Quellinus, Hubertus

Quellinus, Hubertus, Zeichner und Kupferstecher , der Bruder des älteren Arthus Quellijn, wurde um 1605 zu Antwerpen gebo- ren, und wahrscheinlich von Soutmans unterrichtet, da seine Stich- weise mit jener dieses Meisters einige Ähnlichkeit hat. Er ätzte zuerst seine Platten und überging sie dann verständig mit dem Grabstichel. Sein Hauptwerk sind die Blätter mit Statuen, Basre- liefs und Ornamenten nach den Sculpturen seines Bruders u. A. im Rathhause zu Amsterdam , die er auch selbst zeichnete. Die erste Ausgabe ist von 1655, 48 Blätter in zwei Theilen, im Jahre 1665 erschien das Werk vermehrt mit einem dritten Theil, der die

iesen, 100 Blättern ist der grossere Theil von H. Quellinus meisterhaft radirt, fol. Es gibt aber noch

mehrere andere Blätter dieses Künstlers, die in einer kühnen und

Qu

breiten Manier radirt sind. Mehrere bezeichnet er mit den Initialen seines Namens. Die Buchstaben A, Q, in et F auf Blättern im Werke über das Amsterdamer Rathhaus bedeuten nur, dass Arthus der Erfinder und Fertiger des Bildwerkes, nicht der Radierung sei,

  1. Arthus Quellinus, Bildhauer. Hubertus Quellinus del. et a;
  2. Don F. de Mura Cortereal, Gouverneur von Haflem, nach

E. Quellinus, gr. fol.

  1. Philippus IV., König von Spanien , auf dem Throne sitzend,

neben ihm eine Kleine Prinzessin, umher mehrere allegori- sche Figuren, nach E. Quellinus 1665 gestochen, s. gr. fol.

  1. Amphion auf dem Delphin, die Lyra spielend, gr. fol.

  2. Ein Hund bei einem getödteten Menschen am Altare, wo die Hand der Nemesis in Flammen erscheint, Unten links: R. V. H., rechts H. Q. qu. fol. / 0

1607, Maler und Kupferstecher, geb. zu Antwer- pen 1607, widmete sich in seiner Jugend mit Eifer den Wissen- schaften, und war auch etliche Jahre Professor der Philosophie, als er endlich durch den Umgang mit Rubens solche Vorliebe für die

Malerei fasste, dass er ihr zu Gunsten den Lehrstuhl verliess. Er wurde jetzt Rubens Schüler, und machte in kurzer Zeit solche Fortschritte, dass man sich Glück wünschte, ihn dem Lehrstuhle

entzogen zu sehen, und die zahlreichen Aufträge, womit er be- ehrt wurde, sind theils Beweise der Freundschaft eines Rubens, theils solche eigener Tüchtigkeit. Allein Quellinus ist dennoch kein Rubens, steht selbst unter J. Jordaens, welcher der bedeutendste unter den Schülern dieses Meisters ist. Diese blieben im Allge- meinen mehr bei den äusserlichen Eigenthümlichkeiten des Mei- sters; die Lebensfülle und Frische, den geistvollen scharfen Aus- druck, die innerliche Lust und Freude, welches Alles den Wer- ken des Rubens ihren eigenthümlichen Werth gibt, vermochten sie nicht zu erreichen. Es finden sich ipdessen auch von Quelli- nus in den vorzuglichsten Gallerien Werke, gewöhnlich histori- sche und mythologische Darstellungen, öfter mit Landschaften und Architektur geziert, In der letztern Zeit seines Lebens zog er sich

zu Antwerpen in ein Kloster zurück, und starb daselbst 1680, nach

der gewöhnlichen Angabe. P. de Jode stach sein Bildniss, halbe Figur im Mantel, Mehrere Bilder dieses Künstlers wurden gestochen, gewöhnlich in grossem Formate, auch viele Titelkupfer. Unter diesen Blättern dürften jene der folgenden Stecher zu den besseren gehören. Baillu, P., Christus mit Dornen gekrönt. — Bolswert, Sch. a., die Communion der heil. Rosa vom Lima, ein Hauptblatt, Copirt von And. Reinhart. — Epithalamium in nuptias etc. Wilh. Fred. Comes Näss. — Maria mit dem Kinde, welches den Globus hält.

Borrekens, M., eine Folge von Heiligen. —

Bouché, M., den heil. Thomas von Villanova erscheint Chri- stus mit Maria, in Gegenwart vieler Weiber, Copirt von Groos,

‚Christophorus, M., die Krönung der heil. Jungfrau durch

die Engel.

Clouet, P., die Dreieinigkeit.

Collin, St., glänzend gestochene Titelblätter zur Darstellung der Menschheit und Weltalter. — Jesus Christus in Mitte der Heiligen sitzend, oben der heil. Geist. — Christus in der Vorhölle. — St. Franz vor den Mandarinen, — Die Bildnisse von: A. van Leyen und Ph. van Thielen. —

Does, A. van der, die heil. Familie im Zimmer von Engeln bedient, schönes Blatt, mit M. v. d. Endens Adresse. — Jesus bei den Jüngern zu Emaus. — Maria mit dem Kinde; Beatus Venter. — Die heil. Jungfrau mit dem Kinde in einer Land- schaft sitzend. — Die heil. Jungfrau mit dem Kinde, Mater amabilis. —

Enden, M. v. d. exc.: die Enthauptung des Täufers Johannes, grosse und reiche Composition, ein Hauptblatt, selten und eines der merkwürdigsten aus Rubens Schule, wahrschein-

lich von L. Vorsterman, Falck, J., Pallas mit Schild und Lanze, 1656, kräftig radirt,

Golle, Corn. exc.: Christus, Maria und verschiedene Heilige erscheinen dem St. Thomas von Villanova. — Die Wirkung des Glaubens am Altare, schöne Composition, dem Cardinals Infanten dedicirt. — Christus von zwei Soldaten mit Dornen gekrönt.

Jegher, Ch., Holzschnitte in dem seltenen Catechismus des J. Andries: Necessaria ad salutem scientia etc. Antv. 1654.

Jode, P. de, Maria mit dem Kinde sitzend, Elisabeth führt den kleinen Johannes mit dem Lämme ihr zu, schönes Blatt, — Die heil. Jungfrau mit dem Kinde in den Armen,

Lauwers, C., Bildnisse von Peter Boel, Peter Verbruggen und jenes des Georg van Son, Malers. — St. Nicolaus Tolentinus vor der heil. Jungfrau: — St. Thomas von Aquin vor der heil. Jungfrau. — Der heil. Vater Elias von dem himmlischen Vater gesegnet. — Die Taufe des Kaisers Monomotapas, gros- ses Blatt,

Merlen, Th. van, die Marter des heil. Lambert.

Mevyssens, J. excud.: Bildniss des Notars Corn. de Bye.

Natalis, M. und M. Borrekens, die Heiligen Franz de

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