücke von die- sem Blatte,

I. Der Grund in der Grotte, welche man zur Rechten sieht, ist sehr schwarz gehalten, und auf dem Vorgrunde be- merkt man den Vordertheil eines kleinen Schiffes. Aeus- serst selten. |

II. Der Grund in der Grotte ist ausgekratzt, und von dem Schiffe wird man fast nichts gewahr.

(B. 231. C. 229.) Die von einem Bretterzaume umgebene

Strohhütte am Canale, rechts und links ein grosser Baum.,

Rechts auf dem Wege ist ein Wagen, und auf dem Damme sieht man zwei grosse Hunde. In der Mitte und unten am

Rande: Rembrandt f. H. 4 Z. 10 L., Br. 5 Z. 11 L.

Bartsch und Claussin beschreiben zwei verschiedene Ab-

drücke:

I. Der Theil des Dammes, auf welchem die Hunde sind, ist ganz licht, nur zwei oder drei Strichchen, darauf zu sehen.

II. Derselbe mit der kalten Nadel überarbeitet, und im ersten Drucke des Bartes nicht beraubt. (Bei Aretin 24 fl.)

(B. 232. C. 230.) Die Windmühle oder Rembrandt's Mühle (le moulin de Rembrandt), links des Blattes, und in deren Nähe, gegen die Mitte hin ein mit Ziegeln gedecktes vier- eckiges Haus. Rechts bemerkt man auf dem Damme zwei Figuren. Rechts unten: Rembrandt f. 1641. M. 5 Z. 4 L.,

Br. 7 Z. 8 L.

Dieses Blatt, welches den Ort vorstellen soll, wo Rem- brandt geboren wurde, ist zart und leicht mit der Nadel behandelt, und von glänzendem Tone, in den ersten Ab- drücken, bevor der Plattenbart verschwand. Claussin sah solche Abdrücke, wo auch der Grund sehr unrein und ge

Rembrandt van Rijn, Rad.

Erst wenn es farbig ist, besonders am Himmel. Name und Jahrzahl ist da

unter den Spuren des Bartes ganz unleserlich.

Diese Abdrücke sind sehr selten. (Bei Klengel 12 Thlr., bei Sternberg 11 Thl., bei Aretin 16 fl. 30 kr., mit der Co- pie von Cumano). }

Cumano hat dieses Blatt von der Gegenseite copiert.

(B. 234. C. 231.) Das Landgut des Goldwiegers (la cam- pagne du peseur d'or), oder die bäuerlichen Besitzungen des Einnehmers Utenbogaerd, dessen Bildniss Rembrandt radirte, und welches unter dem Namen des Goldwiegers be- kannt ist. Man sieht links ein kleines Haus, und weiter vorn ein anderes mit einer Art Kuppel über den Canal ge- baut. Ganz im Hintergrunde zur Linken zeigt sich ein gros- ses Dorf und weiter vorn nimmt ein zweites Dorf mit Bäu- men fast die Breite des Blattes ein. Man bemerkt da einen

runden viereckigen Thurm, auf dessen Spitze eine Wetter- fahne angebracht ist, und vor diesem Dorte sieht man Fi- guren und Vieh. Links unten: Rembrandt 1651. H. 4 Z.

Dieses Blatt ist fast ganz mit der trockenen Nadel behan- delt, und zwar mit Geschick und Leichtigkeif. Besonders geschätzt sind die ersten Abdrücke, mit jenem kräftigen To- ne, welchen die Eindrücke des mit Farbe überzogenen Bar- tes verursachten. Der Grund ist da gewöhnlich unrein. Die Abdrücke auf japanisches Papier sind sehr selten. :

(B. 235. C. 232.) Die Schwäne im Canal (le canal aux cyg- nes), eine schöne Landschaft mit meisterhaft abgestuften Gründen. Der Canal mit den zwei Schwänen ist im Vor- grunde, und von den beiden Figuren rechts am Ufer fischt die eine mit der Angel. Jenseits ist eine Wiese und ein Dorf. Links unten: Rembrandt f. 1650. H. 3 Z. 4 L.

Claussin kennt folgende Abdrücke: 1

I. Die Bäume im Grunde sind beschattet, und der Theil der Wiese hinter den Kühen ist hell,

II. Die Bäume sind mit Kreuzstrichen bedeckt und der Wie- sentheil sehr leicht schraffirt. a

(B. 236. C. 253.) Die Landschaft mit dem Nächen, ein Ca- nal mit einer grossen Barke, das Gegenstück zum obigen,

von Bärtsch und Claussin „le paysage au bateau" genannt.

Das Fahrzeug ist am Ufer des den Vorgrund einnehmenden

Canals, rechts ist ein grosser Baum, und in der Ferne ein

Dorf mit einem viereckigen Thurme. Nach links hin steht:

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