Po, Giacomo del, Maler, der Sohn des Obigen, erlernte die Anfangsgründe der Kunst im väterlichen Hause, dann aber nahm sich Poussin seiner an. Wohl erfahren in der Theorie und Praxis seiner Kunst betrat er schon in Rom eine rühmliche Laufbahn, obgleich nicht alle seine Werke gefielen, wie dies mit den Bildern in den Bögen der Capellen in der Apostelkirche der Fall war, die ausgestrichen und von Solimena neu gemalt wurden. Größeren Beifall erntete er mit andern Kirchenbildern in Rom, wo er überdies auch die Stelle eines Professors der Anatomie an der Akademie von St. Luca bekleidete, bis er endlich mit seinem Vater nach Neapel zog. Hier malte er in den Sälen und Gallerien der Grosvenor viel in Fresko , und besonders gerühmt sind die Wandbilder in der Gallerie des Marchese Genzano, in einem Zimmer des Herzogs von Matalona und in sieben des Fürsten von Avellino. Auch Kirchenbilder finden sich in Neapel von ihm. Lanzi sagt, del Po sei ein wissenschaftlich gebildeter Mann gewesen, der wohl makellose Gedichte ersinnen konnte, unglaublich mannigfaltig, ja — führt Lanzi fort — zauberisch im Colorit, so dass seine Arbeiten der Gesamtheit das Auge befriedigen. In Streiflichtern, Widerscheinern und Schlaglichtern findet Lanzi etwas Seltsames und Neues, in Figuren und Kleidern nennt er ihn aber manieriert und minder korrekt. G. del Po starb im 72. Jahre. Seine Schwester Theresia stach ihm ein Blatt auf Machiavelli, No., 18.
Teresa del, Malerin und Kupferstecherin , die Tochter Pietro’s, erwarb sich ebenfalls den Ruf einer geschickten Künstlerin. Sie malte Bildnisse und halbe Figuren in Miniatur, Öl und Pastel, und nicht minder schätzbar sind ihre Kupferstiche und Radierungen. Sie wurde 1678 Mitglied der Akademie von S. Luca in Rom, und zu Neapel starb sie 1716.
Bartsch, P. gr. XX. 250 ff., beschreibt 16 Blätter von dieser Künstlerin. Sie sind mit Geschmack und in der Weise ihres Vaters behandelt, so dass es schwer wird, dieselben zu unterscheiden, wenn nicht der Name auf den Blättern steht.
V. P. Camillus de Lellis Cler. Reg. Infirmis etc., nach Jacopo del Po, mit Teresa’s Namen. H. 16 Z., Br. 11 Z.
Triumphus poenitentiae. Eine junge Frau mit der Dornenkrone sitzt auf einem mit Dornen umflochtenen Wagen. Rechts unten: Theresia del Po Scu. H. 11 Z. 4 L., Br. 72 Z. 6 L.
Minerva reicht auf den Knien der allegorischen Gestalt Spaniens ein Buch. Auf der Bandrolle oben: Bibliotheca Hispana. Rechts unten der Name der Künstlerin. H. 11 Z., r., 7 Z. S L.
Bildnis eines unbekannten Mannes, im Octogon. Links unten: Teresia del Po desin. et sculp. H. 13 Z., Br. 8 Z. 10 L.
Donna Maddalena Miroballo duchessa di Campomèle, in Neapel gestochen, eines der besten Blätter der Stecherin, äußerst selten, H. 4 Z. 6 L., Br. ? Z. 5 L.
Büste einer jungen Dame, mit einer Perlenschnur um das Hals, 1692 in Neapel gestochen. Dieses Blatt ist eben so schön und selten, wie das obige Oval. H. 5 Z. 6 L., Br. 2 Z. 8 L.
Das Mausoleum Papst Julius II. Marmoreum Iulii M., monumentum a M. Angelo Bonarota — — erectum. Links steht der Name der Stecherin. H. 13 Z. 6 L., Br. 8 Z.
Dieses Blatt ist in A. Ciacconis Vitae et res gestae Pont. et S. R. E. Cardinalium. Romae 1677.
— 16) Die goldene Pforte zu Benevent. Arcus Traiani dictum Beneventi porta aurea dictus, sculpturis et ornamentis facile princeps. Romae 16730, fol.
Dieses Werk enthält zwei Ansichten des Bogens mit Basreliefs mit den Thaten des Titus, welche nicht dem Namen der Künstlerin bezeichnet sind. Die äußeren Blätter sind 11 Z. 3 L. hoch, und 19 Z. 10 L. jenes der sieben Basreliefs 10 Z. hoch, und 9 Z. 4 L. Das Titelblatt, mit dem Triumphbogen in seinem dritten Zustande, ist von F. Mazzoni gestochen.
Die Geburt der Maria, das im Artikel des P. del Po No. 1 erwähnte Blatt, welches Bartsch irrig diesem zuschreibt, siehe P. del Po.
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Folgende Blätter kannte Bartsch nicht:
Griechische und römische Philosophen in Unterredun Arkaden, mit landschaftlicher Darstellung. Machiavelli nimmt kniend Fragmente seiner Schrift aus den Händen Plato, welche dieser zerreisst. Auf dem Bande steht: Machiavello convinto. Unten links Giacomo M. In., rechts Teresa del Po sc. H. 10 Z. 9 L., Br. 11 L. Dieses Blatt nennt R. Weigel zuerst.
Der heil. Petrus von Alcantara kniend auf einer W von einem Kreuze und von Engeln umgeben, nach Y toni. Theresia del Po sculp. H. 14 Z. 7 L., Br. 10 Z.
Ein heil. Bischof kniend, wie ihm die heil. Jungfrau erscheint. Rechts in einer Wolke sind vier Cherubs. Teresa del Po del. et sc. H. 5 Z. 2 L., Br. 7 Z. 4 L.
Der Ausbruch des Vesuv im April 1604 unten eine Besch bung. Therese del Po sc., qu. fol.
- Zwei Blätter aus einer Folge, welche ein Fest darstellt, in einem Garten gefeiert wurde. Diese beiden Blätter nach C. Fontana’s Zeichnung gestochen, und mit D. v. bezeichnet; ein Blatt von P. S. Bartoli mit C.
Dies ist wahrscheinlich jenes Fest, welches der Mar del Carpio während des Cardevals von 1681 zu Neapel Damals wurde ein Triumphbogen des Berges (berg Triumphbogen ?) von 16 Pierden herumgezogen, und abenthcuerliche Ding hat T. del Pu in Kupfer ge®
Dann nennen Füssli und Rost noch von dieser Kunst.
Eine Allegorie auf das Wappen des Hauses Chigi, nach Montorsoli’s Zeichnung.
Die These des Abbate Pomponio Amerighi, Ludwigs vorstellend, der eine Charte von Frankreich zeichnet: der Aufschrift: Gallia non te capiti.
Die heil. Jungfrau mit dem Kinde, nach Correggio.
Eine Landschaft mit Figuren von Correggio, nach Gandellini die Madonna mit dem Kinde und einem Engel.
Die Susanna im Bade, nach einem der Carracci.
Giuseppe del, Maler von Rom, vermuthlich ein Verwandter der Obigen, kam um 1720 nach Wien, und malte da im Garten- Ballasle des Prinzen Eugen drei Deckenstücke auf Leinwand. Diese Bilder wurden entfernt; als der Palast für die k. k. Gallerie ein- gerichtet wurde,
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