Quaglio, Giuseppe, Architekt und Maler, Domenico's ältester Sohn, wurde 1747 zu Laino geboren, und von seinem Vater un- terrichtet, bis er nach Wien sich begab, um unter Lorenz von Quaglio sich weiter auszubilden. Später besuchte er zu gleichem
Zwecke Italien , durchreiste auch einen großen Theil von Deutsch-
land, und fertigte überall Zeichnungen von interessanten Gebäuden und Ansichten, deren er bei seinen zahlreichen Decorationen auf mannigfaltige Weise benutzte. Er malte solche für die Theater in Mannheim, wo er schon 1770 in kurfürstliche Dienste kam, zu Frankfurt, Schwetzingen , Ludwigsburg , Speier und besonders zu München , wo Quaglio 1801 an die Stelle seines Bruders Julius zum Hoftheaterarchitekten ernannt wurde, mit der Verpflichtung, Zeichnungen zu Decorationen zu machen und selbst solche zu ma- chen; dies mit Beihilfe Gasparini's. Joseph hatte schon in Mannheim , auch besonders auch zu Frankfurt a. M. bei den Feierlichkeiten der Kaiserkrönung sein grosses Talent für Decoration erprobt; in München zuerst 1783 durch die Festdecorationen in der alten Reit- schule, und hierauf durch zahlreiche Decorationen der Schau- bühne, durch welche er die Decorationsmalerei zu einer ungewöhn- lichen Kunststufe erhoben hatte. Er war nicht allein ein trefflicher Maler und ein rein gebildeter Architekt, sondern auch vollkom- mener Meister in der Perspektive, wodurch er, so wie durch seine künstliche Beleuchtung, das Publikum nicht selten in Erstaunen setzte. In der Construktion wendete er die von ihm erfundene Dreipunktperspektive an. Seine Vorgänger hatten nach der Weise der Alten Perspektive und Beleuchtung noch immer vom Mittel- punkte aus berechnet, wodurch sie nie einen solchen Effekt er- reichten, wie unser Künstler, der seine Beleuchtung so gut, wie es in der Oelmalerei üblich ist, wodurch seine Decorationen zu wahren Bildern wurden. Ueberdies finden sich viele perspekti- vische Zeichnungen in Aquarell und Gouache von seiner Hand. Dieser Künstler starb 1828 zu München.
Folgende Blätter gehören ihm vermuthlich ebenfalls an; wenig- stens fanden wir No. 1 dem Joseph Quaglio beigelegt.
- Das Innere einer Kirche, 8. In Aquatinta.
- Das Innere eines Schlosshofes. J. Quaglio f., gr. 9. In Lavirmani er.
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