Quaglio, Angelo, Zeichner und Architekturmaler, wurde 1778 zu München geboren, und von seinem Vater Joseph Maria unter- richtet, der dem reichen Talente des Sohnes eine glückliche Rich- tung gab. Das Studium der Perspektive und die Anwendung der- selben auf die Malerei galt dem Jüngling als Hauptaufgabe seines Lebens, und dass er diese vollkommen begriffen hatte, beweisen die Werke, welche von ihm erschienen. Es sind diese Architek- turbilder in täuschender Perspektive, für die Bühne und auch in Öl ausgeführt, und Landschaften, die nicht geringere Vorzüge bieten. Ein Wald im Geschmacke Ruysdaels wurde zu seinem Andenken für die Kunstkammer ausgewählt, und zwei andere Öl - gemälde, den Morgen und den Abend, sah man im früheren Lo- cale der königl. Gemäldesammlung zu München . Seine herrlichen Dekorationen bewunderte man im ehemaligen Theater vor dem Isarthore, und darunter waren besonders jene überraschend, wel- che er zum „Donauweibchen" und zu den „Kreuzfahrern" malte. Im letzteren Stücke sah man von ihm das Innere einer gothischen Kirche von täuschender Perspektive, noch bedeutender war aber die innere Ansicht der St. Peterskirche in Rom mit beleuchtetem Kreuze, die bei einem mässigen Raume von ungeheuerer Grösse und Höhe zu seyn schien. Quaglio hatte die Zeichnung in Rom entworfen, und kaum war das Werk im Grossen vollendet, so starb der Künstler . Dies ist indessen nicht Alles, was er geferti- get. Er hinterliess auch viele Zeichnungen von Kirchen und Do- men, und andere Ansichten. Im königl. Handzeichnungskabinet ist von ihm die Ansicht des Campo Vaccino, und die innere An- sicht der St. Paulskirche in Rom, welche um so grösseres Interesse gewährt, da später die Kirche durch Brand gelitten hatte. Eine dritte Zeichnung des königl. Cabinets stellt die St. Lorenzkirche in Neapel dar. Noch früher, im Jahre 1800, zeichnete Quaglio den Dom in Cöln, aus Auftrag des Dr. S. Boisseree, welcher jene Ansicht für dessen berühmtes Werk über jenen ehrwürdigen Dom durch Darnstaedt in Kupfer stechen liess. Quaglio hatte aber auch noch Anderes für dieses Prachtwerk gezeichnet. In letzterer Zeit seines Lebens beschäftigte er sich mit der Ordnung seiner in Ita- lien gezeichneten Kunstwerke, doch unterbrach 1815 der Tod seine Arbeit. Dann haben wir von ihm folgende Blätter, die wir aber nicht alle genau bestimmen können.
Ansicht eines italienischen Platzes mit freistehenden Säu- len, radirt.
Ansicht eines Triumphbogens dorischer Ordnung, innerhalb desselben ein anderes Gebäude, Angelo Quaglio inv. et fec. H. 8 Z. 4 L., Br. 5 Z. 9 L.
Häßliche Landschaft, im Vorgrunde zwei größere Bäume, neben welchen das Dach der ländlichen Wohnung über den Hügel hervorragt. Links sind Bäume um ein offenes Feld und rechts neben dem Gebüsch geht ein Mann. H. 5 Z. 4 L., Br. 3 Z. 5 L.
Innere Ansicht einer Kirche bei Fackelbeleuchtung mit ei- nem Trauerzuge. Aquatinta, gr. 4.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_mYbrAAAAMAAJ