Ravenna, der 1580 starb. Carrari klagt in dieser

Ravenna, der 1580 starb. Carrari klagt in dieser, 1581 zu Ravenna unter dem Titel: Della .utilita della morte, auch gedruckten Schrift

den Vasari an, dass er den Marco Dente aus Ravenna , den aus- gezeichneten Stecher des Kindermordes, und des Urtheils des Paris

nach Rafael, welchen kein anderer Meister übertroffen hätte, über-

gangen habe. Dieses ist indessen unrichtig; Vasari erwähnt seiner

mehrmalen im Leben Marc-Anton's, welchem Marco Dente nicht

allein nicht gleich kam, und noch weniger übertroffen hat. Carrari

sagt dann weiter, dass Marco bei der letzten Einnahme Rom's (1527) getöd'tet worden sei, und somit wissen wir durch Carrari wenigstens das Todesjahr des Künstlers. Dass Jotzterer einer (ade-

ligen) Familie Dente von Ravenna angehörte, behauptet auch

Girolamo Russi, (Historiarum Ravennatum Lib. IX. Venetiä, 1600 6092), und bestätiget dann weiter, dass der Künstler, der ne-

ben an dem unzähligen Dingen den Kindermord und das Urtheil

des Paris gestochen habe, bei der Einnahme Rom 's durch die Spa-

nier getödtet worden sei. Carrari und Rossi waren jüngere Zeit-

genossen Marco Dente's, welche demnach die zu jener Zeit gehen-

den Gerüchte niedergeschrieben haben werden. Dass aber Marco

der Stecher des Kindermordes sei, wird jetzt bezweifelt. Familien-

name und Todesjahr haben wir indessen aus den verlorenen Schriftsteller kennen gelernt, doch wissen wir immer noch nicht, wann der Künstler geboren wurde, wer ihn unterrichtet hat, und wann er nach Rom in Marc-Anton's Schule gekommen ist. Rost, Ficozzi u. a. wollen wissen, dass Marco 1406 geboren worden sei, Basan, Zani u. a. lassen ihn willkührlich 1500 geboren werden,

und wenn Einige seine Lebenszeit über 1527 hinausdehnen, so sind

sie nach dem, was wir oben bemerkten, in gleiche Willkühr ver-

fallen. Dann hat man auch über die Identität des oben erwähnten Severus von Ravenna und eines Silvester da Ravenna mit unserm Marco gefaselt, obgleich sich letzterer auf dem Blatte mit Laokoon

selbst Marcus Ravennas nennt. Severus ist älter, vielleicht ein

Verwandter, wenn nicht der Vater unsers Künstlers. Dieser könnte

auch niellirt haben, da er Guldschmied war, und wenn es den frühern Schriftstellern nicht an Annahmen fehlt, so wird man es auch uns nicht verargen, wenn wir glauben, dass Marco bei die- sem 'Severus' da Ravenna die Kunst erlernt haben könnte,' die ihn dann zur Kupferstecherkunst führte.' Es beschäftigte sich ja auch Raimondi Anfangs mit Nielliren, und warum softe Marco Dente sich hierin nicht versucht haben? Diese Kunst war damals

gewöhnlich, viele solcher Niellen sind aber unbekannt.

De; derselbe, welcher unsern Künstler Silvester nennt, ist Ma- rolles in seinem Cataloge, Paris, 1600, wahrscheinlich verleitet durch das Monogramm des Künstlers, welches aus IS. (verschlu-

Er besteht, und kein M. enthält. Dieses Monogramm erklärt dass es sich auf Silvester Ravennas und Andere schrieben ihm nach. Die Mehrzahl liest aber Ravennas sculpsit, so wie das einzelne R, Ravignano bedeutet, Zani Enc. Met. V.2. p. 314. allein macht eine Ausnahme, indem er sagt, das Monogramm müsse in SR., und nicht in RS, aufgelöst werden, eine Behauptung, worauf sein Motto passt: Sustinete, et ego loquar; et post mea, si videbitur, verba rıdete, Diese beiden Zeichen, besonders das Monogramm RS. kommen gewöhnlich vor. Vasarı sagt aber auch, dass einige seiner Blätter das Zeichen MR. (Marco Ravignano) tragen; allein nur Christ, Heinecke, Huber und Malpe erwähnen ein Baccha- nale mit MR., welches aber weder Bartsch noch Brulliot auffin- den konnten.

Von den auf Marolles folgenden Schriftstellern ist Ph. Baldi- nucci (Cominciamento e progressi dell' arte d'intagliare in rame. Firenze 1680) derjenige, der die Behauptung Marolles und das Monogramm des M. Dente verleitete, einen Marco und Sil- vestro de Ravenna anzunehmen, welche nach seiner Ansicht mit Agostino Veneziano von 1535 — 1560 fast alle Werke Rafael's ge- stochen hätten. Die Angabe der Zeit ist erweisbar falsch, und auch Silvester von Ravenna nur eingeschoben. Orlandi (Abbece- dario pittorico, Bolog. 1704, Venezia 1753) ist ebenfalls unsicher. Er sagt, dass Marco seine Blätter mit M, R. bezeichnet habe, und auf tav. D. N. 10 gibt er ein aus J. S, R. bestehendes Monogramm, welches nach seiner Ansicht dem Silvester von Ravenna angehöre, dem Schüler und Nachahmer des Marc-Anton, der 1535 — 1560 nach Rafael's und Giulio Romano's Werken gestochen haben soll.

Märiette, im Catalogue der Kupferstichsammlung des Prinzen Eugen von Savoyen, der handschriftlich auf der k. k. Bibliothek in Wien aufbewahrt wird, legt alle mit R. S. bezeichneten Blätter dem Silvester von Ravenna bei, später aber, in einem Briefe an N. Gaburi (Lettere pitt. II. p. 277) zweifelte er an der Existenz eines solchen Künstlers; in der Folge kam er wieder auf seine alte Meinung, bis er zuletzt (Traite des pierres gravees. Paris 1750) auf die Autorität des Pomponius Gauricus hin alle mit R, S. be- zeichneten Blätter dem Severus von Ravenna beilegen wollte. Die- ses glaubt auch Giulianelli, der in seinen Memoiren über die mo- derne Steinschneidekunst, Livorno 1753, fast nur Mariette's Traite in Uebersetzung gab, unterschreiben zu müssen.

Gori Gandellini (Notizie istor. degl' intagliatori, Siena, 1777, II p. 110) zieht zwar den angeblichen Silvester von Ravenna nicht hinein, er ist aber in seiner Sache nicht klar. Nach seiner Ansicht sollte das Monogramm SRS. Rota Senensis, oder Ruota Sabinese oder Ravignano Sculpsit bedeuten. Dabei aber hatte Gan- dellini den Marco da Ravenna noch nicht im Sinne, und als er von diesem spricht, bemerkt er erst, dass seine Blätter mit SH, mit MR, oder mit RS, RM oder R bezeichnet seyen. Der Fort- setzer von Gandellini's Werk, de Angelis, findet es sonderbar, dass der Künstler den Anfangsbuchstaben seines Geburtsortes mit dem ersten Buchstaben des Professionswortes Sculpsit verbunden habe; allein dieses erregt jedenfalls weniger Bedenklichkeit, als die wahllose Compilation des M. de Angelis. Den Silvester de Ra- venna will er zwar nicht an Marco's Stelle setzen, aber ein Zeit- genosse, könnte er gewesen seyn.

Zani, in seiner Enciclopedia metodica, behauptet anfangs, dass die mit RS. bezeichneten Blätter dem Severus nicht angehören können, weil man auf keinem Blatte seinen Namen findet, und Nagler's künstler-Lex. Dd. XI 21

Ravenna, Marco da.

vielleicht das Bacchanale von 1515 das erste seyn dürfte, welches mit R. S. bezeichnet ist, was natürlich mit der Lebenszeit des Seyer us nicht mehr zusammen zu reimen wäre. Auf der andern Seite sagt aber Zani wieder, dass er denjenigen, die das Zeichen RS dem Silvester oder dem Simon von Ravenna beilegen wollen, nichts entgegnen könnte, und im Verlaufe seines Werkes legt er es selbst immer dem Silvester bei. Zuletzt fügt Zani sogar noch bei, dieses Zeichen könne dem Marco da Ravenna gar nicht angehören, weil er nach dem Beispiele des Augustin von Venedig die Initialen sei- nes Taufnamens und seiner Vaterstadt hätte zusammenstellen müs- sen. Allein es ist kein mit MR bezeichnetes Blatt bekannt, die Hypothese Zani's überhaupt unhaltbar. Simone da Ravenna ist mit jenem Silvester von Ravenna aus der Luft gegriffen, obgleich er in den Catalogen von Helle, Glomy, Remy etc. genannt wird. Dem Halle haben die Andern nachgeschrieben.

