Redoute, Peter Joseph

Redoute, Peter Joseph, Zeichner und Blumenmaler , der be- rühmteste unter den französischen Meistern dieses Faches, wurde 1759 zu St. Hubert in Belgien (Namur ) geboren, und von seinem Vater, einem guten, aber uns unbekannten Maler, in den Anfangs- gründen der Kunst unterrichtet, worauf er sich nach Holland begab, und endlich nach Paris, wo jetzt der berühmte Botaniker L'Héritier seiner Vorliebe zu naturhistorischen Darstellungen volle Nahrung gab, und seine Richtung bezeichnete. Er fertigte für L'Héritier's Plantes choisies aut mieux cognitaes, (Paris 1784 fol.) die Zeichnungen, und nachdem dieses Werk vollendet war, unternahm Redoute mit diesem seinem Freunde eine Reise nach England , wo er sich jetzt auch mit dem Farbendrucke beschäftigte, und es hierin zu solcher Vollkommenheit brachte, dass bereits 1790 die „Plantes grasses" mit Text von Decandolle als das Vorzüglichste dieser Art erklärt wurden. Es gab jetzt kein bedeutendes naturhistorisches Unter- nehmen mehr, an welchem nicht Redoute Theil hatte; er fertigte

für die Werke fast aller berühmten Botaniker Zeichnungen, und eine grosse Anzahl von solchen führte er für das Museum d'histoire naturelle aus, nach den Blumen des k. botanischen Gartens, deren schon Ludwig XV. 320 stechen liess. Seine Zeichnungen und Ge- mälde belaufen sich über 6000. Folgende botanische Werke ver- künden ihn und seinen jüngeren Bruder Heinrich Joseph als Zeichner: Tableau encyclopédique et méthodique, des trois regnes de la nature, par de la Marck. Paris 1771; Flore Atlantique, par R. Desfontaines, Paris An. VI., mit Zeichnungen von den beiden Redoute; Plantarum historia succulentarum, Ed. A. P. Decandolle;

Histoire des plantes grasses, etc. Paris An. VII. (1800); Description des plantes nouvelles et peu connues cultivées dans le jardin de M. Cels, par Ventenat. Paris, An. VIII., von den beiden Redoute ge- zeichnet; Flora Boreali-Americana, par A. Michaux. Paris et Strassburg 1803; Tableau du règne vegetal selon la méthode de Jussieu par Ventenat. Paris An. VII., von den beiden Redoute; Jardin de la Malmaison, par Ventenat; ein Prachtwerk, wozu Redoute sen. die Pflanzen malte, und die Ausführung auf Kupfer legte. Paris An. X (1803); Traité des arbres et arbustes qui se cultivent en France en pleine terre, par Duhamel. Neue, Auflage: Paris 1800 ff.; Voyage dans la Haute-Égypte, par H. Nestoux, Paris 1808, von den beiden Redoute; die Werke des berühmten Bonpland u. s. w. Unter diesen Werken sind die Abbildungen aus dem botani- schen Garten der Kaiserin Josephine zu Malmaison die prächtigsten, und daran reihen sich zwei andere Prachtwerke, welche den Künst- ler die letzte Zeit seines Lebens beschäftigten, und alles über- träfen, was in dieser Art geleistet wurde. Es spielt eine Samm- lung der Liliaceen und Rosen, deren Titel wir weiter unten geben. Die ersten, das prächtigste Kunstprodukt der Kaiserzeit, wurden 1804 von Napoleon an alle Souveräne, und an die berühmtesten Gelehrten und Künstler Europa's verschenkt. Die Original-Zeich- nungen erhielt der Prinz Beauharnais mit einem kostbaren Ab- drucke auf Pergament. Die kostbare Sammlung der Original- Zeichnungen zur Monographie der Rosen war ursprünglich Eigenthum der Regierung, und auf der k. Bibliothek aufbewahrt, bis sie die Herzogin von Berry, welche diese Sammlung geliehen erhielt, in England versteigern liess. Es wurden 306,000 Fr. dafür bezahlt. Die Liliaceen (Les Liliacées) erschienen von 1803—16 in 8 Grossfolio-Bänden, die aus 80 Lieferungen à 6 Blätter be- stehen. Jede dieser Lieferungen kostete 40 Fr., und von 20 Exem- plaren auf Colombier-Papier jede 80 Fr. Das Prachtwerk der Rosen (Les Roses décrites par O.-A. Thory, Paris, Didot 1817 — 24) besteht in drei Grossfoliobänden, oder in 30 Lieferungen, jede zu 6 Blättern, die zusammen 1200 Fr. kosteten; die Gross- Quartausgabe 600 Fr. Auf farbiges Papier existieren nur 5 Exem- plare, von welchen eine Suite schwarze, die andere colorirte Ab- bildungen enthält. Der Preis dieses Prachtwerkes war indessen nur Wenigen er- reichbar, und um es daher gemeinnütziger zu machen, so erschien von 1824—26 zu Paris bei Panckoucke eine neue wohlfeilere Ausgabe in 40 Lieferungen mit Text von Thory, die 3 Bände in gr. 8. bilden, mit 160 Blättern. Die Abbildungen wurden von Kupfertafeln farbig abgedruckt, und unter Redoute's Leitung mit dem Pinsel nachgeholfen. Die dritte Ausgabe erschien unter Leitung von M. Pirolle von 1828—1830, zu Paris bei Dufart, 30 Liefer- ungen zu 6 Blättern in 3 Bänden gr. 8. Dann haben wir von diesem Künstler noch zwei andere Pracht- werke, von welchen das folgende 100 Fr. kostet. Es hat den Titel: Choix des quarante plus belles fleurs tirées du grand ouvrage des Liliacées, pour servir de modèle aux personnes, qui se livrent au dessin, ou à la peinture des fleurs etc., Paris, Bossange père (1824), 10 Lieferungen gr. fol. Das zweite, welches bei Panckoucke erschien, unter dem Titel: Choix des plus belles fleurs prises dans différentes familles du règne végétal etc., Paris 1827—1830, gr. fol. und gr. 4. Dieses Prachtwerk erschien in 36 Lieferungen zu 4 Blättern, deren jene im grossen Formate 24 Fr., die im kleinern 10

Der grösste Theil der Werke dieses Künstlers besteht also in Zeichnungen, die sich über 6000 belaufen, theils einfarbig, theils in Aquarell behandelt, in letzterer Weise oft mit solcher Meister- schaft und mit solcher Kraft, dass diese Blätter an Stärke den Gemälden gleichen. Letztere sind glänzend und von bewun- derungswerdiger Treue der Natur. Sein letztes ist das grösste und vielleicht auch das Meisterstück des Künstlers: eine herrliche Zusammenstellung des Seltensten und Schönsten, welches das Pariser Gewächshaus enthält. Dieses Gemälde wurde 1839 auf dem Salon allgemein bewundert, aber 1830 starb der Künstler, in ärmlichen Umständen bei so vielen Arbeiten. Er war in seiner frühesten Zeit Hofmaler der Königin Marie-Antoinette, unter dem Convent (1799) Blumenmaler der Nation, die Kaiserin Josephine ernannte ihn, wie die unglückliche Königin, zu ihrem Hofmaler, die jetzige Königin der Franzosen, die Prinzessinnen Adelaide, Louise und Marie nahmen Unterricht bei ihm, Carl X. ertheilte ihm den Orden der Ehrenlegion, und der König der Belgier machte ihn zum Ritter des Löwenordens. Er war auch Professor am Pflanzengarten und Zeichenlehrer am naturhistorischen Museum,

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