Puellacher, Joseph Anton

Puellacher, Joseph Anton, Maler von Telfs , in Tirol, erhielt in seiner Jugend zu Reichenhall von einem Italiener einige Un- terricht, und arbeitete dann bei Streicher in Salzburg als Geselle .

--bis er der Militärconscription entfloh. Von dieser Zeit an suchte er in der Heimath sein Glück, wo sich viele Oel- und Freskoma- jereien von ihm finden, die einen Künstler von reicher Phantasie und einem glücklichen Farbensinn verrathen, den aber ungünstige Umstände nicht zur Ausbildung gelangen liessen. Die Nahrungs- sorgen trieben ihn zur Eile, verweigerten ihm ein genaues Stu- dium der Natur. Seine ersten Arbeiten hinterliess er in Stams, wo Puellacher mit Joseph Schöpf eine Reihe von Gastzimmern, »die Capelle und den Chorgang des Krankenhauses mit Bildern in Fresko verzierte. Andere Gemälde von seiner Hand sah man in dem ehe- maligen Augustinerkloster zu Seefeld. Im Jahre 1780 malte er die Mitpfarrkirche Maria Trost in Mais, dann die Kirchen zu Sölden, Lengenfeld und Gries im Oetzthale, die abgebrannte Kirche zu Scharnitz u. a. in Fresko aus. Andere Werke sind in der Schweiz zu finden, im ehemaligen Fürstensaal zu St. Gallen , in den Kir- chen zu Heftelwis und Niederglatt. Der Bote von Tirol 1852, No. 852 und 84 gibt Nachricht über diesen Künstler. Starb 1802 im 74. Jahre. Puellacher, Leopold, Maler, der Sohn des Obigen, wurde 1776 zu Telfs geboren, und nachdem ihm der Vater die nöthigsten Vor- kenntnisse beigebracht hatte, fertigte er ihn mit einem Dukaten Wegzehrung an den Maler Hitzenthaler in Linz ab, bei welchem er solche Fortschritte machte, dass ihm schon nach Verlauf von Jahresfrist für seinen Unterhalt nicht mehr bangen durfte. Hierauf kam er zu J. G. Kapeller, und endlich nach Wien, wo er anfangs die Landschaften seines Landsmannes Gassner staffirte, und dann unter Leitung des k. k. Hofdecorateurs Platzer sich besonders der Theatermalerei widmete. Im Jahre 1800 schickte ihn dieser nach Siebenbürgen, um den grossen Saal und die Capelle des Schlosses des Fürsten Wesselini bei Hermannstadt in Fresko auszumalen; nach seiner Heimkehr empfahl ihn Füger dem Hofmaler Galling zur Copirung der Kaiserbilder, welche im Schlosse zu Laxenburg auf die Wand gemalt sind, endlich aber stellte er sich als Freiwilliger in die Reihe des akademischen Corps, da überhaupt der Krieg den Künsten des Friedens hemmend entgegentrat. Im Jahre 1812 nahm er seine Entlassung, um im Vaterland seinen eigenen Herd zu gründen, aber die nächstfolgenden Jahre waren der Kunst immer noch nicht günstig. Im Jahre 1815 wurde er endlich k. k. Hof- und Theatermaler in Innsbruck, und jetzt wurden ihm nach und nach auch mehrere andere Aufträge zu Theil. 1821 malte er die Kirche zum heil. Peter in Ellbögen, im folgenden Jahre jene zu Höttingen, zu Sellrain und zu Leutasch, wo auch drei Altar- blätter von ihm sind; 1824 die Kirche zu Langesthal im Paznauer Thale, dann die Curatie zu Volders im Unterinnthale; alle diese Arbeiten musste er aber der niedern Akkorde wegen schnell vollenden. Genauere Studien konnte er 1826 bei der Ausschmückung der Kirche St. Valentin in Mais machen. Zu seinen grösseren und besseren Oel- gemälden gehört der heil. Sebastian in Silz, die Taufe Christi in Pfitsch und die heil. Magdalena in der Leutasch. Der Tirolerbote von 1826 No. 84 und 85 gibt über diesen Künstler Nachrichten. Damals arbeitete er noch. Sein Todesjahr kennen wir nicht. Puett, s. Puett.

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