Pistoja, Lionardo da

Pistoja, Lionardo da, auch Guelfo dal Celano, Grazia und Ma- testa genannt, worunter nach Lanzi Grazia der Geschlechtsname sein dürfte, da man auf einem Bilde der Verkündigung in der Capelle der Canoniker von Lucca „Leonardus Gratia Pistoriensis“ liest. Wer ihn die Anfangsgründe der Kunst gelehrt habe, ist un- bekannt; nach Dr. Kugler, Geschichte der Malerei I. 273, scheint er

aber in seiner früheren Zeit durch den Einfluss der Werke des Leonardo da Vinci eine eigenthümliche Richtung empfangen zu haben, welche sich nachmals mit der römischen Weise verband, wie dies z. B. eine Madonna im Berliner Museum beweist. In Rom schloss er sich an Francesco Penni (Fattore) an, und später setzte er fort, was dieser in Neapel begonnen, wie wir in Fattore’s Artikel bereits bemerkt haben. In Neapel malte Leonardo mehr

erste Bilder, besonders Bildnisse, für Privatsammlungen, sehr we- nige für Kirchen. In der Kirche des heil. Petrus zu Casal Guidi im Sprengel von Pistoja malte er den Schutzheiligen, und drei and- ere um den Thron der Madonna, und eine ähnliche Composition ist im Dome zu Volterra , mit der Aufschrift: Opus Leonardi Pistoriensis an. 1516. Dieses Bild möchte aber Lanzi einem anderen Lionardo von Pistoja zuschreiben, denn er glaubt, der Maler des Volaterraner Bildes könne nicht Grazia sein, weil, nach Vasari, sein Meister Penni im Jahre 1510 Rafael’s Schüler und Gebildeter war, und keinen so angesehenen Schüler ziehen konnte. Pistoja kam aber selbst schon als Maler nach Rom, wo er nach Fattore Gehülfe Rafael’s gewesen sein könnte, wie Baldinucci u. a. wirklich behauptet haben. Das Todesjahr des Pistojesers ist nicht bekannt. Es erfolgte mehrere Jahre nach Penni’s Ableben in Nea- pel, um 1550.

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