Previtale, Andreu, Maler von Bergamo , war Schüler des Gian
Bellini, und ein trefflicher Künstler, obgleich ihn Lanzi dem Mei- ster nachsetzt. Der erwähnte Schriftsteller sagt, Previtale sei we-
niger belebt, als Bellini, in den Extremitäten nicht schulgerecht
und über die Zeit der alten Weise ergeben, entweder in Stellung
der Figuren, oder in kleinlicher Verzierung der Beiwerke. Doch
fand er ihn in einigen, vielleicht späteren, Bildern, wie dem Täu-
fer Johannes in S. Spirito, und dem heil. Benedikt im Dome zu
Bergamo und in mehreren Gemälden der carrärischen Gallerie, dem
neuen Style sehr nahe; Lanzi behauptet auch, Andrea sei einer
der ausgezeichnetsten Profilgemalier und Coloristen der Bellinischen
Schule. Auch seine Madonnien waren immer sehr geschätzt, in
deren Gesichtern er an Rafael oder an L. da Vinci erinnert, nicht
so sehr an Bellini. Lanzi kannte zwei solche Bilder von , das
eine im Besitz des Cav. Melzi, das andere Eigenthum des Erzpriester-
s Rosales. Die Verkündigung unseres Herrn durch den Engel
in Ceneda bei Cadore betrachtete Titian öfter mit Entzücken, wie
Ridolfi erzählt. Die Hauptbilder bleiben aber immerhin jene in
seiner Vaterstadt, die von edlem, ruhigem Charakter sind. Von
einfacher Anmuth ist auch eine heil. Familie in der Gallerie Man-
frin zu Venedig. Im königl. Museum zu Berlin ist ein treffliches
Bild mit drei weiblichen Heiligen. Auf einigen Bildern steht: An
dreas Bergomensis pinxit, oder der abgekürzte Name.
Previtale arbeitete von 1506 — 1528, wo er an der Pest starb.
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