Reinhart, Johann Christian, Zeichner, Landschaftsmaler und Ra- dierer, wurde 1761 auf einem Dorfe in der Gegend von Hof in Franken geboren, und da sein Vater Landpfarrer war, so sollte sich auch der Sohn der Theologie widmen. Er besuchte deswegen in Bayreuth das Gymnasium, bezog auch die Universität Leipzig, um das theologische Fachstudium zu ergreifen; allein er sah bald ein, dass
er nicht zur Gottesgelahrtheit bestimmt sei, und fing daher an, unter Oeser's Leitung sich mit allem Eifer der Zeichenkunst und Malerei zu befleissigen. Nach einiger Zeit begab er sich nach Dresden , um auf der Akademie und in der Gallerie daselbst seine Studien fortzusetzen, und endlich nahm sich der Herzog von Sachsen-Meiningen seiner an, der das Talent des Künstlers er- kannte und unterstützte. Er liess ihn an seinen Hof kommen und trug ihm verschiedene Arbeiten auf, die Reinhart mit solcher Zu- friedenheit des Fürsten ausführte, dass ihn dieser reich beschenkt, auf die Bahn zu seiner weiteren Ausbildung wies. Im Jahre 1787 reiste er auf Kosten des Markgrafen von Ansbach-Bayreuth nach Rom , wo er in kurzer Zeit den Ruf eines der ausgezeichnetsten Künstler seines Faches gründete, eine lange Reihe von Jahren behauptete, und noch sich desselben erfreute. Reinhart ist aber nicht nur als Künstler gross, sondern auch ein Mann von classischer Bildung. In seinen Werken herrscht Grossartigkeit, sowohl in der Zeichnung, als in der allgemeinen Auffassung, die sich im Style zur Historie erhebt. Doch sind alle Gegenstände der landschaftlichen Natur charakteristisch und mit der grössten Sicherheit ausgedrückt, so wie überhaupt wenige Landschafts- maler seiner Zeit einem so fleissigen Naturstudium sich ergeben haben, als Reinhart. Es finden sich Bilder von ihm, in denen der Geist und die Schönheit eines Claude Lorrain und N. Poussin waltet, allein dennoch ist das Lob getheilt, welches man ihm spendet,
Almanach aus Rom heraus, von welchem 2 Jahrgänge erschienen, 1810 und 1811, mit 45 Kupfern, wovon einige dem Künstler selbst angehören. Eine Schmähschrift gegen Dr. von Schorn hätte inner- halb der Schranken grösserer Mässigung gehalten werden sollen.
Denn besitzt das kunstliebende Publikum auch viele Compo- sitionen dieses Künstlers im Stiche, theils von fremder, theils von eigener Hand. Prestel stach die grosse Landschaft mit Eichen und einer Mühle, wo das Vieh durchs Wasser geht, und eine Ansicht bei Sachsen-Meiningen. Ein effektvolles Blatt von Hegis stellt Ruinen aus dem Colosseum dar. Horny stach eine Ansicht von Tivoli, J. Wagner den Abschied des Müllers, Geyser die Esplanade der Petersvorstadt zu Leipzig, die zweimal copirt wurde; eben dieser Geyser und Crusius historische Scenen zu Romanen, letzterer und Penzel auch mehrere Blätter zum Briefwechsel der Familie des Kinderfreundes etc.,
Reinhart hat selbst viele Blätter radirt, die zu den vollendet- sten ihrer Art gehören. Einige sind in sehr grossen Formaten, andere klein, wie Vignetten zu Octavbänden, wahre Kostbarkeiten der Radirnadel. Er ist neben Dies und Mechau der Teilnehmer an einer herrlichen Sammlung von malerisch radirten Prospekten, welche 1800 bei Frauenholz in Nürnberg erschienen, unter dem Titel: Malerisch radirte Prospekte von Italien, Collection de vues pittoresques de l'Italie dessinées d'après nature et gravées à l'eau-forte à Rome. 72 planches, roy. fol.
I. Prachtausgabe in roy. fol., mit Abdrücken vor der Schrift, (Ladenpreis 200 fl.), II. Prachtausgabe in gr. Medianfolio, mit Abdrücken vor der Schrift, III. In Abdrücken in der Schrift. Dieses Werk enthüllt folgende Blätter von Reinhart:
Ansicht aus dem Innern des Coliseum, Nel Colosseo. H. 104 Z., Br. 14 Z.
Andere Ansicht aus dem Inneren des Coliseum, Nel Co- losseo, H. 104 Z., Br. 133 Z.
Ansicht bei dem Circus des Caracalla. Vicin' al Circo di
Nagler's Künstler - Lex. Bd. XII. 26
Straße bei einem Dorfe von Zäunen umgeben, im Vorgrund ein Sauhirte. Sachtleven del. Reinhart fec. 1782. Schönes und seltenes Blatt, gr. fol.
Rovine cagionate in Tivoli il 16. Nov. 1826. C. Reinhart fec. 1826. Sehr kräftig radirt, und die Verheerung vor- stellend, welche der Anieno damals in Tivoli anrichtete, gr. qu. fol.
