Pochmann, Traugott Leberecht, Geschichts- und Bildhauer, wurde 1762 zu Dresden geboren, und daselbst von A. Graff und Casanova in der Kunst unterrichtet, Anfangs scheint
sich ausschliesslich der Miniaturmalerei widmen zu wollen, und hatte hierin auch bereits zu solcher Zufriedenheit gearbeitet, dass ihn 1796 die Akademie zu Dresden zum Pensionär ernannte. Um jene Zeit fing er auch an, Bildnisse in Öl zu malen, selbst solche in Lebensgröße, und auf diese folgten historische Bilder, lauter Werke, die zu jeder Zeit mit grossem Beifall aufgenommen wurden, und man fand darin so viel echte Kunst, besonders seit Pochmann — zu Anfang des 19. Jahrhunderts auch die Meisterwerke Roms ge- sehen hatte, dass man den Künstler zum Professor der Akademie in Dresden ernennen zu müssen glaubte. Pochmann hat auch eine Reihe von Jahren mit Gewissenhaftigkeit sein Amt verwaltet, viele Schüler gebildet, und nebenbei auch mehrere sehr schätzbare Werke geliefert. Von den früheren Bildern desselben finden wir in Meusel's N. Mus. S. 255 besonders ein Gemälde mit lebensgrossen Figuren genannt, die drei Grazien vorstellend, denen Amor beimlich ihr Gewand entwendet, aber dabei wird bemerkt, dass den zarten Göttinnen die liebenswürdige Schüchternheit fehle, die sie bei solcher Überraschung hätte befallen müssen, und auch der Ausdruck im Allgemeinen war nicht edel genug. Dieses Bild kam in den Besitz des Großherzogs von Weimar. In Rom malte Pochmann eine lebensgrosse Sappho, welcher so eben Amor ein Gedicht einflüstert; dann das Bildnis der Schauspielerin Christine, damals gepriesenes Werk, so wie das Portrait des Sängers Bo- drı von 1807. Hierauf malte er einen lebensgrossen Narcissus an der Quelle liegend, eine jugendlich schöne, warm colorierte Gestalt, eines der gelungensten mythologischen Bilder, die er bis 1816 malte, stellt Venus und Amor vor, ebenso richtig gezeichnet, als fräftig gemalt. Ueberhaupt haben seine meisten Bilder in Hinsicht der Zeichnung und der Wahrheit der Färbung, so wie in Einfachheit und Klarheit der Composition nicht geringe Verdienste. Von seinen profan-geschichtlichen Bildern nennen wir noch seine Cleopatra von biblischen Darstellungen die von Abraham verlassene Hagar, die 1814 reichlichen Beifall erntete; denn die Figuren sind correkt gezeichnet und schön gruppiert, und das Ganze gut behan- delt. Ein Christus am Ölberge wurde 1817 ebenfalls gelobt, und als ausgezeichnet hatte man 1810 seinen Johannes auf Patmos ge- sehen. Dieses Bild zeichnet sich durch Korrektheit der Zeichnung und durch Kraft des Tons aus. An diese Werke reihen sich meh- rere Porträts, worin Professor Pochmann besonders trefflich war. Im Jahre 1830 starb der Künstler in seiner Vaterstadt.
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