Reinhold, Friedrich Philipp, Landschaftsmaler , geb. zu Gera 1770, bildete sich mit seinem Bruder Heinrich für den ersten An- fang in Dresden , gehört aber mit diesem seit vielen Jahren, und hinsichtlich der vollendeten Weihe der Wiener Kunstschule an. Er malte Anfangs viele geistreiche historische Bilder und Bild- nisse in Oel, von 1814 an aber, dem innern Antriebe folgend,
Landschaften, worin er theils nach der Natur, theils nach Vor- bildern grosser Meister, theils nach eigenem Ideal, vieles Vortreff- liche leistete. Die Kunstausstellungen gaben davon sprechende Beweise. Die erste von 1816 lieferte eine herrliche Landschaft mit Gewitterwolken und Sturm, und einen Hirten auf der Kuppe eines Hügels in Abendgold der sinkenden Sonne (im Besitze der Dichterin Caroline Pichler). Auf der Ausstellung von 1820 sah man eine
Landschaft mit tanzenden Hirten, die Ansicht des Klosters auf dem-
Salzburger Kapuzinerberge, eine Landschaft mit dem wandernden Schuster, ein ganz originelles Bild von seltener Vollendung; die Ansicht des Salzburger Untersbergs. vollendete er zwei meisterhafte Copien nach Poussin, und drei überaus schöne Landschaften aus den Umgebungen von Ernstbrunn für den Fürsten Prosper von Sinzendorf gemalt. Das grösste dieser trefflichen Bil- der stellt den Hügel dar, auf welchem der Fürst das colossale Brustbild des Kaisers aufstellen liess. (S. Kiesling). Baum- schlag und Wiesengrün sind von hoher Vollendung, die Beleuchtung magisch und ergreifend, vor allem schön aber die Wechselge- stalten und majestätischen Bogen der Wolken und des Himmels. Im Jahre 1822 malte er zwei Bilder, die sich wegen des herrschen- den Gedankens, in welchem das Ganze geschaffen und geordnet ist, zu poetischen Landschaften erheben. Beide sollten Tod und Leben ausdrücken. Das erste stellt einen Kirchhof dar. Es ist Abend. Schwere Gewitterwolken treiben, am Horizonte ist der letzte Scheideblick der Sonne, der den entfernten Theil des Kirch- hofes beleuchtet. Die Gründe sind fahles Grün, und durch die Thüre der alten Kirche sieht man ein halb abgerissenes Bild, auf welchem der Sündenfall angedeutet ist, etc. Alles ist durchaus ernst gehalten und macht schwermüthigen Eindruck. Kein mensch- liches Wesen belebt das Bild, um das Gefühl der Stille und Ab-
Dann haben wir folgende radirte Blätter von ihm und seinem Bruder:
- Malerische Ansichten des Stiftes Klosterneuburg, gezeichnet und gestochen von den Brüdern Philipp und Heinrich Rein- hold. Wien, 1820, kl. qu. fol.
- Felsige Landschaft mit Holzbrücke. Mit dem Namen, 4.
- Der Wandersmann mit dreieckigem Hut und Zopft, den Ranzen auf dem Rücken, mit dem Namen. 8.
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