Reichmann, Georg Friedrich, Maler, wurde zu Münden
geboren; erhielt aber in Hannover seine Jugendbildung. Hier trat
er in die Reihen der vaterländischen Krieger, und wurde Lieute-
nant, was ihn aber nicht hinderte, nach dem Feldzuge von 1815,
in Hessen-Cassel als Zögling der Akademie der Künste sich einzu-
schreiben. Im Jahre begab er sich zu gleichem Zwecke nach
München , wo er in kurzer Zeit die flottlichsten Fortschritte
machte, und schön auf der Kunstausstellung von 1823 Aufsehen
erregte; Man sah damals von ihm das Gemälde mit Oedipus,
welcher, von Antigone geführt, über den Felsgenu schreitet, auf dem
er die Sphynx bezwang, dann ein Madonnenbild mit zwei Engeln,
und eine Scene aus dem Freischütz: Agathe vor dem Balkon betend.
Auch auf der Ausstellung von 1820 sah man neben einigen Bild-
nissen wieder eine Madonna mit dem Kinde und dem kleinen
Johannes von Reichmann. Werke, in denen sich bereits große
Sicherheit und reiner Sinn für Form und Farbe beurkundet. In
der Folge malte Reichmann fast immer Bildnisse, die durch leben-
dige Auffassung und die Wahrheit der Färbung sich auszeichnen.
- Ein ausgezeichnetes Bild ist das Portrait der Countess von Cam- bridge, Gemahlin des Vice-Königs von Hannover, 1835 in Lebens- grösse gemalt. Dieses Bildniss ist von ausserordentlicher charak- teristischer Wahrheit, und täuschend in Nachahmung des Fleisches und der Stoffe. Das Helldunkel ist klar und von grosser Wirkung. An dieses Werk reihen sich noch andere, ausgezeichnet durch Auf- fassung, Aehnlichkeit und Behandlung. Reichmann lebt in Hannover, in Göthe's Winckelmann ist er vielleicht am richtigsten be- urtheilt. Im Jahre 1795 starb er in Rom. Der russische Minister veranstaltete ihm ein prächtiges Leichenbegängniss,
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