M. Malpe, der anonyme Verfasser der Notices des Graveurs, Besan- con, 1807, ist derjenige, welcher aus der sorgfältigen Vergleichung dieser Blätter die Ueberzeugung schöpfte, dass sowohl die mit R. S., als mit dem Monogramm RS bezeichneten von derselben Hand her- rühren. Durch Bartsch und einige andere Chalkographen unsers Jahrhunderts ist diese Ansicht die herrschende geworden, und Za- netti (Cabinet Cicognara, Venise, 1837) ist derjenige, welcher die verwirrten Angaben über Marco Dente, wie keiner seiner Vorgän- ger gelichtet hat. Aber trotz des schlagenden Beweises, dass Marco Dente 1527 bei der Einnahme von Rom umgekommen, lässt Dr. Ferrario (Classiche stampe, Milano, 1835) mit Malpe den Künstler erst 1550 sterben, und Ticcozzi, Dizionario degli architetti, scultori, pittori etc., Milano, 1853, will aber die Sache noch besser wis- sen, indem er geradehin behauptet, dass Marco da Ravenna nach Rafael's Tod sogleich ins Vaterland zurückgekehrt sey, und da bis 1550 den grössten Theil seiner vielen Blätter gestochen habe. Sign. Ticcozzi weiss also nichts von Zani's Entdeckung, nichts von den Werken seiner Landsleute Rossi und Carrari. Wenn spätere Da- ten als 1527 auf Marco da Ravenna's Blättern vorkommen, so deu- ten diese auf zweite Auflagen, die von andern Verlegern veran- staltet wurden; Die Blätter des Marco da Ravenna sind im Stiche sehr un- gleich, bald im Geschmacke seines Nebenbuhlers Agostino de Musi (Veneziano), noch öfter in der Weise seines Meisters behandelt. Den ersteren übertraf er an Reinheit und Zierlichkeit des Stiches, aber sein glänzendes Machwerk entschädiget nicht für die, beson- ders in den Umrissen, schwache Zeichnung, in welcher er unter beiden Meistern steht. Am grössten erscheint er als Copist; wenn er aber sich selbst überlassen bleibt, zeigt er besonders in Zeich- nung und Ausdruck Mangel an eigenthümlicher Einsicht. Zur Selbstständigkeit eines Marc-Anton und Agostino Veneziano er- hob er sich nicht. Wenn es aber galt, ein Blatt Marcantoniö's bis zur Täuschung zu copiren, war Marco Dente vor Allen geeignet. Als Beweise dieses seines grossen Nachbildungs-Vermögens nennt Bartsch u. a. vornehmlich den Kindermord ohne Bäumchen (Chigii) und das Urtheil des Paris; allein die beiden Darstellungen des Kindermordes sind wahrscheinlich von einem und demselben Mei- ster gestochen, von Marcanton selbst. Doch auch das Urtheil des Paris beweiset, dass kein anderer den Raimondi so gut copirt hat. Die Gleichheit des Styls mit jenem Blatte, und das Verdienst dess- selben, bewog den berühmten Verfasser des Peintre-Graveur, auch andere alte Copien nach Marc-Anton den Ravennaten beizulegen, wie die Madonna mit der Palme, den Bau der Arche, die Marter

Die Zahl der Blätter dieses Künstlers beläuft sich im 14. Bande des Peintre-Graveur von Bartsch auf 77, man findet sie aber nur mit einiger Mühe unter den Blättern des Marc-Anton und Augustin von Venedig heraus. Die in unserm Verzeichnisse eingeschlossenen Numern sind die laufenden Zahlen bei Bartsch, nach welchem wir hier die Blätter aufzählen, mit einigen Zusätzen nach Zanetti, Premiere siecle de la chalcographie (Cabinet Cicognara) u. a.

Altes Testament.

  1. (3) Gott befiehlt dem Noah die Arche zu bauen, Copie ei- nes Blattes von Marc-Anton Raimondi, welches dieser nach Rafael's Zeichnung gestochen hat, Nr. 81 unsers Verzeich- nisses. Diese Copie ist von einer anderen, gegenseitigen leicht zu unterscheiden, weil die Lage dieselbe ist, wie im Originale, Der Altvater, ein Kind in den Armen, blickt in Mitte des Blattes nach rechts gewendet, und nach der lin- ken Seite hin ist Noah's Weib unter der Thüre. Diese hier erwähnte Copie ist schön und täuschend, Zug für Zug dem Originale gleich, Man kennt sie an der Pflanze, unten in der Mitte am Rande. Diese Pflanze hat in der Copie sieben spitzige Blätter, im Originale nur deren sechs. H. 11 Z. 5 L., Br. 9 Z. 53 L. Beim zweiten Drucke wurde die Platte sorgfältig retou- chirt, und am Rande der Thüre R. V. Invent. geschrieben.

  2. (4) Das Opfer Noah's nach dem Auszuge aus der Arche. Er steht rechts beim Altare, hinter ihm ist einer seiner Söhne mit dem zu opfernden Schaafe, und links vorn schlachten zwei andere Söhne ein solches. Dann sieht man noch zwei Männer, die zwei Ochsen und ein Kalb führen. Nach einer Zeichnung Rafael's zu dem Gemälde in den vatikanischen Logen, Ohne Zeichen. H. 8 Z. 10 L., Br. 7 Z. 6 L.

  3. (7) Gott erscheint dem Isaak, und befiehlt ihm, nicht nach Aegypten zu gehen, Isaak, mit einem langen Stocke in der Linken, kniet auf der Erde und sein Weib sitzt links unter dem Baume. Im Grunde eine Stadt. Nach einer Zeichnung Rafael's zum Gemälde in den Logen des Vatikans, mit ver- ändertem Grunde. Ohne Zeichen, von Bartsch und Zanetti dem Marco Dente zugeschrieben, von Zani dem Agostino Veneziano. Florent le Comte nennt diese Darstellung irrig den Buison ardent (brennender Dornbusch). H. 7 Z. 6 L., Br. 8 Z. 8 L.

Es gibt davon eine alte anonyme Copie von der Gegen- seite, welche, obwohl nur mittelmässig, Zani sehr täuschend nennt. Z. 7 Z. 3 L., Br. 8 Z. 8 L.

Ein neuerer französischer Künstler hat diese Darstellung repetirt, und A. M. Zanetti selbe nach der Zeichnung des Cabinet Jach in MNelldunkel bekannt gemacht,

Es gibt zweierlei Abdrücke von dieser Platte. Die zweiten erscheinen durch die Retouche in den Taillen kräftiger, in zwei Blättern bestehend, die zusammengefügt sind. Zani glaubt, dass diese Abdrücke von einer anonymen Copie kom- men, und bemerkt dann, dass sich in der Dimension ein Unterschied zeige, da selbe nur 14 Z. hoch und 20 Z. 11 L breit sei. Einer solchen Copie erwähnt wirklich Vasari; Zani scheint aber doch nicht recht daran zu glauben, und ausser Zanetti schweigt jeder moderne Schriftsteller davon. Wenn nun aber Marco da Ravenna das Blatt copirt hätte, nach Marc-Antonio oder einem seiner Schüler?

Neues Testament.

  1. (15) Die Verkündigung Maria's, letztere rechts vor dem Bet- stuhle, wie sie sich gegen den von der linken Seite herkom- menden Engel neigt. Oben auf einer Wolke ist Gott Vater mit Engeln, und im Grund rechts ist das Ruhebett der Jung- frau. Nach Rafael, ohne Zeichen, nach Bartsch eher von Marco als von Raimondi. H. 11 Z., Br. 9 Z. 8 L.

Villamena hat dieses Blatt von derselben Seite copirt, aber selbes nicht bezeichnet. Die Halbtinten im Innern des Bet- tes sind mit Krenzstrichen bewirkt, im Original mit einfa- chen perpendicularen Linien. Vom Betstuhle bis zum unte- ren Rande der Platte zählt man in der Copie vier, im Ori- ginale drei Quadrate, in gleicher Grösse.

