Rainaldi, Gianllo, Architekt, Adrian's dritter Sohn, wurde 1570 zu Rom geboren, und von D. Fontana unterrichtet, der diesen sei- nen Gunst schon in frühen Jahren eines großen Vertrauens wür- digte. Er liess durch ihn den Plan zur Kirche im Montalto machen, die Papst Sixtus V. daselbst zu bauen beschloss, und Fontana war edel genug, dem heiligen Vater den Urheber der Zeichnung zu nennen, da sie das Wohlgefallen desselben erregt hatte. Der Papst liess dem jungen Künstler zu sich kommen, und da er ihn auch im übrigen sehr verständig fand, übertrug er ihm den Bau der Kir- che. Nach Beendigung des Baues vollendete er die Gallerien des Capitol. Hierauf legte er auf Befehl Papst Paul V. den Hafen von Fano an; und auch die Capelle dieses Papstes in St. Maria Mag- giore baute er, so wie das Professhaus der Jesuiten in Rom , und deren Collegium in Bologna . Sein Werk ist ferner die Barfüsser- kirche zu Caprarola , die vor allen gerühmt wurde. Beifall fand auch die nach seinem Plane errichtete Villa Taverna des Hauses Borghese in Frascati , bei der Modernisirung des Palastes Pamfili war er aber weniger glücklich, da Rainaldi wenig Spielraum hatte, indem er die Ideen Innocenz X. verwirklichen musste. Der Papst war indessen keineswegs zufrieden, entzog im Gegentheile diesem Architekten den Bau von St. Agnese, und übergab ihn dem Bor- romini; der sich den Ansichten des heiligen Vaters besser fügte. Vielleicht trat Rainaldi damals in Dienste des Herzogs Farnese, der durch ihn zu Parma , Modena und Piacenza Paläste bauen liess. Später kehrte er wieder nach Rom zurück, und fertigte noch verschiedene Pläne; neben andern auch zur Brücke über die Nera zu Terni. Im Jahre 1610 machte er die Zeichnung zur inneren und äusseren Ausschmückung der St. Peterskirche bei der Canoni- sation des heil. Carolus Borromäus. Rainaldi hatte als Decorateur Ruf. Berühmte Werke dieser Art waren die Catafalke des Cardi- nals Alexander Farnese und des Papstes Sixtus V. Im Jahre 1655 starb der Künstler und wurde bei St. Martina begraben.
Wir haben von ihm auch gut radirte Blätter, deren uns fol- gende namhaft geworden sind,
— 1) Die Aufrichtung des berühmten Obelisken auf dem St. Pe- tersplatze in Rom, durch D. Fontana. 2) Der Palast Pamfili, so wie er von Rainaldi umgestaltet er- scheint, 1650. 3) Die Catafalke des Card. Farnese (1589) und Sixtus V.
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