Raggi, NICOLAS BERNHARD; Bildhauer, wurde 1791 zu Carrara ge- boren, und daselbst in den Anfangsgründen unterrichtet, bis er nach Paris sich begab, um unter Bosio's Leitung sich weiter aus- zubilden. Das erste Werk, welches er daselbst 1831 zur Ausstel- lung brachte, ist die lebensgroße Statue eines Nicobulos, und 1819 führte er auf Auftrag des Grafen von Dijon die acht Fuss hohe Statue Heinrich IV. aus, welche in Bronze gegossen und in der Stadt Nerac aufgestellt wurde. Dieses Werk wurde mit gros- sem Beifall gewürdigt, und die Veranlassung zu mehreren anderen Aufträgen. So musste er für den Justizpalast in Bordeaux eine sechs Fuss hohe Marmorstatue des Montesquieu ausführen, wel- chen er in dem Moment darstellte, wie er über seinen V'esprit des Lois nachsinnt. Hierauf fertigte er die Statue des Amor, wie er sich dem Bette der Psyche nähert, ebenso in Lebensgröße, von viel grösserer Bedeutung ist aber seine colossale Bronze-Statue des
Cav. Bayard auf dem Platz St. Andre zu Grenoble, den er tödtlich verwundet darstellte. In einem Saale des Louvre ist eine ebenso große Gruppe, welche er 1824 vollendete. Sie stellt den Hercu- les vor, wie er den Leichnam des Ikarus aus dem Meere zieht. Später begann er die Ausführung zweier Standbilder von Kö- nigen. Das eine, von der Regierung Karl X für die Stadt Rennes bestimmt, stellt Ludwig XIV zu Pferde vor, 14 Fuss hoch, das andere Ludwig XVI., in einer Größe von 18 Fuss. Diese Statue wurde von Crozatier in Bronze gegossen; und auf dem Platze du Thésaurus, Trompette zu Bordeaux aufgestellt. Die Basreliefs am Piedestal sind nach dem Entwurfe des Bildhauers Maggesi ausge- führt. Doch arbeitet auch Raggi in Basrelief. Sein Werk ist das 11 auf 6 Fuss grosse Basrelief am Triumphbogen des Champs de Mars, welches die Einnahme von Pamplona vorstellt, und die Basreliefs, welche das Grabmal der Familie Frochat auf dem Pere-Lachaise zieren. Die Basreliefs und die Büsten machen aber den geringeren Theil seiner Werke aus; von letzteren ist jene des Dichters Ducis seit 1820 im Stadthause zu Versailles. Die colossale Büste des Prinzen von Berry wurde im Saale der Kammer der Deputierten zu Paris aufgestellt, eine dritte stellt den berühmten Bildhauer Jean Goujon dar, u. s. w. Von Heiligenbildern gibt es von Raggi eben- falls nur wenige. In der Capelle von St. Etienne-du-Mont ist eine Statue der heiligen Jungfrau mit dem Kinde.
Von den Werken, welche der Künstler nach 1830 ausführte, nennen wir die drei Statuen am Triumphbogen de l'Etoile, welche die Städte Lyon, Perpignan und Rochefort vorstellen. In der letz- teren Zeit führte er auch wieder ein Werk des christlichen Cultus aus, welches man seit 1840 in der Magdalenenkirche zu Paris findet. Es ist dies die Statue des hl. Vincenz de Paula, viel we-
die Kritik über sein neuestes Werk, eine Statue Heinrich IV.
in Marmor, ebenfalls nicht günstig aus. Die Gestalt ist steif und ohne Ausdruck. Diese Statue wurde 1842 in Pau aufgestellt.
Raggi ist als Franzose naturalisirt, und Ritter der Ehrenlegion. In der Galerie des sculptures de l'école française moderne ist die Statue Bayard's gestochen.
Vincenzo Raggi, Zeichner und Maler zu Mailand, ist schon
seit mehreren Jahren durch seine herrlichen Zeichnungen bekannt, deren er für Kupferstecher und für Kunstfreunde ausführt. Es sind dies Copien von berühmten Bildern, in welchen er mit Pariser Kreide den Effekt und den Ausdruck der Farbe eines Oelgemäldes erreicht. Dann zeichnet Raggio auch Bildnisse. Bernardt's fa 1830 nach seiner Zeichnung das Bildniss des Professors und Arztes "Palette", ein schönes und effektvolles Blatt. Die Gebrüder Bettalli liessen ein Gemälde von Appiani nach seiner Zeichnung stechen.
Baggno, Vincenzo, Kupferstecher, wurde 1804 zu Reggio gebo- ren, und an der Akademie in Mailand zum Künstler herangebildet. Er übte sich mit grösstem Fleisse im Zeichnen, und auch im Steinen, so dass Raggio in dieser Hinsicht einen Vorzug vor vie-
len anderen Künstlern seines Faches hat. Im Jahre 1832 erhielt
er den grossen akademischen Preis für den besten Kupferstich,
doch lieferte er auch in der Folge vorzügliche Blätter,
Die heilige Jungfrau mit dem Kinde, nach B. Luini. Die Zeich nung, mea mihi, 1831. Ein vorzüglich schönes Blatt, fol.
Die Madonna mit dem Kinde, nach C. da Sesto, 1854, kl. fol. In R. Morghen's Manier meisterhaft gestochen.
Zwei sich umarmende Kinder, nach B. Schidone, für die Real-Galleria di Torino illustr. da R. d'Azeglio, 1838 ge- stochen.
Die wandelnden Musikannten, nach Dietrich, kl. Fol.
BAGNOLET, François, Maler, lebte um 1760.
BAGO, Joan, ein spanischer Maler, wird von P. Sorolla genannt,
für Gemälde, die 1661 für die Freiheit der Malerei den Wort laut
KAGO, ...
Sagona, Louis und Remy de, Glasmaler, arbeiteten um die Mitte des 16. Jahrhunderts in Frankreich, meistens zu Anet,
- Heinrich IX. ertheilte ihnen 1555 Privilegien für ihre Kunst; Ihrer erwähnt Lenoir in der Description des Vitreaux p. 47.
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