  1. Der Kindermord, nach Rafael, jene berühmte Darstellung, welche mit und ohne Bäumchen (Chicot, Felce, Felcetta) vorhanden ist, und einmal von Marco da Ravenna herrüh- ren soll. Die Meinungen sind getheilt; die Mehrzahl spricht sich jetzt dahin aus, dass Marc-Anton beide Blätter gesto- chen habe, und so verweisen wir auf den Artikel Marcan- tonio Raimondi, Nr. 88, wo ausführlich darüber gehandelt ist.

  2. (21) Der Kindermord, nach Baccio Bandinelli. Herodes, be- gleitet von drei Offizieren, steht auf einer Estrade von meh- reren Stufen in Mitte des Blattes, und zu den Seiten ent- steht in schönen Gruppen der Kampf der Mütter gegen die Henker. Im Grunde, wo ein Gebäude mit einer Balu- strade zu sehen ist, werden die Unglücklichen verfolgt.

Copien.

A. Sehr täuschende alte Copie, von einem Schüler der Marc- Anton'schen Schule, mit derselben Inschrift und demselben Zeichen. Diese Copie ist sehr täuschend, selbst beim Vergleich mit dem Originale. Man erkennt sie an der Schulter der Frau, welche im Grunde rechts ihr Kind weg- reisst. In der Copie ist der Muskel der Schulter durch zwei Reihen von Schraffirungen ausgedrückt, im Originale nur durch eine. Bartsch Fig. 52 gibt dies in Nachbildung. Bartsch sagt, dass diese schöne Copie von N. Beatrizet ge- fertigt sei, dessen Zeichen [O]l[O]hl't[ ] rechts am Rande in halber Höhe der Platte ganz verdeckt ist, so dass der Copist seine Arbeit für Original geben zu wollen schien, indem das Monogramm Marco's hervortritt. Heinecke ver- wechselt diese Copie mit einer andern von J. B. Cavalle- riis, nach derselben Zeichnung. Die zweiten Abdrücke sind sehr breit retouchirt. Ph. Thomasin liess bei dieser Gelegenheit fast nur mehr die alten Umrisse. Die Schulter der erwähnten Frau ist ganz beschattet, das Papier, auf welchem Bandinelli's Name und das Monogramm steht, ist mit horizontalen Strichen be- deckt, während es im ersten Drucke weiss erscheint. Das Zeichen Beatrizet's ist nicht mehr sichtbar, und in der Mitte unten steht die Adresse. Ant. Lafrery.

B. Sehr gute, gegenseitige Copie von einem unbekannten Mei- ster, nach dem Originalstiche gefertigt, weil der Muskel der Schulter nur durch eine Lage von Strichen ausgedrückt ist. Auf dem Papiere ist das Zeichen Ravenna's und der Name des Malers, so geschrieben: bacius florentinus. Hei- necke will von einem Abdrucke ohne Bandinelli's Namen wissen,

  1. (27) Das Abendmahl des Herrn, nach Rafael, seit Bartsch unter dem Namen Copie aux pieds, pezzo dei piedi, bekannt. Marc-Anton hat dieselbe Darstellung gestochen, und wie man seit Bartsch glaubt, Marco da Ravenna sie repetirt, sogar von der Seite des Originals, in derselben Grösse. Das Blatt von Marcantonio hat das bekannte Täfelchen, die Wiederholung zeigt links an den Lambris des Saales den Buchstaben R zwischen zwei Punkten, und dieses nimmt man gewöhnlich für Marco da Ravenna's Zeichen, während das [M] auch Rafael bedeuten könnte. Vasari nahm es wahrschein- lich dafür, wenn er den Stich dem Agostino Veneziano oder

; 9) (32) Die Kreuzabnehmung, Copie nach Marc-Anton, welcher diese Darstellung nach einer Zeichnung Michel Angelo's ge- stochen hat. Bartsch glaubt, Marco Bent sei der Copist. Siehe M. A. Raimondi, Nr. 04 C. unsers Verzeichnisses,

  1. (35) Die heil. Jungfrau beweint den Leichnam des Erlösers, die unter dem Namen der heil. Jungfrau mit dem blossen Arme bekannte Darstellung, welche Marc-Anton nach Ra- fael gestochen hat. Diess ist eine Wiederholung, die nach Vasari von Agostino Veneziano oder von unserm Ravennaten gefertigt ist. Siehe M. A. Raimondi, Nr. 05 unsers Ver- zeichnisses. Wer

  2. Die Transfiguration, erste Idee von Rafael's berühmtem Bilde für S. Pietro in Montorio, jetzt im Vatikan. Das Gemälde hat mehr Figuren, und ist in vielen Theilen anders. Auf einem Balken über dem Buche des vorn links auf dem Bo- den sitzenden Apostels ist der Buchstabe R. H. 14 Z. 0 L., Br. 11 Z. 5 L. ; /

Malpe, Malaspina und mehrere andere Schrifsteller legen dieses Blatt dem Marco da Ravenna bei. Mariette war der erste, welcher behauptete, der Buchstabe R. bedeute Rafael, und erklärte den Meister mit dem Würfel für den Urheber des Blattes. Ein Gleiches that auch Bartsch, und reihte dies- ses Blatt unter die Werke des Maître au dé, XV. p. 187.

Ohne Grund handeln diejenigen, welche es dem Marc-Anton beilegen.

Madonnen.

  1. (48) Die heil. Jungfrau mit dem Kinde, in einem Buche le- send, nach Rafael, von Marc Anton oder von unserm Künst- ler gestochen. Siehe M. A. Raimondi, Nr- 103 unsers Ver- zeichnisses.
  2. (54) Die heil. Jungfrau, mit dem Kinde auf dem Throne, welches sich nach dem jungen Tobias neigt, der einen Fisch

, trägt. Rechts kniet St. Hieronymus. Diess ist die berühmte

— Madonna del pesce, la vierge au poisson, nach einer Zeich- nung Rafael's, von Marc-Anton oder von unserm Künstler gestochen. Bartsch und Zanetti neigen sich mehr für den letzteren. Siehe Raimondi Nr. 1060 unsers Verzeichnisses,

  1. (55) Die hl. Jungfrau mit dem Kinde auf dem rechten Arme und ein grosses Buch in der Linken, sitzt in einer Altarni- sche zwischen zwei Säulen. Rechts unten steht St. Joseph und gegenüber ein heiliger Bischof. Am linken Fusse der heil. Jungfrau sieht man ein aus R., S. bestehendes Mono- gramm, welches von dem gewöhnlichen Zeichen Marco's ab- weicht, indem der Buchstabe S, kleiner als sonst ist. Heine- cke legt das Blatt dennoch dem Ravennaten bei, Bartsch hält es aber für die Arbeit eines moderneren Künstlers, der jenes Monogramm daraufsetzte, entweder um dem Blatte mehr

‚ Credit zu verschaffen, oder um Rafael Sanzio ald Erfinder zu bezeichnen. Heinecke will die Erfindung dem Polidoro beilegen, was Zanetti nicht sehr wahrscheinlich findet. H. 9 Z. 8 L., Br. 6 Z. 10 L. :

  1. (58) Die heil. Jungfrau mit dem langen Schenkél, dieselbe Darstellung Rafael's, welche auch Marc-Anton Reimondi ge-

stochen hat, deren wir im Verzeichnisse der Werke desselben Nr. 107 erwähnt haben. Maria sitzt vor der Wiege, und Jesus streckt die Händchen nach der Bandrolle aus, welche ihm Johannes reicht. Links sitzt Joseph auf dem Sattel des Esels, und im Grunde ist eine Ruine. Dieses Blatt zeigt im Ver- gleich mit jenem Raimondi's wesentliche Veränderungen.

an sieht den Kopf des Esels nicht, aber an dessen Stelle ein kleines Fass an der Mauer befestigt, welches mit R. S. bezeichnet ist. Die Köpfe sind ohne Heiligenschein, links unten in der Ecke sind keine Kräuter, die Treppe hat nur fünf Stufen, dann sieht man keine Thüre, aber zwei Fenster, während im Blatte Marcantonio's die Thüre und acht Treppe Stufen sichtbar sind, aber nur ein Fenster u. s. w. H. 14 Z. 11 L., Br. 10 Z.

