Preti, Matteo

Preti, Matteo, il Cavaliere Calabrese genannt, geboren zu Ta- verna in Calabrien 1613, gestorben zu Malta 1600. Dieser Maler erlernte die Anfangsgründe der Kunst von seinem Bruder Gregorio,

Preti, Matteo.

kam hierauf nach Rom und vollendete seine Bildung durch das Studium von Annibal Carracci's, Guido's und Domenichino's Kunst- werken; allein der entscheidende Moment seiner Entwicklung war da, wo er Guercino's bewunderungswürdiges Gemälde der heil.

Petronilla erblickte. Er wurde davon so sehr entzückt, dass er beschlös, dieser Manier zu folgen und sich nach Bologna unter die Leitung Barbieri's zu begeben. Preti führte diesen Vorsatz aus; und der Beifall seiner grössten Zeitgenossen folgte ihm.

Um die Masse seiner Kenntnisse zu vermehren, reiste er nach Parma , Mailand und Venedig , wodurch er genaue Kenntniss der Jombardischen Schule bekam; darauf ging er nach Paris , um Simon Vouet, le Brun und Mignard zu studiren, und zuletzt nach den

Niederlanden, wo Rubens Ruhm ihn hinzog. Als er nach Rom

zurückkam, malte er einige Sachen, die Urban VIII. sehr gefielen, daher er mehrere Aufträge von ihm erhielt. Durch Vermittlung des Papstes wurde er auch zum Ritter von Malta erhoben. Preti hatte frühzeitig eine Neigung für das Fechten und brachte es zu einer vollkommenen Fertigkeit in dieser Kunst; es fehlte ihm auch nie an Händeln. Zuerst hatte er es in Rom mit einem vom kai-

serlichen Hofe dahin empfohlenen, sehr prahlhaften Fechtmeister zu thun, den er gedemüthigt und sogar verwundet nach Hause

schickte. Er musste deshalb fliehen und begab sich nach Malta.

Hier schlug er sich wieder mit einigen Rittern und versetzte dem

einen derselben einen tödtlichen Stoß. Darauf flüchtete er nach

Spanien, malte mehreres in Madrid, kehrte aber bald wieder nach

Rom zurück. Dort vereitelten ihm Lanfranco und Berardino seine Hoffnung, wichtige Aufträge zu erhalten, und hierüber aufgebracht reiste Preti nach Modena, wo er in der Carmeliterkirche eine schöne Kuppel malte, die als Meisterstück erklärt wurde. Sein

Aufenthalt daselbst war jedoch von kurzer Dauer; er ging nach

Rom zurück, machte sich aber dort die ganze Akademie dergestalt zu Feinden, dass er nach Neapel zu fliehen sich gezwungen sah. An der Grenze gerieth er von neuem in Gefahr, durch die Hände der Gerechtigkeit ums Leben zu kommen; Don Garcia d'Avelaneda, Graf von Castrillo, der den Künstler in ihm höher schätzte als den Menschen, liess ihm aber Gnade angedeihen; er musste jedoch zur Strafe unter dem Stadtthor einige Freskogemälde machen, die er auch vortrefflich vollendete. Preti erwarb in Neapel einen so ausgezeichneten Ruf, dass er selbst während der Fest von den Liebhabern mit zahlreichen Aufträgen überhäuft wurde. Auch malte er damals die Kuppel von St. Dominicus in Soriano und den heil. Nikolaus von Bari. Endlich wurde er noch von Fra Paolo Lascari, Grossmeister von Malta, auf diese Insel berufen, um die Kirche des heil. Johannes des Täufers daselbst mit Gemälden zu schmücken. Die letzte Zeit seines Lebens brachte er in Malta zu, wo er zuletzt Komthur wurde. In jener Zeit war für ihn in Italien auch wenig mehr zu gewinnen, denn Luca Giordano hatte zuletzt das Feld behauptet. Schon dieses bewog ihn, in Malta das Leben zu beschliessen. Hier hatte er auch einige Gebäude errichtet, und Schüler gebildet, denen er Regeln über die Proportion gab, die bei Domenico III 388 abgedruckt sind. In der von ihm ausgezier- ten Johanneskirche ist seine Ruhestätte. Der Denkstein macht uns

den sonst unbändigen Künstler auch von einer edleren Seite ein-

nen. Er war sehr wohlthätig gegen die Armen. Die Werke dieses raufsüchtigen Malers sind sehr häufig, und

man kann sie jenen der bedeutenden Naturalisten jener Zeit anrei-

hen. Wohlgetäugt sind aber diese Bilder nicht; sie erscheinen

Gandellini legt ihm selber eine Folge von 60 Blättern Capricci bei, die mit M. Preti del, et sc. bezeichnet seyn sollen.

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