Pynacker, Landschaftsmaler , von einem Flecken so genannt, der zwischen Schiedam und Delft liegt. Er wurde geboren, und nachdem er mit den Anfangsgründen der Kunst vertraut geworden war, begab er sich nach Rom , wo der Künstler durch das Studium älterer und neuerer Meisterwerke sich weiter auszubilden strebte. Ei- nen eigentlichen Lehrer kennt man nicht, der Richtung nach steht er aber nach Kugler II. 225 dem Jan Both ziemlich nahe. Auch er liebt grosse Formen in Bergen und Bäumen, Glanz und Duft in den Lüften. Im Einzelnen hat er in dieser Art Vorzüg- liches geleistet, oft aber arbeitete er absichtlich auf einen gewissen glänzenden Effekt hin, und da in solchen Bildern die reinere Un- mittelbarkeit des Gefühls fehlt, so erscheinen sie mehr in dekora- tiver Weise. Solcher Art ist die Mehrzahl seiner Bilder, die man in den verschiedenen Sammlungen verbreitet findet. Waagen, Kunstwerke etc. III. 623, fand, dass in den meisten, sonst in allen Theilen, zumal in der Beleuchtung, trefflichen Bildern dieses Mei- sters ein kühler, bläulicher, bisweilen unwahrer Ton vorwalte. Ein Hauptbild dieses Meisters ist jenes, welches im Vorgrunde ei- ner schönen Landschaft eine fressende Ziege und vor der Schenke einen Maulthiertreiber vorstellt, im königl. Museum des Louvre. Dieses, mit Ausnahme der bläulichen Ferne, im Goldton durchge- führte Bild gehört nach Waagen durch die dem de Hooge nahe kommende, sonnige Klarheit, wie durch die geistreiche Tonierung zu den schönsten Werken des Pynacker. Ein zweites Bild daselbst: Seeküste mit Thurm und Schiffen, ist, mit Ausnahme der warmen Luft, meisterlich im kühlen, grauen Ton des Asselyn beleuchtet und höchst vollendet. In einer Landschaft mit Hirten und Vieh eben- daher herrscht ganz der fahle, blaugrüne Ton vor, übrigens ist das Bild höchst delicat. Ausgezeichnet ist auch ein Gemälde der königl. Pinakothek zu München, eine glühende Abendlandschaft, mit ei- ner durch das Wasser gehenden weissen Kuh und einem Bauer zu Pferd hinter derselben. Pynacker starb 1673.
Einige Werke dieses Künstlers sind auch durch Kupferstiche be- kannt. G. W. Weise stach eine grosse Gebirgslandschaft mit ei- nem runden Thurm, Cabinet Hagedom; Geyser den Sonnenauf- gang und eine Marine mit Mondschein, in schwarzer Manier, aus dem Cabinet Hagedorn; Chataigner und Niquet: La halte de voyageurs; Devilliers und Duparc: la Barge à l'ancre; Bre- tin einen Wasserfall aus dem Cabinet Poullain; Weisbrot und Ph. le Bas: Paturage hollandais, braun und schwarz gedruckt; A. Schlicht: View of an old roman Bridge, Aquatinta; Gode- froy: Einschiffung von Waaren, aus dem Cabinet le Brun; Les- pintere: Abendlandschaft, Cabinet Rutland; J. Pye Ansicht von Gibraltar, Cabinet Baillie; W. von Kobell: la bergere filante,
Folgende zwei Blätter dürften von Pynacker selbst geätzt seyn.
- Eine dürre, unfruchtbare Gegend, mit Felsen und einigem Gesträuche bedeckt, im Mittelgründe drängt sich ein Fluss
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