Die spätern, retouchierten Abdrücke haben Salamanca's Adresse; die letzten jene von C. Losi, 1775.

(61) Die Madonna mit dem säugenden Kinde, Wiederho- lung eines Blattes von Marc-Anton, Nr. 100 unsers Ver- zeichnisses. Bartsch glaubt, Marco da Ravenna sei der Ur- heber. Der Copist hat die Figur des heil. Joseph weggelas- sen. H. 6 Z. 2 L., Br. 4 Z. 4 L.

(62) Die hl. Jungfrau mit der Palme, la vierge au palmier, Copie nach Marc-Anton Raimondi, Nr. 110 unsers Ver- zeichnisses, anscheinlich von Marco Dente, aber ohne Zei- chen. Diese Copie ist schön, und desswegen glaubt Bartsch sie nur dem Ravennaten zuzueignen zu dürfen. H. 8 Z. 8 L., Br. 6 Z. 3 L.

Es gibt Abdrücke mit der Adresse von Donato Supriano.

(63) Die Madonna mit der Wiege, la vierge au berceau, an- scheinlich Copie nach Marc-Anton, von Marco gefertigt, viel- leicht ein unächte Wiederholung Raimondi's. Näheres s. Raimondi Nr. 111. A.

Heilige beiderlei Geschlechts.

19 — 31) (79 — 91) Jesus Christus und die 12 Apostel, Folge

von 13 Blättern nach Rafael, welche auch Marc-Anton ge- stochen hat. Der Ravennate hat zwölf seiner Blätter links mit dessen Monogramm versehen, nur jenes mit St. Thaddäus in der Mitte unten bezeichnet. Ueberdies sind sie von der Gegenseite genommen, was leicht zu erkennen ist, weil wir zum Unterschiede die Blätter Raimondi's (Nr. 112 ff unsers Verzeichnisses) nach der Stellung der Figuren be- schrieben haben. H. 7 Z. 9 ½., Br. 5 Z. 2 L.

Im I. Abdrucke ohne Adresse, im II. mit der Adresse Sa- lamanca's, im III. mit jener von C. Losi, 1773. Schon die zweiten Abdrücke sind schlecht, aber noch schlechter die aus Losi's Verlag. Losi liess den Namen jedes Heiligen beisetzen,

Die genauen, anonymen Copien sind von der Gegenseite, also im Sinne der Blätter Marc-Anton's, sie haben aber das Monogramm Ravenna's,

  1. (106) St. Michael mit der Lanze, den Dämon zertretend, die

Linke an den Degengriff gelegt, nach Rafael, dieselbe Darstellung, welche auch Agost. Veneziano gestochen hat, mit einigen Veränderungen. Am Steine beim Kopfe des Da- mon ist das Zeichen. H. 9 Z. 5 L., Br. 6 Z. 11 L.

Es gibt eine mittelmässige, gleichseitige Copie mit dem- selben Monogramm, am rechten Rand des Blattes zu erken-

  1. (117) Die Marter der heil. Felicitas, Copie des berühmten Blattes, welches Marc-Anton nach Rafael gestochen hat, wenn nicht eher Wiederholung von Raimondi's eigener Hand, da auf dieser angeblichen Copie, deren Urheber nach Ein- gen Marco da Ravenna seyn soll, das Monogramm Marc- Anton's und die Inschrift gerade so, wie im Originale ge- zeichnet ist. Näheres s. M. A. Raimondi, Nr. 138 A. unsers Verzeichnisses. s

Historische Darstellungen.

  1. (195) Entellus und Dares, zwei berühmte Gladiatoren, im Wettkampfe mit dem Cestus. Entellus steht links, Darei in der Mitte vom Rücken gesehen, und den Grund bildet die Ruine eines Circus. Am Steine steht: Entelli et Dares. Cestvvm Cert. — Das Monogramm RS. Dieses Blatt stach Marco nach Rafael, und es ist eines seiner besten. H. 11 Z.

36—40) Fünf Nachbildungen von Basreliefs der Trajanssäule in Rom, die ersten, welche gestochen wurden, und zwar die ersten vier (Bartsch 202—205), von einem Schüler Marc- Anton's, worunter man gewöhnlich den Marco Dente ver- steht. Die Behandlung verräth viel Sicherheit,

Im spätern Drucke mit Salamanca's Adresse,

    1. Eine römische Legion im Zuge nach rechts, drei Fah- nenträger voraus. Einige Theile sind unvollendet. H. 10 Z.

8 L., Br. 13 Z. 10 L. ;

    1. Römische Ritter führen die Pferde am Zaume zum Flusse hin. Retrato. De La. Colona. Di. Roma. H. 11 Z., Br. 15 Z.
    1. Römische Ritter ziehen über eine Brücke, der Zug nach rechts gerichtet. Mit derselben Inschrift. H. 10 Z. 9 L., Br. 13 2. 7 L.
    1. Römische Soldaten befestigen ein Feld. Mit derselben Inschrift, wie Nr. 2. H. 10 Z. 9 L., Br. 13 Z. 8 L.
    1. Der Kampf dies- und jenseits des Flusses. Rechts su- chen mehrere Soldaten einen Mann in langer Tunica zu Bo- den zu werfen, und links schleppen Krieger einen solchen Gefangenen fort. Rechts steht an einer Büste Nr. 328. Im Grunde ist ein Baum und vier Eichen. Ohne Inschrift. H.11 Z.,

n 15 Z.

Dieses Blattes erwähnt nur Zanetti, da im Cabinet Cicog- nara ein solches war. Bartsch kennt es nicht. ;

  1. (206). Trajan im Kampfe gegen die Dacier. Er reitet links des Blattes im Galopp über zwei Dacier hin, und rechts be- merkt man unter den Römern einen Dacier mit auf den Rü- cken gebundenen Händen. Dieses Basrelief war ehedem am Bogen des Trajan, wurde aber später zur Zierde des Triumph- bogens des Constantin bestimmt. Am Schilde des Soldaten,

A. Im Sinne des Originals, fast bis zur Täuschung nachge- ahmt, wenn auch mit geringerer Einsicht und Sicherheit gestochen. Das Original ist zierlicher und von größerer

Wirkung. Die Größe ist dieselbe, das Monogramm aber fehlt auf dem Schilde. Im Rande steht: Tabula marmorea pugnae Dacicae ex diruto Trajani, ut putatur, arcu, in Constantini cognomento Magni, qua spectat Aventinum, ornatus causa, Romae translata. Diese Unterschrift könnte auch abgeschnitten seyn.

B. Von E. de Laulne, sehr schön gestochen, oben rechts in der Ecke mit N. 6. und unten nach der Mitte hin, zwi- schen der Hand und dem Lanzenschaft des gefallenen Kriegers, mit S bezeichnet. H.3 Z., Br. 4 Z. 8 L.

  1. (210) Der Raub der Helena, Wiederholung derjenigen Dar- stellung, welche Marc-Anton nach Rafael gestochen hat, Nr. 213 unsers Verzeichnisses.

Dieses Blatt bietet im Vergleich mit jenem Raimondi's mehrere Veränderungen, besonders im Grunde, links am vorderen Felde und in der allgemeinen Lage der Schraffir- ungen. Marco Dente verfuhr darin mit Freiheit und nach eigenem Gutdünken, hielt sich aber nicht streng an die Zeichnung Raphaels. Besonders fehlt es ihm am Ausdrucke, Das Gesicht der Helena ist vor allen grimassenhaft. Rechts unten steht der Buchstabe R. H. 10 Z. 10 L., Br. 15 Z. 10 L.

Die späteren Abdrücke haben die Schrift: Raphael orbi inven, noch neuer sind die Abdrücke mit der Adresse von J. J. Rossi 1649 rechts unten, und links mit G. R. formis.

  1. (211) Die Schlacht mit dem Säbel, oder die Schlacht der Römer

gegen die Carthager unter Scipio, jene Darstellung, welche wir schon unter den Werken M. A. Raimondi's (Nr. 214) erwähnt haben, weil man sie gewöhnlich jenem Meister bei- legt, obgleich sie im Machwerke an Marc-Anton nicht er- innert. Marco da Ravenna könnte sie aber gestochen haben, da das Blatt in der Stichweise ganz mit anderen dieses Meisters übereinkommt. Die Composition wird dem Rafael beigelegt, der diese Schlachtscene für eine Tapete im Vatikan gezeichnet haben soll; allein sie erinnert noch mehr an den Styl des Giulio Romano. Woher das Bild den Namen habe, haben wir im Verzeichnisse der Blätter Raimondi's gesagt. H. 12 Z., Br. 16 Z. 10 L.

