Prandauer, Jakob

Prandauer, Jakob, Architekt von St. Pölten in Niederöster- reich, ein nach seinen Lebensverhältnissen unbekannter Künstler , der sich durch hervorragendes Talent vom Maurer zu einem der berühmtesten Architekten seiner Zeit emporgeschwungen hatte. Seinen Namen verkünden Gebäude, die zu den prächtigsten gehö- ren, welche in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden. Dennoch blieb'der Name dieses Baumeisters dem fleißigen Füssly unbekannt, und seinen Taufnamen wissen selbst einige Österrei- chische Schriftsteller nicht.

Prandauer setzte 1707 nach dem Tode des Baumeisters Carlo An- tonio Carlone den von diesem begonnenen Bau des Thurmes an der Seite gegen die Frauencapelle der Kirche des Stiftes St. Flo- rian fort, und brachte auch am Stifte zur Vollendung, was Car- lo nicht unvollendet hinterliess. Grösser war sein Wirkungskreis in Herzogenburg , wo er das Stift und die Kirche des heil. Augustin baute, aber nicht ganz vollendete, so dass, was nach 1742 hinzu- kam, nicht mehr auf seine Rechnung kommt. Die Kirche mit ih- rem schönen Thurme baute er . Sie ist prachtvoll zu nennen, in italienisch - französischem Style erbaut. Seinen Namen verkün- det auch die grosse und berühmte Benediktiner-Abtei Mölk, de- ren Geschichte 1810 A. Janitscha schrieb. Er baute Stift und Kirche zwischen 1701 — 1736 im schönsten italienischen Style, wie dieser noch im 18. Jahrhunderte gebräuchlich war. Prandauer konnte aber den Bau nicht mehr ganz vollenden. Sein Schüler Franz Munkelnoss führte das Gebäude 1738 zu Ende, besonders im Inneren desselben. Der grössere Theil der Gebäude, nament- lich die äusseren, waren schon 1718 vollendet, und desswegen steht diese Jahrzahl am ersten Thore des Stiftes. Das Gebäude hat gegen die Donauseite eine Fronte von 40, gegen die Landseite aber eine solche von 62 Fenstern. Es umschliesst vier grosse und mehrere kleine Höfe, und gewährt mit seinen Thürmen und Cup- peln einen grossartigen Anblick. Die Zimmer sind nicht minder prächtlich, besonders die Kaiserzimmer, und die Gemächer des Abtes,

Die prachtvolle Kirche ist 100 Schritte lang. Die in topographi-

scher und historischer Hinsicht in älteren und neueren Schriften über Mülk verbreiteten falschen Angaben bemerkt Tschischka, Kunst und Alterthum, im Anhange S. 310. Zuverlässig sind die Nach- richten nur in Keiblinger's Chronik von Mülk in Hormayr's Ar- chiv 1828 No. 01, und in Chimani's Ferienreise. Wien 1830, S. 42 f. Zu Dürrenstein, am äussersten Rande des Felsens an der Donau, baute er das Chorherren-Stiftsgebäude, dessen Kirche seit 1782 die Stadtpfarre ist, }

"Prandauer scheint 1737 gestorben zu seyn, wahrscheinlich in St. Pölten, wo er bürgerlicher Maurermeister war.

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