Prins, J. H.

Prins, J. H., Zeichner, Maler und Radierer , wurde um 1758 oder 1759 im Haag geboren, und von seinem Vater, der in Ostindien Vermögen erworben hatte, zum Arzt bestimmt. Prins sollte in Leiden , seinen medicinischen Cursus absolviren, ging aber immer lieber mit Künstlern als mit Studenten um, und zeichnete lieber in der Umgegend der Stadt, als dass er im Collegium den Lehren des Celsus horchte. Man suchte auch den Vater zu bereden, den Sohn seiner Neigung folgen zu lassen, allein dieser sollte wider Willen Arzt werden, und fiel zuletzt im Ueberdruss in ein un- ordentliches Leben. Er machte Schulden, und um diese zu bezah- len, gab ihm der Vater 500 Gulden, eine Summe, die ihn für im- mer von den medicinischen Hörsälen entfernte. Prins reiste mit diesem Gelde nach Brabant , und dann nach Paris , machte überall Zeichnungen und Skizzen, am liebsten von Städten und Gebäuden, besuchte auch die vorhandenen Kunstsammlungen, und machte durch diese Uebungen solche Fortschritte, dass er bald in der Kunst seinen Beruf erkannte. Allein sein unständtes Wesen hiess ihn nicht zur vollen Ausbildung gelangen, was um so mehr zu beklagen ist, da die von ihm vorhandenen Werke das Gepräge eines ungewöhnlichen Talentes tragen. Diese bestehen in Zeich- nungen und wenigen Gemälden, dann in trefflichen Radirungen und in etlichen Blättern in Aquatintamanier. Seine Zeichnungen, Ansichten von Städten und anderen Orten, theilweise mit reicher Staffage, und aquellirt, sind in der Weise von J. van der Hey- den und den Gebrüdern Berkheyden gehalten. Eines seiner Ge- mälde, eine Ansicht bei Kaulen, wurde 1813 bei der Veräußerung der Sammlung des H. Muilman zu Amsterdam mit 400 Gulden be- zahlt. Dieses Bild ist von grosser Naturwahrheit und meisterhaft gemalt. Auch seine Zeichnungen stehen noch in hohem Werthe. Bei R. Weigel ist die Ansicht einer norländischen Landschaft mit Eisbahn und vielen Figuren auf 26 Thlr. gewerthet. Aus der Sammlung des H. Helmont in Harlem wurde eine Stadtansicht für 130 Gulden verkauft. Ploos van Amstel besass von ihm zwei Zeich- nungen nach Gemälden von J. van der Heyden und A. van der Ner, Städteansichten mit reicher Staffage. Prins starb 1805 in einem Canale auf dem Wege nach dem Haag,

Dieser Künstler hat auch einige Blätter radirt, die theilweise mit einem Monogramm versehen, sehr leicht und geistreich behan- delt sind,

  1. Das Bildniss des Künstlers, von ihm selbst geätzt, s. Sehr selten.

  2. Die Wingdmühle. Ansicht. eines: holländischen Dorfes, mit einer Windmühle am Canal, und in der Ferne ein Fuhr- werk, mit zwei Pferden, Mit dem Zeichen 1796 H. 4 Z. 3 L., Br. 5 Z.

  3. Der Kahn; mit Segel; In einem Fahrzeuge mit nicht man vier Männer, drei Kühe und ein Pferd, das aus dem Was- ser sauft, Mit dem Monatsnamen und der Jahrzahl 1796 H. Z. 2 L. Br. 4 Z.

  4. Das Innere einer Stube, wo das Weib die Ente auf dem Tische schonen rupft, aber auf das Kind, welchem ein Ael- tester Knabe, die Puppe zeigt. „Rechts geht die Stiege hinauf.

  5. Der Trinker mit dem Glase, in der lechlehmigen Tasse sit- zend, auf welchem der Krug steht. Am Canal steht J. H.

  6. Der Zeichner baßt den Raum in einer Landschaft.

  7. Die Landkutsche mit zwei Pferden geht am Gebäude vor- fahrend. H. 4 Z. 2 L., Br. 4 1/2 L. Sehr selten im Stiche; Nr. 390.

  8. Die zwei Bauernfrauen mit dem Lärm auf den Argen. H. 4 1/2 Z. 11/2 L. Br. 4 Z. 8 Da.

  9. Ansicht einer Stadt, mit spitzem Turm im Vordergrunde und Schiffen sichtbar, kl. 4.

  10. Der Karren vor der Schenke unter der Thüre zwei Wet- ter, kl. 4.

  11. Ein Studienblatt mit hohem Boot mit Fuggeri; Baum am Flusse, Blumenvase und Blumengehänge, kl. 8.

  12. Ein Studienblatt mit einer leeren Stiege, u. Crayonma.

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