Rebell, Joseph, Landschaftsmaler, geb. zu Wien 1786, gest. zu Dresden 1828. Schon in der zarten Kindheit zeigte sich bei Rebell die Neigung zur Kunst; er besuchte desshalb die k. k. Akademie der bildenden Künste zu Wien, und widmete sich anfangs dem Architekturfache. Allein bald überwog das natürliche Talent, und die landschaftliche Natur forderte den Künstler auf, ihre Schöpfun- gen durch den Pinsel nachzubilden, daher er sich ausschliesslich für dieses Fach bestimmte, in welchem seine Anlagen sich so hoch bewährten. Der französische Invasionskrieg im Jahre 1800 veran- lasste ihn zu einer Reise nach der Schweiz und nach Mailand , wo er sich zwei Jahre aufhielt, und an dem Prinzen Beauharnois, (Herzog von Leuchtenberg) und dessen Gemahlin so eifrige Be- förderer seines sich schnell entwickelnden Talentes fand, dass er von da bald nach Neapel gehen konnte, wo er jetzt von der kunst- sinnigen Gemahlin des Königs Joachim vollauf beschäftigt wurde. Unter diesem Himmel bildete er sich zu einem der glücklichsten Landschaftsmaler für Seeküsten und Seestücke. Briten und Deutsche machten um die Wette ansehnliche Bestellungen, bei ihm, und da- mit fuhr er auch fort, bis nach jenen neuen Stürmen, die über Neapel hereinbrachen, er seine Wohnung in Rom nehmen musste. König Ludwig von Bayern bezeugte als Kronprinz bei seiner An- wesenheit in Rom den höchsten Beifall über ein Gemälde, welches einen Seesturm mit ungemeiner Wahrheit und Treue darstellt, und auf dieses folgten mehrere andere. Bei einer im Jahre 1810 auf dem Capitol veranstalteten Kunstausstellung befanden sich mehrere vorzügliche Werke des Künstlers, die besonders das Wohlgefallen des Kaisers von Oesterreich, der sich damals in Rom befand, er- regten, und die Veranlassung zur Beförderung des trefflichen Mei- sters waren. Er erhielt nämlich 1824 die durch Füger erledigte Direktor-Stelle, und wurde zugleich zum Schlosshaupte mann er- nannt. Durch die rastlose Bemühung des neuen Direktors ge- wann die k. k. Gallerie eine weit zweckmässigere Aufstellung, viele der großen Meisterwerke wurden restauriert und manches Halb- vergessene wieder ins Leben gerufen. Bei so vielen Beschäfti- gungen, die ihm sein Ehrenposten auflegte, fand aber der fleissige Künstler doch auch noch Zeit, die schönsten Donaulandschaften — denn ohne Wassermassen waren ihm die Landschaften öde — auf Leinwand zu malen. Der Kaiser selbst bestellte bei ihm einen Cyklus von 12 der schönsten Gegenden von Oberösterreich, die bestimmt waren, bei ihrer sehr ansehnlichen Grösse eine Zierde der kaiserlichen Herrschaften Weinzierl und Parsenbeug zu werden.
Rebell starb auf einer Erholungsreise in Dresden im kräftigsten Mannesalter, höchgeachtet von seinem Hofe und jedem Freunde der Kunst.
Das in 173 Gemälden bestehende authentische Verzeichniss der Landschaftsgemälde dieses zu früh hingeschiedenen Künstlers findet man in B. v. Hormayr's Archiv für Geschichte etc. 1829. Nr. 30. Die obige Notiz über diesen Künstler gab Inspektor Frenzel im artistischen Notizenblatte 1828. Nr. 24.
Wir haben von diesem Künstler auch schön radirte Blätter, deren mehrere im Verlage von F. X. Stückl erschienen. Selten sind die reinen Aetzdrucke, auch die Abdrücke vor der Schrift sind nicht sehr häufig. Einige Abdrücke wurden auch auf blaues Papier
gemacht und weiss geholt.
- Ansicht von Mödling gegen die Herzogsburg, Landschaft mit Figuren, qu. fol.
- Der Wasserfall bei Schladming in Oberösterreich, qu. fol.
- Der Strudel auf der Donau, qu. fol.
- Monte reale presso Palermo, qu. fol.
- Eine andere Ansicht bei Palermo, qu. fol.
- Hleneschos Landschaft mit Schäfer und Schafheerde. 1807. qu. fol.
- Berglandschaft mit einem Flusse, zwei Liebende im Vor- grunde rechts, qu. fol. 8—12 Vier italienische Ansichten, welche Gegenstücke bilden, qu. fol.
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