Quesnel, Modelleur und Metallgiesser

Quesnel, Modelleur und Metallgiesser, ein jetzt lebender berühmter Künstler zu Paris . Seine Güsse zeichnen sich durch Schärfe und Leichtigkeit aus. So wiegt eine lebensgrosse Metallstatue von 6 Fuss nur 600 franz. Pfund. Auch Abgüsse von lebensgrossen Thieren hat man von ihm.

24 Palmen hohe Statue des hl. Andreas, die Frucht eines, fünfjährigen

Studiums, ein Bild von edlem Charakter", das Haupt in zarter An-

dacht zum Himmel gerichtet. Wie sehr diese Statue auch von der Nachwelt geschützt wird, beweisen die Urtheile in neuern Schrif- ten, besonders in Göthe's; Winckelmann, S. 306. Es gibt einen schönen Kupferstich in fol. nach dieser Statue, welcher folgende Unterschrift hat: „Marmoream Apostoli Andreäe statuam „altitudinis palmorum viginti unius in templo Vaticano facturus Franciscus Quercetus Bruxellensis, ibidem hoc primum operiz instar ex argilla gypsoque posuit. An, Sal. (Amanc) MDCXXIX. Dieses Blatt ist also 1629 nach dem Modelle gestochen, aber erst 1640 wurde die Marmourstatue enthüllt. Ausserdem werden sich sehr wenig gröss- ere Werke von ihm finden. Hieher zählen wir noch jene Gruppe des Marchese Giustiniani, welche Apollo und Merkur über Le- bensgrössen vorstellt, ein Werk, welches nach Bellori den Werth des Antinous überbieten soll, was wir dahin gestellt seyn lassen. Sehr zahlreich sind auch seine kleineren Bilder in Elfenbein und in weicheren Materien nicht; er ging erst. überall nach langer Ueberle- gung zu Werke, und machte, die fleissigsten Studien nach der Na- tur mit Beiziehung der Antike, Er fertigte nicht allein für die ganze Figur, sondern für jedes Glied derselben und für jede Klei- derfalte Modelle.. Diese waren also sehr zahlreich. Er führte deren in Gyps, Thon und Wachs aus, letztere für Silber- und Goldar- beiter. Nach solchen Modellen dürften auch von andern Künst- lern Bilder in Marmor und Erz ausgeführt worden seyn, Mr. d'Argensville, am Schlusse der Biographie dieses Künstlers, I, g f., nennt ausser den obigen, noch folgende Werke, welche theilweise, nur der Composition nach dem Flamingho angehören: die Engel'am Baldachin bei St. Peter, ein Medaillon des Prof. B. Gabrielh zu St. Lorenz ausser den Mauern; ein herrliches Basre- lief, welches ein Concert von 'Engeln vorstellt, in der Capelle des Cardinals Filomarini in der Apostelkirche zu Neapol; einen Christus

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Er sandte einen Madonnenkopf in gebrannter Erde, später in Silber gegossen, im Besitze des Cardinals Barberini; ein Schreibzeug mit zwei allerliebsten Kindern, im Besitze des Connetable Colonna, einen Amor in Erz im Bade des Palastes zu Monaco; ein lachendes Kind im Palaste zu Florenz; Christus an der Säule, für einen Hrn. Hesselin, Maître de la Chambre aux deniers ausgeführt. Dann findet man auch in verschiedenen Sammlungen der Kunstliebhaber Bildwerke, welche für Flaminio gelten, besonders Kinderfiguren in Marmor, Elfenbein und Bronze, stehend, auf Decken gestreckt u. s. w.; Büsten fertigte Quesnoy nicht viele. Als eine der schön- sten nennt man jene des Cardinats Prinzen Moriz von Savoyen 1635 gefertigt. Endlich soll Flaminio auch zwei berühmte an- tike Statuen restauriert haben, einen Faun, dem Arme und Beine fehlten, und eine Minerva von Alabaster, an welcher er den ge- harnischten Kopf, und die Hände und Füße in Erz ergänzte,

