Raab, Ignaz, Maler, wurde 1715 zu Nechanicz in Böhmen gebo- ren, und da er schon als Knabe grosse Neigung zur Kunst ver- rieth, gab ihn sein Vater dem G. Major zu Gitezin in die Lehre. Raab stand einige Jahre unter Leitung dieses Malers, und über- traf ihn endlich in dem Grade, dass dem Gesellen mehr Aufträge zu kamen, als dem Meister. Allein gerade dieser Vorzug war es, der den jungen Künstler von ernsten Studien fern hielt. Er wollte mit seinen Arbeiten nicht lange warten lassen, zog desswegen die Natur wenig zu Rathe, ging in der Composition nicht mit reifer Überlegung zu Werk, und suchte seinen größten Vorzug in einer fülligen Farbgebung und in einer gewissen Handfertigkeit, welche für den Augenblick das Auge besticht. Man verlangte indessen zu seiner Zeit nicht viel mehr, und so gefiel Raab allgemein. Im Jahre trat er in den Jesuitenorden, malte aber mit dem ge- wohnten Eifer fort, und lieferte zahlreiche Werke, sowohl in Öl als in Fresco. Die meisten sah man in den Collegien seines Ordens, welche aber nach der Aufhebung theils in andere Kir- chen, theils in Privathände übergingen. Damals kaufte das Stift Strahow in Prag die Apostel für die Stiftskirche, und die Ursuli- nerinnen daselbst mehrere Darstellungen aus dem Leben der Hei- ligen Aloys und Stanislaus. Andere sind in der Kirche zu Ful- neck, Drewohosty, Tischnowiz, wo die Bilder aus dem Leben Christi und Mariens zu Raab's besten Werken gehören; zu Ze-
bilder von ihm sind, die neben den Bildern in der Dominikaner- kirche zu Brünn zu den besten Arbeiten des Künstlers gehören. Starb 1787 im Stifte Welehrad. Dlabacz, Hawlick und Tschischka nennen einige seiner Werke.
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