Augustin von Venedig hat diese Darstellung von der Gegenseite gestochen.

  1. Die Einnahme von Carthago durch die Römer. Sie legen

in den Gräben Leitern an, rechts entspinnt sich am Stadt- thore ein Kampf, und im Grunde sind Maschinen zum Durch- bruch der Mauern. An der Brustwehr eines Thurmes steht der Name der Stadt: Carthago, und etwas weiter unten der Buchstabe R., was Ravennas oder Ravignano bedeuten könnte. Zanetti erkennt darin auch die Stichweise desselben. In der Mitte unten liest man, doch sicher im zweiten Drucke: Exc. Salamanca MDXL. Nach Giulio Romano. H. 15 Z. 10 L., Br. 21 Z. 9 L.

Dieses Blatt kennt Bartsch nicht, Zanetti V. p. 322 nennt es, verwechselt es aber bald darauf mit dem folgenden.

Ravenna, Marco da.

Goord'inez hat dieselbe Darstellung gestochen und den Giulio Romano als Erfinder bezeichnet. Die Jahrzahl auf diesem Blatte, M.D.—XIXXXIX geschrieben, hat viele Ver- wirrung verursacht, indem man selbe für 1528, 1530 und 1539 genommen. Bartsch las 1539, und diese Meinung ist jetzt die gewöhnliche. Zani stimmt ihm ebenfalls bei; er meint aber zuletzt, das obige Blatt sei 1540 nach Penecz copirt, also nicht von Marco Dente. Zani verwechselt aber dieses Blatt mit dem folgenden.

Scipio zu Pferde, von seinen Hauptleuten umgeben, empfängt die Gefangenen und erteilt Befehle. Rechts ist das be- festigte Lager der Carthager, deren Truppen zurückgeworfen werden. In der Mitte unten ist der Buchstabe R, und die Inschrift: P. Cor. Scipionis. Victoria. Excudeb.

Ant. Salamanca. 1540. H. 15 Z. 3 L., Br. 20 Z.

Bartsch P. gr. XV. p. 31. zählt dieses Blatt zu den ano- nymen Werken der Schule des Marc-Anton., und möchte es dem Agostino Veneziano beilegen. Bartsch glaubt auch, dass obiges R. Rafael bedeute; allein Zanetti behauptet, dass sich offenbar der Styl des Giulio Romano ausspreche, und dass dieses Blatt, so wie das obige und das folgende eine Folge von Darstellungen nach Giulio Romano bilde. Ist diess wirklich der Fall, so gehören diese Blätter zu den späteren Arbeiten des Marco von Ravenna, denn Giulio dürfte zu solchen Compositionen durch das Schlachtbild Raffels im Vatican angereizt worden seyn.

Die späteren Abdrücke sind schlecht retouchirt. Die Berge im Grunde links sind ganz unterdrückt.

Die Zusammenkunft des Hannibal und Scipio am Ufer eines

Flusses. Der eine, rechts des Flusses, ist von mehreren

Kriegern begleitet, und zwei Pagen tragen seine Waffen. Der andere, am linken Ufer, steht an der Spitze seiner Schlachtordnung. Er hat Elephanten, Kriegswägen u. s. w. Links vorn sitzt ein Flussgott. Rechts unten liest man: Scipio. Et. Hannibal. Colluvit. H. 14 Z. 6 L., Br.

Bartsch P. gr. XV. p. 31. legt die Erfindung dem Giulio Romano bei, und den Stich einem Anonymus der Marc-

Anton'schen Schule; Zanetti erkennt aber hierin den Marco

Dente. Bartsch sagt auch, dass man nach der oben genann- ten Inschrift noch folgende Worte lese: Excudebat. Ant; Sa- lamanca 1541. Dieses muss nur mit den zweiten Abdrücken der Fall seyn; die ersten haben keine Adresse. Ein solcher Abdruck war im Cabinet Cicognara.

Zuletzt wurde die Platte auch stark retouchirt.

Mythologische Darstellungen.

  1. (2,16) Jupiter mit dem Blitze sitzend, der Adler zu seinen

Füssen; im Grunde ein Vorhang. Nach der Zeichnung von F. Salviati angeblich von M. äh Ravenna, ohne Zeichen, H. 3 Z.? Br. 4 Z. 3 L.? ,

  1. (2,17) Der Tanz der Liebesgötter, jene liebliche Compo- sition Rafael's, welche auch M. A. Raimondi gestochen hat, zwei Amoretten und sieben Kinder enthaltend. Marc-Anton's Blatt ist unbezeichnet, und auch die Copie, welche von

Marco herrühren soll. Diese ist in gleicher Grösse mit dem

Originale und sehr täuschend. Man kennt sie an dem

Schlagschatten des Bodens zwischen den Beinen der zwei Kinder, welche rechts am weitesten vorn stehen. Die hori- zontalen Linien desselben sind auf verschiedene Weise durch- kreuzt. Im Originale, und in einer weiteren Copie, laufen die Kreuzstriche von der Linken zur Rechten, in der Copie Ravenna's von der Rechten zur Linken. Siehe Bartsch Fig. 38. H. 4 Z., Br. 6 Z.

(219) Amor auf dem Meere in einem Kahne, wozu dessen Köcher dient, als Ruder der Bogen, und ein Schleier ist als Segel an einen Pfeil befestiget. In der Luft ist eine Bandrolle mit den Worten: Sic Fuga Violenta Monet. Nach Rafael, wenn nicht nach der Antike, in der Mitte unten das Monogramm RS. Oval. H. 4 Z. 6 L., Br. 6 Z. 1 L.

Es gibt von diesem trefflichen Blatte eine äusserst täu- schende Copie, die selbst von den geübtesten Kennern für Original genommen wurde. Bartsch fand nur in der In- schrift einen Unterschied, die er demnach Fig. 53 im Fac- simile gibt. Zieht man von dem linken Schenkel des Buch- staben M im Worte MONET eine senkrechte Linie, so geht sie im Originale nahe am A im Worte VIOLENTA vorbei, in der Copie aber ist zwischen dem A und der Linie ein Raum von mehr als zwei Linien.

'30—55) (220 — 227) Die antiken Basreliefs, Folge von acht

Blättern, worunter aber zwei dem Marc-Anton beigelegt werden. ;

Im späteren Drucke mit den Adressen Salamanca's und de Rubeis,

(220) 1. Das Opfer des Bacchus, dessen Altar in Mitte des Blattes ist. Links steht der Priester mit einem Knaben, und rechts führt ein Mann den Bock. Links am Altare ist das Monogramm, H. 4 Z. 3 L., Br. 6 Z. 6 L.

Heinecke erwähnt einer gegenseitigen Copie mit demselben Zeichen.

(221) 2. Ein Satyr und ein Bock, beide im Begriffe, sich mit den Hörnern zu stossen. Zwischen beiden ist eine Säule, an welcher ein Schild mit dem Monogramme lehnt. H. 4 Z. 3 L., Br. 6 Z. 6 L. Die mittelmässige Copie hat dasselbe Zeichen, sie ist aber von der Gegenseite. Der Satyr ist rechts. H. 3 Z. 10 L., Br. 4 Z. 8 L. (222) 3. Pan von zwei Satyrn getragen, und (223) 4. Der Satyr, welcher die Nymphe entdeckt, sind von Marc-Anton, oder werden ihm wenigstens zugeschrieben. Siehe Raimondi Nr. 218 und 210 unsers Verzeichnisses.

