Punt, JAN, Maler und Kupferstecher , wurde 1711 zu Amsterdam ge- boren, und von A. van der Laan unterrichtet, bis er endlich an Z. de Wit einen besseren Meister fand, unter dessen Leitung Punt in kurzer Zeit den Ruf eines geschickten Kupferstechers gründete. Er übte sich auch mit grossem Fleisse im Zeichnen, und schon glaubte er in der zeichnenden Kunst seinen einzigen Lebensberuf erkannt zu haben, als ihn eine Heirath mit der Schauspielerin Frau Anna Maria de Bruin selbst der Bühne zuwendete. Dies hinderte ihn mehrere Jahre an einer strengen Pflege der zeichnen- den Kunst, und erst nach dem Tode seiner Gattin fing er wieder zu zeichnen und zu stechen an. In jener Zeit stach er die Platten zu Hooft's Gedicht: „Abraham den Aartsvader" und bald da- rauf begann er den Stich der jetzt zerstörten Malereien des P. P. Rubens in der Jesuitenkirche zu Antwerpen . Andere Blätter sind nach Zeichnungen von J. de Wit und nach eigener Erfindung ge- stochen; bald aber betrat Punt wieder die Bühne, da er mit der Schauspielerin Johanna Maria Cichot zu ein neues Ehebünd- niss trat. Jetzt wurde er Kastelein des Theaters in Amsterdam, es
blieb ihm aber immer noch Zeit übrig, in der Zeichenkunst und in der Malerei sich zu üben. Die letztere betrieb er in der spä- teren Zeit seines Lebens mit Vorliebe. Er malte historische und andere Darstellungen in Öel, führte auch einige Plafondgemälde aus, Bilder grau in grau nach Art der Basreliefs, und auch wohl- gleichende Porträts . Endlich trat für ihn eine unglückliche Pe- riode ein; der Brand des Amsterdamer Theaters beraubte ihn sei- ner werthvollsten Habseligkeiten, und als er später in Rotterdam wieder eine neue Bühne eingerichtet hatte, war der Erfolg nicht günstig. Sein Blick war jetzt wieder nach Amsterdam gerich- tet; aber er konnte da bei der neuen Bühne nicht mehr zu seiner
frühern Anstellung gelangen, und so sah er sich gezwungen, durch
Malen und Radiren einen nothdürftigen Unterhalt zu erwerben, bis ihn endlich 1779 der Tod seiner Sorgen enthob. Punt verdient indessen als Künstler grosse Achtung, indem aus seinen Werken ein geläuterter Geschmack und eine verständige Anwendung der techni- schen Mittel sich offenbart. Unter seinen Schülern ist R. Vinckels mit Ruhm zu nennen. Simon Stael beschrieb in der Levensbe- schrijving van eenige meest Nederlandsche Mannen en Vrouwen IX. 103, das Leben dieses Künstlers. Der Dichter Franck van Berkhey und die beiden Fokke haben sein Gedächtniss durch Ge- dichte gefeiert. J. M. Ardell hat dessen Bildniss geschabt, nach einem Gemälde des G. van der Myn; kleiner stach es Greenwood, Punt hat selbst sein Bildniss gestochen, in der Rolle des Achilles sich vorgestellt.
Willem Lodewijk van Nassau, S.
Jakob de Roore, Maler von Antwerpen, 1736, nach diesem, fol., auch kl. Oval;
Francois de la Noue, S.
Halbfigur eines Königs von Schweden, der Rahmen mit vie- lei Kronen umgeben, gr. fol. Im ersten Druck vor aller Schrift und vor den Namen der Künstler.
Anna Koerten. Bloch, Medaillon, S.
Die Himmelfahrt Christi, nach S. Ricci's Bild in der königl. Gallerie zu Dresden, 1736 für das Galleriewerk gestochen, S, gr. fol.
Die Malereien an der Decke und an den Bogen der abge- brannten Jesuitenkirche in Antwerpen, enthaltend grössere Compositionen und einzelne Figuren aus dem alten und neuen Testament, 30 Blätter nach der Zeichnung von J. de Wit, 1749, gr. qu. fol. Schöne Blätter, mit einem Titel- blatt, welches das Bildniss des Rubens von drei Genien um- geben und links den Brand der Kirche vorstellt. Von diesem erwähnt Basan nichts.
Verschiedene Darstellungen aus dem Leben Abrahams, für das oben genannte Gedicht von Hoogvliet gestochen, nach eigener Erfindung 1743 — 45. Folge von 12 Blättern, qu. 4.
Verschiedene Darstellungen aus dem alten Testamente, nach J. Vandelaeer, wenigstens 24 Blätter, 1743 — 45, fol.
Die Rückkehr des verlorenen Sohnes, nach eigener Erfindung, 1743, fol.
Diana und Jupiter im goldenen Regen, nach Titian's Bild der Gallerie von Sanssouci, fol.
Mehrere historische Scenen in Groteskenverzierungen, nach eigener Erfindung, kl. fol.
Darstellung auf einem Glasfenster, mit Philipp IV., kl. fol.
Caroline und Charlotte Friederich im Ballett „Pygmalion“ tanzend, nach G. van der Myn, 1759, fol.
Declaration d'Amour de Röne & Sarotte, nach demselben,
äärps de Gardes hollandois, hollandische Wachtstube, Gruppe von elf Figuren, Punt et Tanj6 sculpserunt, nach C, Troost, 1754, gr. qu. fol.
Le cocher anglais, nach G. van der Myn, 1756, fol.
Le temple de ]'Hymen, nach demselben, fol.
Der europäische Friedensschluss, 1738, 8.
Herkules mit den gelesselten Lastern und Minerva als Be- schützerin der Tugenden, 1736, 8.
Vier Allegorien auf Holland, in Form von Vignetten: 1) Hol- land mit der Minerva empfängt die indischen Gesandten.
Holland's Triumph über das Meer, 3) Zwei Genien und Naiden. 4) Holland auf dem Throne, oben die Wappen der vereinigten Staaten, 1747 — 50 gestochen,
Die Poesie auf Wolken, Künste und Wissenschaften amei- fernd, als Genien und Frauen charakterisirt, 1740, 8.
Die 37 ersten Fabeln von Lafontaine, nach Zeichnungen von Oudry, 1758, 50. Schöne Octavblätter,
Sechs Vignetten für S. Evremond's Werke.
34 Blätter zu den Lustspielen von Moliere, 1740, 8.
Die Blätter zu Smith's Rottestroom, 8.
Verschiedene Titelblätter und Vignetten,
Das Leichenbegängniss Wilhelm IV. von Oranien, in meh- rern Blättern mit dem Titel: Lyk-staetsie van Z. D. H. Willem Friso prins van Oranje. s' Gravenhage 1755. Mit Text, fol.
Zwei Ansichten von Alkmaar, nach C. Pronk, 1746, qu. fol.
Die innere Ansicht der Kirche von St. Lorenz zu Rotterdam, nach P. van Liender, 1758 und 1760, gr. qu. fol.
Drei Theaterscenen, nach demselben, qu. fol.
Die Proportion des menschlichen Körpers, nach J. de Witt, 18 Blätter mit französischem und holländischem Text, 1747, fol.
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