Podesti, Francesco, Historienmaler von Ancona , wurde um 1708 geboren, und in Rom zum Künstler gebildet; dies mit solchem Glücke, dass man schon vor mehreren Jahren diesen Künstler zu den vorzüglichsten Meistern der modernen italienischen Schule zählte. Podesti, Camuccini, Palagi, Sabatelli, Nenei, Minardi etc. sind Künstler, welche die Italiener zu den Nobilitäten ihrer Schule zählen, die sie lieber noch um eine Stufe höher stellen möchten, als die vortrefflichsten Maler der medicäischen Zeit, obgleich in der heutigen italienischen Kunst so wenig Eigenthümlichkeit ist, dass ausser dem Verfasser der Schrift: Il progresso delle scienze, — delle lettere e delle arti, VIII. 1834 nur wenigen Landsleuten ein- fallen könnte, einen solchen Vergleich anzustellen. Freilich macht man in Deutschland höhere Forderungen an die Kunst, wie in Italien, und in der erwähnten Schrift über die Fortschritte der Wissenschaft und Kunst in Italien wird es daher den erwähnten Meistern hoch angerechnet, dass sie so viel geschichtliche Kennt- nisse besitzen, um nicht in auffallende Anachronismen und große Imbühmer zu verfallen, dem alten Römer keinen altdeutschen Har- nh anziehen, da römische Architektur seizen, wo griechische Reben soll etc. Solche Vortheile gewahrt man bei den genannten Meistern allerdings, und auch in technischer Hinsicht gelingt es ihnen. Auch Podesti ist in dieser Hinsicht ein tüchtiger Künstler, der auch schon viele Bilder geliefert hat, die sich des höchsten Beifalls zu erfreuen hatten. Die auswärtigen Critiker, nament- lich die Deutschen, haben aber das Lob manchmal herunterge- stimmt. So heisst es im Kunstblatte von 1824, bei Gelegenheit der Beurteilung eines Gemäldes, welches Eteocles und Polynices vor- stellt, Podesti zeige darin zwar einen schönen Sinn für Farbe, Kantniss und Freiheit der Zeichnung, es kündige sich aber zu- gleich entschiedene Manier an; die Leichtigkeit, sich in angewöhnt- kn Formen zu bewegen, überhebe ihn der Mühe, die leisern, hefern Züge der Natur zu erspähen und wieder zu geben. Ein Prkanter Effekt und Harmonie der Färbung sei dem Ganzen nicht abzusprechen, aber die Charaktere seyen nicht durchgehends edel und „c“cfl do €
Im Jahre 1820 malte Podesti in Rom die Marter des heil. Lorenz, ein Altarblatt von vielen Schönheiten, wie dies bei allen seinen Bildern der Fall ist. Als trefflich nannte man 1831 auch den Tod Heilandes, und überhaupt scheint der Künstler in heiligen Darstellungen glücklicher zu seyn, wie in jenen aus der Geschichte des Alterthums und aus der Mythologie. Denn in des Grafen Raczyuki Geschichte der neueren Kunst II. 682 heisst es von seinen mythischen Fre scobildern in der Villa Torlonia, dass sie keineswegs im Geiste an alter Sculptur gemalt seyen. Man sieht da an der Decke eines „Raumers die Bacchusmythe und die Götter Griechenlands an der Wand. Wenn nun diese Bilder nicht durchhin genügten, so wird diesegen im Kunstblatte 1837 unter den historischen Bildern, welche sich auf der damaligen Kunstausstellung zu Mailand vorzüglich auszeichneten, Podesti’s Verherrlichung Christi genannt, woran Vielleicht die Critik wieder mehreres auszustellen für nöthig halten möchte. Dem aber sei wie ihm wolle, Podesti gehört jedenfalls zu den Künstlern, welche die Glanzpunkte der modernen italieni- schen Schule bilden. Er zeichnet sich neben Camuccini, Agricola, Orgamasco, Coghetti, Fiorini, Paoletti und anderen Meistern der
freiern Rafael-Michelangelesken Schule ebenso sehr aus, wie Häupter der Schule des strengen Stils, auf welche die neuere Entwicklung der Deutschen Einfluss übte. Dies ist die Schule der genannten Puristen, unter welchen sich Consoni, Bianchini, Mi- Sanguinetti und einige andere Künstler auszeichnen.
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