  1. (224) 5. Galathea und Polyphem, erstere auf einer Muschel

von zwei Delphinen gezogen, letzterer links am Felsen nach ihr schmachtend. Ohne Zeichen, aber dem M. di Ravenna zugeschrieben. H. 4 Z., Br. 6 Z. 3 L,

In der gegenseitigen anonymen Copie sieht man durch die Oeffnung einer Mauer Landschaft. Links unten ist ein Täfelchen, ähnlich jenem des Marc-Anton, aber ohne Mo- nogramm,

  1. (225) 6. Apollo hütet die Heerde des Admet. Er sitzt auf

einem Felsen in Mitte des Blattes mit der Leyer, und richtet den Blick auf eine Schlange, welche einen Daumstamm um-

Ravenna, Marco da.

wickelt. Zu seinen Füßen ist der Hund, und links ein weidender Ochs. Ohne Zeichen. H. 4 Z., Br. 6 Z. 4 L

(226) 7. Eine Najade, auf der Flucht vor einem nackten Manne, stürzt sich in das Meer. Ein kleiner Liebesgott folgt ihr; Bogen und Buecher hängt am Baume in Mitte des Grundes. Ohne Zeichen. H. 4 Z., Br. 6 Z. 3 L.

(227) 8. Vulkan schmiedet die Pfeile des Amor, welcher da- für die Venus liebkoset. Zwei andere Liebesgötter sind um Vulkan beschäftigt. Ohne Zeichen., H. 4 Z., Br. 6 Z. 5 L.

Es gibt eine gleichseitige, aber sehr mittelmässige Copie mit dem Monogramme Rä.

(229) Der Triton mit der Nymphe auf dem Rücken im Meere schwimmend. Er fasst sie am linken Arme, und in der Rechten hält er ein Ruder. Ohne Zeichen, aber gewöhnlich dem Marco da Ravenna beigelegt. Der Zeichner ist nicht bekannt. Bartsch und Zanetti wissen nur von einem Ab- drucke, wo der Triton mit einem Ruder das Wasser theilt, Malaspina beschreibt aber in seinem Cataloge einen solchen, wo der Triton den Dreizack in der Linken führt. H. 4 Z. 3 L., Br. 6 Z. 4 L. Die späteren Abdrücke haben Salamanca's Adresse.

(237) Psyche im Bade von Nymphen bedient, eine Wieder- holung jener Darstellung, welche auch Agostino de Musi Veneziano gestochen hat, Nr. 64 unsers Verzeichnisses. Die Wiederholung ist in gleichem Sinne behandelt, fast Zug für Zug dem Blatte des Agostino gleich, nur fehlen die Buchstaben A.V. an der Thürschwelle und die Verse im Rande: Fa la fanciulla etc. Sie hat kein Zeichen, nach der gewöhnlichen Annahme wird aber Marco als Stecher bezeich- net. H. 7 Z., Br. 8 Z. 5 L.

58 (242) Das Basrelief mit drei Amoren, von welchen der eine

den Dreizack, die beiden andern eine grosse Muschel tra- gen. An einer mit corinthischen Pilastern versehenen Mauer

steht ein mit einem geflügelten Drachen gezierter Thron, an- scheinlich jener Thron. Links am Piedestale eines Pfeilers ist das Monogramm RS. Im Rande liest man: Opvs. Hoc. Antiqvvm. Scvlpt. Reperitvr. Ravennae, in Aed. Divi. Vitalis. M.D.X.VIIII. Zani will einen Abdruck mit der Inschrift: Opus. Hoc. Divi. Vitali. M.D.X.V. irgendwo gesehen haben, und erklärt den oben beschriebenen mit der Jahreszahl 1519 entweder für Copie, oder für späteren Abdruck. Zani glaubt indessen, dass ein Abdruck von 1515 gar nicht existire. H. 6 Z., Br. 13 Z.

Die sehr genaue, anonyme Copie ist ohne Monogramm. Zani will auch einen Abdruck mit demselben kennen, Heinecke meint wahrscheinlich die Copie, wenn er sagt, es gebe einen Abdruck der Originalplatte ohne Zeichen.

(368) Die Statue des Laokoon, mit seinen beiden Söhnen von Schlangen umwunden, nach einem berühmten antiken Bildwerke, welches 1506 aufgefunden wurde. M. da Ravenna stach es in seinem damaligen Zustande, bevor es ergänzt wurde. Es fehlt noch der rechte Arm des Vaters und ein Theil des Haupthaares und der rechte Arm des jüngern Sohnes. Der rechten Hand des älteren Sohnes fehlen nur vier Finger. Dies ist eines der vorzüglichsten Blätter des Meisters, sowohl in Richtigkeit der Zeichnung, als im Mach-

des Künstlers trägt. Am Fünften der Statue steht: Maro Ravennas. Am Piedestal liest man: Romae.In.Palatio. Pont.In.Loco.Qui.Vulgo.Dicitur.Belvidere. Den

Grund bildet eine halb verfallene Mauer mit Gewächsen,

H. 10 Z., Br. 12 Z. 2 L.

Es gibt spätere, Bartsch unbekannte Abdrücke, mit der

Adresse von C. Duchetti. Diese haben den Namen des

Stechers nicht. Wir sahen einen solchen, noch sehr scharf

im Drucke.

(245) Laokoon und seine zwei Söhne von den Schlangen umwunden, auf einem Piedestale am Ufer des Meeres, auf welchem rechts einige Schiffe schwimmen, während sich links zwei monströse Schlangen nähern. Daselbst sieht man auch den Tempel der Minerva, so wie einen zweiten auf einem Hügel. Am Piedestal steht: FROVt In. II Aeneidos — PV —

Maronis; dahin das Monogramm. Die Zeichnung legt man

dem Rafael bei, der Stich ist im Marc-Anton's Manier. H.

4 10 Z. 2 L., Br. 14 Z. 5 L.

Im späteren Drucke mit Salamanca's Adresse rechts unten.

Die Wölfin, welche Romulus und Remus säuget, nach der berühmten Bronzegruppe auf dem Capitol. Am Piedestal steht: Lupaece.Romulum.Et.Remum, Urbis.Con- ditores. Lactantes.etc. Unten ist der Buchstabe R. und eine Jahrzahl, welche wir für 1550 lesen. Dieses nicht von Bartsch, sondern nur von Zanetti erwähnte Blatt, legt man dem Marco da Ravenna bei; ist aber dieses der Fall, so muss die Jahrzahl späterer Zusatz seyn, oder die Zeichen bedeuten etwas anderes. H. 9 Z. 5 L., Br. 12 Z. 5 L,

(246) Das Urtheil des Paris, Copie eines berühmten Blattes von M. A. Raimondi, dessen Inhalt wir im Verzeichniss der Blätter des Letzteren Nr. 223 näher beschrieben haben. Dort sind nach Bartsch auch die Merkmale angegeben, durch welche man dieses, nicht selten für Original genommene Blatt unterscheidet; allein ganz untrüglich ist nur eines jener Kennzeichen. Wenn nämlich der Kopf derjenigen Gottin, welche der Diana gegenüber sitzt, nach seinen vollen Um- rissen sichtbar wird, schliesst man mit Sicherheit auf das Original, und auf die Copie, wenn ein Theil über den Rand hinausfallt. Dann bemerkte Zanetti auch noch, dass die rechte Achsel der Nymphe zur Linken in der Copie ganz im Schatten ist, während im Originale der Umriss beleuchtet ist. Der Kopf des dritten Pferdes vor dem Wagen des Apollo ist in der Copie ganz mit schiefen Linien deckt, im Originale erscheint aber derselbe grösstentheils weiss. Dieses ist auch mit dem Leibe des Genius der Fall, der die Venus krönt. Dann zeigt die Copie grosse Zartheit in den Halbtinten, welche oft durch Punkte vollendet sind, und hierin übertraf der Copist sogar den Meister. H. 10 Z. 10 L., Br. 10 Z. 2 L.

(262) Euridice im Begriffe den Orcus zu verlassen. Sie be- tritt mit dem linken Fusse den Rand des Abgrundes, der andere reicht aber noch in denselben. Ihre beiden Hände sind erhoben, die ganze Figur nach rechts hin gerichtet. Die Zeichnung wird dem Giulio Romano beigelegt, der Stich ist in der Weise Marc-Anton's, angeblich von M. da Ravenna, Ohne Zeichen. L. 4 Z. 6 L.? Br. 2 Z. 6 L.%

Ravenna, Marco da.

Es gibt von diesem Blatte eine Copie, welche am Felsen ein unbekanntes Monogramm zeigt.

(283) Leda mit dem Schwane, Sie sitzt rechts auf einem Felsen, und fasst mit der Linken den Hals des Thieres. Bei dem zweiten Steine erheben sich zwei Bäume, Nach einer Zeichnung von Rafael, oder Giulio, Ohne Zeichen. H. 5 Z. 6 L., Br. 3 Z. 9 L.

