Platzer, Joseph, Architektur- und Theatermaler , der Sohn des berühmten Bildhauers Ignatz Platzer, wurde 1752 in Prag geboren, und nach beendigten Humanitätsstudien widmete er sich unter Lei- tung des F. Wolf sechs Jahre der Zeichnungskunst, besonders im Fache der Architektur . In der Ölmalerei war er sein eigener Leh- rer; aber es gelang ihm bald so wohl, dass er selbst die Gunst des Fürsten Kaunitz erwarb. Durch die gütige Aufnahme seiner ersten Arbeiten aufgemuntert, begab er sich bald darauf nach Wien, und da gelangte er nach einem sechsjährigen unermüdeten Streben be- reits so weit, dass er die Aufmerksamkeit der Kaiserin Maria Theresia auf sich zog. Er erhielt auch die Zusicherung, in Rom seine Ausbildung vollenden zu können; allein der Tod der Monarchin raubte ihm diese Hoffnung. Platzer war indessen in seiner Kunst schon zu großer Reife gelangt, und so suchte er in größeren ei- genen Compositionen die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. All- gemeine Bewunderung erwarb ihm ein sechs Klafter hoher Triumph- bogen, der bei einer Feierlichkeit am Johannisspitale aufgestellt wurde, und eben dieses Werk gab die Veranlassung, dass ihm 1781 die Decorationen des neuen National-Theaters in Prag anvertraut wur- den, welche dem Kaiser Joseph II. so wohl gefielen, dass er ihm den Antrag ertheilte, ähnliche Arbeiten am k. k. Hoftheater in Wien zu übernehmen. Allein Platzer fand da verschiedene Hindernisse, obgleich es ihm nicht an Geschicklichkeit fehlte, und er sah sich
bald genöthiget, durch Bilder in Öl und durch kleinere Theater- decorationen für herrschaftliche und fürstliche Häuser seinen Ruf zu bewahren, bis er endlich beim Regierungsantritt des Kaisers Leopold I. als kaiserlicher Hofmaler angestellt wurde. Platzer rechtfertigte auch vollkommen das in ihn gesetzte Vertrauen. Im Jahre 1700 erfolgte seine Ernennung zum k. k. Kammermaler, als welcher er 1810 in Wien starb. Er war auch Mitglied der k. k. Akademie daselbst.
Platzer malte zahlreiche Theaterdecorationen und auch viele ar- chitektonische Darstellungen in Öl, die er mit historischer und anderer Staffage zierte. Er nahm sich öfter den van Steen zum Vorbilde, wählte gerne Mondbeleuchtung, und suchte überhaupt in Nachtstücken zu (ä:ßßlfl:. Bilder dieser Art gingen in verschie- denen Besitz über. Kaiser Joseph schenkte ein Gemälde, welches den Abschied des Julius Sabinus von seiner Familie im Kerker vorstellt, der k. k. Gallerie. Dilabacz (Künstler-Lexikon für Böhme) verzeichnet mehrere seiner Werke. A. Herzinger stach die m# Scene aus der Oper des Raubes der Helena und Leonisches Inquisitions- Gefängniss.
Dann kennen wir von Platzer selbst zwei geistreich in Aquatinta behandelte Blätter,
- Eine Halle am Meere bei Mondbeleuchtung, gr. qu. fol.
- Ein großes unterirdisches Gefängnis mit Säulen. An au- derselben ist ein Kahn im Wasser, gr. qu. fol.
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