Reinhold, Heinrich, Maler und Kupferstecher , geb. zu Gera 1780, kam 1806 mit den nöthigen Vorkenntnissen ausgerüstet zu seinem älteren Bruder Philipp nach Wien, um sich an der k.k. Akademie im Figurenzeichnen auszubilden. Bald darauf fing er auch zu radiren an, und vollendete bis 1800 mehrere schätzbare Blätter, welche die Aufmerksamkeit des bekannten Denon in solchem Grade auf sich zogen, dass er den Künstler nach dem Friedensschlusse auf Kosten der Regierung nach Paris kommen liess, wo Reinhold fünf Jahre blieb, und für das grosse Werk über die Feldzüge Napoleons, welches als Gegenstück der grossen Description de l'Egypte dienen sollte, mehrere grosse Platten stach. Allein diese Proben von Reinholds Geschicklichkeit sind nur selten zu finden, da die Wendung der Zeitverhältnisse die Unterdrückung dieses Kunstwerkes zur Folge hatte, und desswegen nur wenige Abdrücke circuliren. Im Jahre 1819 kehrte der Künstler wieder nach Wien zurück, und lieferte auch da treffliche Werke. Eine Pratergegend, die oberen Regionen eines kärnthnerischen Hochgebirges mit einer aufsteigenden Wolke, eine Alpenlandschaft, ein Meergesturm, eine Gegend des Salzburger Mönchberges und eine überaus gut ge- wählte Ansicht der Nussdorfer Linie, die er in Oel ausführte, so wie die schönen farbigen Zeichnungen vom Grossglockner (1820), von einer Partie des Höllenthals bei Reichenau, gehören zu den bemerkenswerthesten Arbeiten jener Zeit, neben einigen gestoche- nen und radirten Blättern, die wir unten nennen. Im Jahre 1820 unternahm Reinhold mit einer englischen Familie eine malerische Reise durch Italien, und mit dem Fürsten Lobkowitz eine Wan- derung durch Sicilien, bis er endlich in Rom sich festsetzte, um an der Ausbildung seiner seltenen Gaben zu arbeiten. Hier malte er mehrere schöne Lauschatten mit St. Hagar in der
Zu den vorzüglichsten Blättern des Künstlers gehören folgende, die wir in chronologischer Ordnung nennen:
Die zwischen dem Burg- und Schottenthore in Wien ge- standene alte Pestsäule,
Ein paar Thierstücke nach H. Roos.
Mehrere Landschaften nach den Zeichnungen seines Bruders Philipp. Alle diese Blätter entstanden bis 1809.
Die Schlacht bei Jena.
Die Erstürmung von Burgos.
Die Uebergabe von Madrid.
Die Gefechte um Ebersberg, als Vorspiel der denkwürdigen Schlacht bei Aspern.
Napoleon's Zusammenkunft mit dem tödtlich verwundeten Marschall Lannes,
Napoleon in der Nacht vom 5. auf den 6. Juli im Kreise seiner Feldobersten am Wachtfeuer schlafend.
Alle diese seltenen Blätter gehören zu dem grossen Werke über die Feldzüge des Kaisers.
- wandernde Schuster, nach dem schönen Gemälde seines Bruders.
- Die Blätter zu den Denkmälern altdeutscher Baukunst des Fürsten Lichnowski.
- Die Ansichten von Klosterneuburg, nach seinen eigenen und nach seines Bruders Zeichnungen. Mit Text von F. Tschischka. Wien 1820, kl. qu., fol.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_mYbrAAAAMAAJ