Porta, Guglielmo della

Porta, Guglielmo della, Bildhauer, der Bruder des Obigs,

anfangs die Schule des Leonardo da Vinci besucht hatte, aber dann nach Genua , um unter Perino del Vaga sich auszubilden, und er brachte es auch in kurzer Zeit sehr weit. Er blieb sechs Jahre in Genua und führte einige Werke aus, die vortheilhaft bekannt machten, wie die 16 Propheten in halb einer Arbeit in S. Giovanni Batista, die Statuen der heil. Barbara und Catharina, und der ungläubige Thomas, der die Schädel des Herrn berührt, über der Thomas-Pforte. Hierauf begab sich der Künstler nach Rom , mit einer Empfehlung an Sebastian del Piombo, und durch diesen wurde er jetzt mit Michel Angelo bekannt, den Jüngling ungemein lieb gewann. Buonarotti hatte auch dessen läumtweise grossen Einfühlungsvermögen. Früher huldigte er den Werken der Rafael’schen Schule, sah besonders auf Zartheit und Grazie in den Gestalten, jetzt aber suchte er mit derselben auch Michel Angelo’s Kraft zu vermählen. Porta’s Bemühungen waren nicht ohne Erfolg, denn nach kurzer Frist zählt er als einer der rühmtesten italienischen Bildhauer seiner Zeit. Anfangs ergriff er in Rom mehrere antike Werke. Damals hatte der innere Herkules die Füsse noch verloren, und Porta wurde beauftragt, ihm neue zu machen. Er that dieses auch mit grosser Geschicklichkeit, so dass Michel Angelo, als man die alten auffand, Rath ertheilte, die neuen beizubehalten, die aber später doch Porta’s Machwerk vertauscht wurden. Er ergänzte auch die Marmorgruppe von Amphion und Cethus, ein Werk des Apollo und Tauriscus; dann die colossale, aber höchst anmuthige Figur mit durchsichtigem, tiefgegürtetem Gewande. Überdies führte Porta auch ganze Statuen und Basreliefs in Marmor aus, und nach dem Tode des Sebastiano del Piombo erhielt er dessen Stelle, der Verpflichtung, das Grabmal Papst Paul III. zu fertigen, eine der schoönsten Werke der neueren Plastik, in der St. Peter zu Rom. Es ist ganz nach Art von Michel Angelo’s Grabmal der Medicı in Florenz. Oben sitzt der Papst, eine merkwürdige und ausdrucksvolle Gestalt in Erz. Auf dem Sarge liegen zwei weibliche Gestalten, die eine alt und runzlig, die andere jung und üppig entzündete die Inbrunst eines Spaniers, und so wird sie teilweise mit einem Gewande von Bronze bedeckt. Deren Formen erscheinen so lebendig und blühend, die Lage der Stellung so reizend und üppig, dass man, wie von der Herrin (Briefe III. 348) bemerkt, die Sage von Pygmalion begreift. Völlig rühmt, dass diese Figuren die Gerechtigkeit und Wahrheit vorstellen.

len; allein diese schöne Gerechtigkeit könnte nicht unerhörtlich seyn, und die Alte, die der Jungen in ihr selbst einen Sg;';gel vorhält, ist eine traurige Wahrheit. Man sagt, dieses schöne Weib sei Clelia Farnese; sicher ist es ein Bildnis, und das schönste von Porta’s Werken. Martinelli erklärt die ältere Gestalt für die Mut- ter des Papstes, und die jüngere für dessen Schwägerin Giulia, Die beiden für dieses Monument bestimmten Cardinaltugenden sind im Palaste Farnese. Vasari behauptet auch, der Cardinal Alessan- dro Farnese habe dieses Monument machen lassen, nach Anderen wurde es aber auf Kosten der päpstlichen Cammer gesetzt. Die Abbildung der Statue des Monuments s. Cicognara, Stor. della Seult. II. 80. Frezza stach es für Bonanni hist. templ. Vaticani, Im Palaste Farnese ist von Porta auch eine Büste Papst Paul VI * Seine Werke sind nicht häufig, da er in ärmlichen Verhältnissen lebte. In letzterer Zeit fertigte er nur Büsten und Modelle in Stucco. Sein Werk sind die Propheten in Stucco, welche man in den Nischen zwischen den Pilastern der ersten Arkadenreihe von St. Peter sieht. Im Sanctuarium zu Loreto sind etliche Sibyllen * von ihm. Dann fertigte er auch Zeichnungen zu Carnevalsbelusti- gungen, „ |

Baglione läßt diesen Künstler 1577 zu Rom sterben. Wenn dieses der Fall ist, so kann unmöglich Giacomo della Porta sein Ohne ihn, und dessen erster Lehrer gewesen sein, wie man gewöhnlich angibt.

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