Regnault, Jean-Baptiste, Baron.
geben, kehrte nach Paris zurück, und suchte H. v. Manteuil auf, der, überzeugt von der unveränderten Neigung des jungen Reise- nden, ihn zu H. Bardin brachte. Dieser geschickte Meister begnügte sich nicht, den neuen Schüler in seine Werkstatt und selbst in seine Familie aufzunehmen, er nahm ihn auch mit sich nach Rom , um seinen Unterricht vor den Werken der größten Künstler fort- zusetzen. Regnault blieb auch stets dem Andenken seines Meisters und zweiten Vaters zugethan, und noch in seinem hohen Alter sprach er nie ohne Rührung von den Vortheilen aller Art, die er in dessen Schule genossen hatte, wo sich sein Talent, sein Ge- schmack, sein Geist gleichmässig gebildet und unter dem mildesten Einflusse und der glücklichsten Anleitung entwickelt hatten. So heisst es im Nekrologe im Universel 1829 Nr. 330, allein im Journal des artistes lesen wir, dass Regnault mit kalter Indifferenz seinen Meister und Beschützer Bardin erblindet und im Elend sterben sah. Möchten doch die schönen Worte des Universel wahr seyn, und die Achtung nicht schmälern, welche wir dem berühmten Zögling eines unglücklichen Meisters zollen müssen! Unter der Leitung dieses Mannes, der ein Feind der akademischen Systeme war, öffnete sich in Rom, umgeben von den Meisterwerken der Kunst, Regnault 's noch jugendliche Einbildungskraft leicht dem Eindrucke des Schönen. Die Correktheit, Grazie und Einfach- heit seiner Zeichnung stellten ihn bald in die ersten Reihen der jungen Künstler. Nach Paris zurückgekehrt, trug er ziemlich rasch nacheinander die Aufmunterungsmedaillen, und in seinem 20. Jahre den grossen Preis in der Malerei davon, mit dem Bilde, welches den Besuch Alexander's bei Diogenes vorstellt, und dem Künstler zum zweiten Male den Weg nach Italien zeigte. Als
Pensionär des Königs zu Rom rechtfertigte er die Hoffnungen, die er erregt hatte, durch ein grosses Gemälde: „die Taufe Christi."
Als der berühmte Mengs dieses Bild sah, wurde er von dem Styl und der Färbung des Werkes so überrascht, dass er ausrief: „Questo è di nostra scuola." Bardin gab ihm seinen Beifall, und antwortete mit stolzer Freude, der junge Regnault sei sein schönstes Werk. Nach Verlauf seines Pensionats nahm sich Regnault vor, Asien zu besuchen, den einzigen Welttheil, den er noch nicht gesehen hatte, aber eine schwere Krankheit, durch anatomische Studien veranlasst, nöthigte ihn, diesem Vorsatz zu entsagen. Er kehrte wieder nach Frankreich zurück, und bei dieser Gelegen- heit bot ihm zu Marseille ein reicher Kaufmann, der sein Talent und seinen Charakter zu würdigen verstand, seine Tochter zur Ehe an, unter der einzigen Bedingung, in Marseille zu bleiben. Doch die Liebe zur Kunst war grösser und Regnault eilte nach
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