Ramboux, Johann Ant. (Anton)

Ramboux, Johann Ant. (Anton), Zeichner und Maler, wurde 1700 zu Trier geboren, und zu Florenville von A. d'Orval in den Anfangsgründen der Kunst unterrichtet, bis er endlich zur wei- teren Ausbildung nach Paris sich begab. Hier besuchte er drei Jahre das Atelier des berühmten David, und war einer der ei- frigsten Schüler jenes Meisters, dessen Ruhm ihm das höchste schien; allein nach seiner 1815 erfolgten Rückreise nach Deutsch- land erkannte er bald das einseitige Wesen der französischen Schule, und er suchte daher eben so eifrig alles Französische abzustreifen. Er besuchte ein Jahr lang die Akademie der Kün- ste in München, ging aber dann nach Rom , wo ihm in kurz- er Zeit vollkommen gelang, was er schon in München mit gross- em Glücke begonnen hatte. Im Jahre 1818 vollendete er ein Ge- mälde, welches als Erguss eines ausgezeichneten Talentes geprie- sen wurde. Dieses Bild stellt das erste Menschenpaar vor, und daranschließen sich verschiedene andere, die von eben so großer Bedeutung sind: wie die Predigt im Coliseum, Christus im Schiffe während des Sturmes schlafend, Ugolino im Hungerthurme, die Scene aus dem Decameron des Boccaccio, eine Gesellschaft von jungen Leuten vorstellend, die sich vor der Pest in Florenz auf eine benachbarte Villa geflüchtet, 1852 im Carton auf der Kunst- ausstellung in München zu sehen, und ein zweiter grosser Carton, in dem bezeichneten Jahre in Berlin ausgestellt, stellt in Petrarca und Laura den Triumph der Liebe dar, in einer Einfassung von kleinen Darstellungen aus dem Gedichte Petrarca's; I Trionfi. Die Gemälde dieses Künstlers sind bisher in geringer Anzahl vorhan- den, desto zahlreicher aber die Zeichnungen, deren die Stadt Dus- seldorf einen Schatz von mehr als 300 colorirten Blättern besitzt, erst seit 1841, wo dieselben für eine namhafte Summe erworben und als Eigenthum den Stadt der Kunstakademie überwiesen wurden. Diese Sammlung beginnt mit einer Reihe von Nachbildungen der wichtigsten Mosaiken zu Ravenna, Rom u. a. O. vom 12. Jahr- hundert an, und gibt ausser mehreren, inneren und äusseren An- sichten, besonders merkwürdiger Gebäude, als der Domo zu Or- vieto und zu Siena, der Kirche des heil. Franz zu Assisi, der Ba- siliken des heil. Johannes im Lateran und des heil. Petrus in ihrem

ursprünglichen Zustande etc., Nachbildungen sowohl von Fresco-

als Tempera- und Oelbildern, aber vorzugsweise von Wandgemal- den. Da begegnen wir den alten Meistern Cimabue, Giotto Pisano,

Giotto und seinen zahlreichen Schülern, und ausser mehreren un-

bekannten Meistern finden wir meist mehrfach repräsentirt: B. Bu-

falmaco, Puccio Campana, Stefano Fiorentino, Pietro Cavallini,

Simone und Lippo Memmi, Taddeo und Gio. Gaddi, Tommaso Giot-

tino, Gio. Melanzio, Pace da Faenza. Ferner finden wir Copien von

Malereien in Arezzo und aus S. Benedetto bei Subiaco, von Greco,

Ambrogio Lorenzetti u. A.; in Siena von Taddeo Bartoli; in Orvieto

von Prete Nardo, von Pietro Lorenzetti, Gio. da Fiesole, Luca Signo-

relli und Benozzo Gozzoli; in Neapel von Zingaro und von Schülern des Giottos; 1845 enthält die Sammlung Blätter nach Bildern von

Gio. Sanzio in Cogli, von Leonardo da Vinci in S. Onofrio zu Rom,

von Pietro Perugino in Perugia, Citta della Pieve, Montefalco; von

Pinturicchio in Spello. Aus der Sixtina im Vatikan sind mehrere

F. Ruscheweyh stach nach seiner Zeichnung das Abendmahl des Herrn, Wandgemälde im Refektorium von St. Croce zu Florenz, angeblich von Giotto. 3 Blätter, qu. imp. fol.

Ramboux selbst hat früher auch einige Blätter lithographirt, deren wir folgende erwähnen:

  1. Die Verklärung Christi, nach Raphael's Bild in München, in gleicher Grösse, grösstes roy. fol.

  2. Alterthümer und Naturansichten im Moseithale, bei Trier. I. Heft 1825, mit 4 grossen Blättern und Text von Hugo Wyttenbach. II. Heft, Trier und München, 1820, imp. fol.

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