Pyrgoteles, Edelsteinschneider

Pyrgoteles, Edelsteinschneider, jener berühmte griechische Künst- ler, der von Alexander dem Grossen allein das Recht hatte, dessen

Für echt erklärt Raoul-Rochette; Lettre à Mr. Schoen p. 40, das Bildniss Alexanders in der Sammlung des Herzogs von Plasas, mit dem Namen ΠΥΡΓΟΤΕΛΗΣ. Ein sehr schöner Medusenkopf auf Amethist wird ebenfalls für echt gehalten. Gerardo de' Rossi beschreibt diesen Stein in einem eigenen Briefe, Roma 1819, und sagt p. 5, die Unbild der Zeit habe den ganz fein eingegrabenen Namen des Urhebers zerstört, und dieser sei Pyrgoteles gewesen.

In der Sammlung des Prinzen Poniatowsky finden sich allein mehr Werke dieses berühmten Namens, als je vorhanden wa- ren, nach dem Catalogue des pierres grav. de S. A. le Prince St. Poniatowsky. Rome 1851. Die englischen Sammlungen sind aber nicht weniger reich. Lord Montagne besitzt einen Lysima- chus, abgebildet in Th. Worlidge Select Collection of drawings from gems pl. 32, und Lord Bessborough hat zwei Steine, der eine den Philipp von Macedonien, der andere den Alexander vor-

stellend, bei Worlidge g 85 und 87 abgebildet. In diesem Werke 16 werden ihm auch Bildnisse des Augustus und der Livia zuge- schrieben, die nur durch die grobe Unwissenheit eines Fälschers in die Zeit Alexanders hinaufgerückt werden konnten.

Visconti, Opere var. II 110, erwähnt eines 1788 in der Campagna di Roma aufgetauchten Carneols, welcher den Kampf des Her- kules mit der Hydra vorstellt, und den Namen des Pyrgoteles trägt. Visconti hält dieses Werk für antik und original, Raoul-Rochette, Lettre à Mr. Schorn p. 50, erkennt aber in der Mittelmässigkeit der Arbeit nur eine Copie, auf welcher der Copist den Namen eines berühmten Lithoglyphen, hier des Pyrgoteles, eingegraben hat, welcher indessen diesen Gegenstand wirklich geschnitten ha- ben könnte. Dass Copisten den Namen des Originals eingegraben

haben, beweisen neben anderen zwei Gemmen mit dem Namen IAOT im Cabinet des Königs von Frankreich, und einem ande- ren Steine, den Bracci bekannt gemacht hat. Clarac, in der Beschrei- bung des Pariser Museums p. 422, hat statt IAOT IAOT und PHIOT gelesen, und so erscheint im Verzeichnisse alter Gemmen- schneider von Sillig auch ein Rhegio.

In der Gothaischen Münzsammlung ist ferner eine schöne Silber- münze mit dem Kopfe Alexander's auf der einen, und dem auf ei- nem Löwen reitenden Amor auf der anderen Seite. Schläger, De numo Alex, M, I. No. 1, hatte die sonderbare Meinung, hierin ein Münzgepräge von Pyrgoteles zu sehen; Creuzer, zur Gemmen- kunde S. 36, setzt aber diese Münze, so schön sie ist, in die rö- mische Zeit. Auf dem Harnische der Giustinianischen Statue des Kaisers Domitian kommt ein ähnlicher, auf dem Löwen reitender Amor vor,

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