Porta, Giuseppe, Maler von Castelnuovo della Grafagnana, wurde in Rom von Francesco Salviati unterrichtet, woher er selbst den Beinamen Giuseppe del Salviati erhielt. Er erlernte indessen in der Schule dieses Meisters nur die Anfangsgründe der Malerei , ohne sich an seine Kunstweise zu halten. Er blieb im Gegentheile der Florenzer Schule ganz getreu, nur seine Tinten belebte er im Venediger Geschmacke, wie Lanzi behauptet. Von Rom begleitete er den Meister nach Venedig, als dieser vom Patriarchen Grimani eingeladen in dessen Palaste die berühmte Psyche malte, die noch dort zu sehen ist, und zur Seite zwei Bilder von Porta hat. Francesco reiste hierauf wieder nach Rom ab, Porta liess sich aber in Venedig haushaltlich nieder, und gründete da seinen Ruf neben den berühmtesten Malern damaliger Zeit.
Als nach Rom war dieser gedrungen, wesswegen ihn Papst IV. dahin einlud, als er die Auszierung der Sala regia beschlossen hatte, Porta malte da Kaiser Friedrich den Rothbart, wie ihm Papst Alexander III. auf dem St. Marcusplatze in Venedig die Abseilung ertheilt, mit Bauwerken und Verzierungen ganz im Venediger Geschmacke gemalt. Der Hof war von seiner Kunst ganz bezaubert, und schon glaubte man alles andere daneben vertilgen zu müssen, selbst die Arbeit des T. Zuccaro, welche aber Vasari jener des Porta vorzieht. Auch Lanzi fand beim Vergleiche der Bilder dieses Saales jenes des jüngeren Salviati nicht des vorzüglichsten Lobes würdig; er erkannte darin eine gewisse Gleichförmigkeit des Geschmacks, und dann fehlen kräftige Farben und Schatten, wie auf dieses Alles die frühere Zeit sah. Die noch fehlenden Bilder jenes Saales wurden nach dem Tode Pius IV. von Vasari und seiner Schule gemalt. Von Rom aus begab sich Porta wieder nach Venedig, und blieb bis an seinen um 1570 erfolgten Tod. Er brachte es auf 50 Jahre, wie man so ziemlich allgemein angibt, im Sterbejahre weichen aber einige ab, indem sie den Künstler bis 1585 leben lassen.
Dass Porta nach 1570 gestorben sei, ist sicher, da seine Abhandlung über die Windung des jonischen Capitäls 1572, noch zu seinen Lebzeiten, zu Venedig gedruckt wurde. Dieses Werk hat der Marchese Poleni ins Lateinische übersetzt, und selbes seinen Exercitatio Vitruvianae beigefügt. Dann erzählt die Geschichte noch von einem anderen Werke mit mathematischen Figuren, welches er aber noch vor seinem Tode ins Feuer warf. Dieses war vermutlich ein alchymistisches oder cabalistisches Buch, da sich der Künstler jenen geheimen Wissenschaften ergeben hatte.
In Venedig genoss Porta Ansehen, es schätzte ihn Titian, und er wurde neben Paolo Veronese und andern guten Meistern in der St. Marcusbibliothek gebraucht. Auch für Kirchen und Paläste erhielt er zahlreiche Aufträge, für Wand- und Ölgemälde, sind mehrere Altarbilder von ihm übrig, unter anderen eine sehr schöne Himmelfahrt Mariens in der Servitenkirche, und eine Taufabnahme auf Murano, welche nach Lanzi von ganz ureigener Erfindung, voll Ausdrucks und einer in dieser Schule ungewöhnlichen Grossheit ist. Diesen Gegenstand hat Porta wiederholt, wie für die Sammlung in Modena, aus welcher das Bild nach Dres-
den kam, wo es jetzt in der k. Gallerie zu sehen ist. Fiorini rühmt auch eine Reinigung Mariä in Frari, ein kräftig colorirtes Bild. Andere schöne Bilder sieht man in S. Zaccaria, und in Chore della Salute, letztere in Fresco. In S. Francesco della Vigna ist eine thronende Madonna, mit St. Anton dem Eremiten und dem heil. Bernhard. Im k. Museum zu Paris ist die Vertreibung des ersten Menschenpaares aus dem Paradiese. Die meisten der enannten Bilder sind auch in Kupfer gestochen, und da diese latter von Interesse sind, so geben wir sie hier im Anhang:
Adreani, A., (dessen Zeichen) die Darstellung im Tempel Helldunkel von vier Platten.
Avibus, G. ab, die Geisslung Christi.
Fantucci da Trento, Psyche wird göttlich verehrt, einigen auch als Composition des Parmeggiano erklärt.
Mulinari, Skizzen in dessen Zeichenbuch.
Rumanet, A., der Raub der Sabinerinnen, nach dem der Gall. Orleans.,
Sadeler, Just., (exc.) die Marter des heil. Lorenz.
Salamanca, A., (exc.) die Grossmuth des Scipio, m ‚ Composition, von einem Anonymus gestochen , 1542.
Tanje, P., der Leichnam Christi am Grabe von drei beweint, in der Dresdner Gallerie.,
Zucchi, A., das Mannasammeln; der Engel, welcher Propheten Habakuk zu Hülfe kommt; Elias in der
vom Engel bedient, drei Frescobilder in der Kirche Salute. — Maria auf dem Throne, das Bild in S. Fra della Vigna.
