Reinel, Johann Baptist, Zeichner und Modelleur , lebte im 18. Jahrhundert. Nach seinem Modelle hat man eine Bildnissmedaille auf den Arzt J. C. Pelloutier.
Römer, Wenzel Joseph, Maler, wurde 1686 in der Neustadt in Prag geboren, und von seinem Vater Joseph, einem bürgerlichen Bildhauer, in den Anfangsgründen der Zeichenkunst unterrichtet. Hierauf gaben ihm Brandel und Hallwachs einigen Unterricht in der Malerei, noch mehr aber verdankte er der Anleitung Schweiger's, bei welchem er sich bis in sein zwanzigstes Jahr der Land- schafts- und Schlachtenmalerei widmete. Es gingen auch einige Gemälde des Schülers unter dem Namen des Meisters, bald aber fing er an, auf eigene Rechnung zu malen, und sein Ruf ver- breitete sich weit fern. Anfangs wählte er Stadart und P. van Bloemen zu Vorbildern, und malte gewöhnlich Landschaften mit Thieren; als er aber durch eine Heirath in glückliche Umstände gekommen war, fing er an, in der Historienmalerei sich zu ver- vollkommnen, was ihm in nicht geringem Grade gelang. Er malte viele Bilder in Öel und noch mehr auf nassen Kalk, meistens Historien und Schlachten. Dlabacz, in seinem historischen Künst- ler-Lexicon für Böhmen, verzeichnet eine grosse Anzahl seiner Malwerke, Altarblätter und Landschaften mit Staffage in Öel; Kuppel- und Wandgemälde in Fresco in Kirchen und Klöstern zu Prag und anderwärts. Seine Bilder wurden hoch geschätzt und theuer bezahlt, so dass sich Reiner ein grosses Vermögen erwarb, welches aber die Kriegsjahre grösstentheils wieder verzehrten. Diese Unglücksfälle, die Sorge für eine zahlreiche Familie, und die angestrengte Arbeit wirkten aber nachtheilig auf seine Gesund- heit ein, und so war der Künstler noch nicht volle 57 Jahre alt, als er 1743 bei St. Egidius zu Prag begraben wurde. F.M. Pelzel hat sein Leben beschrieben und J. Balzer sein Bildniss gestochen. Müller und Birkhart haben mehrere geistlich allegorische Dar- stellungen nach ihm gestochen, Herz ein grosses Blatt, welches eine Allegorie auf die Baukunst enthält. Ueberdies sind nach ihm auch im Stiche nachgeahmte Zeichnungen vorhanden. Birk- hart und Fischer stachen nach seinen Zeichnungen 20 Platten, welche die Tuchmanufaktur zu Oberleutensdorf vorstellen, mit eigenem Titel: Designatio iconographica Oberleutensdorfensis pan- narias officinas vulgo fabricas penicilli arbitrio repraesentans etc. Dann hat Reiner auch die grosse Karte von Böhmen gezeichnet, welche H. Sperling für Müller's Verlag in Augsburg stach. Diese Karte ist mit den Emblemen des Königreichs Böhmen geschmückt
und mit W. L. Reiners Namen bezeichnet.
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