Praxiteles und Scopas lebten zu einer Zeit, in welcher die Hauptwerke der Phidias'schen Schule zwar noch bewundert

Praxiteles und Scopas lebten zu einer Zeit, in welcher die Hauptwerke der Phidias 'schen Schule zwar noch bewundert, aber nicht mehr vorgezogen wurden, da die ruhige Würde und leidenschaftslose Stille der Seele, welche in jenen Werken herrscht, der damaligen Stimmung der aufgeregten Gemüther nicht in dem Grade mehr zusagte. Nach dem peloponnesischen Kriege erhob sich in Attika auch eine ganz neue Kunstschule, als deren Hauptmeister die beiden genannten Künstler erscheinen, durch welche die Kunst eine andere Richtung erhielt, und besonders durch Praxiteles in ihrer ganzen Eigenthümlichkeit sich entfaltete. Seine Werke athmeten Grazie, welche Schwärmerei und zarte Sinnlichkeit, aber noch immer war die Auffassung edel und grossartig zu nennen. Praxiteles schuf zahlreiche Werke von den schönsten und zartesten Formen, besonders in Marmor, welcher der herrschenden Weichlichkeit mehr zusagte, als das Erz, welches aber der Künstler ebenfalls mit Meisterschaft behandelte. Dass er seinen Statuen in Marmor einen eigenen Ueberzug von geschmolzenem Wachs mit einem Farbenton gegeben habe, haben wir bereits im Artikel des Nikias gesagt, da der Künstler gerade diejenigen als die schönsten erklärte, welchen Nikias die Teinture gab,

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