Giuseppe del Salviati war auch Formschneider. Heller u. s. ben aber, dass er nur Zeichnungen zu Formschnitten gefertiget, al selbst diese Technik geübt habe. Allein es existiren wirklich ginal - Formschnitte von ihm, während auf der anderen Seite * der nicht zu läugnen ist, dass in seiner Schule nach Zeichne von ihm eine noch grüssere Anzahl gefertiget worden, Von selbst und theilweise von Anderen in seiner Schule gefertiget, die vielen schönen Holzschnitte in folgenden Werken:
Le vite de’ Filosofi cuvate da Laertio et altrı. Adornate bellissime et vaghe figure di Gioseppo Salniti. — Nuova ristampate etc. Vinegia, 1602, £ — La Filosofia del Doni, tratta da molti antichi scrittori. De nuovo n pata e di molte figure ornata, Venctia, 1600, 4. — M. V vit Pollionis de Architectura libri X. cum comment. Barbari. Erste Ausgabe: Venet. 1556, später: Venet, 1357 Della Architettura de G. A. Rvsconi, con 160 figure ete. V 1590-
Von einzelnen Blättern nennen wir:
Christus am Kreuze, welches von Magdalena umfasst Jinks Maria, rechts Johannes, Daselbst ist eine Tafel Josephe Salviati. Schöner Originalformschnitt, gr. Es gibt Abdrücke mit der Adresse des S. Feyerabend und mit einem deutschen umdruckten Text von 1560
Lucretia im Zimmer mit ihren Frauen beschäftiget, in 4 Augenblick als ihr Gatte mit Tarquin eintritt, Jose
- Holzschnitt, qu. 8
- Bathseba im Bade, mit einfachen Schraffiren in Holz- schnitten, und bezeichnet: Francesco Salviato, gr. q® Einige legen dem Gius. Porta dieses Blatt bei, und neben Fr. Salviati nur als Zeichner., Franc. Salviatti (Rossi) M
Die Gegenstände gemalt, jetzt in der florentinischen Galerie.
- Die Akademie der Wissenschaften, oder die Versammlung verschiedener Gelehrten, darunter auch einige Frauen. In der Mitte hält ein junger Mann den Himmelsglobus; auf einer Tafel steht: Joseph Porta Grafagninus. Schöner Originalformschnitt, kl. fol. Die Composition legt Bartsch dem Francesco Salviati bei. Marco di Ravenna hat sie in Kupfer gestochen. In Füssly’s Supplementen wird dieser Stich dem G. Porta beigelegt.
Füssly nennt auch noch folgende zwei Blätter, mit dem Namen des Künstlers, und das erstere noch mit der Adresse F. Marcolini’s versehen, bei welchem auch eben erwähnte erste Ausgabe des M. Vitruvius erschien.
Der Gedankengarten.
Ein Frauenbildnis.
Papillon will ausser dem Bade der Bathsheba noch 12 andere Blätter gesehen haben: Propheten und Sibyllen; Psyche, die den schlafenden Amor belauscht, und den Alchymisten in seinem Laboratorium.
Giacomo della Porta, Architekt von Porlez im Mailändischen, wollte in seiner Jugend ein Bildhauer werden, und begab sich daher zu Gobbo in die Lehre. In der Werkstätte dieses Meisters befasste er sich mit dem Modelliren und führte mehrere Basreliefs und Ornamente in Stucco aus, endlich aber verließ er den Meister Gobbo, und widmete sich unter Vignola’s Leitung der Baukunst. Dieses galt damals für eine gute Empfehlung, da Vignola als classisch betrachtet wurde, und Porta sah sich in der Folge ebenfalls vorgezogen. Man verehrte ihn in Rom als einen der größten Architekten Italiens, und so sind daselbst viele Paläste und Kirchen unmittelbar unter seiner Leitung entstanden, oder nach seinen Plänen von anderen Künstlern errichtet. Er baute die Kirche S. Giuseppe, diese nach Vignola’s Plan, und dann die Gregorianische Capelle, auf welche Gregor XIII. 80.000 Thaler verwendete, die aber mit Zierden überladen ist, so wie sich denn della Porta überhaupt von dem guten Geschmacke in der Architektur schon ziemlich entfernt hatte. Für sehr schön hält man die kleine Kirche der Griechen. Sein Werk ist auch die Kirche Madonna de Monte, St. Catharina, die Capelle Scala del Cielo und die Capelle S. Paolo alle tre Fontane. Die Kirche der Florentiner in der Strada Giulia rührt nur teilweise von ihm her, und an S. Pietro in Vincoli, so wie an der Kirche St. Ludwig der Franzosen führte er die Hauptfassaden auf. Ein Hauptunternehmen Giacomo della Porta’s, in Verbindung mit Dom. Fontana, ist die Vollendung der Kuppel der St. Peterskirche nach Michel Angelo’s Plan; dieser wurde im Ganzen wenig geändert, die Form nur etwas elliptischer gemacht. Im Jahre 1500 war der Dom vollendet, nachdem unter Porta 22 Monate hindurch werktäglich 600 Menschen tätig waren. Porta wurde schon 1573 von Gregor XIII. zum Baumeister des St. Peters ernannt, unter diesem Papste baute er aber nur die Gregorianische. Sixtus V. ließ das Gewölbe der Peterskirche schliessen. Dann vollendete er nach Buonarotti’s Plan den Bau des Capitols, an welchem auch Vignola Theil genommen hatte. Er baute da die majestätische Stiege, die dahin führt, und die Ballustrade, welche die Gildensäulen von Castor und Pollux trägt. Dann vollendete er die letzte Etage des Palastes.
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