Es gibt von diesem Blatte eine gegenseitige Copie mit dem aus APX bestehenden Monogramme links unten. In gleicher Grösse,

(297) Venus, dem Bade entstiegen, trocknet sich die Füße ab, vor ihr steht Amor mit dem Bogen. Die Zeichnung dieses zierlichen Blattes ist von Rafael, Marco hat aber das Ganze nach einem schönen Blatte von Marc Anton Raimondi gestochen, Nr. 263 unsers Verzeichnisses. Daselbst sind auch die unterscheidenden Merkmale angegeben. H. 4 Z. 6 L., Br. 6 Z. 2 L.

(500) Der Satyr, nach rechts gerichtet, welcher eine nackte Nymphe auf dem linken Arme trägt, und mit der Rechten ihren Arm erfasst, Nach einer Zeichnung von G. Romano, anscheinlich von Marco da Ravenna gestochen. H. 7 Z., Br. 4 Z. 6 L.

Die späteren, sorgfältig retouchirten Abdrücke haben Salamanca's Adresse.

Eine gleichseitige, aber sehr mittelmässige Copie, hat das Zeichen RS. Besser ist die anonyme gegenseitige Copie ohne Zeichen.

(307) Der Faun mit der Traube, rechts am Fusse des Bau- mes ein Tiger, beide in einer Nische. Ohne Zeichen, ge- wöhnlich dem Marc-Anton beigelegt, nach Bartsch oder von Marco. H. 8 Z. 2 L., Br. 3 Z. 9 L.

(308) Die Statue des Bacchus in einer Nische, im Profil nach rechts, in der gehobenen Rechten eine Traube, nach welcher der Panther schaut. Man glaubt, dieses Blatt sei nach einem antiken Werke gestochen, und von derselben Hand, wie das obige. H. 8 Z. 2 L., Br. 3 Z. 9 L.

Sehr selten sind die Abdrücke, wo der Rand der Nische weiss ist.

(309) Der junge Olympus mit der Schale am Baumstamme, Statue in einer Nische. Man legt dieses Blatt gewöhnlich dem Marc-Anton bei, Bartsch schreibt es aber dem Ravennaten zu. Auch Zanetti glaubt, es sei eines von dessen besten Werken. H. 8 Z. 2 L., Br. 3 Z. 10 L.

(321) Venus mit dem Kaninchen. Sie sitzt auf einem Hügel, und zieht den Dorn der Rose aus dem Fusse. Links im Grunde ist Wald, und rechts in der Ferne ein Schluss auf dem Berge. Nach Rafael, links unten das Monogramm, H. 9 Z. 6 L., Br. 6 Z. 3 L.

Villamena hat die Platte sorgfältig retouchirt. Die ersten Abdrücke von der retouchirten Platte haben Sala- manca's, die zweiten M. Paluzzi's Adresse.

Es gibt auch eine sehr gute anonyme Copie, im ersten Drucke mit dem Monogramm M F., im zweiten ohne dieses, da es ausgekratzt wurde.

(323) Venus auf einer Muschel im Meere, mit der Linken ihre langen Haare fassend, Auf Wolken Saturn und Uranus

Ravenna, Marco da. 335

mit Königskronen auf dem Haupte. Nach Rafael, das Mono- gramm an der Muschel. H. 92 Z. 3 L. Im zweiten Drucke mit Salamanca's Adresse,

(324) Venus, auf dem Delphin ruhend, fast vom Rücken ge- sehen, und links Amor auf einem solchen reitend. Beide Delphine sind gegen den Beschauer gerichtet, im Grunde ist das Meer, und in der Mitte oben sieht man zwei Wind- götter. Nach Rafael, links unten das Monogramm, H. 92 Z. 10 L., Br. 6 2,5 L.

Villamena hat die Platte sorgfältig retouchirt. Die ersten Abdrücke von dieser haben Salamanca's, die zweiten Pal- luzzi's Adresse.

Es gibt eine schöne gleichseitige Copie, aber ohne Zei- chen, die man ausserdem auch daran erkennt, dass in der Ferne rechts drei Schiffe sichtbar sind, während man im Originale nur zwei bemerkt.

(327) Psyche verlässt Ceres und Juno, nach einer Zeichnung zu Rafael's Gemälde des Palastes Ghigi. Links unten ist der Buchstabe R, was vermuthlich Raphael bedeutet, und nicht Ravennas. Man hält indessen das Blatt für ein Werk des Letzteren.

Die späteren Abdrücke haben Salamanca's Adresse,

(338) Jupiter in Umarmung mit Semele, welche auf einem Adler sitzt, neben ihnen Amor, im Grunde Landschaft. Am Baume ist eine grosse hängende Tafel, und das Monogramm R S. unten beim rechten Fusse der Semele. Dieses schöne und seltene, aber etwas freie Blatt scheint nach G. Romano's

Zeichnung gestochen zu seyn. H. 10 Z. 6 L., Br. 7 Z. 0 L. Allegorien.

(341) Die drei Grazien sich umschlingend. Die mittlere vom Rücken gesehen, wie sie die linke Hand auf die Schulter der Schwester legt, und die Rechte nach den Früchten hin bewegt, welche die dritte hält. Wiederholung jener Dar- stellung, welche Marc. Anton nach einem antiken Basrelief gestochen hat, mit der Schrift im unteren Rande: Sic Ro- mae Carites Nuc Ex Marmore Scvlp. Bartsch sagt, das Blatt sei ohne Zeichen, man erkenne es aber an der linken Brustwarze der links stehenden Figur, welche in der Copie sehr stark ausgedrückt ist, während man sie in Raimondi's Blatt nicht bemerkt. Die Angabe bei Bartsch scheint auch zu beweisen, dass es von der unversehrten Platte zweierlei Abdrücke gebe; der erwähnte Schriftsteller kennt aber nur jene ohne Monogramm. In der Sammlun- des Grafen Sternberg und Andecanieid war ein Abdruck mit dem Monogramme, 92 Z. 6 L., Br. 8 Z.

Die Platte erhielt später der Kunsthändler Jakob Lauri, welcher dieselbe retouchirte, aber die Eigenthümlichkeit Ha- venna's ganz verwischte. Diese Abdrücke haben links unten das Zeichen RS., und rechts liest man: Jacobus Lau- rus instauravit et excussıt 1500. Davon wusste Bartsch nichts.

Es gibt auch eine gegenseitige anonyme Copie, mit der Inschrift: Sic Rome etc. H. 102 Z. 11 L. mit 11 Z. 3 L. Rand, Br. 8 Z. 3 L.

(351) Der Triumph der Galathea. Wiederholung jenes be- rühmten Bildes, welches Marc-Anton nach Rafael gestochen hat, Nr. 2053 unseres Verzeichnisses. Diese Wiederholung

Im späteren Drucke mit Salamanca's Adresse,

(382) Die Poesie, eine jener berühmten Figuren, welche Rafael im Vatikan malte, und zuerst Marc-Anton Raimondi stach, Nr. 319 unsers Verzeichnisses. Von Marco Dante ist

vielleicht die treffliche, ganz genaue Copie jener Darstellung,

Sie ist in gleicher Größe mit dem Original (H. 6 Z. 7 L., Br. 5 Z. 7 L.), aber von der Gegenseite, und somit leicht zu erkennen. Beide Blätter sind unbezeichnet.

(395) Stärke, oder die Standhaftigkeit, als weibliche Gestalt, welche einen Löwen am Zaume führt. Im Grunde ist eine weite Landschaft. Diese Darstellung ist von Rafael,

oder von Giulio Romano gezeichnet; mitten im unteren

7 Randes sieht man das Monogramm RS. H. 9 Z., Br. 6 Z. 8 L. Im späteren Drucke mit Salamanca's Adresse,

7 Phantasiestücke. (405) Die drei Thiere in einem Ovale, links der Löwe in Wuth über den geflügelten Drachen, welchen man rechts sieht, und am Hügel ein Fuchs. Auf der Bandrolle in der Luft steht in grossen Characteren: Ergo. In der Mitte unten ist das Zeichen RS. Nach einem antiken Basrelief, H. 4 Z., Br. 5 Z. 10 L. Copien.

Sehr genau von der Gegenseite, mit dem Zeichen, öfter dem Marco selbst beigelegt.

