Porbus oder Pourbus, Franz, Maler, der ältere dieses Na- wurde 1540 zu Brügge geboren, und daselbst von seinem Pieter unterrichtet, der ebenfalls den Beinamen des jüngeren f' so dass die Familie der Porbus bis in die erste Hälfte des 15-
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hunderts hinaufreicht, Pieter Porbus glaubte in seinem Sohne ein ausgezeichnetes Talent zu besitzen, und er gestand offen, dass die- ser ihn in kurzer Zeit übertreffen werde, und vielleicht fühlte er sich für ihn auch bald zu schwach, da der junge Porbus später als Schüler des F. Floris erscheint. Seine Bildnisse zeichnen sich durch schlichte und tüchtige Auffassung des Liebens aus, und selbst in seinen historischen Bildern erscheinen Portraitfiguren. Dann malte er auch Tiere und Landschaften , und diese Bilder erwarben ihm ebenfalls großen Beifall. Seine Werke sind auch jetzt noch sehr geschätzt, und in den vorzüglichsten Galerien aufbewahrt. Für die Cathedrale zu Gent malte er Christus unter den Schriftgelehrten, mit 40 fast lebensgroßen Figuren, von denen die meisten Porträts sind, in Energie der Auffassung und Kraft der klaren Farbe ein treffliches Gemälde. Es musste unter Napoleon nach Paris wandern, und Landon, Annales XVI. 13, hat es da im Um- riss gegeben. Auch seine Bildnisse sind in der Farbe sehr klar und kräftig. In der Akademie zu Antwerpen ist von ihm die Predigt des heil. Aloisius. Er arbeitete immer zu Antwerpen , ohne längeren Aufenthalt zu haben, und starb daselbst im 40. Jahre, oder im 58., wie einige glauben.
C. de Passe, in R., Sadeler’s Verlag, stach nach ihm die keusche „Suanna“; J. Sadeler die Bekehrung Pauli und dessen Marter; H. & de Hondt den Genius des Todes; I. Dunker eine Landschaft mit tan- zenden Bauern. Eine Allegorie auf das menschliche Leben, ein Knabe mit der Sanduhr auf dem Löwen, ist bezeichnet: Wil God F, v. Haecht excud. Dieselbe Darstellung existiert auch in einem alten Schwarzsteinblatte, mit der Unterschrift: der Mensch vom Weibe geboren etc. Dieses Blatt ist selten.
belS oder Pourbus, Franz, Maler, der jüngere dieses Na- mens, genoss nur kurze Zeit den Unterricht seines Vaters, und zog in jungen Jahren nach Paris, um unter M. Freinet’s Leitung sich weiter auszubilden. Hierauf unternahm er mehrere Reisen, malte während derselben zahlreiche Bildnisse und liess sich endlich in Paris nieder, wo er den Ruf eines der vorzüglichsten Portraitmaler seiner Zeit behauptete. Er malte indessen auch hi- storische Darstellungen und Altarbilder, die sich, so wie die Bild- nisse, durch Einfachheit der Composition, lebendige Auffassung und durch Kraft und Wärme des Colorites auszeichnen.
Im königl. Museum zu Paris sieht man jetzt das Altarmal des heil. Ern, welches einst den Hochaltar der Abtei St. Leu ziert, und die Stigmatisation des heil. Franz, abgebildet in Landon’s Annales IX. 130. Dann sind von Porbus daselbst auch mehrere Bildnisse: jenes der Maria de Medicis, vor dem Throne stehend, Heinrich IV. im Harnisch, ebenfalls stehend, und in einem andern Bild in schwar- zem Samt kleide, dann das Bildnis des Guillaume du Vair. Auch in auswärtigen Galerien sind Bilder von Porbus dem jüngeren, meistens Porträts, die öfter in Lebensgröße ausgeführt sind. In der Galerie zu Florenz ist das eigene Bildnis des Künstlers, von P. Pazzi für die Serie de ritratti gestochen. Pourbus jun. starb zu Paris 1622 im 52. Jahre.
J. Morin stach nach ihm das Bildnis der Maria de’ Medici; St. Aubin, Chenu, Marcenay und A. Tardieu jenes von Heinrich IV.; Marcenay auch noch das Portrait des Herzogs Maximilian von Sully, und jenes des Canzlers de l’Hospital; le C.,.. das Bildnis der Gabrielle d’Estrees; P. Frieselhem das Bildnis Sully’s; Prenner
jenes einer alten Dame; Nr. das Monument Heinrich I., rei Composition.
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