Raabe, Joseph, Bildniss- und Historienmaler , wurde 1780 zu Deutsch- Wartemberg in Schlesien geboren, und durch Reisen in Deutsch- land, Frankreich und Italien gebildet. Er hatte schon im ersten Decennium unseres Jahrhunderts die Aufmerksamkeit auf sich ge- zogen, besonders durch Bildnisse in Oel und Miniatur , die zu Breslau und Berlin mit besonderem Beifalle beehrt wurden. Raabe blieb aber bei dieser Darstellung nicht allein stehen; er übte sich auch in der Historienmalerei und in der Architektur , und gründete so bald den Ruf eines vielseitig gebildeten Künstlers. Der Groß- herzog von Hessen ernannte ihn zum Hofmaler , die Akademie in Bonn übertrug ihm die Stelle eines Lehrers der Zeichenkunst und Malerei , im Jahre 1815 wurde er Mitglied der k. Akademie in Dresden , und in demselben Jahre wurde ihm auch ein Reisesti- pendium zu Theil, um in Italien seine Studien zu vollenden. In Rom zeichnete der Künstler zu diesem Zwecke mehrere Werke italienischer Meister in Aquarell , fertigte auch mehrere Copien in Oel, und gewann so in jeder Hinsicht grosse Geschicklichkeit. Eines seiner früheren Werke eigener Composition ist ein 23 Fuß hohes und 12 Fuß breites Gemälde in der den Apostelfürsten geweihten katholischen Kirche zu Naumburg am Queiss. Es stellt in colos- saler Grösse die Apostel Petrus und Paulus dar, oben in den Wol- ken Christus mit der Weltkugel, und unter ihm im malerisch be- leuchteten Wolkenraum zu beiden Seiten kleine Engelgestalten. Im Hintergrunde erblickt man die vorzüglichsten Plätze, die mit den Aposteln in mannigfacher Berührung gedacht werden: die Kup- peln der St. Peterskirche, die Basilika, das Colosseum etc. Dieses Gemälde wurde in Anordnung und Ausführung gerühmt, und es lieferte auch den Beweis, dass dem Künstler ein glücklicher Far- bensinn inwohne. Ein anderes Altarbild von eigener Erfindung,
— in Rom gemalt, sieht man in der Kirche der Dorfgemeinde von Werthau in Schlesien. Es zeigt die Madonna mit dem Kinde auf einem Wolkenthrone, und unten eine schlesische Landschaft mit jener Dorfkirche. An diese Bilder reihen sich mehrere andere, und auch geistreiche Zeichnungen, besonders aus der altdeutschen Geschichte. Eine Anzahl dieser Werke entstand in Dresden, wo Raabe später die Stelle eines k. sächsischen Hofmalers erhielt. Auch einige treffliche Copien fertigte er, wie 1824 eine solche nach dem herrlichen Bilde von Bagnacavallo, in der Dresdner Gallerie, wel- ches die Madonna mit dem Kinde und mehrere Heilige vorstellt. Dann haben wir von diesem Künstler auch Landschaften, getreue
und interessante Nachbilder der Natur. Einige schreiben seinen Namen mit einem a,
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