Quarenghi, s. Giacomo, Maler und Architekt , wurde 1744
zu Bergamo geboren, wo schon sein Grossvater Maler war, wel-
cher seinen Sohn, den Vater unsers Künstlers, in gleicher Kunst
unterwies; Auch, Giacomo, das dritte Glied einer sonst wenig be-
kannten Künstlerfamilie, äusserte schon in früher Jugend Neigung
zu den schönen Künsten und Wissenschaften, und trieb beide bis
in sein zwanzigstes Jahr mit gleichem Eifer, dass er nicht zu wis-
sehen schien, ob er die Kunst oder die Wissenschaften zur Haupt-
aufgabe seines Lebens machen sollte. Der Wendepunkt trat endlich
in Rom ein, wo ihn die Werke der classischen Vorzeit mit
solchem Enthusiasmus erfüllten, dass er beschloss, sich der Ma-
lerei ausschliesslich zu widmen. Er besuchte die Schule des be-
rühmten R. Mengs, welcher selbst eine hohe Meinung von dem
Talent seines Zöglings hatte; allein der Unterricht dauerte nur
kurze Zeit, indem Mengs dem Rufe nach Spanien folgte. Qua-
renghi musste sich jetzt an andere Meister anschliessen, und unter
diesen war auch St. Pozzi, welcher aber dem Schüler eine solche
Liebe zur Architektur einflösste, dass dieser zuletzt die Baukunst
mit der Malerei vertauschte. Quarenghi studirte jetzt mit Eifer
den Palladio, untersuchte aber auch die Ueberreste der alten Bau-
kunst, zeichnete und vermass eine bedeutende Anzahl derselben,
und hatte auf solche Weise bald den Ruf eines verständigen und
geschmackvollen Architekten gegründet. Und Quarenghi verdient
dieses Lob auch vor vielen Baumeistern seiner Zeit. Er machte
sich um die Wiederherstellung eines besseren Geschmackes verdient,
strebte nach Würde und Einfachheit der Form, ohne ins Steife
und Monotone zu fallen, und sah vor allem auch auf Festigkeit
und Zweckmässigkeit. Proben seiner Kunst und seines geläuterten
Geschmackes sind zu St. Petersburg, zu dessen Zierde Quarenghi
vielen beitrug, zu finden.
Die Kaiserin Catharina II. berief ihn nach St. Petersburg, und
da nun gewann Quarenghi das weiteste Feld zur glanzvollen Dar-
„Jeitig seiner Kenntniss er. Er fertigte zahlreiche Pläne zu Palästen, Kirchen, Brücken, Theatern, Thürmen, zu Gebäuden aller Art, so dass durch ihn die russische Kaiserstadt theilweise ein imposanteres Ansehen erhielt. Er baute neben anderen 1780 das kaiserlich Theater der Eremitage und die Gallerie zur Aufstellung der Gemälde, auch das prachtvolle Bank- und Börsengebäude zu St. Petersburg. Zu Zarskoe-Selo baute er das Badgebäude, und nahm dabei die alten römischen Thermen zum Vorbilde. Auch der Concertsaal daselbst ist nach seinem Plane angelegt. Sein Werk ist ferner die Capelle des Maltheser-Ordens, der Kavalier im Garten des Peterhofes, die Stiege des kaiserlichen Palastes zu Moskau u. s. w. Auch von Seite anderer Höfe wurden Pläne von Quarenghi verlangt, so dass die Anzahl seiner Werke sehr gross ist. Er hat eine Beschreibung derselben in französischer Sprache herausgegeben mit den eigenhändig in Kupfer gestochenen Abbildungen der Gebäude. Quarenghi besuchte zweimal sein Vaterland, starb aber 1817 in St. Petersburg. Kaiser Alexander, welcher den Künstler mit besonderer Auszeichnung behandelte, erhob ihn in den Ritterstand, und verlieh ihm den Titel eines kaiserlichen Staatsrathes. Die kaiserliche Akademie zu St. Petersburg, und mehrere auswärtige Kunstakademien zählten ihn unter ihre Mitglieder. Über seine Kunstleistungen haben wir ausser dem oben erwähnten Verzeichnisse noch ein grösseres Werk, welches 1821 der Sohn des Künstlers, Cav. Giulio Quarenghi, bei P. A. Tosi zu Mailand herausgab, unter dem Titel: Le fabriche e disegni del Cav. G. Quarenghi, architetto di S. M. l'Imperatrice di tutte le Russie, fol. Dann finden sich von ihm auch einige radirte Blätter, architektonische Monumente und Ruinen vorstellend, wir kennen aber nur folgendes Blatt: „Ansicht der Porta Salaria zu Rom. H. 4 Z. 40 L., 3 L. Es gibt Abdrücke ohne alle Schrift und solche mit dem Namen. Quarsten, Bildhauer, ein jetzt lebender schwedischer Künstler, bildete sich auf der Akademie in Stockholm, und nachdem er den grossen Preis erhalten hatte, begab er sich 1836 zur weiteren Ausbildung nach Rom. Im Jahre 1830 erhielt er Verlängerung auf zwei Jahre, mit der Bedingung, eine Gruppe zu liefern, Quarry, Regina Catharina, Kupferstecherin, geborne Schoenecker, wurde um 1762 in Frankfurt am Main geboren, und daselbst von Prestel unterrichtet. Sie arbeitete in der Manier dieses Meisters mehrere schätzbare Blätter, so wie sie denn zu den vorzüglichsten Schülerinnen Th. Prestel's gehört. Das Todesjahr dieser Künstlerin kennen wir nicht,
Die Flucht in Aegypten, nach Berghem, kl. fol.
Grosse Landschaft mit Felsen, Bäumen und Figuren, nach F. Schütz, gr. fol.
Die Bequemlichkeiten eines Bauernhauses in der Schweiz, nach demselben, kl. fol.
Bergige Landschaft mit Ruinen, Hirten und Vieh, nach J. H. Rovius, gr. fol.
Prospekt einer holländischen Stadt, vorn ein Thurm mit Bäumen; in der Ferne die Brücke, nach Rademacker, gr. qu. fol.
Seestück mit Schiffen auf offener See, nach Vitringa, qu. fol.
Zwei Gebirgslandschaften mit Felsen, Bäumen, Figuren und Thieren, nach Klengel, qu. fol.
Das Dorfchen im Laubgaumhöhlen durch welches eine Strasse führt. Aquavivante, gr. qu. fol.
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