Rehberg, Friedrich

Rehberg, Friedrich, Historienmaler , geb. zu Hannover 1738, gest. zu München 1835. Die Anfänge dieses Künstlers fallen in eine Zeit, in welcher die Kunst noch im Argen lag, dennoch aber zog er diese der Rechtsgelehrsamkeit vor. Er hatte sich auch schon frühe vorgenommen, zum Frommen der gesunkenen Kunst mög- lichster Weise beizutragen, und suchte auf eigenem Wege zu er- zielen, was er weder zu Leipzig in Oeser's Schule, noch zu Dres- den bei Casanova und Schönau fand. Rehberg suchte deswegen in Rom das einzige Heil, als dessen Verkünder ihm R. Mengs geschildert wurde. Er war 1777 schon von Dresden aus an diesen Meister empfohlen, und da er in Rom auch bei Azara und Reiffen- stein bald Eingang fand, so schien sein Glück unvermeidlich zu seyn. Er übte sich jetzt unter Leitung des berühmten Mengs unermüdlich im Zeichnen und im Malen, und dass er damals ganz

Sir William Hamilton's, war da ein Sammelplatz der geistreicheren

Gelehrten und Künstler damaliger Zeit, und der Glanzpunkt des Hauses die bekannte Lady Hamilton, deren Talent, die verschieden- artigsten Gemüthszustände auf pantomimische Weise auf das an-

muthigste und lebendigste darzustellen, Jeden bezauberte, der sich seinen Kreise näherte. Rehberg zeichnete diese Stellungen, ließ sie 1794 zu Rom durch Th. Piroli auf zwölf Blättern in Kupfer stechen, und widmete sie dem Gatten der Zauberin, unter dem Titel: Drawings faithfully copied from nature at Naples , fol. Der Name der Lady Hamilton steht nicht auf dem Titel, nur die Nach- stiche des Leipziger Industrie-Comptoirs sind „Attitüden der Lady Hamilton" betitelt. Die Original-Ausgabe ist jedoch in sehr wenig Exemplaren vorhanden, und daher veranstaltete Auguste Perl, die Erbin des Professors Rehberg, 1840 zu München eine neue Aus- gabe, unter dem Titel: Attitüden der Lady Hamilton. Nach dem eben gezeichnet von Friedrich Rehberg, in 12 Blättern litho- phirt von H. Dragendorf, fol. Im Jahre 1805 ging Rehberg nach Berlin, um dem neuen Herrscher seine Huldigung darzubringen. Die Majestäten beehrten ihn mit Aufträgen; aber auch diesmal blieb Rehberg nicht lange in Berlin, da ihn der Staatskanzler Fürst von Hardenberg zum Sekretär einer in Rom zu errichtenden Akademie bestimmt hatte. Der Künstler unternahm jetzt auch eine Reise nach Frankreich und England, aber bis er in Rom ankam, war die Etablirung jenes Institutes wieder aufgegeben. Rehberg arbeitete jetzt eifrig, um den in den Kriegsjahren für Künstler ungünstigen Verhältnissen zu begegnen; denn die beiden großen Gemälde der Niobe und der Dido konnten keinen Käufer finden. Endlich verließ er Rom, um in England seine Verhältnisse zu verbessern. Er verweilte einige Jahre in London, und erhielt da mit seinen Gemälden und Zeich- nungen großen Beifall. Hier malte er auch ein allegorisches Bild auf die Entthronung Napoleon's. Es stellt den Kaiser vor wie er fast knieend, dem brittischen Löwen Kron' und Scepter dar. Leicht, während der König der Thiere, den französischen Adler zertreibt, und der Sieg den überwundenen Helden nach Elba ver- weist. Dieses Bild wurde auch in Kupfer gestochen, mit der Unterschrift: Bonaparte resigning the Crown and Sceptre to the British Lion. The high allied powers. Ein anderes Werk, wel- ches Rehberg 1814 zu London herausgab, verherrlicht in Kupfern die Ankunft des Herzogs von Cambridge in Hannover, dessen von dem Künstler gemaltes Portrait Godby gestochen hat. Dieses Werk hat den Titel: The Arrival and Reception of his Royal Highness the Duke of Cambridge at Hannover. Von London reiste Rehberg wieder nach Rom, und blieb da einige Zeit, bis er 1819 vom Kaiser von Oesterreich den Auftrag erhielt, ein Panorama von Innsbruck zu verfertigen. Der Künstler erledigte sich dieses Auftrages auf überraschende Weise, und stellte das Ganze auf fünf Blättern dar, deren jedes 20 Zoll lang und 14 Zoll hoch ist. Er sollte dieses Panorama auch durch die Lithographie bekannt machen, was aber unterblieb, obgleich sich Rehberg von dieser Zeit an fast ausschliesslich mit dieser Kunst beschäftigte, was mitunter auch die Ursache ist, dass Rehberg in letzterer Zeit als Maler fast vergessen blieb. Der Staatsminister von Altenstein, Curator der kön. Akademie zu Berlin, forderte den Künstler auf, sich in München auf das genaueste mit der Lithographie bekannt zu machen, indem er die Absicht hatte, diese junge Kunst in Berlin emporzubringen. Allein Rehberg sah diese Stadt nicht wieder. Er blieb bis an sein Ende in München, ohne Vermögen und ohne Freunde. In dieser Zeit beschäftigte er sich mit der Lebensgeschichte Rafael's, zu welchem Zwecke er schon früher viele Zeichnungen verfertigte, die er dann theils selbst lithographirte, theils von anderen Künstlern lithographiren

diesem Bildnissmaler, aber weniger bekannt.

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