Procaccini, Ercole; Maler und Radierer von Bologna

Procaccini, Ercole; Maler und Radierer von Bologna , das Haupt einer Schule, welche sich in Mailand begründete, nach ähnlichen Grundsätzen, wie jene der Carracci in Bologna, doch mit gerin- gerem Erfolge, als diese. Ercole wurde 1520 geboren und in Bo- logna gebildet, wo, so wie zu Parma, auch seine Werke zu fin- den sind. Diese Bilder muss Lomazzo gesehen haben, als er 1600 in seinem Tempio seiner ehrenvoll erwähnen zu müssen glaubte, da die Procaccini sich erst 1600 in Mailand niederliessen, wo von Ercole nie ein sicheres Bild zu finden war. Ja es scheint sogar, dass der erste Procaccini nicht nach Mailand gekommen, und erst nach dessen Tode die Söhne dahin gezogen seyen, obgleich Orlandi und Malvasia sagen, er hätte vor Sammacchini, Cesi, Sabbatini, Passa- rotti, Fontana und den Carracci das Feld räumen müssen, aber in Mailand den Figini, Luini, Cerani, Morazzoni die Spitze bie- ten können. Auch diese letztere Angabe unterliegt dem Zweifel, da Ercole für Cerani und Morazzoni zu alt, und die andern schon vor seiner angeblichen Ankunft in Mailand thätig waren. — Mal- vasia und Baldinucci nennen ihn nur einen mittelmässigen Maler, Lomazzo geht aber sicher zu weit, wenn er ihn einen höchst glücklichen Nachahmer des Correggio'schen Colorits, seiner Lieb- lichkeit und Leichtigkeit nennt. Auch Lanzi mässigt dieses Lob.

Dieser Schriftsteller findet Procaccini's Zeichnung etwas matt, was indessen viele andere Künstler damaliger Zeit mit ihm gemein ha- ben, so dass Lanzi sagt, er begreife nicht, wie man dies dem Er- cole allein zur Last legen könne. Uebrigens findet Lanzi seine Werke anmuthig, sorgsam, genau, wie wenige seiner Zeit. Nach Lanzi dürfte ihm in einer Stadt, wo der Schnellmaler Fontana lebte, gerade sein übermässiger Fleiss geschadet haben. Allein dieser Fleiss und diese Sorgsamkeit schützten ihn vor dem Ma-

nierzismus und der Ausartung der Zeitgenossen, und machten ihn vornehmlich zum Lehrer geeignet. /

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