PROCCACCINI ERCOLE, Maler von Mailand

PROCCACCINI ERCOLE, Maler von Mailand , wurde zuerst von seinem Vater Carlantonio, und dann von Giulio Cesare Procaccini unterrichtet. Er widmete sich der Historienmalerei, doch war es nicht seine Kunst, die ihn zu Ansehen brachte, als vielmehr der Ruhm seiner Vorfahren und sein feines Betragen. Zu seiner Zeit war die mailändische Schule in charakterlose Flachheit versunken, und Ercolo giovane hat nicht wenig dazu beigetragen, ohgleich er in seinem Hause eine eigene Akademie eingerichtet

hatte. Er malte viel und schnell, aber nicht gründlich, und zwar manchmal erinnert er an die bessere Zeit der vaterländischen -& /Schule, wie in der Himmelfahrt Mariens in S. Maria Maggiore zu Bergamo , die im Style Correggio's ausgeführt, nicht aller Grösse- heit entbehret. Auch zu Mailand und in Turin sind historische Bilder, von ihm. Starb 1670 im 80. Jahre, Procaccini, Andrea, Maler und Kupferstecher von Rom , war ei- ner der vorzüglichsten Schüler von C. Maratti, und überhaupt ei- ner der tüchtigsten und gebildetsten Künstler seiner Zeit in Rom. Papst Clemens XI. wählte ihn daher neben anderen aus, im Late- ran auf grossen ovalen Tafeln die 12 Propheten des alten Testa- mentes zu malen. Von Procaccini ist der Prophet Daniel, ein viel gerühmtes Werk. Auch in anderen Kirchen und Palästen Roms sind Gemälde von ihm. Für den Cardinal Aquaviva malte er ein schönes Bild der heil. Catharina und nicht minder gefällig waren auch die Gemälde, welche er für den Marchese de Carolis ausführte. Der Papst hatte ihn auch zum Aufseher über die Tapetenfabrik gemacht, und war dem Künstler im Allgemeinen sehr gewogen, doch verliess dieser zuletzt Rom, da ihn der König von Spanien als Hofmaler nach Madrid berief. Procaccini malte indessen hier wenig, da ihn die Verschönerung des Palastes und der Gärten von St. Ildefonso lange beschäftigte. Für den Palast malte er dann auch ein Paar Bilder, und einige für die Kirche desselben. Auf seinen Rath kaufte der König für 12,000 Goldstücke die Samm- lung von Statuen und andern Alterthümern, welche die Königin Christina von Schweden besessen hatte, und die damals der Ponzio Erba als Erbschaft des Don Livio Odescalchi inne hatte. Procac- cini war vierzehn Jahre in Spanien bis an seinen 1734 zu S. Ilde- fonso erfolgten Tod. L. H. Hemery stach nach ihm die Erschaffung der Eva; P. Landry die Geburt Christi; W. Vaillant die Versu- chung des heil. Antonius etc. Procaccini hat selbst mehrere Blätter radirt.

  1. Die Jünger in Emmaus, nach Rafael's Tapette, kl. fol.
  2. Die Himmelfahrt Christi, nach einer Tapette desselben, fol.
  3. Der wunderbare Fischzug, nach Rafael, ohne Namen des Stechers, qu. fol.
  4. Der Mann, welcher den Greis aus dem Brande von Borgo trägt, nach Rafael's Zeichnung, fol.
  5. Die Gruppe mit einem Weibe, welches zwei Krüge trägt, aus demselben Bilde, fol.
  6. Gruppe von zwei Soldaten, nach einer Zeichnung Rafael's aus dem Attila, fol.
  7. Acht Studien aus Rafael's Schule von Athen.
  8. Apostolo Valenziano. S. Vincenzo Ferrerio, nach C. Maratti, 8.
  9. Diogenes sieht den Knaben aus der Hand trinken, und wirft die Schale weg, mit landschaftlicher Umgebung, nach Maratti, fol.
  10. Clelia flüchtet sich aus dem Lager des Porsenna nach Rom, schöne Composition von C. Maratti 1728. Hauptblatt von zwei Platten, s. gr. qu. fol.
  11. Diana mit den Nymphen auf der Jagd, mit schönem land- schaftlichen Grunde, nach Maratti, gr. fol.
  12. Der junge Bacchus wird von Merkur den Nymphen überge- ben, Dedication an Pallavicini, nach C. Maratti, gr. fol.

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