Polack, Martin Theophilus, Historienmaler von seinem Vaterlande Polen so genannt, gründete seinen Ruf in Tirol, wo er Kammermaler des Erzherzogs Leopold war, und nach dem 1632 erfolgten Tod dieses Fürsten kam er in Dienste des Fürstbischofs und Cardinals Carl von Madruz. Wie er aus seinem Vaterlande nach Tirol gekommen, weiß man nicht, er hielt sich aber dreißig Jahre lang daselbst auf, und verfertigte zu Innsbruck , Hall, Trient und Brixen sehr viele und schöne Gemälde. Dieser vortreffliche Maler starb endlich zu Brixen, ward in der Collegiatkirche begra- ben, und hinterließ eine ansprechende Stiftung für die lernbegierige Jugend. Das Todesjahr des Polacks ist unbekannt.
Sein Meisterstück befindet sich in der Kirche der Serviten zu Innsbruck. Es stellt auf einem sehr großen Altarblatte die Ver- mählung Mariä und Josephs vor, und wird sowohl wegen der Einrichtung und Anordnung der Gruppen, als auch wegen der Vor- teilsamkeit der Zeichnung und des Colorits allgemein bewundert. Das Kapuziner-Kloster der nämlichen Stadt besass von ihm ein Seitenaltarblatt, welches den heil. Felix von Cantalicio vorstellt.
In Franziskaner-Kloster hat er eine kleine Kapelle neben dem sogenannten Fürstenchor vortrefflich ausgemalt, wo zwei Stücke in Öl auf Leinwand, und zwei an der Mauer, nebst einer kleinen Kuppel besonders merkwürdig sind. Auch die Spitalkirche zum heil. Geist hat ein sehr zierliches Stück desselben, worauf die hl. Anna, die Mutter Gottes und das Jesuskind abgebildet sind. Über- dies besitzen mehrere Privatpersonen sehr gute Cabinetsstücke von diesem Künstler.
Zu Trient, wo er des Fürstbischofes und Cardinals Carl von Madruz Hofmaler war, finden sich auserlesene Arbeiten von ihm: In der Domkirche über der Sakristei die Himmelfahrt Mariä mit zwei heiligen Bischöfen; in der Sakristei daselbst der bethlehemi- tische Kindermord; in der Kirche selbst die Altarblätter des heil. Christoph, der heil. Dorothea und Maria. In der dortigen Frauen- kirche malte er den Bogen über dem Hochaltare. In der Magda- lenenkirche ist das Abendmahl Simon’s des Aussätzigen, in der Kirche des heil. Franziscus sieht man eine schmerzhafte Mutter Gottes mit der heil. Clara, dann eine unbefleckte Empfängnis und zwei Geschichtblätter, den Ablass von Portiuncula und den heil. Anton von Padua darstellend. In der Kirche des heil. Marcus malte er als Hochaltarblatt den heiligen Augustin mit andern Heiligen, die unbefleckte Empfängnis und ein Frauenbild mit zwei Heiligen. In der Kapuzinerkirche das Hochaltarblatt vom heil. Kreuz und in der Sakristei derselben ist die Kreuzziehung Christi von ihm. Bei den reformirten Franziskanern malte er das Hochaltarblatt, Maria mit zwei Ordensheiligen darstellend. Zu Malles im Sulzthale ist die Ge- burt Mariä, und zu Castion im Vicariato Brentonico ein vor- trefliches Stück, welches den heil. Lorenz vorstellt. Zu Brixen findet man von Polack in der Pfarrkirche ein sehr schönes Altarblatt, welches die, dem Christkind opfernden drei Könige vor- stellt; in der Collegiatkirche zwei herrliche Stücke, die Verkün- digung Mariä und die mit dem heil. Abendmale gespeiste Magda- lenen. Auch das Museum in Innsbruck bewahrt eine Probe seiner Kunst.
Mehrere schöne Zeichnungen dieses Künstlers gingen beim Brünner
der ehemaligen Sommerresidenz Ruhelust zu Innsbruck zu Grunde. Das Tiroler Künstler-Lexicon und der Tiroler Almanach von 1844 geben Nachricht über diesen Künstler.
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