Quadal, Martin Ferdinand, Maler und Kupferstecher , eigentlich Chwadal, wurde 1736 zu Niemtschitz in der Herrschaft Kojetein in Mähren geboren, erlernte aber seine Kunst in Wien . Hierauf besuchte er England , Frankreich und Italien , und 1797 begab er sich auch nach Russland . Im Jahre reiste Quadal von St. Petersburg nach London , wo er ebenfalls zwei Jahre verweilte, endlich aber kehrte er wieder nach St. Petersburg zurück, und starb daselbst 1808. Quadal war Mitglied mehrerer Akademien, so wie er denn überhaupt als einer der vorzüglichsten Künstler seiner Zeit betrachtet wurde. In der grossherzoglichen Tribune zu Florenz hängt sein Bildniss in der Nähe der grössten Meister aller Schulen. Pozzi hat sein Portrait gestochen, J. Jacobe ein gleiches, mit dem Hunde zur Seite. Dies ist in schwarzer Manier behandelt, so wie das Bildniss dieses Künstlers von Kininger. Quadal hat auch mehrere andere Bildnisse gemalt, unter welchen jenes (1801) des Kaisers Alexander zu Pferd, die Familienbilder des Baron von Büchler und des Feldmarschals Carl Fürsten von Lichtenstein, welches gestochen ist, zu den bedeutendsten gehören. Die Bildnisse der Professoren an der Wiener Akademie stellte er auf Einem Bilde dar, als Gegenstück zu Zoffani's Londoner Aka- demie, von Earlom gestochen. Die Professoren und Künstler sind dargestellt, wie sie bei Lampenschein nach dem Nackten zeichnen. Diese unter dem Namen der Wiener Akademie bekannte Darstel- lung hat Jacobe gestochen. Das Originalgemälde kam in die Samm- lung der Akademie zu Wien. Dann hat man von ihm auch ein grosses Bild, welches das Sommerlager zu Minkendorf vorstellt, und ein anderes, welches unter dem Namen Tente pittoresque (zu St. Petersburg) bekannt ist. Jacobe stach eine Allegorie auf den Frieden, Traunfellner ein Genrebild, den Schlemmer vorstellend, Quadal hat noch mehrere andere Genrebilder gemalt,
Den meisten Ruhm erwarben ihm seine Thierstücke, und die Bilder dieser Art wurden sehr theuer bezahlt. In neuerer Zeit gingen zwei Bilder, welche Wildprethändlerinnen vorstellen, bei einer Auktion in Wien um 250 fl. C. M. weg. Von Denon ha- ben wir ein Hauptblatt nach dem Bilde, welches Löwen vorstellt. N. Rhein stach einen Tiger.
Quadal hat selbst in Kupfer radirt. Wir kennen folgende Blät- ter von ihm:
- Das eigene Bildniss des Künstlers, 4.
- Gruppe von fünf grossen Katzen, von welchen zwei mit ei- nem Vogel sich beschäftigen. Sehr selten.
- Ein Knabe auf dem Boden sitzend, unterhält sich mit dem Hunde. Sehr selten.
- Eine Folge von Thierstudien, unter dem Titel: A Variety of Tame and Wild Animals Studies from nature etc. Lon-
don f1;(93. 8 Blätter (nach anderer Angabe 10), fol. und qu. 0 * Quadri, Don Nicola Antonio de, Maler, war vermuth- lich Schüler von S. Coello, dessen Styl er nachahmte. Seine Werke sind indessen selten; wir fanden nur das Bildniss eines Bischofs erwähnt, welches im Carmen Calzado zu Madrid aufbe- wahrt wurde, in den schönen architektonischen Beiwerken und in der allgemeinen Auffassung höchst lobenswerth. Dieses Portrait wurde 1605 gemalt. Quadrata, von Peronne, Formschneider, wird von Papillon erwähnt; ohne nähere Bestimmung. Heller glaubt, er könnte um die Mitte des 10. Jahrhunderts gelebt haben, Quadratus, Jathias, Kupferstecher und Dichter, wird von Wille, im Dictionarium biographicum und von Jöcher erwähnt, wir glauben aber, dass er mit M. Quad. oder Quadt verwechselt werden könnte. Letzterer war Kupferstecher, der seine Blätter mit einem Mono- gramm, oder mit dem abgekürzten Namen M. Quad, bezeichnete, Dieser Quadratus war Rector zu Eppingen in der Pfalz, und starb 1613 im 55. Jahre. Quadri, Giovanni Lodovico, Architekt und Kupferstecher, wurde um 1700 zu Bologna geboren, und von F. Bibiena unterrichtet. Er verfertigte verschiedene Pläne, theils zum Baue, theils zum Stiche vorhandener Gebäude. Für die Schriften der Akademie von Bologna zeichnete und stach er die Facade, den Durchschnitt und den Plan des Institut-Gebäudes, und überdiess finden sich verschie- dene andere architektonische Blätter von ihm, Ehrenbogen, Cata- falke, Theater für die Volksfeste della Porchetta u. s. w. Ein seiner Hauptwerke sind die Blätter zu den Regole de' cinque Or- dini del Vignola von 1736, und jene von dessen Prospettiva prattica 1744, in der Bologner Ausgabe von Lelio della Volpe. Dann ha- ben wir von Quadri auch noch folgende, und vermuthlich noch mehrere andere Blätter:
- Eine Heilige kniend (St. Helena dell Orto) neben einem En- gel, und Maria in der Glorie von drei Heiligen umgeben, nach A. Dardani. Quadri inc., 4. In Mattioli's Manier radirt.
- Der heil. Rochus, nach L. Carracci, 4 Quadrio, Angelo, Maler in Rom, ein jetzt lebender Künstler, bildete sich durch das Studium nach den besten Meistern, und co- pirte auch mehrere derselben. In neuester Zeit copirte er die schönen, dem Untergange nahen Ornamente an den Pfeilern der Logen Rafael's in Wasserfarben, und diese Nachbildung sieht man jetzt in der Capella di Guido Reni im Vatican aufgestellt; und auf solche Weise der Nachwelt erhalten. Quadrio, Giuseppe und Girolamo, Stuccatore; Vater und Sohn, arbeiteten um 1650 in Mailand. Letzterer war auch Ar- chitekt, Quadroni, Georg, Architekt, ein Italiener von Geburt, lebte ei- nige Zeit in Wien, und liess sich dann um 1721 zu Chrudim ume- siedeln.
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