Ratti, Cav. Carlo Giuseppe

Ratti, Cav. Carlo Giuseppe, der Sohn des Obigen, war eben- falls Maler, und nicht so unbedeutend, als einige frühere Schrift- steller ihn gemacht haben. Lanzi verteidiget ihn gegen die vie- len Ausfälle, und behauptet im Gegentheil, dass er für seine Zeit ein sehr lobenswürdiger Künstler gewesen. Er lebte zu Rom vier Jahre im Hause des berühmten Mengs, und führte da meh- rere Bilder nach Entwürfen des Meisters aus, die dieser dann über- ging, wie eine Geburt Christi, die nach Barcellona kam, und die heil. Catharina von Genua, welche in der Kirche der Heiligen auf- gestellt wurde. Der Kopf ist von Mengs gemalt, und auch die übrigen Theile retouchirt. Dass aber Ratti nicht untüchtig war, beweiset wohl der Umstand, dass Mengs und Batoni ihn empfah- len, als im k. Pallaste zu Genua vaterländische Geschichten dar- gestellt werden sollten. Ratti löste seine Aufgabe auf lobenswürdige Weise, und Lanzi sagt, Einsichtige hätten in diesen Bildern viel, was mehr, als Nachahmung guter Meister gefunden. Ratti benutzte gerne fremde Stiche oder Gemälde. Als Copist dürfte er aber sehr gut gewesen sein, da Mengs ein in Parma von Mattia gemaltes Bild des hi. Hieronymus kaufen wollte. Mengs ermunterte den Künstler auch, über Malerei zu schreiben; es scheinen aber die mei- sten Notizen verloren gegangen zu sein, welche er während seines Aufenthaltes bei Mengs gesammelt hatte. Sein Leben Correggio's erschien mit einigen Nachbesserungen als Mengs's Werk, wie in der Verteidigung Ratti's (Difesa o Lettera ad un amico) be- hauptet wird, und was Lanzi bestätiget hat. Den Namen des Verfasser tragen später die Notizie storiche sincere intorno la vita e le opere di A. Correggio. Finale 1781. Dann schrieb Ratti auch: „Vita del Cav. Mengs, 1779", und mehrere andere Bei- träge zur Lebensgeschichte der Maler sind in seiner neuen Auf- lage von Soprani's Werk: Vite de' pittori, scultori ed architetti Genovesi. In questa seconda edizione rivedute, accresciute ed arricchite di note da C. G. Ratti. Mit Bildnissen. Genova, 1788, gr. 4.

Ratti war beständiger Direktor der Ligustischen Akademie,

Mitglied mehrerer anderen Akademien, und Papst Pius VI. ertheilte ihm das Ritterkreuz. Dichter und Gelehrte haben ihn gelobt, viele andere ihn getadelt und geschmäht. Im Jahre 1795 starb er zu Genua, 60 Jahre alt.

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