Polycharmus, Bildhauer, dessen Plinius erwähnt, ohne ‚1:j und Lebenszeit zu bestimmen. Nach der gewöhnlichen Plinius soll er eine sich waschende Venus und einen stehl Dädalus (Venerem lavantem se, Daedalum stantem) gefert: ben, Diese Lesart streitet Sillig (Cot. art. p. 358) an, und es soll heißen: Venerem lavantem se, sed et aliam stantem charmus (fecit), da es ihm nicht möglich scheint, dass der Küns nen stehenden Dädalus gefertiget habe, Und so hätten wir den Polycharmus eine im Bade kauernde und eine stehende Aphro Bilder dieser Art wiederholen sich. Die kauernde Venus ( vans se), vielleicht nach Polycharmus, ist am schönsten im Pio-Clement, I. 10. Eine andere ist im französischen Ma Clarac 608.
einen jüngeren Polycles unterscheiden, Andere, zunächst Hirt, ge- neigt sind, den Namen des alteren Polycles als ein Einschiebsel zu betrachten, und alles dem jüngeren zuzuschreiben.
Ein Hauptwerk eines dieser Künstler ist die Bildung des Hermaphroditens, eine sinnlich reizende Kunstschöpfung, die nach Müller (Archäologie S. 128) wahrscheinlich dem älteren Polycles verdankt wird. Dieser ältere Polycles war ein Athener und Erzgiesser, und dass Plinius unter seinem Polycles (qui Hermaphroditum nobiliter fecit) diesen verstanden habe, glaubt Müller daraus ableiten zu können, dass bei Plinius die alphabetisch aufgezählten Plasten in jedem Buchstaben wieder so stehen, wie sie hinter einander in den historischen Quellen gefunden wurden, wonach dieser Polycles vor Phoenix, dem Schüler des Lysippos, lebte. Ob der Hermaphrodit des Polycles ein stehender oder liegender war, ist eine schwer zu beantwortende Frage. Unter den vielen Bildern dieser Art hat man an den Schlafenden aus der Villa Borghese, jetzt im Museum des Louvre, denken wollen. Dieser muss eher als Copie angesehen werden, da der Stoff nicht Bronze, sondern carrarischer Marmor ist, zu Anfang des 17. Jahrhunderts in der Nähe der Bäder des Diocletian aufgefunden, der linke Fuß, worauf er ruht, rührt von Bernini her. Hirt (Archäologie S. 206) hält diese Statue nicht für die vorzüglichste, sondern eher diejenige, von welcher eine verstümmelte Copie in der Villa Pamphili vorhanden ist. Varro legt einem Polycles auch die ehernen Statuen der Musen bei, und dies könnte nach Müller (s. 303, 2) jene Hauptgruppe sein, die im Tempel des Herkules Musageta war. M. Eulvius Nobilior, der Freund des Ennius, schmückte damit den von ihm 573 gebauten Tempel des Herkules Musarum am Circus Flaminius.
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