Schliesslich bemerken wir noch, dass unter dem Namen Flami- nio in Rom zwei Künstler gelebt haben sollen, wenn nämlich Sandrart I. 347, sich nicht irrt, was wir fast glauben. Er nennt einen Coppi Flaminio, der vortreffliche kleine historische Bild- werke verfertigt hat, und auch eine Statue des hl. Matthäus in St. Trinita di Ponte Sisto. Dieser Coppi soll aus Liebe zur Ein- samkeit Niemanden in seinem Hause zugelassen, und als er an- fing gebrechlich zu werden, die Speisen in einem Korbe hinaufge- zogen haben. Auch Quesnoy wollte bei seiner Arbeit nicht gerne Leute um sich haben, aber so lästisch war er nicht, wie San- drart seinen Coppi Flaminio macht, den man 1610 als achtzigjah- rigen Greis todt im Zimmer gefunden haben soll. Uns scheint San- drart hier unsern Flaminio mit einem andern älteren Künstler zu verwechseln, namentlich auch deswegen, weil er später des H. du Quesnoy nicht mehr erwähnt. Letzterer war ein Mann von grosser körperlicher Schönheit, dabei von sanftem, liebenswürdi- gem Charakter, dessen freundliches und höfliches Wesen selbst Neid und Verdruss nicht trüben konnten. Von der Reinheit sei- nes Wandels spricht die zärtliche Freundschaft, welche er mit dem ernst-frommen Poussin und mit dem keuschen Albani bis zu sei- nem Ende gepflegt hatte. Im Jahre 1642 wurde Flaminio auf Empfehlung des Nicolaus Poussin vom Könige von Frankreich mit einem grossen Gehalte zum Hofbildhauer ernannt, was ihm um so gelegener kam, da er in mässigen Verhältnissen lebte. Allein Flia- minio sollte das Glück, das ihm zu lächeln schien, nicht ge- niessen. Er erkrankte auf seiner Reise in Livorno 1644, nicht ohne Verdacht einer Vergiftung, deren Schuld man dem eigenen Bruder beimiess, was indessen nicht begründet ist, gesetzt auch dass Jie- ronymus du Quesnoy ein leichtfertiges Leben geführt hatte. Ti- cozzi (Dizionario degli artisti, Milano 1833, erzählt die Sache an- ders, was zur Ehre der Menschheit wahr seyn mag. Nach Ti- cozzi hatte sich der Künstler vor seiner Abreise bei einer Reparatur, die er mit einem Beiwerke der Statue der heil. Susanna vorneh- men musste, verletzt, und er fühlte seit dieser Zeit grosses Unbe- hagen. Seine Aerzte missriethen ihm die Reise, der Künstler glaubte aber, dass in der heimatlichen Luft das Uebel sich legen werde; allcin in Livorno nahm im Gegentheile die Krankheit so überhand, dass er den 12. July 1643 starb. So erzählt Ticozzi, gibt aber nicht an, nach welcher Quelle. Randon hat das Bildniss dieses Künstlers gestochen.

Auch einige Werke dieses Künstlers wurden gestochen, Die Statue des hl. Andreas, von einem Ungenannten, in

Salamanca's Verlag, das oben erwähnte 'Blatt,' welches einige dem Questiers selbst beigelegt. H. 14 Z. 9 L., Br. 10 Z. 8 L.; von P. Clouet, nach P. von Lints Zeichnungen von R. Vuibert

„1620; von P. del Prado gravirt; von Audenaerde, gestochen; von

Frezza für Bonani's Hist. Templi Vat.; von C. G. Ambling; von einem Ungenannten in N. Langlois Verlag.

Die heil. Susanna in S. Maria de Loreto au Rom. von Aude- naerde, Tillemont, ...

Eine heil. Anachoret in der Grotte: von L. Omm.

Die Statue des Merkur aus der Galerie Giustiniani: von Cl. Melan, G. Ambling (in Bouchard's Album), J. G. Waldreich,

Silenus von kleinen Faunen und Nymphen umgeben, Kupferst. 5 Graphe von drei Lilien, welche um Trauben empor, von G. F. Schmidt, J. Rauschmayr nach diesem gegraben.

Fünf Kinderköpfe: von G. F. Schmidt:

Kindergruppen: von A. Bartsch, Matthais Pfeiffer.

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