Pörringer, Kilian, Kupferstecher , vermutlich Goldschmid,
arbeitete in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Er stach Or-
namente zum Gebrauche der Goldschmiede in Kupfer, und bezeich-
nete dieselben gewöhnlich mit einem Monogramme. Bartsch, P.
gr. IX. p. 33, beschreibt neun Blätter mit diesem Monogramme,
er kannte aber den Stecher nicht namentlich. Sein Name, nebst
dem Monogramme, findet sich aber auf einem Blatte, welches
Bartsch nicht kannte. Es stellt den Deckel einer Tabaksdose dar,
wo man in der Mitte einen Schild mit folgender Inschrift sieht: Kilian Kilian Proger fecit Anno 1640.
Prohaska, s. Prochaska. Prokof, s. Brokoff. Prokop, Philipp, Bildhauer wurde 1740 zu Rohberg im König- grätzer Kreise geboren, und schon als zarter Knabe hatte er nichts Besseres zu thun, als Bilder in Thon zu modelliren. Doch musste er bis in sein neunzehntes Jahr bei seinem Vater das Schuh- macherhandwerk treiben, und als er endlich glaubte, sich der Kunst widmen zu können, war es wieder nur ein Tischler , der ihm einige Handgriffe im Schnitzen lehrte. In seinem vierund- zwanzigsten Jahre kam er als Tischlergeselle nach Wien, hatte aber das Glück, zu dem Bildhauer Joseph Schrott zu kommen, bei welchem er in kurzer Zeit ein tüchtiger Arbeiter wurde. Schrott hatte damals für den Fürsten Esterhazy mehrere Werke auszuführen, da dieser seinen Sommerpallast Esterház zu verzieren Hess, und später fand Prokop bei dem Hofbildhauer B. Mühlfeldt Arbeit, der ihm jetzt auch in der Behandlung des Marmors und des weichen Me- talls Anweisung gab. Nebenbei besuchte er die k.k. Akademie der Künste, und obgleich er nur tags Abends anwesend sein konnte, so wagte er es doch um den Preis zu concurriren. Es wurde ihm der zweite zu Theil, und was für ihn noch wichtiger war, er erhielt jetzt auch nicht unbedeutende Aufträge. Zu seinen ersten Werken von Bedeutung gehören die Sculpturen an der Fassade der Residenz des Fürsten Primas Batthyány in Presburg, und besonders die Gruppe des Aeneas mit seinem Vater Anchises auf den Schultern im Gange zu Schönbrunn. Maria Theresia be-
Johnte den Künstler reichlich dafür, und beehrte ihn überdiess noch mit einer goldenen Medaille. Bald darauf bekam er von den Barnabiten in Wien den Auftrag, für die Kirche des heil. Mi- chaels Standbilder von Heiligen zu verfertigen. In der Pfarrkirche zu Papa in Ungarn sind von ihm neun Fuss grosse Statuen von Genueser Marmor, und ein Taufbecken in Bronze. In der Kirche zu Stein am Anger in Ungarn sind von ihm die Bildsäulen der Heiligen Peter und Paul und die 13 Fuss hohe Statue der Re- ligion in Stein. Auf der Hauptstiege des fürstlich Lichtenstein- schen Palais in der Herrenstrasse sind neben anderen Bildwerken
zwei prächtige Gruppen der Wohlthätigkeit und der Freundschaft und an der Hauptfassade ein grosses Basrelief. Für den Baron Palugyay in Eperies fertigte er eine lebensgrosse Copie der Medi- ceischen Venus in weichem Metall. Die vier Elemente von Holz kamen nach Hermannstadt. Dann fertigte der Künstler auch meh- rere Büsten, wie jene des Kaiser Leopold II., des Kaisers Franz, jetzt im National-Museum zu Pesth. Zwei andere bewunderte Werke waren nur für eine kurze Zeit berechnet, und gingen später zu Grunde, nämlich die prachtvolle Ehrenpforte, welche der Magi- strat von Wien bei der Huldigung des Kaisers Leopold II. aufstel- len liess, und das Trauergerüst, nach dem Tode dieses Monarchen
im St. Stephansdom aufgerichtet.
Prokop war akademischer Bildhauer und starb zu Wien 1814.
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