34—36) Folge von sechs italienischen Landschaften mit Grab- mälern, (Six vues d'Italie). 1792 sehr schön radirt. H. 53 Z., Br. 73 Z.
- Das Innere des Grabmales der Familie der Nasonen. Se- polcro de Nasoni.
35—36) Zwei Grabmäler in der Via Nevia,
37—38) Zwei ähnliche in der Via Nomentana.
- Ein Grabmal bei Tivoli. Vicino a Tivoli.
40—43) Vier Blätter Landschaften mit Figuren. Ansichten bei Rom, numerirte Folge, 1827, 1830, qu. fol.
A Gallaro.
Polidoro.
Filumicino, prima della fabricazione presente.
S. Marinella nell'antico ad Punico.
44—49) Folge von italienischen Ansichten mit deutschem Titel, 1804 in Rom gestochen, 6 Blätter, qu. 8.
44—45) Zwei Ansichten von Ariccia,
Die Inseln bei Neapel,
PaloZZola.
Palazzino.
Salerno.
50—55) Folge von 6 Landschaften, deren eine die Legende
vom hl. Hubertus enthält. Rom 1805. 10. 15., qu. fol. 56—63) Folge von 8 Landschaften; die mit Bileams Esel dem Hrn. Heigelin, jene mit Elias dem Maler José Madrazo de- dicirt. Rom 1800. 7. 15., qu. 8., fol., qu. fol. Diese Landschaften bilden einen Theil der Studienblätter, von Reinhart gezeichnet und radirt.
64—66) Folge von sechs Ansichten: Sei vedute, von 1805 —
1811 in Rom radirt, und dem Maler Joseph Abel in Wien dedicirt, und rechts oben am Rande numerirt, qu. fol. 64—65) Zwei reizende Ansichten aus der nahen Umgebung von
Ariccia, dem Sommeraufenthalte des Künstlers.
66—67) Zwei Blätter mit kühnen Baumgruppen, das eine mit einem einwärts am Berge führenden Weg, den ein Esel- treiber besteigt, ein meisterhaftes Blatt.
68—70) Zwei Blätter mit der Staffage eines Jägers, und einem Städtchen unter wild überragenden Felszacken,
70—75) Sechs landschaftliche Compositionen, 1820, qu. 4
76—95) Zwanzig Landschaften, gezeichnet und radirt von C. Reinhart, mit Umschlag, qu. fol.
Dies ist eine neue Ausgabe verschiedener Folgen, z. B. der dem Maler Abel dedicirten, die Darstellungen des Hu- bertus, Bileams Esel etc. Sie erschienen zu Stuttgart,
96—116) Italienische Landschaften. XXI. Studien von C. Rein- hart in Rom gezeichnet und radirt. Frankfurt, qu. fol.
Diese Sammlung enthält ebenfalls die dem Maler Abel dedicirte Folge, St. Hubertus, Bileam etc. Es gibt Abdrücke auf braun gefärbtes Papier.
Zwei Windhunde und ein todtter Hase, 1828, qu. fol.
Ein laufender Hase, qu. 8.
Die grasende Ziege.
Die beiden liegenden Ziegen,
121 — 122) Zwei Blätter mit schlafenden Hunden.
123—124) Zwei Blätter: der Ochsen- und der Ziegenkopf.
Die zwei liegenden Ziegen.
Die zwei schlafenden Hunde.
Die beiden Kälber,
Die liegende Ziege mit der Hirtin,
Der liegende Ochs und das Kalb,
Das liegende Kalb und die zwei Ochsen.
131 — 144) Studien von Eseln und Hunden, solche von einer Kuh, einem Kalb, einem Bock und einer Ziege, Studien von Pferd-, Ochsen-, Kuh- und Ziegenköpfen, 14 Blätter, 17091 — 1803 datiert und mit dem Namen des Meisters ver- sehen, 12., 8. und 4. ;
145—166) 22 Blätter Tierstudien von C. Reinhart, Maler in Rom. In Umschlag. Stuttgart, qu. fol. Dies ist eine neue Ausgabe der in Rom 1800 edirten Folge, u. a. ]
INQUIETIUM, Die Dummheit wird von der Wahr- heit fortgeführt. C. Reinhart inv. et fec. 1784. Sehr seltenes Titelkupfer, 8.
Bruder Graurock. Allegorisches Titelblatt. Reinhart inv. et fec. 1784, gr. 8. Sehr selten.
Die beiden Jäger mit dem Hunde, Reinhart sc. Geistreich — radiertes Blatt, aber selten zu finden. 8.
Zwei Juden, welche einen jungen Wechselschuldner fest- halten; den Dr. Carl Christian Richter aus Meissen, der sich ihrer mit fröhlicher Laune zu entledigen sucht, C. Reinhart fec. 1786, ST.
Dieses radierte Blatt ist sehr selten, besonders ohne Künst- lername. W. Schlachter hat dieses Blatt copiert.
171—173) Die drei Vignetten zu einem Leichengeficht, 1786, rund kl. 8. Im ersten Drucke mit breitem Rande.
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