Im Sinne des Originals, von dem Monogrammisten I, H.

Von der Gegenseite, und anonym. H. 4 Z. 3 L., Br.

6 Z. 2 L.

D.: Von dem Monogrammisten G. G.J., wahrscheinlich Jakob

Grandhomme, der um 1560 in Heidelberg geboren wurde,

(413) Das auf einem Seeungeheuer sitzende nackte Kind nach rechts gewendet, anscheinlich nach der Antike, und von Marco gestochen, wie Einige glauben. H. 3 Z. 6 L., Br. 7 Z. 3 L.

Es gibt eine sehr gute anonyme Nachbildung von der Gegenseite, ohne Zeichen, von Bartsch als Copie erklärt;

allein Frenzel (Catalog der Sammlung Sternberg 1. 810) fand

in dieser angeblichen Copie mehr den Grabstichel des Marc- Anton. Auf dem Abdrucke der Fenkntens Sammlung ist von alter Hand das Monogramm des Marc-Anton wirklich

gesetzt. Die späteren Abdrücke haben Salamanca's Adresse.

(420) Die Schlacht. Einige Römer zu Pferd und zu Fuss im Kampfe zwischen Bergen, verschieden von jener unter dem Namen der Schlacht mit dem Säbel bekannten Darstel- lung. Die Zeichnung ist von Rafael oder von G. Romano, in der Mitte unten das Zeichen des Stechers. H. 8 Z. 4 L., Br. 13 Z. 5 L.

Es gibt eine gegenseitige Copie im Geschmacke von Th. de Bry, ohne Zeichen. H. 2 Z. 9 L., Br. 6 Z. 2 L. Bei Weigel 6 Thl.

(125) Der Kirchhof, oder das Andenken des Todes, auch

die Skelette genannt, der Tod, mit Flügeln auf dem Rücken,

nach B. Bandinelli,

Eine ähnliche Darstellung hat auch Augustin von Venedig gestochen, die wir im Verzeichnis der Werke desselben aufgezählt haben. Marco's Platte ist aber weder Copie noch Wiederholung. Sie ist nach einer ganz anderen Zeichnung gestochen, in welcher nur die allgemeine Disposition bei- behalten ist. Die Stellung einiger Figuren ist verändert, die Köpfe haben ein anderes Ansehen, um zwei Figuren sind mehr; im Grunde sieht man Felsen mit einigen ver- krüppelten Bäumen, und links ist der Grund durch eine Mauer geschlossen. An dieser Mauer steht der Buchstabe R., welcher hier nicht Rafael bedeutet, sondern sicher Ra- vennas oder Ravignano. Dieses Blatt ist vielleicht früher, als jenes von Agostino de Musi, nach einer weniger ausge- führten Zeichnung gestochen, welche die erste Idee des Malers enthalten durfte. H. 10 Z. 6 L., Br. 16 Z.

  1. (466) Eine junge Frau von der Jagd zurückkehrend. Sie trägt in der linken Hand einen Stock, an welchem ein Hase und zwei Vögel hängen, und mit der andern schleppt sie ein Wildschwein. Nach der Antike, angeblich von Marco Dente gestochen. H. 6 Z. 2 L., Br. 4 Z. 5 L.

  2. (467) Eine junge Frau von der Jagd zurückkehrend. Sie trägt in der linken Hand einen Stock, an welchem ein Hase und zwei Vögel hängen, und mit der andern schleppt sie ein Wildschwein. Nach der Antike, angeblich von Marco Dente gestochen. H. 6 Z. 2 L., Br. 4 Z. 5 L. A. Gegenseitige, alte Copie, aber von wenig Verdienst, H. 5 Z. 10 L., Br. 4 Z. 3 L.

B. Sehr mittelmäßige Copie im Sinne des Originals, an den verhindiculären, ununterbrochenen Linien des Grundes entsprechend. In der Größe des Originals,

C. Kleine, originalseitige Copie von einem alten Meister, welcher im Grunde eine Stadt anbrachte, H. 3 Z. 8 L., Br. 2 Z. 7 L.

  1. (470) Eine Versammlung von gelehrten Männern und Frauen, welche sich mit Naturwissenschaften beschäftigen, nach einer Zeichnung von F. Salviati. Links unten an einem Tafel- chen ist das Zeichen R.S. H. 8 Z. 8 L., Br. 7 Z. 1 L.

  2. (480) Der junge nackte Mann, welcher sich einen Dorn aus dem linken Fusse zieht, den er desswegen über dem rechten Knie hält. Rechts nach oben liest man: Rome in Capitolio. Im Capitol ist jene antike Statue, nach wel- cher dieses Blatt gestochen ist. Am Piedestal ist das Zeichen RS. H. 9 Z., Br. 6 Z. 5 L.

  3. (490) Die Räucherpfanne von zwei Caryatiden getragen, Wiederholung eines Blattes von M. A. Raimondi, Nr. 572 von dessen Werk. Marco Dente gab seine Darstellung von der Gegenseite, die Caryatide mit dem bedeckten Beine ist links zu sehen; aber auch ausserdem sind noch so viele Veränderungen bemerkbar, dass der Stich nach einer ganz anderen Zeichnung gefertigt seyn muss. Die Säule ist mit keinem Feston verziert, der Ausdruck der Köpfe und die Falten der Kleider der Figur sind fast ganz verschieden; die Lage der Schraffirungen, die Lichtstellen, die ornamen- tierten Theile u. s. w. sind ebenfalls nicht zu vergleichen. Der Grund ist weiss, und in der Mitte unten sieht man das Zeichen RS. Vasari legt dieses Blatt irrig dem Agostino Veneziano bei, und auch Bartsch dürfte sich irren, wenn er behauptet, dass der Stich nicht ganz vollendet sei. H. 11 Z. 4 L., Br. 5 Z. 4 L.

Nagler's Künstler-Lex. Bd. XI, 22

Porträte.

A. Copie von N. Beatrizet.

B. Sehr mittelmässige Copie eines unbekannten Monogramm- sten. Am Piedestal steht: Imp... Caes. Divi Augusti etc. Der Grund ist ohne Landschaft. H. 12 Z. 3 L., Br. 8 Z. 5 L.

  1. (515) Die Reiterstatue des Marc-Aurel. Wiederholung eines Blattes von Marc-Anton, aber nach einer anderen Zeichnung und in grösserem Formate: Am Piedestal liest man: Sic Romae Aere Sculp. Ante Portam Eccl. S. Ioannis Lazari. H. 12 Z. 8 L., Br. 8 Z. 5 L.

  2. (556) Laubwerk, welches an einem Piedestal herauswächst, worauf eine mit dem Medusenhaupte verzierte Vase sichtbar ist. Nach oben läuft das Ganze in ein groteskes Weib aus. Am Piedestal sind die Buchstaben DMR., wie Bartsch, Brulliot u. a. angeben, so dass man also Dente Marco Ra- vennate lesen müsste. Allein wir glauben mit Zani, dass das zwischen D und R stehende Zeichen kein M sei, son- dern nur Zierath, was der Sache nichts benimmt, weil immer- hin Dente Ravennate bleibt... H. 7 Z. 10 L., Br. 4 Z. 7 L.

Im Cabinet Cicognara war ein Abdruck ohne Zeichen, der alle Kennzeichen der Originalität trägt. Bartsch sagt von solchen Abdrücken nichts.

  1. Eine Vase mit einer Lampe, darauf, auf einen Widder ge- stellt. Zu beiden Seiten wächst Laubwerk heraus. Dieses Blatt kannte Bartsch nicht, Zanetti legt es aber dem Stecher des obigen Blattes bei, und hält es für das Gegenstück zu demselben. Es hat kein Zeichen, wenigstens der Abdruck des Cabinets Cicognara. H. 7 Z. 6 L., Br. 4 Z. 5 L.

  2. (557) Ein Rind, dessen Füsse sich in Laubwerk enden, welches rechts und links emporstrebt, und sich mit dem Blätterwerk des Kopfes vereiniget. Links unten stehen die Buchstaben D. M., und rechts R., wie Bartsch bemerkt; im Cabinet Cicognara sah aber Zanetti einen Abdruck, wo keiner dieser Buchstaben zu finden ist. Rechts unten bemerkt man die Adresse von Ant. Salamanca, die aber kaum lesbar ist. H. 7 Z. 9 L., Br. 5 Z. 9 L.

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